Der Trumpsche Sumpf wird immer tiefer

Es war eine Woche, die eigentlich für Donald Trump anders verlaufen sollte. Trump hatte die “Made in America”-Week ausgerufen, vor und im Weißen Haus wurden Produkte präsentiert, die in den USA hergestellt wurden. Doch damit beschäftigte sich so gut wie niemand. Die Russlandkrise, Trumps frontaler Angriff auf seinen Justizminister Jeff Sessions in einem Interview mit der New York Times und dann die Kündigung von Pressesprecher Sean Spicer am Freitag zeigten, für was “Made in America” in diesen Tagen steht: Chaos in der Führungsebene.

Wie es heißt, habe Sean Spicer seinen Job überraschend hingeschmissen weil ihm von Trump mit Anthony Scaramucci ein Kommunikationschef vorgesetzt wurde, mit dem er so gar nicht kann. In der Vergangenheit gerieten die beiden immer mal wieder aneinander. Auch habe Spicer darauf spekuliert, selbst den Job des Kommunikationschefs im Weißen Haus einzunehmen. Der Geschäftsmann Scaramucci hat jedoch das Vertrauen nicht nur von Donald Trump, sondern auch vom gesamt Trump Clan. Am Donnerstagabend habe man sich im engsten Kreis auf den Banker geeinigt. Damit will Trump endlich wieder die Hoheit über den Kommunikationsfluss im und aus dem Weißen Haus erlangen.

Pressesprecher Sean Spicer gibt nach einem halben Jahr auf. Foto: Reuters.

Sean Spicer als Pressesprecher war schon seit dem ersten Tag im Amt angezählt. Damals verlangte sein Boss, Präsident Donald Trump, dass er vor der Presse erklärt, die Besucherzahl bei der Amtsvereidigung von Trump sei die größte aller Zeiten gewesen. Auch wenn Bilder das Gegenteil belegten. Spicer machte sich zum Narren vor dem Pressecorps des Weißen Hauses.

Nun nach einem halben Jahr gibt Sean Spicer auf. Das Vertrauen von Trump hatte er schon lange nicht mehr, die Entscheidung des Präsidenten, den Banker Anthony Scaramucci zum neuen Kommunikationschef zu machen, war für den Pressesprecher endgültig das Zeichen zum Aufhören. An der Pressekonferenz nahm Spicer schon gar nicht mehr teil, Scaramucci selbst erklärte, er akzeptiere Spicers Entscheidung, „liebe ihn“ sogar dafür. Man kenne sich gut und die Vermutungen, dass beide sich spinnefeind seien, stimmten nicht.

Der 53jährige Anthony Scaramucci ist schon lange hinter den Kulissen aktiv im Politzirkus. Erst sammelte er für Barack Obama Gelder, dann überwarf er sich mit dem Demokraten, wechselte zu den Republikanern und unterstützte im Wahlkampf erst Scott Walker, dann Jeb Bush und schließlich Donald Trump. Der Präsident mag die direkte Art Scaramuccis und wollte ihn unbedingt für sein Team. Auch wenn der keine Vorerfahrungen in der Politik und in seinem Job als Kommunikationschef hat.

Die neue Pressesprecherin des Weißen Hauses wird ab sofort die bisherige Stellvertreterin von Sean Spicer, Sarah Huckabee Sanders sein. Die wird schon bald im Rampenlicht stehen, denn der Justizminister Jeff Sessions ist mehr als angezählt. Am Freitag wurde bekannt, dass er mehrmals mit dem russischen Botschafter auch über den Trump Wahlkampf gesprochen hatte, was er bislang verneinte.