Donald, die Russen sind da

Es vergeht seit zwei Jahren kein Tag, an dem nicht über den Einfluss Russlands auf die amerikanischen Wahlen berichtet wird. Belegt ist, dass der Kremel Einfluss auf den Ausgang der Präsidentenwahl 2016 genommen hat. Inwieweit dieser Einfluss das Wahlergebnis, sprich den Sieg Donald Trumps, bestimmt hat, ist nicht eindeutig und genau zu bestimmen. Denn es war ja nicht so, dass da russische Hacker aus einer 2 eine 5 machten, sondern es war die gezielte Verbreitung von Falschmeldungen, die vor allem Hillary Clinton schaden sollten. Ob diese „Fake News“ mit dem eigentlichen Ziel verbreitet wurden, Donald Trump zu helfen und dieser eventuell von dieser Hilfe aus Moskau wusste, das wird derzeit von einem Untersuchungsausschuss hinterfragt.

Wahlen in den USA. Foto: Reuters.

Trump sagt, er habe „fair and square“ gewonnen, also ohne Hilfe von außen habe er sich bei der Wahl durchgesetzt, auch mit zwei Millionen weniger Stimmen als Hillary Clinton. Er habe einfach gewusst, wie er das amerikanische Wahlsystem zu orchestrieren habe. Das stimmt, in einstigen blauen (demokratischen) Hochburgen, wurde Trumps „Make America Great Again“ Schlachtruf laut und deutlich gehört und angenommen. Doch der Vorsprung in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania war nicht so überragend, gerade hier hätten gezielte Falschmeldungen und ein Anti-Hillary Wahlkampf durchaus Erfolg haben können. Vermutlich nie geklärt werden wird, warum sich die Wählerinnen und Wähler dort für Trump und gegen Clinton entschieden haben. War es wirklich nur der „MAGA“ Wahlkampf von Trump oder war es auch der Anti-Hillary Wahlkampf aus Moskau, der den Wahlausgang entschieden hat.

Donald Trump selbst ist von sich und seiner Aussage überzeugt. Niemand habe ihm geholfen, er habe gewonnen, die Wähler trauten ihm einfach mehr zu als „Crooked Hillary“. Immer wieder hat Trump in den letzten zwei Jahren seit seinem Wahlerfolg Zweifel gestreut, dass sich Russland überhaupt eingemischt habe oder wenn doch, dass das überhaupt nicht ausschlagebend war und ist. Seine Basis glaubt ihm dieses Märchen noch immer. Von daher muss man bezweifeln, dass das Weiße Haus die drohende Gefahr für die „Midterm Elections“ im November ernst nimmt, auch und gerade weil die eigenen Geheimdienste vor erneuten Versuchen der Einflussnahme Moskaus auf die Wahl warnen. Trump weiße alles besser, Trump schaltet auf Durchzug. Die Pressekonferenz seiner Sicherheitsberater am Donnerstag war daher vielmehr ein politisches Signal, man sorge sich, man kümmere sich. Konkrete Schritte gegen die Machenschaften Russlands wurden nicht dargelegt, Fragen von Reportern wurde ausgewichen, aber die Basis von Trump wurde mit dem Auftreten beruhigt. Der Präsident hat alles unter Kontrolle, selbst die Hackerangriffe aus Moskau.

Was Russland in den USA treibt ist eigentlich eine Frage der Nationalen Sicherheit, die höchste Priorität verdiente. Faire Wahlen sind das Fundament einer gesunden Demokratie. Doch nicht für Donald Trump. Er hat in den letzten Jahren, erst im Wahlkampf und dann in Amt und Würden, gezielt und bewußt gleich mehrere Grundfesten der Demokratie unterminiert, darunter die Medien, die Rolle von Richtern und des Parlaments und eben die Bedeutung von fairen Wahlen, bei denen jeder dieselbe, gleiche Stimme hat. Amerika rollt auf eine schwere Krise zu.

