Panzer waren seine Liebe

Panzersammler im Silicon Valley     

Als ich von davon hörte, mußte ich es einfach selbst sehen. Ein Mann der Panzer sammelt. Und nein, er hatte nicht nur ein paar oder auch ein paar mehr da rumsgtehen. Jacques Littlefield hatte über die Jahre 280 Panzer gesammelt. Die größte Sammlung ihrer Art in privater Hand und das am Rande des Silicon Valleys, unweit der weltbekannten Stanford Universität in Portola Valley. Ein Grundstück mit Redwood Bäumen, Rehen, einer kleinen Zufahrtsstraße und eben Panzern.

Panzersammlung Jacques Littlefield

Panzersammlung Jacques Littlefield

Als ich Jacques Littelfield traf, stand vor mir ein kleiner Mann mit einer großen Vorliebe. Er hatte in seinem Berufsleben sehr viel Geld gemacht und einen Teil davon steckte er in sein ungewöhnliches „Hobby“. Auf seinem Grundstück, einem riesigen Anwesen, befanden sich etliche große, helle und penibel saubere Lagerhallen mit automatischen Garagentoren. Daneben eine Werkstatt, in der Panzer und andere Militärfahrzeuge von spezialisierten Mechanikern hergerichtet wurden. Denn Littlefield kaufte alte Schinken, die man irgendwo auf einem vergessenen Schlachtfeld, in einer Lagerhalle vor dem Abriss oder festgesteckt im Flußschlamm fand. Dann ließ er das Monstrum aus Stahl nach Kalifornien transportieren und stellte sie wieder soweit her, dass sie fahrbar waren. Genau, alle Panzer waren fahrtauglich. Mit ein paar kreuzten wir dann etwas um die Hallen.

Ach ja, habe ich schon die Eisenbahn erwähnt, die ebenfalls auf dem Gelände fuhr. Nein, keine Spielzeugeisenbahn Marke Fleischmann, Littlefield kaufte irgendwo eine richtige Dampfmaschine mit Wagon. „Warum nicht, mich interessierten Briefmarken nie“, meinte er ganz trocken zu mir. Und auch die fuhr auf eigens gelegten Gleisen in den Hügeln von Portola Valley.

Jacques Littlefield verstarb 2009 an Krebs, er war 59 Jahre alt. Lange überlegte man, was man mit seiner Riesensammlung anfangen sollte. Nun ist die Zukunft entschieden worden. 80 Panzer gehen an die Collings Foundation in Stow, Massachusetts, einem Militärmuseum. Die restlichen 200 Militärfahrzeuge werden Anfang Juli versteigert, um die Transportkosten an die Ostküste finanzieren zu können. Käufer aus aller Welt haben sich bereits angekündigt, denn Littlefield hat mit seiner Sammlung quasi die Panzergeschichte des 20. Jahrhunderts zusammen getragen. Aus aller Welt und aus allen Epochen kamen sie. Aus den früheren Ostblockstaaten, aus den USA, aus dem westlichen Europa, aus Südafrika und Israel. Aus allen Bodenkriegen des Jahrhunderts. Littlefield hatte sogar einen Transporter für SCUD Raketen in seiner Garage stehen. Wer kann das schon von sich sagen?

Mit der Auktion geht eine der wirklich einzigartigen Sammlungen verloren. Jacques Littlefield war ein außergewöhnlicher Sammler, ein stiller Zeitgenosse, der ganz und gar nicht das Rampenlicht genoß. Er fummelte lieber mit Schraubenzieher an seinen alten Tanks herum und freute sich wie ein kleines Kind, wenn er dann mit seiner jüngsten Eroberung über sein Grundstück knattern konnte. Mehr Infos zur Auktion gibt es hier.

Der obige Audiobeitrag gibt noch einen kleinen klanglichen Eindruck von der Sammlung.

 

Plattensammlerkönig

Wow…einfach nur wow!!! Ich habe eine ganz gute Plattensammlung über die Jahre zusammen getragen. Meine Sendungen „Radio Goethe“ und die „Country/Folk“ Show für die Lufthansa haben da zusätzlich noch einiges gebracht. Vor Jahren hatte ich mal ein Feature über den Soundsammler Gordon Skene produziert, der ein riesiges Archiv mit „Oral History“ Aufnahmen hatte. Eine phänomenale Sammlung an geschichtlichen Tönen, Reden, Ereignissen.

