Bayern München goes university

Vince Gennaro von der Columbia University und Rudolf Vidal vom FC Bayern München US freuen sich über die neue Partnerschaft. Foto: FC Bayern München.

Vince Gennaro von der Columbia University (links) und Rudolf Vidal vom USA Büro des FC Bayern München freuen sich über die neue Partnerschaft. Foto: FC Bayern München.

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Bayern München ist nicht gerade mein Lieblingsthema, schon gar nicht mein Lieblingsverein. Aber es muß wohl sein. Bayern München und die Eliteschmiede Columbia University haben eine Partnerschaft geschlossen. Diese Nachricht kommt nicht gerade aus dem Nichts, denn Trainer Pep Guardiola war in seiner New Yorker Auszeit zwischen dem FC Barcelona und dem FC Bayern München an der Uni eingeschrieben.

Es geht nun um die Lehrinhalte im Sports Management Master of Science Programm. Bayern ist fortan der einzige und exklusive europäische Verein für die Universität. Lehrinhalte, Gastvorträge und Fallbeispiele werden von den Münchern geliefert. Der deutsche Rekordmeister erklärte in einer Stellungnahme, die auch von der deutschen Botschaft in Washington DC verbreitet wurde, dass die Studenten Einblick bekämen in „one of the most successful and celebrated sports brands in the world.“ Das ist Bayern München, wie man sie kennt.

Der deutsche Fußballmeister investiert derzeit massiv in den USA. Nach Asien ist nun Nordamerika dran, ein Büro in New York wurde bereits eröffnet, Kontakte ausgebaut, um die bekannte Marke Bayern München noch sichtbarer zu machen. Schon seit den 70er Jahren, seit den Zeiten von Franz Beckenbauer und Gerd Müller sind die Bayern der bekannteste deutsche Verein in Übersee. Jüngst kam auch noch eine Partnerschaft mit dem Goethe-Institut hinzu, damit erhoffen sich die Rot-Weißen einen guten Zugang zu Fußball interessierten High School Schülern.

Neben den Bayern sind auch die Borussen aus Dortmund in den USA aktiv. Fanclubs und eine extra eingerichtete Merchandise Abteilung belegen ein Interesse am BVB. Und auch ein FCN Fanclub existiert in den USA, der allerdings derzeit etwas unter mangelndem Interesse leidet. Man hoffe auf mehr Zuspruch, heißt es von Fanclubverantwortlichen, doch die zweite Liga zieht nicht gerade so bei den Soccer Fans in den USA.

World Cup Twitter

twittergaffeDer eine twittert ein Bildchen mit Angela Merkel im Arm. Die anderen reduzieren ein Land auf ein Tier, das es in dem Land gar nicht gibt. Ein Siegertweet und eines, das nach hinten los ging. Podolski strahlt mit einer Bundeskanzlerin im Arm und Delta Airlines gratuliert dem US Nationalteam zum Sieg gegen Ghana. Eigentlich eine nette Geste der Fluggesellschaft, die auch zeigt, welche Beachtung mittlerweile Fußball in den USA findet.

Doch die „Social Media“ Experten der Airline hatten den harmlosen Satz „Congrats team #USA! Nice goal @clint_dempsey @soundersfc! #USAvGHA #USMNT #DeltaSEA.“ mit zwei Bildern unterlegt. Eines mit der Freiheitsstatue beim Sonnenaufgang. Ein anderes mit einer Giraffe beim Sonnenuntergang.

„Lady Liberty“ steht klar für das US Team. Die Giraffe soll dann wohl für das Verliererteam aus Ghana stehen. Klar, was fällt einem auch sofort ein, wenn man an Ghana denkt? Giraffen. Natürlich war das ein Schuß in den Ofen, der Aufschrei kam gleich und heftig. Da muß doch Rassismus im Spiel gewesen sein, hagelte es von allen Seiten, wenn man ein ganzes Land auf ein Tier reduziert. Und dazu noch eines, das es in Ghana gar nicht gibt. Auf Twitter wird bereits von #giraffegate“ gesprochen.