Trump mauert sich (etwas) ein

Am Mittwoch, nach seinem Treffen mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, setzte sich der amerikanische Präsident Donald Trump noch mit führenden Republikanern im Abgeordnetenhaus und Senat zusammen. Es ging um die kommenden Wahlen im November. Davon hängt sehr viel für Donald Trump und die Republikaner ab. Falls alles schief laufen sollte und die GOP ihre Mehrheiten verliert, wäre Trump ein „lame duck“ Präsident, eine lahme Ente ohne Mehrheiten zum Regieren. Er könnte dann sicherlich noch viel mehr per Dekret bestimmen, doch das ist nicht gerade beliebt auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Eine Wahlschlappe wäre eine schallende Ohrfeige für Trump und seine Politik.

Trump will sich zurückhalten. Foto: Reuters.

Trump, so heißt es aus eingeweihten Kreisen, habe deshalb bei diesem Treffen zugesagt, einige der eher unpopulären Themen in der amerikanischen Öffentlichkeit in den kommenden Monaten etwas außen vor zu lassen. Erst nach der Wahl wolle sich Trump wieder verstärkt um die Finanzierung des umstrittenen Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko, dem Handelsstreit mit der EU und Russland widmen. So kann man auch verstehen, dass der US Präsident auf einmal die eher vagen Aussagen nach dem Treffen mit Juncker als großen Sieg feierte und Vladimir Putin erst einmal wieder auslud. Erst im kommenden Jahr solle der Besuch des russischen Präsidenten in Washington stattfinden.

Trump frisst also Kreide, zumindest bis nach den Wahlen im November, aber wahrscheinlich nur bis zum nächsten Tweet-Storm. Schon einige in seinem Umfeld hatten in der Vergangenheit versucht ihn unter Kontrolle zu halten und sind damit kläglich gescheitert. Nun haben es die Republikaner im Kongress versucht und Trump davor gewarnt, dass die Partei mit allzu drastischen Forderungen und Aussagen Trumps die „Midterm elections“ verlieren könnte, denn Wahlen werden mittlerweile vor allem durch „Swing Voters“ entschieden, Wähler, die mal so und mal so wählen. Eine Vorstellung, die Trump so gar nicht schmecken dürfte, denn als Bittsteller zu den verhassten Demokraten zu gehen, um seine Politik als Kompromiss verwässern zu lassen, käme für ihn nicht in Frage. Man kann also gespannt sein, ob sich der Trumpsche Ton in den kommenden Wochen und Monaten etwas verändert. Zumindest mit dem Iran und der Türkei hat Trump schon mal neue „Feinde“ ausgemacht, die keine großen Proteste in den USA hervorrufen werden. Auf die schießt er sich nun erstmals in aller Ruhe ein.

Für alle einen Namen, außer für Putin

Donald Trump liebt es, wenn er sich über andere lächerlich machen, andere beschimpfen und herunter putzen kann. Man erinnere sich an „Crooked Hillary (Clinton)“, an „Little Mario (Rubio)“, an „Crazy Bernie (Sanders)“, an „Cryin‘ Chuck“ (Schumer), an „Lyin‘ Ted (Cruz), an „Little Rocket Man“ (Kim Jong-Un). Die Liste ist lang und wird immer länger. Die New York Times listet mittlerweile 435 Personen, Orten und Dinge auf, die vom Donald in seiner besonderen Twitter Art und Weise rundgemacht wurden. Trump beschimpft jeden, der nicht nach seiner Pfeife tanzt, ihn nicht speichelleckend als den größten Business Man, Wahlkämpfer, Präsidenten huldigt.

Putin und Trump verbindet eine seltsame Beziehung. Foto: Reuters.

National und international hält ihn nichts zurück. Freund und Feind, Vertraute und Partner erleben Trump, der mal erklärt man sei ein Freund, um im nächsten Moment über die angeblichen Freunde herzuziehen. Theresa May hat das genauso abbekommen wie Angela Merkel, Justin Trudeau oder auch Enrique Peña Nieto. Auffallend ist bei allem nur, dass Trump keinen Spottnamen für Wladimir Putin findet, und dass, obwohl erwiesen ist, dass Putin massiv im amerikanischen Wahlkampf mitgemischt hat, die Amerikaner auf internationaler Bühne mehrfach herausgefordert hat und eigentlich Trump für nicht voll nimmt.

