Der Tag gegen die Genitalverstümmelung

Mit Dornen werden die Wunden verschlossen. Foto: Peltner.

Heute, am 6. Februar ist der Internationale Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Rund 230 Millionen Frauen sind weltweit von dieser brutalen Praxis betroffen. Noch immer werden in vielen afrikanischen Ländern junge Mädchen „beschnitten“.

Im vergangenen Sommer reiste ich nach Somaliland, um mit betroffenen Frauen zu sprechen, aber auch Frauen zu treffen, die sich organisieren, die etwas gegen diese alte traditionelle und brutale Praxis unternehmen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn die „Beschneidung“ ist tief verwurzelt in der somalischen Kultur. Hinzu kommt, dass viele Menschen – auch im Westen – noch immer meinen, dass die Genitalverstümmelung im Koran vorgeschrieben ist. Doch das stimmt nicht. Die Frauen, die ich in Somaliland traf, versuchen gemeinsam mit religiösen und traditionellen Führern gegen den Irrglauben und die Tradition anzukämpfen. In den Städten, in den Dörfern und in den nomadischen Gemeinden auf dem Land.

Heute wird auf dem Schweizer Rundfunk das Feature „Eine mörderische Praxis“ als Teil einer Sendung gegen die Genitalverstümmelung an diesem Internationalen Tag gegen FGM ausgestrahlt. Das Feature kann man hier hören:

      Eine mörderische Praxis

 

Von einer Wüste in die andere

Eine weitere Reise steht an. Eine, der etwas anderen Art. „Black Rock City“ ist das Ziel, eine Woche lang, die drittgrößte Stadt im Bundesstaat Nevada. Von hier in Oakland sind es ein paar Stunden bis Reno, dann geht es noch ein Stückcken weiter auf dem Interstate 80, bis zum Highway 447 Richtung Gerlach. Durch Indianergebiet auf einem endlos langen Highway. Das Ziel ist das „Burning Man“ Festival, alljährlich findet es in der Woche vor dem Labor-Day statt.

Gerade habe ich die nächste Radio Goethe Sendung produziert, den passenden Soundtrack für die Playa. Deutscher Elektrosound, harte, treibende Beats. Etwas für die Anreise. Das letzte Mal war ich 2013 bei diesem einzigartigen Festival, 2014 und 2015 klappte es nicht mit den Tickets. Die Nachfrage ist mittlerweile so groß, die 60.000 Karten sind innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Pressetickets gibt es sowieso nicht, auch, wenn ich Jahr für Jahr über „Burning Man“ berichtete. Aber dieses Jahr bin ich wieder dabei, auch wieder zum Berichten. Zumindest einmal noch will ich es sehen.

Es ist schwer in Worte zu fassen, was einen immer wieder in den Staub, die Hitze, auf die Playa zieht. Für einige ist es die konstante Rave-Party. Man findet dort gigantische Soundanlagen, Weltklasse DJs, die unterm Sternenhimmel ihren Klangmix auflegen. Dazu diese schrille Mischung aus Love-Parade und apokalyptischen Mad Max Filmszenen, Themencamps, Freiheiten und ein Community-Gedanke, den man nirgends sonst in den USA findet. Und es ist ein Stück Gegenkultur, Amerika präsentiert sich auf diesem ausgetrockneten Seebett ganz anders. Was mich jedoch immer wieder dorthin zieht, sind die eigenwilligen Kunstprojekte, die manchmal über Nacht aus dem Playaboden zu wachsen scheinen. Mir sagte mal jemand, „Burning Man“ ist die größte Galerie der Welt, hier könne man als Künstler fast alles realisieren. Der Fantasie sind in dieser Woche wahrlich keine Grenzen gesetzt.

In der kommenden Woche geht es los, ein krasser Gegensatz zu meiner aktuellen Arbeit über die weibliche Genitalbeschneidung in Somaliland. Von einer Wüste in die andere. Von einer Kultur in die andere. Von einem Extrem zum anderen. Aber ich bin mir sicher, ich werde da draußen ein paar ruhige Momente finden, um mal in mich zu gehen. Auch das ist „Burning Man“, die Seelen-Tankstelle im gestressten Alltag.

