„What’s up, Charlie Brown?“

Heute vor 20 Jahren starb Charles Schulz, der Vater der Peanuts. Oft denke ich an ihn und meinen Besuch in seinem Büro in Santa Rosa, wenn ich auf dem 101 Richtung Wine Country fahre, direkt am Flughafen von Santa Rosa vorbei, der nun „Charles Schulz Airport“ heißt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere veröffentlichten 2600 Zeitungen in 75 Ländern seine Bildergeschichten.

Als ich ihn damals mehr als nervös und aufgeregt in seinem Büro traf, war ich noch ganz neu in meiner Position als freier Korrespondent in den USA. Ich war selbst überrascht, als es zu dem Treffen kam, denn zuvor hieß es von verschiedenen Seiten, der Peanuts Vater gebe nicht gerne Interviews. Charles Schulz war jedoch sehr freundlich, nett, nahm sich Zeit, zeigte mir nach dem Gespräch noch sein Studio, sein Archiv, wie er arbeitete. Für mich war das spannend, ihn zu treffen, denn mit den Peanuts bin ich aufgewachsen, lieh mir als Kind regelmäßig die Bücher mit den „Strips“ aus der Stadtbücherei Nürnberg aus.

Aus aktuellem Anlass hier das Interview im Original, um ihn, einen der größten, bedeutendsten, einflußreichsten und erfolgreichsten Comic Strip Zeichner aller Zeiten, einfach mal so zu hören, wie er war. 20 Jahre nach seinem Tod und 20 Jahre nach der letzten Veröffentlichung seiner Peanuts.

Charles Schulz im Interview     

Was dieses Land großartig macht

Puerto Rico, Florida und Texas wurden hart von Hurricanes getroffen und hier in Kalifornien lodern Dutzende von Bränden. Nur etwa 80 Kilometer von mir entfernt wälzen sich die Flammen durch das Wine Country von Sonoma und Napa. Der Rauch hat sich wie eine Nebeldecke über die Bay Area gelegt. Ich spreche mit Freunden und Bekannten in Sonoma, bekomme aus der Nähe mit, was passiert und bin dennoch auch beeindruckt von allem. weiter lesen

Na denn, Prost!

Fog Belt Brewery in Santa Rosa.

Fog Belt Brewery in Santa Rosa braut richtig leckeres Bier. Sehr empfehlenswert.

Kalifornien hat sich zu einem Bierparadies entwickelt. Die Plörre von Budweiser, Coors und Miller ist „out“, hier trinkt man immer mehr die Gerstensäfte der „Micro-Breweries“. 570 kleine Brauereien gibt es bereits, fast 300 weitere sollen demnächst eröffnet werden. Ein gutes Pils können sie hier zwar immer noch nicht brauen, aber das ist dann wohl mein persönlicher Geschmack und mein Problem.

Doch dem Brauereiboom in Kalifornien droht nun ein jähes Ende. Verantwortliche in den Kommunen und in der Hauptstadt Sacramento drehen den Brauern schlichtweg den Wasserhahn ab. Die Dürre im Bundesstaat verlangt Einsparungen querbeet durch alle Haushalte und Unternehmen, bei Farmen, Fabriken und eben auch Brauhäusern. Im Vergleich zu 2013 muß jeder 25 Prozent seines Wasserverbrauchs kürzen.

Für eine Gallone Bier (3,78 Liter) werden in der Regel sieben Gallonen Wasser benötigt. Einige Brauereien haben es schon geschafft, „nur“ noch fünf Gallonen Wasser zu benötigen, doch auch das reicht noch nicht. Etliche „Brewers“ sammeln ihr Abwasser, filtern dies und setzen es zum Reinigen ein. Alles gute Ansätze, doch am Ende erwartet die California Craft Brewers Association, falls sich nicht nicht bald die Lage in Kalifornien entspannt, eine Abwanderung einiger Brauhäuser in andere Bundesstaaten. Schon jetzt haben mehrere Biermacher angekündigt Zweigstellen außerhalb von Kalifornien aufzubauen. Zwar erklären sie, dass das nichts mit der Dürre, sondern vielmehr mit der Nachfrage zu tun hat, doch letztendlich wird es das Brauvolumen in Kalifornien entlasten können.

Die Folgen für den Staat Kalifornien könnten enorm sein. Allein die Mikro-Brauereien im Bundesstaat erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 6,5 Milliarden Dollar. Die mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Dürre sind also noch gar nicht abzusehen. Na denn, Prost!

Kein Reinheitsgebot im US Bier

Coors Light

Eine Dose eisgekühltes Coors Light.

Es überrascht ja nicht, aber nun ist es auch ganz offiziell. Die großen amerikanischen Biermarken „Bud“, „Miller“ und „Coors“ schütten neben Wasser, Hopfen und Malz noch so einiges in ihr bierähnlichen Getränke. Aufstoßen wird einem Biergenießer vor allem Mais und Reis. Kein Witz, beides wird mit in den Sudkessel geschmissen.

Auf Druck der sehr einflussreichen und vielgelesenen FoodBloggerin Vani Hari haben die Brauereien sich nun dazu entschlossen, die Zutaten zu veröffentlichen. Ein großes Geheimnis war es ja nie, dass hier drüben etwas gepanscht wird, aber nun ist eben der sprichwörtliche Sack Reis umgefallen, zwar nicht in China, dafür im Hof der Bierbrauer.