Doch der Donald ist ruhig, legt sich mit Wladimir nicht an, so, als ob der die Zügel in der Hand hält und Trump nach Belieben wie einen eigenwilligen Hengst zureitet. Der Donald ist bei Putin ganz zahm, er wolle die Kommunikationskanäle offen halten, sagt Trump. Hin und wieder tut er was, um zu zeigen, dass er nicht den russischen Stiefel im Nacken hat. Putin spielt mit, lässt Trump gewähren und dennoch sieht alles nach einem abgekarteten Spiel aus. Man kann durchaus gespannt sein, was bei dieser eher seltsamen Männerbeziehung von zwei Alpha-Tieren am Ende herauskommen wird. In den USA zumindest gehen viele davon aus, dass Wladimir Putin eine dicke Akte mit belastenden und peinlichen Informationen über Donald Trump in seinem Büro hat. Derzeit noch unter Verschluss, die Frage ist, wie lange noch?

Die Abschaffung der Demokratie

Donald Trump ist zurück als „Tweeter in Chief“. Am Morgen gingen gleich einige an seine über 30 Millionen „Follower“ raus, so, als ob der Mann nichts besseres zu tun hat, als weiteren Unsinn zu verbreiten. Gleich zwei Tweets zeigten ganz deutlich die Denkweise dieses Mannes, der einfach nicht anders kann:

Trump beschuldigt da die Medien, mit Falschaussagen, Lügen und fehlerhafter Berichterstattung die Demokratie zu gefährden. Kein Wort in all den Tausenden von Trump-Tweets, dass eigentlich er selbst der König der „Fake News“ ist. Trump dreht sich die Halbwahrheiten zurecht, verbreitet Unglaubliches, spielt in der Welt der Verschwörungstheorien und beschuldigt dann die Medien, „Fake News“ zu berichten. Als Journalist sehe ich das mit großer Sorge. In jeder Diskussion über Trump in den USA kommen auch immer die Medien zur Sprache. Dann geht es nicht mehr darum, was Trump selbst für Lügen verbreitet hat, sondern wie die Medien seine Administration aushebeln wollen. Die Reaktion überspielt da die eigentliche Ursache. Belege gibt es nicht, stattdessen wird eine kritische Berichterstattung als Angriff auf Präsident Trump gesehen.

Und auch im zweiten Tweet scheint es, dass Trump die Realität verkennt. Das Treffen zwischen Don Junior und der russischen Anwältin war nicht einfach ein Treffen, um negative Infos über die Kontrahentin Hillary Clinton zu erhalten. Der junge Trump lud Personen in den New Yorker Trump Tower ein, von denen er dachte, sie seien direkt vom Kreml geschickt worden, um die Wahl zu entscheiden. Das ist nicht nur unpatriotisch, das ist schlichtweg kriminell. Der Versuch von Präsident Donald Trump, das Verhalten seines Sohnes zu rechtfertigen, macht die ganze Sache nur noch schlimmer, denn es zeigt, welche Art von Rechtsverständnis Trump hat. Und auch die Anwesenheit von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bei dem Gespräch, der sicherlich wusste, wer ihm da vermeintlich gegenüber sitzt, unterstreicht das ver-rückte Regierungsempfinden des Trump-Clans. Kushner hat Zugang zu allen geheimen Daten der USA, musste bislang allerdings mehrmals die Namensliste seiner Auslandskontakte verlängern – um etliche Hundert Namen. Kein Wort dazu von Donald Trump. Das ist seine Sicht der Dinge. Der Familienmann Trump stellt die seinen vor alles andere. Auch das ist eine klare und Demokratie feindliche Aussage aus dem Oval Office.

Der König feiert sich selbst

Nach dem G20 Treffen feiert sich Donald Trump selbst und lässt sich feiern. Alles sei „great“ gewesen, er habe für Amerika gekämpft. Und auch einige im republikanischen Lager sehen das so, priesen den „Commander in Chief“ als großen Führer und dankten ihm für seine Rolle in Warschau und Hamburg. Der Schocker kam vom früheren Senator Bob Dole, der die Amerikaner in einer Stellungnahme dazu aufforderte „stolz“ auf Donald Trump zu sein. Nun sei es Zeit gemeinsam die Probleme der Welt anzugehen. Natürlich schmeichelte das Trump und er gab diesen Brief nur zu gerne via Twitter an seine „Follower“ weiter.