Und nun bin ich auf die Geschichte von Paul Mawhinney gestoßen, der die größte Plattensammlung der Welt besitzt. Rund eine Million Schallplatten und eineinhalb Millionen Singles. Ein Wahnsinn! Mawhinney ist heute 70, leidet an Diabetes und ist blind. Er würde gerne die Sammlung verkaufen, doch findet keinen Käufer, und das, obwohl rund 85 Prozent der Musik in seinem Archiv heute nicht mehr kommerziell erhältlich ist. In seiner Sammlung ist alles zu finden, von der ersten Schallplatte überhaupt zu raren und zum Teil nie veröffentlichten Sonderpressungen. Wie gerne würde ich mal in diesem Archiv stöbern…

Hier ein Filmchen über diesen Ausnahmesammler, dem Vinyl König aus Pittsburgh:

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Aus 45 mach 200.000.000

Rick Norsigian kaufte vor zehn Jahren bei einem „Garage Sale“, einem privaten Flohmarkt, eine Kiste mit Negativen auf Glasplatten. 45 Dollar zahlte er dafür. Norsigian ist Sammler und hoffte auf einen guten Fund.

Rick NorsigianZehn Jahre später sieht alles nach einem mehr als guten Fund aus. Was er da in der Kiste erwarb, sollen Originalnegative des berühmten kalifornischen Landschaftsphotographen Ansel Adams sein. Der geschätzte Wert: 200 Millionen Dollar.

Zwar erklärte Ansel Adams‘ Enkel, Matthew Adams, dass er nach wie vor Zweifel an diesem Fund habe, denn ihm sei nichts von diesen Bildern bekannt. Doch Rick Norsigian geht davon aus, dass die Negative jene sind, die eigentlich in einem Brand 1937 zerstört worden sein sollen. Der Sammler glaubt, dass die Kiste gerettet aber später nicht mehr registriert und archiviert wurde. Die Bilder wären dann die frühen Arbeiten von Ansel Adams, die er in den 20er Jahren angefertigt hatte.

Tod eines Panzersammlers

Ich lernte Jacques Littlefield vor ein paar Jahren kennen. Schon vorher hatte ich von dem ominösen Panzersammler südlich von San Francisco gehört und dachte nur, was ist das für ein Bekloppter, der Panzer sammelt. Doch Littlefield war alles andere als das. Angenehm, umgänglich, freundlich, zurückhaltend, reich und Technik begeistert, eben überhaupt kein Irrer. Auf seiner riesigen Ranch, nicht weit von der Stanford University entfernt, hatte er über die Jahre hinweg mehr als 200 Panzer aus aller Herren Länder zusammen gebracht. Das reichte von einem deutschen Panzer aus dem Ersten Weltkrieg bis hin zu einem russischen Modell der Saddam Hussein Armee. Und zuletzt liess er einen Panther aus dem Zweiten Weltkrieg zu sich nach Hause bringen, den die Wehrmacht auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee in einem Fluss versenkt hatte.

Jacques Littlefield tüftelte mit viel Liebe an diesen monströsen Fahrzeugen herum, bis sie wieder funktionsfähig waren. Also, fahrtauglich waren, denn die Schussanlage durfte nach nationalem und internationalem Recht nicht funktionieren. Er war der bedeutendste Privatsammler von Militärfahrzeugen in den USA. Auf seinem Anwesen fuhr auch eine Eisenbahn, die er mal so aus Spass erwarb.

Jacques Littlefield zeigte gerne seine Sammlung, schmiss auch mal hin und wieder einen Panzer an und dann fuhr man mit ihm eben auf seinem Gelände durch die Gegend. Das ganze war etwas surreal, aber ich muss gestehen, es war klasse. Heute erfuhr ich, dass Jacques Littlefield am vergangenen Mittwoch im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Deshalb, als kleine Erinnerung an ihn und seine aussergewöhnliche Sammlung, hier mein Radiobeitrag, den ich damals über ihn produziert hatte:

Jacques Littlefield