Ein Land voller Schmerzen

Drei Buchstaben sind es: FGM. Sie stehen für „Female Genital Mutilation“, übersetzt wird das fälschlicherweise oftmals mit weiblicher Beschneidung. Doch das trifft es nicht, ganz und gar nicht. Wenn man von Beschneidung spricht, denkt man an die Beschneidung eines Jungen, wie es bei Juden, Muslimen und auch in den USA ganz normal ist. Die Vorhaut wird dabei abgetrennt, ein kleiner chirurgischer Eingriff. „Female Genital Mutilation“ ist dagegen Genitalverstümmelung. Zumeist Mädchen im Alter zwischen 5-10 Jahren werden dabei ein Leben lang gezeichnet.

Dabei werden vier Typen unterschieden, Typ I ist die Entfernung der Klitoris, Typ II die Entfernung der Klitoris und der Schamlippen. Typ IV alles was nicht unter I, II oder III fällt. Die schlimmste Methode ist die Infibulation nach Typ III, oder auch „pharaonische Beschneidung“ genannt. Und die ist am weitesten verbreitet am Horn von Afrika.„Die Beine des Mädchens werden von der Hüfte bis zu den Knöcheln für bis zu 40 Tage zusammengebunden, damit die Wunde heilen kann. Die Haut über der Vaginalöffnung und dem Ausgang der Harnröhre wächst zusammen und verschließt den Scheidenvorhof. Lediglich eine kleine Öffnung für den Austritt des Urins, des Menstruationsbluts und der Vaginalsekrete wird geschaffen, indem ein dünner Zweig oder Steinsalz in die Wunde eingefügt wird. Durch diese Behinderung kommt es zu zusätzlichen Schmerzen und Infektionsrisiken. Weitere gesundheitliche Risiken und Komplikationen ergeben sich dadurch, dass die Vulva wieder aufgeschnitten werden muss, um Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Gelingt dem Mann die Öffnung der Vagina durch Penetration nicht, muss die infibulierte Vaginalöffnung mit einem scharfen Gegenstand erweitert werden. Zur Entbindung ist oft eine zusätzliche weiter reichende Defibulation notwendig. Manchmal wird an unbeschnittenen schwangeren Frauen vor der Entbindung eine Infibulation durchgeführt, weil geglaubt wird, dass Berührung mit der Klitoris zu Fehlgeburten führt. In manchen Gegenden folgt nach der Geburt eine erneute Infibulation, Reinfibulation oder auch Refibulation genannt.“ (Quelle Wikipedia).

Die Stiftung Weltbevölkerung hat es mir ermöglicht, auf diese Reise nach Somaliland zu gehen. Eine Reise, die mich oftmals an Grenzen gebracht hat. Es ist ein Thema, über das kaum jemand sprechen will. In Deutschland und den USA, jene Länder, in denen ich mich bewege, ist nicht viel bekannt über FGM, meist nur, dass aus religiösen Gründen die Klitoris abgeschnitten wird. Der Islam wird dabei verflucht, was für eine Religion sei das, die so etwas zulässt, wird abgeurteilt.

Ich gebe zu, ich habe auch nicht viel darüber gewußt, bis ich 2014 mit CARE in den Tschad und im letzten November hier ans Horn von Afrika reiste. Das Thema kreuzte immer wieder unseren Weg. In den Flüchtlingslagern im südlichen Tschad, in Somaliland und Puntland in den Gesprächen in den Dörfern und Flüchtlingslagern. Doch das ganze Ausmaß dieses barbarischen Aktes hatte ich auch nicht vor Augen.

"Female Genital Mutilation" geschieht nicht im Namen des Islam.

„Female Genital Mutilation“ geschieht nicht im Namen des Islam.

Schon am ersten Tag, kurz nach meiner Ankunft, stand das erste Interview an. Edna Adan, ausgebildete Krankenschwester, hat hier ein Hospital eröffnet. Seit 40 Jahren ist sie eine der wohl bekanntesten Kämpferinnen gegen FGM. Auch sie ist betroffen, wie eigentlich jede Frau, die ich hier im Laufe meines Aufenthaltes getroffen habe. Um das Krankenhaus aufzubauen, spendete die Witwe des früheren somalischen und somaliländischen Präsidenten, Mohamed Haji Ibrahim Egal, ihre Pension und ihr Vermögen. Ganz ruhig und sachlich berichtete sie von ihrem fast aussichtslos erscheinenden Kampf gegen tief verwurzelte Überzeugungen, eine Kultur des Schweigens, gegen scheinbar unüberbrückbare Fehlinformationen. Die fast 78jährige ist dennoch voller Energie. Mehr und mehr Mistreiterinnen und Mitstreiter findet sie für diesen Kampf.