Auch bei FOXNews blies man größtenteils ins Trump-Horn. Dort hieß es, das Russland Kapitel sei nun abgeschlossen, wenn die Demokraten da weiterhin dranblieben, hiesse das, sie wollten wohl einen Krieg mit Russland. Trump selbst präsentierte seine Unterhaltung mit seinem russischen Kollegen als produktiv, gemeinsam wolle man nun Cyber-Angriffe verhindern. Diese Forderung allerdings brachte den Senator Marco Rubio auf die Florida Palme. Dann könnte man ja auch gleich mit dem syrischen Präsidenten Assad eine Task Force zur Verhinderung des Einsatzes von chemischen Waffen aufbauen. Aufgestoßen ist allerdings einigen bei Demokraten und Republikanern, dass Ivanka Trump am Tisch der Mächtigen Platz nahm, als Donald Trump den Raum verließ. Gefragt wurde, was wohl passiert wäre, wenn Bill Clinton seinerzeit bei einem solchen Treffen seine Tochter Chelsea dort platziert hätte. Trump sei ein diplomatischer Tölpel, das habe dieser Zwischenfall erneut gezeigt.

Trump konnte es am Sonntag auch nicht lassen mal wieder gegen seinen Amtsvorgänger Barack Obama zu pöbeln. Der hätte nichts gegen die Cyber-Angriffe unternommen, obwohl er davon gewusst habe. Trump bleibt Trump, vor und eben auch nach dem G20 Gipfel

Warum regt sich jeder so auf?

Die einen sprechen von einer Verfassungskrise, Nachrichtensender unterbrechen ihr Programm und bringen in Sondersendungen die Hintergründe der Geschichte. Andere wischen die Geschichte einfach vom Abendbrottisch. Das Weiße Haus wolle dazu nicht mehr sagen, als das, was in einem kurzen Statement steht, hieß es am Dienstagabend. Feierabend. Der FBI Direktor James Comey wurde entlassen. Punkt. Und Donald Trump versteht die ganze Aufregung nicht. Immerhin, so Trump, wurde Comey weder von den Republikanern noch den Demokraten in Washington geschätzt:

Donald Trump zeigt hier, dass er so gar keine politische Weitsicht hat. Denn die Gründe, die sein Justizministerium und er selbst zum Rauswurf von Comey anführen, sind lächerlich. James Comey sei entlassen worden, weil er sich im Umgang mit dem Hillary Clinton Email Skandal falsch verhalten habe. Trump selbst hatte Comey dafür niedergemacht, um ihn an anderer Stelle in höchsten Tönen zu loben. Eben so, wie es ihm gerade im Wahlkampf gegen Hillary Clinton passte.

Nun ist Comey also weg und es hat den bitteren Beigeschmack, dass Trump hier jemanden vor die Tür gesetzt hat, der nach wie vor dienstlich der Frage nach ging, ob Trump und die Trumpisten enge Kontakte zu Russland und Putin hatten. Das wischte der Donald zwar immer als „Fake News“ vom Tisch, aber Belege dafür liegen vor, wie die Kontakte seines ersten Sicherheitsberater Michael Flynn. Unklar ist dabei nach wie vor, inwieweit sich Flynn mit Trump und dessen Umfeld abgesprochen hat.

Der Präsident muss nun einen neuen FBI Direktor ernennen. Eigentlich sollte es ein überparteilicher Kandidat sein, der dann für zehn Jahre seinen Job als Chef der Bundespolizei machen soll. Doch jeder Kandidat, der nun aus dem Oval Office ernannt werden wird, hat ein riesiges Problem. Wenn er die Russlandconnection nicht weiter verfolgen will und wird, sieht das nach einer direkten Absprache mit Trump aus. Ein FBI Direktor darf nicht zur Marionette des Präsidenten werden, doch das ist derzeit die große Gefahr in der amerikanischen Demokratie. Sowieso müsste eigentlich ein unabhängiger Ermittler der Frage nachgehen, was es mit den Verbindungen zwischen Trump und Russland auf sich hat, doch dagegen wehren sich das Weiße Haus und (noch) die republikanische Mehrheit im Kongress. Warum eigentlich?