Delta Airlines löschte nach dem ersten „Shitstorm“ kurzerhand das Tweet und entschuldigte sich für diese etwas fehlgeschlagene Unternehmenskommunikation. Delta wollte die Gunst der Stunde nutzen, um das neue Drehkreuz in Seattle/Tacoma zu bewerben. Tja, etwas fehlgeschlagen dieser Schnellschuß.

Soccer Fieber in den USA

Die deutsche Botschaft organisiert ein "Public Viewing".

Die deutsche Botschaft organisiert ein „Public Viewing“.

Amerika entwickelt sich zur „Soccer Nation“. American Football, Basketball und Baseball liegen zwar noch weit vorne, doch so langsam fängt man auch hier an, das „beautiful game“ zu lieben. Überall wird über die WM berichtet, in den Kneipen laufen die Spiele und es gibt sogar „Public Viewing“ auf Großleinwänden. Die übertragenden Networks erreichen Bestzahlen für die Spiele aus Brasilien. Das Interesse ist riesig, die Zeitungen und Online Angebote sind voll mit News von der WM und man merkt, die USA sind kein Fußballentwicklungsland mehr. 1994 zur Weltmeisterschaft in den USA war ich in San Francisco. Damals war gleich klar, wer Fußball schaut ist nicht von hier. Das hat sich grundlegend geändert.

"Public Viewing" in San Francisco

„Public Viewing“ in San Francisco

In Washington DC organisiert die deutsche Botschaft so ein Event am zentralen Dupont Circle. In San Francisco parkt der Deutsche Jens-Peter Jungclaussen seinen umgebauten Schulbus aus den 60er Jahren direkt vor dem Rathaus, um hier ausgewählte Spiele zu zeigen. Wie schon 2010 erwartet er mehrere tausend Fans zu den ausgewählten Spielen. 2006 begann Jungclausen mit dem „Public Viewing“ im Dolores Park von San Francisco und brachte 10.000 Menschen zu einer Fußballparty zusammen.

Fußball ist kein unbekannter Sport mehr in den USA. Gerade, wenn es auf die internationale Bühne geht und Top Soccer gespielt wird, ist die Begeisterung groß. Dann merkt man, dass Amerika ein Einwanderungsland ist, ein „melting pot“, in dem die Kulturen zusammen kommen und gemeinsam feiern. Das Spiel USA gegen Deutschland werde ich mir wohl in der „Speisekammer“ ansehen, einem deutschen Restaurant in Alameda, wenn ich denn reinkomme, denn bei der letzten WM war die Bude rappelvoll. So viele Deutsche in Trikots habe ich selten gesehen. Dazu „German Beer“ vom Fass. Partystimmung ist angesagt.

Deutschland wird Weltmeister

2:0 heißt es am Ende des Finales Deutschland gegen Brasilien. Und das alles nur, weil Homer Simpson nicht käuflich ist. Durch Zufall wird er von der korrupten Fifa ausgewählt, um bei der WM 2014 in Brasilien einige Fußballspiele als Schiedsrichter zu leiten. Immer versuchen ihn etliche Dunkelmänner zu bestechen. Es gibt sogar eine „Bribe Cam“, in Anlehnung an die „Kiss Cam“ in Basketball Hallen, bei der Küssende auf die Großleinwand übertragen werden. Doch Homer ist der Held von Tochter Lisa Simpson und bleibt standhaft. Eine Million Dollar werden ihm für einen anderen Ausgang im Finale geboten, aber auch da bleibt sich Homer treu.

So die Kurzfassung der jüngsten Ausgabe der Simpsons, Amerikas älteste Cartoonfamilie. Seit 25 Jahren treiben die Simpsons ihr Unwesen auf FOX, nun also geht es um den Fußball. Wahrscheinlich gibt es da einen Hintergedanken, denn 2018 und 2022 hat FOX die Übertragungsrechte für die Weltmeisterschaften erworben. Man bereitet also schon mal die Zuschauer auf dieses neue sportliche Großereignis im Tages- und Abendprogramm vor.