Am Tag danach saß ich mit Frauen im Büro von Nagaad zusammen. Vertreterinnen der Frauenrechtsorganisation, die schon 1997 gegründet wurde, und Frauen aus einem Flüchtlingslager am Rande der Stadt. Sie alle arbeiten daran, die hohe Rate von weiblicher Genitalverstümmelung in Somaliland zu senken. Und die ist hoch, weit über 90 Prozent. Alle Frauen, die im Kreis in diesem kargen Raum um mich herumsaßen waren Betroffene. Eine 70jährige berichtete davon, dass sie noch immer massive Gesundheitsprobleme habe. Und dennoch, sie selbst hat ihre Töchter und Enkelinnen „beschnitten“. Das verlangte ihre Religion, glaubte sie. Zumindest sei sie davon über all die Jahre überzeugt gewesen. Erst vor kurzem hat sie gelernt, dass im Koran nichts von dieser frauenfeindlichen und schmerzhaften Prozedur steht. Die Vertreter ihrer Religion hätten sie enttäuscht und betrogen. Ein Leben lang. Als sie das begriff ging sie zu ihren Töchtern und bat um Vergebung für das, was sie ihnen angetan hatte.

Persönliche Geschichten und Erfahrungen wie diese sind kein Einzelfall. Die Frauen erzählen bereitwillig, denn sie wissen, der Deckmantel des Schweigens ist ein Grund dafür, warum diese gewaltsame Prozedur noch immer in ihrem Land, in ihrer Kultur und vermeintlich im Namen ihrer Religion durchgeführt wird.

Mit der Wumme über den Markt

Trump und Knarren in Hargeisa.

Trump und Knarren in Hargeisa.

Das erlebt man auch nicht alle Tage. Am Morgen wollte ich hier auf den Markt gehen. Meine Begleiterin meinte gestern, lass uns mit dem Bus fahren, das ist ein Erlebnis. Doch dazu kam es nicht. Am Morgen fuhren gleich mehrere Pick-up Wagen auf das Hotelgelände, Polizei und Militär zeigten Präsenz. Und auch überall in der Stadt sah man Uniformierte. Was das bedeutete, war mir anfangs nicht klar. Etwas später erfuhr ich, dass der Hafen von Berbera für 30 Jahre an ein saudisches Unternehmen verpachtet werden soll, die somaliländische Regierung dieses Projekt allerdings hinter verschlossen Türen aushandelte. Die Öffentlichkeit im Land verlangte Einblick in den Deal. In Berbera kam es schon zu Protesten, man fürchtete nun, dass es auch in Hargeisa zu Demonstrationen kommen könnte.

Zum Markt bin ich dann dennoch gekommen, allerdings nicht im öffentlichen Bus, sondern in einem Wagen und neben mir ein junger Soldat im Kampfanzug mit einem Kalaschnikow-Gewehr. Der lächelte, begrüßte mich per Handschlag lachte, als ich im erklärte, so sei ich auch nicht zum Einkaufen gefahren. Da fühlte ich mich so richtig sicher. Und so gingen wir dann über den Markt. Hier mal Tee getrunken, auch der Soldat trank einen, und half dann sogar beim Finden von diversen Läden, fragte hier und da nach und wies den Weg durch die vielen Gänge des Marktplatzes.

Auf dem Weg im Auto unterhielten wir uns über….yeap, Donald Trump. Man will es nicht glauben, doch selbst am Horn von Afrika hört man genauhin, was der Donald aus New York da wieder von sich gelassen hat. Auch die jüngste Meldung, dass er quasi indirekt Hillary Clinton zum Abschuß freigegeben hat, war hier schon bekannt. Und ja, der Fahrer hatte selbst Verwandte in den USA, die sich große Sorgen machten, denn als Somalier sind sie ja aus einem Land, in dem es Terror gibt, also ein Land, dass auf Trumps Hassliste steht.

Ich versuchte dann zu erklären, dass Donald Trump wahrlich nicht für die Mehrheit der Amerikaner spricht, dass seine bislang erfolgreiche Kandidatur eher ein Zeichen für das verrückte und kaputte Wahlsystem der USA sei. Nun also bin ich auch in der Rolle, die USA zu verteidigen. Und im Angesicht von Donald Trump mache ich das nur zu gerne. Der Pass verpflichtet, denn Trump ist wahrlich nicht der Grund gewesen, warum ich das umfangreiche Prozedere der Staatsbürgerschaft auf mich genommen habe.