„President elect“ ist „pissed-off“

Natürlich bleibt er da nicht still. Donald Trump lässt sich nicht unterstellen, dass die Russen mit ihm spielen, ihn in der Hand haben, Beweismaterial besitzen, mit dem er unter Druck gesetzt werden könnte. Was das auch immer sein könnte? Trump bläst zum Gegenangriff. Er droht offen mit einem Gegenschlag…nicht gegen Moskau, sondern gegen die eigenen Geheimdienste, die etwas veröffentlicht haben, was ihm so gar nicht passt. In gleich mehreren Twitter Attacken holte er aus und wendete sich gegen die eigenen Leute.

Russland will die Abspaltung Kaliforniens

Die Russen scheinen noch immer verärgert darüber zu sein, dass sie 1867 für schlappe 7,2 Millionen Dollar, für’n Appel und’n Ei, Alaska an die USA verkauft haben. Zwischen Keksen und Tee, Syrien und atomare Aufrüstung dreht sich deshalb vielleicht das bevorstehende Treffen zwischen Vladimir Putin und Donald Trump auch um einen anderen Bundesstaat – Kalifornien.

Schon seit ein paar Jahren gibt es in Kalifornien eine Bewegung, die sich gerne vom Rest der USA lösen möchte. So wie Franken von Bayern, will Kalifornien seine eigene Flagge wehen lassen, aber im Vergleich zum Kleinbundesland Franken würde dann eine neue Nation Kalifornien entstehen. Wirtschaftlich und politisch stark genug, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Genau wie in Franken, war das aber lange Zeit ein Hirngespinst ohne Aussicht auf Erfolg. Doch dann kam Trump und viele im Sonnenstaat erkannten, nö, der steht so gar nicht für das Leben, die Werte und die moralischen Vorstellungen Kaliforniens.

Noch in der Wahlnacht stürzten nicht nur die Computer der kanadischen Immigrationsbehörde ab, auch die Bewegung „Yes California“ erhielt ungeahnt viele Anfragen, wie man Kalifornien aus der Trumpschen Hand entreißen könnte. Hier wollte man nicht länger in einen Topf mit Indiana, Wisconsin, Iowa und Florida geworfen werden. Das Ziel der kalifornischen „Ja-Sager“ ist ein Volksentscheid 2019. Zuvor steht noch eine „Ballot“ an, eine Abstimmung, ob es zum Volksentscheid kommen soll. Die Organisation eröffnet derzeit in vielen Gemeinden, Städten und Bezirken Büros um flächendeckend Wahlkampf zu betreiben. Kalifornien soll unabhängig werden, auch wenn nach dem Volksentscheid noch einige riesige politische Hürden warten.

Doch zurück zu den Russen und der Frage, was haben die nun mit Kalifornien zu tun? Den „Russian River“ gibt es schon in Sonoma County, den „Russian Hill“ sind schon viele Touristen in San Francisco hochmarschiert und „Russian Delis“ gibt es auch unzählige. Nun wollen die Russen auch noch die Abspaltung Kaliforniens von den USA. Zumindest sieht es danach aus. In Moskau wurde nun die erste kalifornische Botschaft eröffnet. „Embassy of the Independent Republic of California“ wurde mithilfe von Geldern einer Bewegung gegründet, die mit Kreml Unterstützung Separatistengruppen in Europa und Übersee fördert. Auch lebt der Präsident der „Yes California“ Initiative mittlerweile in Russland. Von dort organisiert er die Abspaltung Kaliforniens von den USA. Zufall oder gezielte Einmischung Moskaus in die inneren Angelegenheiten der USA? Auf den Wahlkampf für die Volksbefragung im kommenden Jahr und auch auf Trumps Reaktion kann man gespannt sein.

Ein Wahlkampf wie aus 1001 Nacht

Eigentlich fehlen in diesem Wahlkampf nur noch fliegende Teppiche, Flaschengeister und Sandstürme. Ansonsten ist eigentlich alles vorhanden, was man für eine schön-gruselige Märchenstunde für Erwachsene so braucht: Bösewichte und Unholde, Sex and Crime, Verleumdungen, Hinterzimmerabsprachen, Lug, Betrug und Heiterkeit. Wenn man so eine Geschichte in Romanform schreiben wollte, würde man dafür nie einen Verleger finden. Das beweist erneut, die besten Geschichten schreibt das Leben.

