Die Erde bebt in Kalifornien

Aldi Läden sehen weltweit gleich aus.

Aldi Läden sehen weltweit gleich aus.

Diesmal allerdings ist es nicht die San Andreas Spalte, die sich bemerkbar macht. Diesmal ist es der deutsche Discounter Aldi, der so einige in Kalifornien nervös macht. Hier spricht man bereits von einem Erdbeben, das sich in der Supermarktlandschaft einstellen wird. Vor allem der Einzelhandelsriese WalMart blickt nervös auf das, was da kommt. In Deutschland musste WalMart eine demütigende Niederlage einstecken, ungewohnt für das erfolgsverwöhnte Unternehmen. Nach nur wenigen Jahren zog sich WalMart mit einem drei Milliarden Euro Verlust aus dem deutschen Markt zurück. Man hatte die Bedingungen einfach falsch eingeschätzt und vor allem die Konkurrenz, allen voran Aldi, unterschätzt.

Kein Wunder also, dass die Ankündigung von Aldi, 45 Supermärkte im „Southland“, dem Süden des Bundesstaates zu eröffnen, wie eine Schockwelle aufgenommen wurde. Insgesamt unterhält Aldi bereits 1400 Läden in 32 Bundesstaaten. Das Billigkonzept scheint auch in den USA aufzugehen. Man setzt auf die eigenen Produktmarken und zieht im Vergleich zu den großen Supermärkten Safeway oder Vons in kleinere Ladenflächen. Anstelle der 10-15 verschiedenen Peanut Butter Gläser, gibt es bei Aldi eben nur zwei zur Auswahl.

Neben der Expansion von Aldi breitet sich auch die eigene Supermarkttocher „Trader Joe’s“ weiter aus. Derzeit erlebt der amerikanische Lebensmittelhandel einen dramatischen Wandel. Immer mehr Kunden verlangen nach billigeren, doch qualitativ hochwertigen Produkten. Und genau darauf zielen Aldi und auch Trader Joe’s ab. Das deutsche Albrecht Unternehmen macht sich breit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Ende der Expansionsgedanken oder ein Rückzug aus dem Markt kommt überhaupt nicht in Frage. Der Zuspruch der Kunden ist eine deutliche Sprache für Aldi und die Konkurrenz.

Das Ende des Supermarktes

Ein Regal voller Chipstüten. Dahinter eines mit den verschiedensten Colas. Im nächsten Gang übervolle Regale mit Müslis und Frühstücksflocken. So kennt man amerikanische Supermärkte aus Film und Fernsehen. Wer selbst schon einmal durch die USA gereist ist, weiß, wie überwältigend das Angebot in den Supermärkten sein kann.

Doch das wird sich bald ändern. Der klassische amerikanische Supermarkt stirbt aus. Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass die Supermarktkette „Safeway“ vor dem Verkauf steht. „Safeway“ ist die Nummer 2 im amerikanischen Lebensmittelhandel mit jährlich rund 36 Milliarden Dollar Umsatz. Der Firma geht es gut, doch man hat einen vorbeirauschenden Zug verpaßt. Die Amerikaner wollen nicht mehr in einem „Supermarkt“ vom Angebot erschlagen werden. Der Aldi Ableger „Trader Joe’s“ zieht seine Erfolgsbahnen durch die Staaten. Überall wo ein neuer Laden eröffnet wird, stehen die Kunden Schlange. „Whole Foods“ macht Riesengewinne mit Naturprodukten aus biologisch-ökologisch-politisch-korrektem Anbau und Fertigung. Selbst „WalMart“ ist von den Riesensupermärkten abgekommen und fokussiert mehr auf die kleinen Nachbarschaftsläden mit regionalen Angeboten.

All diese Supermärkte orientieren sich an lokalen und regionalen Gegebenheiten und Produkten. „Trader Joe’s“ bietet vor allem eigene, doch hochwertige Produkte an, die es nur in diesen Läden gibt. Der Service ist gut, die Beratung ausgezeichnet. Auch das fehlt bei „Safeway“, immer wieder wurde die Supermarktkette als warnendes Beispiel dafür angeführt, wie es in Fragen des Kundenservice nicht sein sollte. Das Angebot war verwirrend im Laden verteilt, die Regale zu hoch, die Mitarbeiter meist eher mundfaul. Vor einiger Zeit wollte man das ändern, führte grüne Produkte ein, senkte die Regale, machte Mitarbeiterschulungen….doch all das half nichts.

„Safeway“ wird schon bald Geschichte sein. Cerberus, eine Investitionsfirma aus New York, die zuvor schon die konkurrierende Supermarktkette „Albertsons“ übernommen hatte, will „Safeway“ kaufen. Auch der Marktführer „Kroger“ plant einige der „Safeway“ Märkte zu übernehmen. Zahlreiche der etwa 300 Läden werden geschlossen werden, vor allem in Texas, Colorado und Arizona. Hinzu kommen etliche Standorte in Kalifornien, an denen „Cerberus“ bereits Supermärkte unterhält, also genau bei mir um die Ecke, wo ein „Albertsons“ direkter Konkurrent des „Safeway“ Ladens ist. Auch schön…wobei, ich kaufe sowieso schon seit langem vor allem bei Trader Joe’s und Farmer Joe’s ein.