Ach ja, die Polizei und das Militär waren um 13 Uhr wieder abgezogen. In Somaliland wird nur morgens zwischen 7:30 und 12:30 protestiert, nachmittags, heisst es, ist es zu heiß. Da keine Demonstranten am Morgen kamen, war die Sache also damit vorbei. Das nennt man dann StreitKultur!

Die Faszination der Reise

Mir fällt gerade ein Lied von Marius Müller-Westernhagen ein: „Jetzt sitz‘ ich hier, bin etabliert und schreib‘ auf teurem Papier…“. Ja, ich sitze hier, im Garten des Hotels in Somaliland, schreibe nicht auf teurem Papier, tippe dafür in meinen Laptop, und etabliert, na ja, das wohl auch nicht. Es ist mehr das hier sitzen, nachdenken, das Erlebte zu verdauen. Die Reise nach Somaliland neigt sich dem Ende zu. Aus verschiedenen Gründen ging es nicht nach Puntland, aber das war am Ende für die Recherchen auch nicht mehr notwendig.

Solchen Dornen werden eingesetzt.

Solchen Dornen werden eingesetzt.

In den letzten Tagen habe ich viel gesehen, viel gehört. Frauen haben mir detailreich von ihrer Genitalverstümmelung erzählt. Noch Jahre, noch Jahrzehnte später können sie sich an diesen Tag in ihrer Kindheit erinnern. Ohne Narkose, an das Rasiermesser, an die Dornen. Am Ende durften sie sich nicht bewegen, für Tage, bis die offene Wunde verheilt, ihre Scheidenöffnung fast ganz verschlossen war. Nur ein kleines Loch blieb offen. Die Schmerzen waren damit nicht zu Ende.

Ich habe hier mit religiösen Führern gesprochen, mit Vertreterinnen der Regierung, mit Aktivistinnen und auch mit Frauen, die diese Prozedur für ihren Lebensunterhalt durchführen. Für ein paar Dollar kommen sie ins Haus und machen genau das, was die Eltern verlangen. Typ I, Typ II, doch meistens Typ III. Mit einem Rasiermesser schneiden sie die Klitoris, die äußeren, manchmal auch die inneren Schamlippen ab und „nähen“ dann die offene Wunde mit gespitzten Dornen zu.

Nach solchen Tagen, nach solchen Erzählungen, bin ich gerne durch Hargeisa gelaufen oder habe hier im Hotel in einem veralteten Fitnessraum rostige Gewichte gestemmt. Ein Weg, den Kopf freizubekommen. Es ist ja nicht so, dass das alles, was ich auf solchen Reisen erlebe, sehe, höre, einfach wegstecke, so, als sei es nur ein Job, eine Pressekonferenz, ein Bericht und das war es dann. Punkt.

Ganz im Gegenteil, der schlimme Teil kommt noch einmal, wenn ich mich Zuhause hinsetze und all die Interviews abtippe, die Artikel und Manuskripte schreibe, die Radiobeiträge produziere. Ich weiß, ich habe ein gutes Leben. Ich reise wieder ab, in meine Welt, in mein Haus in Oakland. Werde mit meinem Hund durch die Wälder streifen, laut Musik hören, ein gutes Glas Wein genießen. Hier im Hotel am Abend sitze ich im Garten, trinke einen somalischen Tee und weiß auch, dass ich ein sehr reiches Leben habe. Ich habe die Möglichkeit zu reisen, Menschen und Länder und Kulturen kennenzulernen. Vor allem habe ich die Möglichkeit zu fragen, zuzuhören, vielleicht auch mal Antworten zu finden. Das ist ein reichhaltiger und tiefer Blick auf die Probleme dieser Welt. Sei es die weltweite Flüchtlingskrise, die Kriege, die Ausbeutung in den Entwicklungsländern oder auch eben FGM, „Female Genital Mutilation“. Was ich aber vor allem schätze, sind die Menschen, die ich auf diesen Reisen kennenlerne, die mir einen Blick in ihre Welt erlauben. Das ist ein unglaublicher Schatz in meinem Leben. Das soll jetzt ganz und gar nicht pathetisch klingen. Für mich ist all das oftmals nur eine Erdung.

