Volltreffer durch die Stirn

Die einen werten es als Skandal. Die anderen meinen, das sei ein ganz normales Training. Was war passiert? Auf dem Schießstand der Polizeibehörde von North Miami haben Scharfschützen seit über zehn Jahren den sicheren Schuß geübt. Dazu wurden ihnen kleine Bilder präsentiert und anschließend mußten sie durchs Zielfernrohr den „Verdächtigen“ auf einem weiteren Bild aus sicherer Entfernung treffen. Bumm. Direkt durch die Stirn.

Fahndungsfotos als Zielscheiben freigegeben.

Fahndungsfotos als Zielscheiben freigegeben.

Einziges Problem bei dieser Übung. Die Fotos waren Fahndungsfotos von Gesuchten, die zum Teil bereits Haftstrafen abgesessen hatten oder noch einsitzen. Mehr durch Zufall kam diese Praktik nun raus, als eine Soldatin der Nationalgarde Floridas auf dem selben Schießstand im Dezember das Bild ihres Bruders fand. Einen Afro-Amerikaner. Mit durchschossener Stirn. Der Bruder war vor 15 Jahren verhaftet worden.

Sergeant Valerie Deant beschwerte sich und schaltete die lokalen Medien ein, die gleich über die Story berichteten, denn sie witterten einen neuen Skandal. Schießübungen auf Fahndungsfotos verhafteter Schwarzer. Der Polizeipräsident von North Miami, J. Scott Dennis, stoppte umgehend die Ballerei auf Polizeifotos und wies seine Behörde an, in Zukunft offizielle Zielscheiben zu erwerben. Doch gleichzeitig erklärte er, niemand habe auf dem Schießstand einen Fehler gemacht, niemand würde zur Rechenschaft gezogen werden. Dennis verwies darauf, dass die Zielscheiben durchaus auch Weiße und Latinos zeigten. Was die Sache nicht gerade besser macht, auch wenn es offiziell wohl keinen rassistischen Hintergrund gibt. Dennoch muß man der Polizei in North Miami zumindest das gewisse Feingefühl in der Ausbildung und Schulung ihrer Beamten vorwerfen.

Kaliforniens Demokraten haben ihren Skandal

Dem kalifornischen Senator Leland Yee droht eine längere Haftstrafe. Yee ist nicht irgendein Politiker in Kalifornien. Er sollte und wollte „Secretary of State“ werden, quasi der kalifornische Außenminister. Eine wichtige Position im „Golden State“. Doch damit ist es nun vorbei. Am Dienstag durchsuchten FBI Agenten seine Büros in Sacramento und San Francisco, sein Haus im Sunset Distrikt von San Francisco und andere Örtlichkeiten, verhafteten neben Leland Yee auch 25 weitere Verdächtige. Vorgeworfen wird dem einflußreichen Demokraten und anderen in diesem kriminellen Zirkel eine Latte an Straftaten, die von Waffenschmuggel, Korruption, bis Auftragsmord und Drogenhandel reichen. Mit verdächtigt werden Mitglieder eines chinesischen Syndikats, das von Chinatown in San Francisco aus enge Kontakte nach Asien unterhielt. Seit den 80er Jahren versuchte das FBI dieses Syndikat zu knacken.

Leland Yee wird vor allem durch direkte Treffen mit Undercover Agenten belastet. Ihnen soll der Senator im Gegenzug für Wahlkampfspenden Maschinengewehre und Raketenwerfer angeboten haben. Die 137 Seiten umfassende Anklageschrift liest sich wie das Drehbuch eines Hollywoodstreifens. Enge Verquickung zwischen Politik und internationalen kriminellen Vereinigungen, die bis nach Asien und Russland reichen. Ein korrupter Senator, der Waffen liefern will, doch in der Öffentlichkeit dafür bekannt ist, strengere Waffengesetze durchgesetzt zu haben. Dazu Undercover Agenten, die jahrelang verdeckt ermittelten. Und dann kam der laute Schlußpunkt in dieser Saga mit einem verdutzten Leland Yee vor den Fernsehkameras, der so gar nicht verstehen wollte, was da gerade passierte.

Die demokratischen Führungen im Abgeordnetenhaus und Senat in Sacramento zeigten sich geschockt von diesen Anschuldigungen und forderten Lee umgehend auf, seine Ämter niederzulegen. Yee ist derzeit auf Kaution im Freien. 500.000 Dollar und seinen Reisepass mußte er bei Gericht hinterlegen. Im Strudel der Ermittlungen droht den Demokraten weiterer Schaden. Und dieses Jahr ist ein Wahljahr in Kalifornien.

