Der Anti-Gay Wodka muß weg

Dan Savage ist ein Kolumnist, der viel über Sex, Politik und das Nachtleben schreibt. In einer seiner jüngsten Kolumnen forderte er zum Boykott des russischen Wodkas „Stolichnaya“ auf, denn das wäre ein erstes deutliches Signal an die russische Regierung, Homosexuelle nicht zu diskriminieren. Ehrlich!?

Der Aufruf von Savage machte Runden in Gay und anderen Bars. Vor ein paar Tagen haben sich auch in New York gleich einige Bar- und Restaurantbesitizer für diesen Schritt erwärmen können. In einer groß angekündigten Aktion vor Pressefotografen und Fernsehkameras schütteten sie volle Flaschen mit Stoli Wodka in die Gosse. An anderen Orten der USA füllten Barbesitzer leere Stoli Flaschen mit Wasser und schütteten diese auf der Straße aus. Symbolisch sei das zu sehen, wurde erklärt, das sei hier nun ein „Russenfreier Wodkaraum“ wurde lautstark propagiert. Hurra, Hurra…Putin nimm das Du Anti-Gay-Miesepeter. Das wird das russische Staatsoberhaupt sicherlich zum Einlenken und Umdenken bewegen.

Interessanterweise hat sich auch schon der CEO von Stolichnaya Vodka, Val Mendeleev, zu Wort gemeldet und erklärt, dass die Firma nicht die Anti-Gay Haltung der russischen Regierung unterstütze. „Ich möchte betonen, dass Stoli nachdrücklich gegen solche Einstellungen und Handlungen ist. Stolichnaya Vodka war schon immer und wird auch weiterhin ein überzeugter Unterstützer der LGBT Community sein“.

Mendeleev erklärte weiter, dass die russische Regierung keinen Einfluss auf die Wodka Produktion seiner Firma habe. Sowieso würde der Wodka nur mit russischen Zutaten hergestellt, jedoch in Lettland gebrannt. Doch diese Tatsache kam bei den Wodka-Aktivisten nicht an. Wäre vielleicht gut gewesen, sich vorher zu informieren.

Der ganze Schnellschuss mit dem ausgeschütteten Wodka erinnert an den französischen Rotweinbach, den Restaurantbesitzer vor dem Irak-Krieg von George W. Bush in die Straßen kippten. Damals waren die patriotischen Amerikaner von der Haltung Frankreichs schockiert, nicht mit ihnen in den Krieg zu ziehen. Der gute französische Tropfen wurde in die Gosse gekippt, die „French Fries“ und „French Toasts“ wurden umbenannt in „Freedom Fries“ und „Freedom Toasts“, obwohl weder die Fritten noch der Frühstückstoast etwas mit Frankreich zu tun. Verstehe einer diese Amerikaner!