Nun also sollen die Russen den Email-Server der Demokratischen Partei geknackt haben. Ganz im Entenhausener Panzerknackerstil. Sowieso sind Putin und Trump ja gute Kumpels, auch die Chinesen und der nordkoreanische Pummelpräsident Kim Jong-un mögen Trump lieber als Hillary Clinton. Bei ihm wisse man, woran man sei, außerdem sei der Donald ja ein guter Geschäftsmann, heißt es aus Peking und Pjöngjang. Die Achse des Bösen kehrt also auf Umwegen heim.

Seit eineinhalb Jahren berichte ich über den Wahlkampf. Anfangs sah alles nach einem langweiligen Prozedere aus, Hillary Clinton gegen Jeb Bush. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Hüben wie drüben wurde begeistert gefochten, als Beobachter wußte man gar nicht mehr, wohin man blicken soll, über was man als nächsten berichten sollte. Nun die Parteitage, die den Endspurt zum Weißen Haus einläuten. Und in den USA fragen sich viele, sind das wirklich die beiden besten Kandidaten, die dieses reiche, farbenfrohe, vielseitige Land hervorbringen kann. Hillary Clinton ist keine gute Kandidatin und Donald Trump ist kein guter Kandidat. Wie war das noch mit den Geistern, die man rief? Das ist wohl die bittere Wahrheit Ende Juli 2016.

Ausgerechnet Trump präsentiert sich in seinen Werbespots und in seinen Auftritten als derjenige, der das Land wieder zusammenführen, der Gräben überwinden, Brücken bauen will. Und Hillary Clinton versucht die jungen Menschen im Land zu erreichen, gerade Hillary, die im Kampf gegen Bernie Sanders vieles in Frage stellte, was die Jung- und Neuwähler motivierte. Dieser Wahlkampf stellt alles auf den Kopf. Umfragen sind für die Tonne, beide Kandidaten werden, falls sie sich am Ende durchsetzen können, keine breite Basis in der Bevölkerung finden. Amerika nach 2016 wird ein noch gespalteneres Land sein, als es am Anfang dieser Kampagne war. Auch das ist eine bittere Schlußfolgerung aus diesem Wahlkampf.

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Als nächstes ist Alaska dran

Die Krim ist weg. Die Europäer und Amerikaner schauen etwas verdattert, wie es dazu kommen konnte. Die Russen breiten sich weiter aus. Da wird sich Wladimir Putin freuen, dass auch die amerikanischen Russlandfreunde mobil machen. Sie haben nun eine offizielle Petition beim Weißen Haus eingereicht. Ziel ist es, Alaska wieder an Russland anzugliedern. Denn die Russen waren zuerst in der Arktis. Schon vor 16.000 – 10.000 Jahren überquerten Siedler aus dem heutigen Russland die Beringstraße. Russische Entdecker waren zwischen 1729 und 1735 in Alaska unterwegs. Erst 1867 kam Alaska zu den USA. 1959 dann wurde Alaska ein eigener US Bundesstaat.

Wenn man sich den Preis von 7,2 Millionen Dollar ansieht, den Russland 1867 für Alaska bekam, kann man durchaus verstehen, warum Putin im Schlaf tobt und geschichtliche Mißstände bereinigen will. Und sicherlich leben in Alaska auch noch einige russischstämmige Bewohner. Hier drüben in den USA gibt es einige Freunde des russischen Großreiches. Sie haben nun die Petition angestossen. Doch noch ist man weit von den 100.000 Unterschriften entfernt, die man für eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses benötigt. Derzeit liegt man bei knapp über 32.000 Unterschriften. Es ist auch nicht die erste Petition, die zu einer Abspaltung eines amerikanischen Bundesstaates eingereicht wurde. Schon mehrmals wurde versucht, Texas per Unterschriftenaktion aus dem Staatenbund der USA herauszuholen.

Die ehemalige Gouverneurin und zu alles ihren Kommentar abgebende Nervensäge Sarah Palin hat sich auch noch nicht zu dieser Initiative gemeldet. Ist nur eine Frage der Zeit, denn Palin sieht zwar Russland von ihrer Terrasse aus (irgendwie zumindest in der Ferne), aber so richtig russisch fühlt sie sich wahrlich nicht, die „große amerikanische Patriotin“, wie sie Sean Hannity nannte.