Die Geister von Ruanda

„Ghosts of Rwanda“ ist eine der besten Dokumentationen über den Genozid in Ruanda. Diese Frontline Produktion wurde für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in den USA produziert. „Ghosts of Rwanda“ zeigt, dass Politiker, wie Bill Clinton, Madeleine Albright und Kofi Annan, doch auch die französische und belgische Regierung tatenlos und bewußt weggesehen haben, einfach das Wort Genozid nicht aussprachen, um ja nicht eingreifen zu müssen. Wie konnte jemand wie Kofi Annan danach noch UN Generalsekretär werden. All die Entscheidungsträger in Washington, New York, Paris und Brüssel wurden durch ihr Wegsehen, wurden durch ihren rechtlichen Eiertanz zu Mithelfern der Schlächter von Ruanda. Doch eines wird hier ganz klar, der Gutmensch Clinton hat sehr viel Blut an seinen Händen.

Einer der bezeichnendsten Sätze in dieser Dokumentation ist: „Amerika hat keine Freunde, Amerika hat nur Interessen“. Und Amerika hatte im April 1994 keine Interessen in Ruanda.

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Eine Frage des Rechts?

In Stuttgart stehen zwei Männer vor Gericht, Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni. Der erste ist Präsident der „Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas“ (FDLR), der zweite sein Stellvertreter. Ihnen wird vorgeworfen, von Deutschland aus den bewaffneten Widerstand im Ost-Kongo geleitet und dabei Morde, Massenvergewaltigungen, Überfälle, Brandstiftung und Folter angeordnet zu haben. Das alles per Telefon, Email  und SMS.

Ignace Murwanashyaka lebt seit 22 Jahren in Deutschland, er hat hier studiert, seinen Doktor gemacht, ist aktiv und beliebt in seiner Kirchengemeinde. Für viele seiner Nachbarn und Freunde ist es kaum vorstellbar, dass dieser Mann den brutalen Milizenkampf im östlichen Kongo anführte. Auch sein Vize wirkt harmlos. Straton Musoni ist verheiratet mit einer Deutschen, zwei Kinder, arbeitet für ein Computerunternehmen. Nun also stehen beide in Deutschland vor Gericht, doch warum? Warum gerade hier und nicht in Den Haag vor dem Internationalen Gerichtshof? Beide lebten in Deutschland und es dauerte Jahre bis sie schließlich verhaftet wurden, doch das allein ist kein Grund, warum er nicht zum ICC abgeschoben wurde.

Deutschland hat sich mit diesem Verfahren ein riesiges Problem aufgeladen, das noch weitreichende außenpolitische Konsequenzen haben kann (und wird). In Ruanda wird das Verfahren in Stuttgart genauestens beobachtet. Als Osama bin Laden von einer amerikanischen Spezialeinheit aufgespürt und getötet wurde, nahm man das in Ruanda zum Anlaß darauf hinzuweisen, dass viele Terroristen und Genozid Verantwortliche nach wie vor unbehelligt in Europa leben. Mit Wohlwollen hat man auf den Prozeß in Deutschland verwiesen. Doch das schafft auch Druck, was, wenn die beiden Angeklagten nicht verurteilt werden oder nur mit einer geringen Freiheitsstrafe davon kommen?

Ein Freispruch ist durchaus denkbar, denn die Staatsanwaltschaft hat sich bei diesem Verfahren weit aus dem Fenster gelehnt. Die Ermittlungen beruhen auf abgehörten Telefonaten, die jedoch eher kryptisch zu lesen sind. Gefundene Satellitentelefone in der Wohnung der Angeklagten wurden nicht abgehört. Zeugen wurden von angereisten BKA Ermittlern in zahlreichen Reisen in Ruanda und auch im Ost-Kongo gefunden, doch die Frage ist, ob diese Zeugen auch vor Gericht aussagen werden. Per Videoschaltung (dafür wurden extra die technischen Möglichkeiten nach Ruanda gebracht) werden zum Teil die Opfer vom Richter befragt. Dafür müssen sie aus der Nord-Kivu Region des Kongos in die ruandische Grenzstadt Gisenyi reisen, um dort hinter verschlossener Tür und unter strengster Geheimhaltung aussagen zu können. Auf der anderen Seite, in Goma, waren diese Videoschaltungen nicht möglich. Die Geheimhaltung und die Sicherheit der Zeugen konnte nicht gewährleistet werden. Die FDLR ist dort überall vernetzt und selbst die UN Einheiten vor Ort bieten keinen großen Schutz oder Stillschweigen. Auch tauchten die Namen von BKA Beamten auf „Hit Listen“ auf, auf Listen von unliebsamen Personen der FDLR. Seitdem dürfen die deutschen Ermittler nicht mehr in den Kongo reisen.

