Krieg der Anchormen

Schon seit Monaten gibt es einen erbitterten Krieg zwischen den Nachrichtenkanälen FOX News und MSNBC. Beide Seiten liefern sich keine Verschnaufpause. Vor allem der konservative Bill O’Reilly und sein liberaler Gegenüber Keith Olbermann behacken sich fast jeden Abend vor der Fernehnation.

Beschuldigungen fliegen hin und her. Olbermann erklärte jüngst, O’Reilly sei einer der „furchbarsten Personen auf der Welt“ und er würde O’Reilly noch nicht einmal dafür anheuern, um über eine übergelaufene Toilette zu berichten. Und der verschmähte Kloreporter liess sich nicht lumpen und griff am Dienstag die Muttergesellschaft von MSNBC, GE (General Electric) an. Bill O’Reilly zog ins Vorabendschlachtfeld mit der Behauptung, GE würde angeblich über eine Firma in Singapur Teile für Sprengfallen an den Iran liefern, die dann für Selbstmordanschläge auf amerikanische Soldaten genutzt werden. Das ganze sei eine hochgeheime Untersuchung und alles sei noch nicht bestätigt.

Eigentlich ist gar nichts bestätigt, vielmehr erklärte GE am Mittwoch in einer Presseerklärung, man handele nicht mit der Firma in Singapur und baue schon gar keine Teile für Sprengfallen. Die Behauptungen von Bill O’Reilly seien „bodenlos, unverschämt und bösartig“. Aber hier ist das Video von Bill O’Reilly, ein Stück Journalismus von dem Sender, der von sich selbst sagt „fair and balanced“ zu berichten.

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Der leere Blick von Kunduz

Hund auf dem Rollfeld in KunduzAfghanistan ist ein wunderschönes Land. Es wäre das Traumziel eines jeden Wanderers und Rucksacktouristen, wenn sich die Sicherheitslage nur ändern würde. Das, was ich aus dem sicheren gepanzerten Fahrzeug sehen konnte, beeindruckte mich zutiefst. Landstriche, die wie gemalt da lagen. Eine Kultur, die mir vollkommen unbekannt und fremd war, aber auch eine Armut, die kaum in Worte zu fassen ist.

Was mich jedoch am meisten berührte waren die Hunde am Flughafen von Kunduz. Ganz lethargisch lagen sie da, bewegten sich kaum, auch nicht, als die riesige und lautstarke Transall heranrollte. Einer humpelte davon, so, als ob ihm etwas in der Pfote steckte. Doch niemand kümmerte sich darum. Es war ein sehr, sehr trauriges Bild. Das Flughafengebäude, die zurück gelassenen und ausgeschlachteten sowjetischen Hubschrauber und Panzer. Eingestürzte Gebäude und dazwischen diese Vierbeiner, die nach etwas zum Fressen suchten oder zumindest darauf hofften. Als ich da so am Rande des Rollfeldes stand und auf mein Flugzeug wartete, das an diesem Montag nicht kommen sollte, dachte ich mir, warum wird den Hunden, den Tieren hier in dieser Region nicht geholfen. 100 Milliarden Dollar wurden bereits für den Wiederaufbau in den Norden Afghanistans gepumpt. Die Hälfte davon, so heisst es, versickerte irgendwo. Nach wie vor sind weit über eine Million Menschen in dieser Gegend von Nahrungsmittelhilfen abhängig. Korruption ist überall anzutreffen. So verdient ein Polizist schlappe 70 Dollar im Monat. Eupol zahlt der Grenzpolizei für 30 Matratzen, Decken und Kissen sage und schreibe 1050 Dollar. Wo ist da die Relation?

BW-Warnung vor HundenMan bräuchte nicht viel Geld, um etwas für die Tiere im Land zu tun. Halten Sie mich für verrückt, aber ich glaube daran, dass man hier einfach und direkt helfen könnte. Es kann nicht angehen, dass streunende Hunde die Reste von Selbstmordattentätern verspeisen, weil sie sonst nichts zu fressen haben. Es ist ein brutaler Alltag hier zu leben. Ja, ich habe selber einen Hund und ja, ich weiss, in Ländern wie Afghanistan werden Tiere ganz anders behandelt und gesehen, als in unseren Regionen. Aber ist das ein Grund wegzuschauen?