Da kriegt man Pickel

Nicht die Tapete macht mich wirr im Kopf.

Nicht die Tapete macht mich wirr im Kopf.

Ich sitze hier in meinem Hotelzimmer in Hargeisa, Somaliland, und mir wird angst und bang. Nein, da schießt niemand draußen, keine blutrünstigen Hundemeuten streunen die Straßen, keine Terrormilizen der Al-Shabaab wollen mir an die Wäsche. Hargeisa und Somaliland sind in diesen Stunden, Tagen und Wochen sicher. Was mir Sorgen bereitet ist was ganz anderes: Donald Trump spricht. CNN überträgt die Wirtschaftsrede des New Yorker Milliardärs aus dem „Economic Club in Detroit“. Und der amerikanische Nachrichtenkanal ist ja weltweit zu sehen. Ganz schlimm!

Donald Trump verspricht das Blaue vom Himmel und will die Uhren zurückdrehen. Steuererleichterungen für Unternehmen, die Energiewende wird wieder gewendet, Trump setzt auf Kohle und Atom und will Umweltschutzmaßnahmen außer Kraft setzen. Dazu Versprechungen an die Automobil- und die Stahlindustrie. Amerika werde wieder reich, so Trump, Jobs würden geschaffen werden und damit könne man die Infrastruktur erneuern, Familien finanziell unterstützen und überall im Land würden „Wolkenkratzer mit amerikanischem Stahl“ in die Höhe schießen. Das ist also Trumps Plan. Fast hätte er sogar noch gesungen. Und ich weiß nicht, ob ich froh oder traurig sein soll, weit weg zu sein.

Und nun die Analyse der CNN-Köpfe. Eine gut formulierte und durchdachte Rede soll das gewesen sein. Endlich, so heißt es, habe Trump konkrete Pläne vorgelegt. Wirklich? Das war kein politischer Plan, das waren leere Versprechungen eines machthungrigen und egozentrischen Kandidaten, der nun einen Ton anschlägt, um „präsidialer“ zu wirken. Wer soll, wer wird darauf hereinfallen?

Ein Besuch bei den somaliländischen Kollegen

Das Rauchverbot hat sich auch hier durchgesetzt.

Das Rauchverbot hat sich auch in diesen Studios hier durchgesetzt.

Radio Hargeisa ist der öffentliche Rundfunk Somalilands. Seit 1991 ist er in der Hand der somaliländischen Regierung, mit der Ausrufung der Republik Somaliland wurde auch die Kontrolle über die Sendeanlagen übernommen. Die Radiostationen waren bei der Abspaltung von Somalia eines der ersten Ziele der neuen Führung. Mit dem Rundfunk kontrollierte man den Informationsfluss der Bevölkerung.

Viele Jahre lang wurde Radio Hargeisa nur als eine UKW-Station betrieben, die im Sendegebiet der Hauptstadt zu empfangen war. Die finanziellen Mittel fehlten schlichtweg, um das ganze Land abzudecken. Seit 2012 sind die Programme jedoch über einen 100 Kilowatt Transmitter im ganzen Land zu hören. Gesendet werden täglich zehn Stunden Programm (06.30-09.00, 13.00-16.00 und 18.00-22.30).

Tonbänder warten auf ihre Digitalisierung.

Tonbänder warten auf ihre Digitalisierung.

Ein altes 1943 erbautes Gebäude der britischen Kolonialherren beherbegt heute noch immer den Sender. Die Decken sind hoch, die Wände zumeist kahl, viel gibt es hier nicht zu sehen. Die ersten 25 Jahre des Rundfunks in Britisch-Somaliland wurden in dem Buch „Gather Round the Speakers: A History of the First Quarter of Somali Broadcasting 1941-1966“ beschrieben, man kann diesen Bericht von Suleiman M. Adam noch online finden.

Im Archiv liegen auf den Regalen noch Hunderte von alten Tonbändern, daneben CDs. In einem Nebenraum stapeln sich alte „Reel-to-Reel“ Bänder in einer Ecke auf dem Boden. Vergessen, verstaubt, kaum beschriftet. Ein paar Bandmaschinen sind aufgeschraubt, derzeit versucht man das Equipment wieder auf Vordermann zu bringen, um die alten Tonaufnahmen digital speichern zu können. Ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen.

Von hier sendet Radio Hargeisa.

Von hier sendet Radio Hargeisa.