Die Situation ist schwierig. Der Prozeß in Deutschland verschlingt Unsummen an Steuergeldern, dazu kommen die aufwendigen Ermittlungen in Ruanda und im Ost-Kongo. In Ruanda unterstützen die Behörden die Nachforschungen der Deutschen, allerdings präsentieren sie „Zeugen“, deren Identität nicht hundertprozentig gewährleistet und nachgewiesen werden kann. Ruanda ist nicht gerade als souveräner Rechtsstaat bekannt, das Interesse der Kagame-Regierung an einer Verurteilung der beiden Angeklagten ist groß. Im Kongo (DRC) dagegen können die deutschen Staatsanwälte und Ermittlungsbeamten auf keinerlei Unterstützung bauen, weder von den Kongolesen selbst, noch von den UN Einheiten, denen immer wieder vorgeworfen wird, dass sie tatenlos den Massakern zugesehen haben.

Der Ausgang des Verfahrens ist ungewiss und könnte womöglich fatal für Deutschland und die deutsche Außenpolitik werden. Denn wenn es aus Mangel an Beweisen nicht zu einer Verurteilung kommen sollte, dann wird es erneut Proteste vor der deutschen Botschaft in Kigali geben. Darüberhinaus stände Deutschland in Verruf, Terroristen und Genozid Verantwortliche zu schützen oder nicht zu bestrafen. Deutschland wäre besser beraten gewesen, die beiden Verdächtigen an den internationalen Gerichtshof zu überführen. Doch solch ein aufwendiger und auch vielbeachteter Prozeß kann einen Karrieresprung für alle beteiligten Juristen bedeuten…im Falle eines Freispruchs allerdings auch Überstunden und Kopfschmerzen für die deutschen Diplomaten.

Hier dankt der Präsident

Auf dem aktuellen Kalender der ruandischen Steuerbehörde findet man dieses wunderbare Photo, auf dem Präsident Paul Kagame dem besten Steuerzahler des Landes eine Urkunde überreicht. Dieses Modell sollte Deutschland auch mal übernehmen….wobei ich mit meinen paar Pieselotten an Steuerzahlung wahrscheinlich keine Danksagung von Angela Merkel erhalten werde.

Der Glaube bringt Frieden

Vor fast zwei Jahren traf ich zum ersten mal Schwester Milgitha in Kaduha, Ruanda. Nach einer mehrstündigen und holprigen Autofahrt von Kigali kommend saß ich ihr in einem Wohnzimmerbereich des „Maision Euthymia“ gegenüber. Die Clemensschwester berichtete von ihrem Leben und ihrer Arbeit in Ruanda. Anfang der 70er Jahre war sie ins Land gekommen, um hier eine Gesundheitsstation aufzubauen.

Und das gelang ihr und ihrer Mitschwester auch. Der Ruf des Zentrums war weit über die eigentlichen Grenzen des Einzugsbereichs bekannt. Schwester Milgitha half und war dort angekommen, wo sie immer sein wollte, bei den Armen Afrikas.

Doch dann kam das Frühjahr 1994, in dem in einhundert Tagen rund eine Million Menschen abgeschlachtet wurden. Tausende wurden brutalst auf dem Kirchengelände von Kaduha, unter den hilflosen Blicken der Clemensschwestern mit Macheten, Knüppeln, Speeren, Gewehrkolben, Granaten ermordet. Auch in diesen Tagen schaffte es Schwester Milgitha Hunderten von Menschen zu helfen, viele zu retten. Erst vor ein paar Wochen traf sie Dutzende der Kinder von damals, die sie vor dem sicheren Tod bewahrte und sie nach Burundi bringen konnte.