Aber nicht alle amerikanischen Brauerein bereiten so ihr Bier zu und nicht alle Amerikaner lieben die dünne Plörre der großen im Business. Es gibt viele „Micro Breweries“ im Land, die auf alte Brautraditionen und Qualität setzen. Und der Biergenuß in den USA nimmt zu. Jüngst erst habe ich das Bier von „Fogbelt Brewing“ probiert und es schmeckt hervorragend. Die Brauerei mit Schankraum findet man im nordkalifornischen Santa Rosa, nur eine Autostunde nördlich von San Francisco. Hinter „Fogbelt Brewing“ steckt Paul Hawley von der Hawley Winzer Familie in Sonoma County, und die machen für mich den besten Wein schlechthin. Deren Zinfandel ist ein himmlisches Gedicht.

Ach ja, beim Thema Bud, Miller und Coors fällt mir noch der bekannte Witz ein: „What does Bud (Miller/Coors) and Sex in a Canoe have in common? It’s f….. close to water“. In diesem Sinne, Prost.

10 Sekunden bis zum Tod

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem Polizisten des Sheriff Departments in Santa Rosa den 13jährigen Andy Lopez Cruz mit einer Waffe in der Hand sahen und den tödlichen Schüssen vergingen gerade mal 10 Sekunden. 16 weitere Sekunden bis die Beamten über Funk nach einer Ambulanz riefen. Das sind die ersten Ergebnisse einer Untersuchung. Sieben Kugeln trafen den Jungen, zwei davon waren tödlich.

Die Beamten gaben in einer ersten Vernehmung an, sie hätten den Verdächtigen mit einem Sturmgewehr gesichtet, ihn mehrfach aufgefordert die Waffe fallen zu lassen. Dann hätte sich die Person umgedreht und die Polizisten sahen sich bedroht und feuerten. Das alles in zehn Sekunden. Auch gaben sie an, nicht erkannt zu haben, dass der Verdächtige ein 13jähriger Junge und kein Mann war. Andy Lopez Cruz trug zur Tatzeit einen Kapuzenpulli. Wieder mal macht ein Kapuzenpulli Schlagzeilen in den USA. Man sollte die Dinger nicht mehr tragen, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man sich dann eine tödliche Kugel einfängt.

Erst als der Junge mit dem Spielzeuggewehr durchlöchert war, stellten die Polizisten fest, dass es sich bei der „Waffe“ um eine Spielzeugknarre handelte. Andy Lopez Cruz war auf dem Weg zu einem Freund.

In Santa Rosa und dem Sonoma County ist man schockiert. Schon im Jahr 2000 forderte die „U.S. Civil Rights Commission“ Sonoma County auf, zivile Untersuchungsausschüsse einzurichten, die Polizeigewalt untersuchten. Die Kommission reagierte nach acht (!) Fällen mit tödlichem Schußwaffengebrauch durch Polizisten in weniger als drei Jahren. Doch nichts geschah.

Cowboys und Indianer

Das harmlose Spiel, mit dem ich aufgewachsen bin, kann in den USA tödlich sein. Am Dienstag wurde im nordkalifornischen Santa Rosa der 13jährige Andy Lopez von zwei Beamten des Sheriff Departments erschossen. Der Junge wurde von den beiden Polizisten auf der Straße mit einem Gewehr in der Hand gesehen. Ein Gewehr, das sich später als Spielzeuggewehr eines Freundes von Andy Lopez heraus stellte.
Die Beamten riefen über Funk nach Verstärkung, stoppten den Jungen und forderten ihn auf, die Waffe fallen zu lassen. Kurz darauf fielen die tödlichen Schüsse.
Nun ermitteln die Behörden, was genau passierte. Zu keiner Zeit soll die Öffentlichkeit gefährdet gewesen sein, doch die Nerven lagen wohl bei den Besmten offen. Das Spielzeuggewehr war ein Model eines Sturmgewehrs.
Das Ende der Kindheit ist in den USA schon lange erreicht.

60 Jahre Peanuts – Interview mit Charles Schulz

Charles SchulzOk, ok, das Interview ist nicht mehr so aktuell, aber Charles Schulz ist auch schon über zehn Jahre tot. Kurz nachdem ich 1996 nach San Francisco kam, um hier als Korrespondent zu arbeiten, hatte ich die Möglichkeit, Charles Schulz in seinem Studio in Santa Rosa zu besuchen. Ich war selbst überrascht, als es zu dem Treffen kam, denn zuvor hieß es von verschiedenen Seiten, der Peanuts Vater gebe nicht gerne Interviews. Charles Schulz war jedoch sehr freundlich, nett, nahm sich Zeit, zeigte mir nach dem Gespräch noch sein Studio, sein Archiv, wie er arbeitete…

Aus aktuellem Anlass – 60 Jahre Peanuts – hier ist das Interview im Original, um ihn, einen der größten, bedeutendsten und erfolgreichsten Comic Strip Zeichner, einfach mal so zu hören, wie er war:

Charles Schulz 1997