Zahltag für David Beckham

Das wird teuer. David Beckham dachte wahrscheinlich schon an das bevorstehende Match seiner Los Angeles Galaxy gegen die New York Red Bulls (Endstand 1:1), da krachte es auch schon. Beckham war am Freitag auf dem 405 Freeway in LA mit seinem Cadillac einem 40jährigen Mann drauf gefahren. Das ganze ereignete sich im Morgenverkehr, von daher kann man davon ausgehen, dass die Autobahn eher einem Parkplatz glich. Doch der Fahrer des Mitsubishis erklärte den herbeigerufenen Highway Patrol Officers, dass er starke Schmerzen im Nackenbereich habe. Eine Ambulanz nahm den Mann dann mit ins Krankenhaus, “reine Vorsichtsmaßnahme”.
Natürlich hatte der Auffahrunfall von Beckham schon die Runde gemacht, Vorbeifahrende erkannten den Soccer Star und riefen gleich bei diversen Radio- und Fernsehsendern an. Der 40jährige Mitsubishi Fahrer konnte sich mit Sicherheit den besten Anwalt in der Notaufnahme des Krankenhauses auswählen, denn die standen schon Schlange für den neuen Klienten. Die Rechnng heisst: Beckham und Nackenschmerzen = Zahltag!

Fußballmania in den USA

So langsam kommt man auch in den USA auf den Geschmack. Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist die fünfte WM, die ich aus den USA miterlebe und seit 1994 hat sich wahrlich viel verändert. Das größte Sportereignis der Welt wird auch hier registriert, und nicht nur das, alle Spiele werden im Fernsehen übertragen. Die Kommentatoren kennen diesmal auch die Regeln, Zusammenhänge, Spieler und Hintergründe und vergleichen nicht mehr alles mit American Football. In den Läden und Restaurants kann man Leuten zuhören, die über die Spiele des Tages diskutieren. In Cafes, Bars und auch an öffentlichen Plätzen treffen sich „Soccer“ Fans zum gemeinsamen Schauen. In der Stadt sieht man die verschiedensten Trikots. Amerika „gets it finally“.World Cup

Zum Teil werden die Spiele ja morgens live um halb fünf übertragen. Doch auch schon da sind etliche Bars gut besucht. Ein Bierchen zum Frühstück, um das eigene Team in stimmungsvoller Umgebung zu bejubeln. Der „World Cup“ macht Fussball hier noch bekannter, helfen wird es der MLS, der Major League Soccer, wenig, denn die ist ein totaler Krampf. Die Spiele der MLS laufen ja sogar zur Zeit parallel zu den Ereignissen in Südafrika…was ist das denn?

Doch alle Fernseh- und Radiostationen, die Tageszeitungen und Online News Dienste berichten ausführlich von dem, was sich am Kap der Guten Hoffnung so tut.

Fussball vereint

Der DFB ist hier in Ruanda sehr aktiv. Die Trainer- und Schiedsrichterausbildung steht vornan, dazu demnächst mehr in der Nürnberger Zeitung.

ruanda5Auf dem Weg nach Kibuye am Kivu See, direkt an der Grenze zum Kongo, spielten immer wieder Jungs Fussball. Um ein paar Töne für ein Radiofeature über das Engagement des DFB zu sammeln, hielt ich an. Doch aus den Aufnahmen wurde nicht viel, zu seltsam oder ungewöhnlich war es wohl, dass da ein Weisser mit Aufnahmegerät am Rand stand und zusah. Also pölten wir einfach ein bisschen mit dem selbstgebastelten Fussball, den man richtig gut kicken konnte. Doch dabei ging mir fast die Luft aus, denn Ruanda liegt ziemlich hoch und dieser Fussballplatz lag auch noch auf einem Berg. Aber es ging für eine Weile und machte auch richtig Spass. Fussball vereint eben.

Aber hier auf dem offenen Land sieht man auch die Unterschiede zur Stadtbevölkerung. Die Kinder hatten mehr abgetragene, zu grosse und verdreckte Sachen an, spielten barfuss auf einem sehr holprigen und zum Teil steinigen Platz. Was man in Kigali nicht so sehr sieht, wurde hier ganz klar, Ruanda ist ein sehr armes Land.