Sandy ist Demokratin

Mitt Romney würde ja gerne, aber irgendwie hört ihm gerade keiner so richtig zu. Amerika blickt auf die Ostküste, auf den Schaden, den eine stürmische Sandy angerichtet hat. Präsident Barack Obama macht seinen Job, koordiniert Not- und Soforthilfe, organisiert die Bundesbehörden und wirkt dabei ganz präsidial. Sogar politische Gegner, wie der lautstarke republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, preisen den Präsidenten für dessen Krisenmanagement. Christie, der Romney im Wahlkampf unterstützt, erklärte in mehreren Interviews, wie er noch spät nachts mit Obama am Telefon war, um über die Situation zu sprechen. Besser könnte es für den Wahlkämpfer Obama nicht laufen. Seit Samstag hat er sich mit offiziellen Veranstaltungen zurück gehalten, dafür traten Bill Clinton und Joe Biden auf und beackerten die Swing-States.

Sowieso hat sich Mitt Romneys jüngster Rückenwind in ein laues Lüftchen gewandelt. Sein neuester Flop ist ein Werbespot über die amerikanische Autoindustrie (siehe unten). Darin heißt es, Romney habe weitaus mehr für sie getan, als Barack Obama. Chrysler sei von Obama in den Bankrott geführt und danach an den italienischen Autobauer Fiat verkauft worden. Und der würde nun in China die neuen Jeeps bauen lassen. Obama habe also zur Auslagerung von Jobs beigetragen. Starker Tobak, der allerdings so nicht stimmt. Sowohl das Weiße Haus, wie auch die Führungsebene von Chrysler widersprechen diesen Anschuldigungen. Tatsache ist, Chrysler wird eine Produktionsstätte für Jeep in China bauen, allerdins sind das Wagen, die ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt sind. Chrysler erklärte weiter, dem Unternehmen gehe es wieder gut und man habe sogar mehr Jobs in den USA geschaffen als noch vor kurzem geplant.

Romney verbreitet dennoch weiter seine Lügengeschichte und versucht sich in den Swing-States als ernstzunehmender „Commander in Chief“ zu präsentieren. Obama hingegen hat derzeit leichtes Spiel, sich mit der stürmischen Sandy als der richtige Mann auf dem Chefsessel zu präsentieren.

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Barack, Mitt und die stürmische Sandy

Sandy     

Der Monstersturm Sandy braust über die Ostküste, haufenweise Reporter stehen knie- und hüfthoch im Wasser, um über das herannahende Grauen zu berichten und Mitt Romney wird am Dienstag präsidial in Ohio (!) eine „Fluthilfe“ Veranstaltung durchführen. Amerika steht Kopf „in the eye of the storm“. Sandy könnte die Wahl am kommenden Dienstag entscheiden, wenn die Bundesbehörden, allen voran die Katastrophenhilfe FEMA, erneut versagen würden, wie sie das 2005 nach Katrina in New Orleans taten.

Präsident Barack Obama hat erst einmal alle Wahlkampfveranstaltungen abgesagt, um sich auf seine Aufgabe als Präsident im Katastrophenfall zu konzentrieren. Vieles hängt davon ab, was nun in den nächsten Tagen geschieht, wie er reagiert, wie er mit den einzelnen Bundesstaaten zusammen arbeiten wird, deren Gouverneure zum Teil Republikaner sind, wie seine Behörden funktionieren. Dazu ein aktueller Audiobericht.

Ehrenwache trotz Sandy

Der Sturm peitscht die Regenwolken über Washington DC, weite Teile der amerikanischen Ostküste sind durch Sandy lahmgelegt. Die Haupstadt steht still. Nur die Ehrenwache am Grab des unbekannten Soldaten auf dem Arlington National Cemetery harrt der Dinge aus. Kein Sturm, kein Regen läßt die Soldaten abziehen. Seit 1948 gibt es diese andauernde Ehrenwache. In dem Grab haben die sterblichen Überreste nicht identifizierter amerikanischer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, dem Korea- und dem Vietnamkrieg ihre letzte Ruhe gefunden.