Die fast 75jährige lebt heute in einem kleinen Häuschen in Kigali. Sie ist keine Clemensschwester mehr, der Orden hat sie entlassen. Die Kirche, an die sie glaubte, für die sie ihr Leben gegeben hätte, für die sie unermüdlich im Einsatz war, diese Kirche hat sie fallenlassen. Man wirft ihr Ungehorsam vor, eine Sünde im katholischen Orden. Egal, wie sehr man sich auch für die Menschen in Not eingesetzt hat. Egal, was man selbst in den schlimmsten Zeiten im Einsatz für die Kirche erlebt, durchgemacht, mitgemacht und gesehen hat.

Nun sitze ich dieser 75jährigen Frau im Hotel “Des Mille Collines”, dem “Hotel Rwanda” gegenüber. Sie erzählt, berichtet, und ja, sie ist enttäuscht von ihrer Kirche. Doch noch immer schöpft sie Kraft und Energie, Trost und Hoffnung aus ihrem Glauben an Gott. Man habe ihr nach den Wochen und Monaten des Genozids vorgeschlagen, psychologische Betreuung anzunehmen. Doch sie lehnte ab. Sie setze sich stattdessen lieber in eine Kapelle. Spreche dabei noch nicht einmal mit Gott. Sie schließe die Augen, hört einfach nur, was er ihr mitteilen will. Sie findet so den Frieden, den Frieden vor den Bildern, die sie nie mehr vergessen wird.

Hier noch einmal der Radiobeitrag über Schwester Milgitha, über die 100 Tage, an denen Gott nicht zum Ruhen nach Ruanda kam:

Schwester Milgitha in Kaduha     

Umuganda in Ruanda

Umuganda in Ruanda könnte auch eine Textzeile aus dem United Balls Song Pogo in Togo, Coca Cola in Angola, Samba in Uganda sein…Ist es aber nicht. Aber heute ist Umuganda in Ruanda. Immer am letzten Samstag im Monat von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags ist Gemeinschaftstag im Land der tausend Hügel. Geschäfte, Märkte, Restaurants sind geschlossen, auf den Straßen fahren kaum Autos, und wenn, dann werden sie gestoppt, falls sie keine Sondererlaubnis oder Diplomatenkennzeichen haben.

An diesem Samstagmorgen arbeiten alle über 18 Jahre „ehrenamtlich“ im Dienst der Allgemeinheit. Der Blockwart paßt darauf auf, dass auch jeder völlig freiweillig dabei ist. Es wird gefegt und geputzt, gebaut und gezimmert, Müll eingesammelt und öffentliche Grünflächen gesäubert. Alles, um das Land zusammen zu bringen. Umuganda bedeutet in etwa “Beitrag”, und jeder kann und soll seinen Beitrag für die Allgemeinheit geben.

Vor dem Hintergrund des Genozids 1994, als in rund 100 Tagen nahezu eine Million Menschen abgeschlachtet wurden, wird mit diesem symbolischen Tag versucht, die Menschen zusammen zu bringen, “Nation Building” zu ermöglichen. Offiziell gibt es keine Hutus und Tutsis mehr, doch die dunkle Geschichte Ruandas überschattet alles im Land. Die Älteren wissen noch genau, wer welcher Gruppe angehört. Die jüngeren hingegen sehen sich als Ruander. Das zumindest wird einem in Gesprächen erklärt. Man hofft einfach, dass das auch so ist, falls es erneut zu Spannungen in der Region der großen Seen kommen sollte.

Umuganda ist da vielleicht mehr als nur ein symbolischer Schritt auf einem langen Weg, eine gespaltene Nation und ein traumatisiertes Volk zu einen.

Die Ruander sind von diesem Konzept überzeugt. Die als Blauhelme eingesetzten Mitglieder der ruandischen Armee RDF in Darfur und in Haiti haben auch dort Umuganda am letzten Samstag im Monat eingeführt.

Kongo – Hoffnung ohne Zukunft

Der Kongo, ein Land, das man nicht zu fassen bekommt. Riesig wie Europa, aber unwegbar, ohne Infrastruktur wie Straßen, funktionierende  Strom- und Wasserversorgung, geprägt von Korruption in allen Gesellschaftsschichten, regiert von einer Machtelite, die das an und für sich reiche Land erbarmungslos ausbeutet.

