El Niño schickt seine Vorboten

In Kalifornien hofft und bangt man. Ein Super El Niño ist im Anzug, der noch größer und gewaltiger als der im Winter 1997 sein soll. Überschwemmungen, Lawinen, Stromausfall, Verkehrschaos mit allem muß gerechnet werden.

Und es sieht danach aus, als ob diesmal El Niño wirklich kommt. Die Meerestemperatur ist um mehrere Grad Celsius angestiegen, Hurricanes tummeln sich zwischen Hawaii und dem Festland, viele Fische, Meerestiere und Algen, die normalerweise viel weiter südlich zu finden sind, tauchen auf einmal vor der Küste Nordkaliforniens auf. Das Wasser hier hat sich zu sehr erwärmt.

Am Strand von Oxnard, zwischen Santa Barbara und Los Angeles, wurden nun zwei hochgiftige Schlangen entdeckt, die Pelamis Platura oder „yellow-bellied sea snake“. Die südkalifornische Umweltorganisation „Heal The Bay“ hat Strandbesucher aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein und jede Sichtung zu melden. Man solle nicht versuchen, die Schlange anzufassen und sie nicht stören, jedoch Fotos und Videos von ihr machen und den genauen Ort an die Organisation weitergeben. Die Pelamis Platura kann bis zu einer Stunde an Land bleiben. Das von asiatischen Königscobras und australischen Tigerschlangen abstammende Reptil taucht normalerweise in Kalifornien nicht auf. Das warme Meerwasser hat sie jedoch auch diesmal, wie zuletzt in den 80er Jahren vor einem El Niño, hierher gebracht.