Vieles hier wirkt wie eine Behelfsstation, doch dann wird einem auch wieder klar, dass man eigentlich nicht viel fürs Radiomachen braucht. Feinste digitale Studios sind keine Garantie für ein gutes, zielgerichtetes und erfolgreiches Programmmachen. Schon gar nicht in einem Land wie Somaliland. Hier zählt die Handarbeit, die Fähigkeit aus wenig möglichst viel zu machen. Radio ist nach wie vor das wichtigste Medium im Land, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Bevölkerung Nomaden sind und in ländlichen, teils sehr abgelegenen Gegenden ohne große Infrastruktur leben. Das Fernsehen kann nur in den wenigen Städten empfangen werden, Zeitungen und auch Onlineangebote sind aufgrund der hohen Analphabetenrate keine wirkliche Konkurrenz für das Radio. Und sowieso ist die somalische Kultur eine Kultur des erzählten Wortes. Die Programme, die Radio Hargeisa ausstrahlt, sind eine Mischung aus Musik, Information, Nachrichten und Religion.

Das eigentliche Sendestudio ist dann doch modernste Technik, zumindest für hier. Ein geräumiger Mastercontrol-Room, hinter einer Scheibe ein Aufnahmestudio, in dem bequem Diskussionsrunden, Musikaufzeichnungen und andere Performances aufgenommen und übertragen werden können. Seit ein paar Jahren gibt es auch einen Live-Stream von Radio Hargeisa. Wer kein Somalisch spricht, wird sprachlich sehr schnell an seine Grenzen stoßen. Doch der Stream gibt nicht nur für begeisterte Radiofans einen Eindruck, wie in diesem Teil der Erde der Hörfunk klingt. Morgen werde ich bei einer Fortbildung weitere „Kollegen“ von Radio Hargeisa kennenlernen, ich bin gespannt auf den Austausch, auf ihre Erfahrungen und ihre Schilderungen ihres Arbeitsalltags.

„Ich dachte, Du kannst helfen“

Als ich im letzten November nach Somaliland und Puntland reiste, fragten mich einige ersteinmal „wo ist das denn?“. Als ich Somalia sagte, kam die Antwort „Ja, spinnst Du denn, viel zu gefährlich!“ Als ich hier war, griffen IS-Terroristen Paris an. Seitdem ist viel passiert in der Welt, es knallte überall: San Bernardino, Istanbul, Orlando, Brüssel, Nizza, Würzburg, Ansbach, das sind die Orte, die mir gerade einfallen. Es sind sicherlich noch mehr. 2016 hat sich die Welt verändert und ich kann nur folgern, Hargeisa ist nicht gefährlicher als andere Orte. Ganz im Gegenteil, hier erklärt man mir, die nichtanerkannte Republik sei sicher.

Selbst Esel helfen beim Aufbau der somaliländischen Wirtschaft.

Esel helfen beim Aufbau der somaliländischen Wirtschaft.

Bei Reisen außerhalb der Stadtgrenzen der Hauptstadt ist für Ausländer gesetzlich eine bewaffnete Eskorte vorgeschrieben. Die bezahlt man selbst. Ein Sicherheitsgefühl bekommt man deshalb nicht unbedingt, auch wenn die beiden Polizisten Maschinengewehre bei sich führen. Irgendwie ist so eine Wumme und eine Uniform nur störend, wenn man Interviews führen möchte, gerade bei eher „persönlichen“ Themen. Aber egal, Gesetz ist Gesetz und daran hält man sich eben.

Hier in Somaliland gibt es jedoch eine Krise, die außer Kontrolle geraten könnte: die Jugendarbeitslosigkeit. Der Großteil der jungen Leute hat keinen Job. Jeden Tag sieht man viele von ihnen auf der Straße, einfach so, herumlaufend, nichts tun. Als westlicher Besucher wird man angesprochen, ich bin da keine Ausnahme. Egal wo ich sitze, jemand kommt auf mich zu, fragt mich, woher ich komme, was ich hier mache und ob ich Kontakte habe. Ali ist einer von ihnen. Vor ein paar Tagen saß ich im Garten des Hotels, als er mit ein paar Freunden auf mich zukam, höflich fragte, ob er sich setzen dürfte und anfing von sich zu erzählen. Er hat studiert, spricht fließend Englisch, hat seine Abschlüsse und findet keinen Job. „Ich dachte, Du kannst helfen“, meinte er zu mir. In Somaliland kann man sich nicht einfach bewerben, man muß jemanden kennen, der wieder jemanden kennt, der wieder jemanden kennt. Familie, Clan, Vitamin B sind hier die wichtigen Grundlagen für eine Karriere. Nicht die Qualifikation, sondern die Zugehörigkeit zählt. Das und das mangelnde Jobangebot treibt viele, zum Teil gut ausgebildete junge Leute auf die Lange Reise nach Europa. „Tahreeb“ ist in aller Munde.