An der Grenze zum Kongo, auf der ruandischen Seite in Cyangugu, treffe ich noch auf Sigi und Gerti, zwei Nürnberger, die mit dem Motorrad unterwegs sind. Ein Jahr haben sie für die Reise aus Franken nach Südafrika eingeplant. Ums östliche Mittelmeer herum, über Ägypten, durch den Sudan, Uganda und nun Ruanda. Sie bleiben in Ruanda, der Kongo ist zu unsicher, und auch mit ihren Cross Bikes würden sie dort nicht weit kommen.

Die Grenzstadt der DRC, der Democratic Republic of Congo, ist Bukavu mit heute fast einer Million Einwohner. Kaum geteerte Straßen, meist gibt es nur zwischen 22 Uhr und 5 Uhr morgens fließend Wasser, der Strom kann auch mal mehr als einen Tag weg bleiben. Die Menschen hier leben vom Handel, von Dienstleistungen,  wie das Tragen von Materialien, Gebrauchsgegenstände, Lebensmittel. Die Stadt, einst eine boomende Metropole in Süd-Kivu, ist gezeichnet von den Jahren. Vom andaunernden Krieg, von den Flüchtlingsströmen nach dem Genozid in Ruanda 1994 und der Vernachlässigung durch die weit entfernte Regierung in Kinshasa. Öffentliche Gelder kommen hier so gut wie nicht an. Das sieht man den Straßen, den Gebäuden, der gesamten Infrastruktur an.

Pfarrerin Reinhild Schneider aus Neustadt/Aisch lebt seit 15 Jahren im Kongo. Erst in Lumumbashi, der zweitgrößten Stadt des Kongos im Süden des Landes und dann in Bukavu. Durch ihre Augen das Land zu sehen ist ein Erlebnis, ein Abenteuer. Überall wohin wir kommen werden wir mit Gesängen und von lachenden Menschen empfangen. Und überall herrscht tiefe Armut. Im Waisenhaus in Bagira, in der Gemeinde Bizimana mit ihrem Seifenprojekt und auch in dem entfernt gelegenen Dorf Kilungutwe. Eine wunderschöne, ja traumhafte Landschaft, doch die Gegend ist noch immer von Unruhen geprägt. Auf den Bergen leben Hutu-Milizen aus Ruanda, die die Bevölkerung terrorisieren. Mit Vergewaltigungen, Brandschatzerei, Raub und Mord. Die Regierung in Kinshasa und auch die Truppen der Vereinten Nationen bringen die Situation nicht unter Kontrolle.

In Kilungutwe werden wir von der lutherischen Gemeinde rund eineinhalb Kilometer vor dem Dorf mit Gesängen empfangen. Gemeinsam mit ihnen laufen wir ins Dorf, zur Kirche, einem aus Baumstämmen und Strohdach gefertigten Unterschlupf. Gleich nebenan meckert eine Ziege. Und dort berichten nach dem Empfang und dem Gebet Frauen und Männer, Jugendliche, Lehrer und Schüler von dem Leben, dem Alltag, der Angst und ihrer Hoffnung. Sie tragen ihre Bitten vor, hoffen, dass man helfen kann. Es geht um Kleinigkeiten, kleine Beträge, die hier die Welt bedeuten. Und trotz der sehr schwierigen und nach wie vor unsicheren Situation, sind die Menschen voller Lebensfreude, was man als Besucher nur schwer zu verstehen vermag. Alleine die Tatsache, das wird immer wieder betont, dass man da ist, sich für sie und ihr Leben interessiert, zeigt ihnen, dass es Hoffnung gibt. Man sitzt da, hört die Beschreibungen der Gewalt, der Vergewaltigungen, des Alltags und ist tief betroffen und beschämt.

Schnipp-Schnapp Teil 2

Es geht weiter mit der Schnittfreudigkeit in Ruanda. Nicht nur männliche Sterilisierungen stehen an, nein, auch die Beschneidungen von männlichen Geschlechtsorganen soll ausgeweitet werden. Rund zwei Millionen Vorhäute sollen bis zum Jahr 2015 in Ruanda fallen. Und das im Kampf gegen HIV Infizierungen.