Der Pleiten, Pech und Pannen Präsident

Obamas Krisen     

Obamas Reformkreuzer ist auf Grund gelaufen. Eigentlich hätte in der zweiten Amtszeit so viel passieren sollen, doch dann kam alles anders. Barack Obama ist derzeit dabei, den Flächenbrand in seiner Administration zu löschen. An etlichen Stellen brennt es und die oppositionellen Republikaner sind aufgrund der Schwächen des strahlenden Wahlsiegers wieder erstarkt. Sogar die zerstrittenen Tea-Party Gruppen finden wieder einen gemeinsamen Nenner: Obama. Sie greifen nun genüßlich an und zerlegen vor den verwunderten Augen der amerikanischen Bevölkerung, wie Obama sich derzeit um Kopf und Kragen redet.

Dazu ein aktueller Audiobeitrag.

Weiner’s Wiener Wienereien

Anthony Weiner sollte eigentlich Bürgermeister von New York City werden. So zumindest stellte sich das die Elite der Demokraten in den USA vor. Der Kongressabgeordnete war beliebt, hatte Charme und sah auch noch ganz passabel aus. Doch nun stolperte Weiner (wird wie das Wienerle ausgesprochen und ist im Amerikanischen auch noch eine Umschreibung für das bestimmte männliche Teil) über sein „Unterhosengate“.

Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass „irgendjemand“ Unterhosenbilder mit einem Mann darin an eine junge Frau in Seattle geschickt hatte…und das vom Twitter Account Anthony Weiners. Der Politiker stritt vehement ab, dass er der Spargeltarzan im Höschen war und ließ sogar eine Untersuchung über mögliche Sabotageakte anlaufen. Doch nun ist Schluß mit lustig. Am Montag mußte Weiner nun eingestehen, dass er selber die Bilder verschickt hat. Und nicht nur das, in den vergangenen Jahren hatte er über Twitter, facebook und Email einige eindeutige Photos an weibliche Empfänger versendet.

Die Demokraten sind entsetzt. Nicht nur, dass sie anfangs noch zu ihm standen und nun wie ein begossener Deppenhaufen dastehen, der Wahlkampf 2012 hat bereits begonnen. Die Republikaner stürzen sich wie ein Haufen Moralapostel auf diesen schlüpfrigen Skandal. Sie kosten ihn aus, auf FOXNews werden die „speziellen“ Bilder mit Jugendwarnung und Balken gezeigt, die konservativen Radio Moderatoren berichten gekonnt anzüglich und unterhaltsam über Weiner’s Wiener.

Die eigenen Parteikollegen von Anthony Weiner haben ihn nun im Regen stehen lassen und fordern ihn unmißverständlich dazu auf, seinen Rücktritt einzureichen. Denn auf den Kongressabgeordneten kommen nun größere legale Probleme zu. Auch das Abgeordnetenhaus wird sich mit der Causa Weiner ausführlich beschäftigen. Der Übeltäter selbst erklärt, er werde nicht zurücktreten. Für ihn ist die Affäre mit einer Entschuldigung vom Tisch…doch darauf kann er in den USA lange warten. Der Wahlkampf wird nun auf Unterhosenniveau geführt.

Hat Obama eine Affäre gehabt?

Vera BakerPräsident Barack Obama hat derzeit genug Ärger am Hals. Wirtschaftskrise, Reform des Finanzsystems, Immigrationsgesetze, ein riesiger Ölteppich…und nun auch noch das. 2008 schon gab es das Gerücht, dass der damalige Senator Barack Obama eine Affäre mit einer Vertrauten gehabt haben soll. Der National Enquirer suchte und suchte, doch konnte niemanden finden. Nun wurde jedoch bekannt, dass diese Vertraute die aus San Francisco stammende Vera Baker sein soll. Baker hatte 2004 im Wahlkampfteam des damaligen demokratischen Senatskandidaten gearbeitet. Obama soll zu der Zeit mit Vera Baker intime Treffen in einem Washingtoner Hotel gehabt haben, so die Vorwürfe. Ein Limousinen Fahrer hatte damals die Klatschzeitung benachrichtigt.

Angeblich gibt es von dem Treffen sogar Videoaufnahmen einer Überwachungskamera. Die werden nun sowohl von der Regenbogenpresse wie auch vom politischen Gegner gesucht. Konservative Kreise in den USA sollen bereits eine Million Dollar für aussagekräftige Zeugen des Techtelmechtels geboten haben. Unterdessen hat sich auch die 35jährige Vera Baker zu Wort gemeldet und erklärt, zwischen ihr und Barack Obama sei nichts passiert. Doch einige Demokraten fürchten bereits einen neuen Fall Bill Clinton.