30 Meilen im offenen Meer

Kim Chambers hat es geschafft. Als erste Frau ist sie von den Farallon Islands vor der Küste San Franciscos bis zum Golden Gate geschwommen. Vor ihr schafften das nur vier Männer. Die rund 48 Kilometer hat die 38jährige in 17 Stunden und 12 Minuten bewältigt. Mit einem Boot ging es Freitagabend zu den Farallons, um 23:30 Uhr Ortszeit sprang sie dann in den Pazifik, nur mit einem Badeanzug bekleidet.

Kim Chambers auf dem Weg zum Golden Gate. Foto: AFP.

Kim Chambers auf dem Weg zum Golden Gate. Foto: AFP.

Die Strecke ist nicht ohne, denn zum einen kann das Wetter schnell umschlagen, zum anderen gibt es hier die größten weißen Haie der Welt, die bis zu sechs Meter groß werden. Chambers war schon kurz vor dem Aufgeben, denn sie konnte die Nahrung, die ihr das Begleitboot zuwarf nicht bei sich behalten. Doch schließlich sah sie die Golden Gate Brigde auftauchen und wußte, sie mußte und konnte durchhalten.

Kim Chambers ist eine Ausnahmeathletin, die vor wenigen Jahren vor einer Katastrophe stand. Nach einem Sturz meinten Ärzte, sie werde nie wieder laufen können. Sogar von einer Amputation war die Rede. Die damals 29jährige begann mit dem Schwimmen, um die Muskeln zu stärken und konnte nicht mehr aufhören. Sie ist eine von gerade mal sechs, und die dritte Frau, die die „Ocean’s Seven“ geschwommen ist, darunter die Straße von Gibraltar und die Straße von Molokai.

Ihr Freund Simon Dominguez mußte vor ein paar Wochen kurz vor dem Ziel aufgeben. Er wollte als erster von San Francisco zu den Farallon Islands schwimmen. Doch drei Meilen vor der Inselgruppe umkreiste ihn ein weißer Hai. Anscheinend wurde der von einer kleinen blutigen Wunde im Nacken von Dominguez angezogen.

du-du, du-Du, Du-Du…

Great White beim Wellenreiten…so ging doch in etwa die bekannte Melodie aus dem „Weissen Hai“. Es ist mal wieder so weit, die weissen Haie sind auf Partnersuche und treiben sich vor der Küste Kaliforniens rum. Der „National Park Service“ hat erneut die jährliche Warnung rausgegeben.  Das Rumgebalze im Salzwasser macht hungrig und die Jagd auf Seelöwen hat damit auch begonnen. Nur zu dumm, dass Haie immer mal wieder Surfbretter für leckerschmecker Seehunde halten.

Jedes Jahr werden Surfer und auch Schwimmer an bestimmten Stränden angegriffen. Gerade die Santa Barbara/Ventura  und die Point Reyes/Stinson Beach Gegenden sind beliebte Jagdreviere für die weissen Haie. Jeden Sommer kommt es in den Gegenden zur Schliessung ganzer Strände, wenn mal wieder ein Hai jemanden angegriffen oder angeknabbert hat. Das liegt an den vorliegenden Inselgruppen. Im Süden die Channel Islands, im Norden die Farallon Islands. Dort tummeln sich die „Great Whites“ vor allem rum. Und manchmal zieht es sie eben auch für einen Imbiss in die seichteren Gewässer Richtung Strand.