Doch das große Problem im Land ist die Aufklärungs- und Informationsarbeit, die geleistet werden muß. Noch glauben viele, dass eine Frau sexsüchtig werden könnte, wenn sie als ersten Mann einen beschnittenen erlebt. Das Weib, so der Glaube, würde dann untreu werden  und neige dazu sich zu prostituieren. Viele Männer wollen gerade dieses Risiko nicht bei ihren Frauen eingehen und besuchen nach der Beschneidung zuerst einmal eine Prostituierte, um die neue Manneskraft zu testen….also genau der falsche Weg im Kampf gegen Aids. Ein weiteres großes Problem ist die Auffassung, dass eine Beschneidung eine absolute Sicherheit gegen eine Infizierung bedeute.

Es steht also noch einiges an Arbeit für Behörden und nicht staatliche Organisationen (NGO) an.

Schnipp-Schnapp

Ich bin mal wieder in Ruanda und hier habe ich gleich einen schönen Artikel in der Zeitung gelesen. Das Problem des Landes ist ja, es ist zu klein und die Bevölkerung ist zu groß. Ruanda ist das am dichtesten besiedelte Land Afrikas mit fast 11 Millionen Einwohnern auf einer Fläche etwas größer als Rheinland-Pfalz. Die Bevölkerung ist jung, steht im Safte des Lebens und Familie zählt hier noch viel. Auch als Absicherung fürs Alter.
Nun versucht man in Ruanda das Problem der Überbevölkerung unter Kontrolle zu bringen. Eine Strategie, auf die gesetzt wird, ist die Sterilisierung von Männern. In den kommenden drei Jahren sollen rund 700.000 Männer eine Vasektomie bekommen….freiwillig, wie betont wird.

Die Männer, die sich für eine Sterilisierung entscheiden müssen zwischen 2000 – 7000 Ruandische Franc zahlen, also zwischen 2.50 und 8 Euro. Das hängt ganz vom Einkommen ab.

Die Nilquelle und Nürnberg

Grabstätte von Richard Kandt in NürnbergNicht weit von Albrecht Dürer entfernt findet man auf dem Johannisfriedhof das Grab von Richard Kandt, dem Entdecker der Nilquelle und dem Begründer der ruandischen Hauptstadt Kigali. Einer der bedeutendsten deutschen Afrikaforscher hat damit seine letzte Ruhestätte in Nürnberg gefunden. Ein Spaziergang über den Johannisfriedhof eröffnet einem wunderbare Geschichten und Geschichte.
Hier ein Audiobeitrag über das Leben und Wirken von Richard Kandt:

Richard Kandt     

Von München nach Kigali

Ruanda, so will es Präsident Paul Kagame, befindet sich auf dem Weg nach 2020. Weg ist wohl die falsche Bezeichnung, es ist eher eine Autobahn, auf der das Land dahinbraust. Zwar ist Ruanda nach wie vor ein Entwicklungsland im Herzen Afrikas, doch es gibt hehre Ziele schon in zehn Jahren ein Service und IT Hub auf dem Kontinent zu sein.

Gebaut wird überall. Hotels, Bürogebäude, Produktionsstätten. Kabel werden durchs ganze Land gezogen, ein neuer Flughafen ist in Planung. An Manpower und auch an Investitionen fehlt es nicht. Ruanda wird von Geberländern als Beispiel für ein afrikanisches Land gesehen, in dem die Dinge voran kommen. Alles wird von oben geleitet. Korruption ist gering, der Wille voran zu kommen enorm.

baustelleAuf einem der vielen Hügel Kigalis wird z.Zt. auf Hochtouren ein Konferenzzentrum mit angeschlossenem Fünfsterne Hotel gebaut. Dahinter steckt der Münchner Architekt Roland Dieterle und sein „Spacial Solutions“ Büro. Es ist ein Prestigeobjekt der besonderen Art. An- und eingepasst in die Geschichte, Kultur und Landschaft. Und es soll ein weiterer Schritt hin zum anvisierten Ziel des Umbaus und der Neuorientierung Ruandas sein. Die treibende Kraft ist auch dabei Präsident Paul Kagame, der mit harter Hand, aber auch mit seiner Vision 2020 regiert. Man kann gespannt sein, ob Kagame das alles realisieren kann und wohin der Weg Ruandas gehen wird.