Das behindert eine Entwicklung, die sowieso auf sehr brüchigen Grundfesten gebaut wird. Somaliland ist international nicht anerkannt, und das schon seit 25 Jahren. Die kleine Republik mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern hat über die Jahre demonstriert, dass sie friedlich ihren eigenen Weg gehen will. Doch Deutschland, die EU, die USA und die UN setzen auf ein wiedervereinigtes Somalia, ein Land, das es nicht mehr geben wird. Sowieso gab es das geeinte Somalia noch nie. 1961 gingen die einstigen italienischen und britischen Kolonien zusammen. Doch schon schnell wurde klar, es passt nicht. 1981 gründete sich im Exil die Rebellenbewegung Somali National Movement (SNM). Das Ziel war die Abspaltung der einstigen britischen Kolonie Somaliland von Rest Somalia. Der bewaffnete Kampf der SNM endete 1988 in der Bombardierung der Städte Hargeisa und Burao durch die Regierungstruppen des Diktators Siad Barre. 40.000 Menschen starben, 400.000 wurden vertrieben. Als Barre 1991 entmachtet wurde, war vielen in Somaliland klar, die Chance für die Unabhängigkeit war gekommen. Die Republik Somaliland wurde ausgerufen.

Rest-Somalia versank im Chaos. Die Hauptstadt Mogadischu gibt es nur auf dem Papier. Seit 25 Jahren wird South-Central Somalia und Puntland nicht von einer Zentralregierung regiert. Puntland erklärte sich 1998 für autonom, ist aber offen für eine Wiedervereinigung. Somaliland hingegen lehnt das strikt ab. Und die Menschen in Somaliland zahlen dafür einen hohen Preis. Sie leben in Frieden, doch die wirtschafliche Situation verschlechtert sich, gerade auch, weil die Anforderungen an die Regierung wachsen. Dringend benötigte Entwicklungsgelder und Aufbauhilfen fehlen, die gehen nach Mogadischu, denn die Regierung in Hargeisa wird nicht anerkannt. Somaliland heute hängt am Tropf der somalischen Diaspora, die in Europa, den USA und Kanada lebt. Das kann jedoch keine langfristige Lösung bleiben. Nicht für Ali und die vielen anderen jungen Leute und nicht für das Horn von Afrika. Deutschland, Europa und die internationale Gemeinschaft müssen handeln, um endlich ein klares Zeichen für ein friedliches und friedliebendes Land zu setzen.

Am falschen Ort zur falschen Zeit

Da sitze ich im sonnigen Somaliland, trinke somalischen Tee mit Kamelmilch, mache meinen Job, für den ich hier bin und denke mir, das war keine gute Zeitplanung. Natürlich beobachte ich auch von hier, was sich da jenseits des großen Wassers so tut. Tagtäglich lese ich meine Online-Ausgaben der Zeitungen, die ich für meine Arbeit nutze, verfolge Blogs und was ich so in den sozialen Medien finden kann. Und was lese ich? Daheim in den USA zerlegt sich Donald Trump gerade selbst.

Der US Wahlkampf wird auch in Somaliland verfolgt. Foto: Reuters.

Der US Wahlkampf wird auch in Somaliland verfolgt. Foto: Reuters.

Oh, welch‘ Wunder! Das war klar, dass es so weit kommen wird. Seit 16 Monaten tobt, beschimpft, brüllt, belügt, ja, verarscht Donald Trump die amerikanische Nation. Und klar, es grenzt an Fremdschämen, wenn man mitansehen muß, wie viele Amerikaner in Donald Trump den Retter des Abendlandes sehen. Wie viele ihn in den Vorwahlen gewählt haben, seine sinnlos vorgebrachten Verbalflachschüsse glauben. Das ist ehrlich peinlich. Ich bin in den letzten Wochenund Monaten nicht nur einmal gefragt worden, ob ich im Falle einer Trump-Präsidentschaft meinen amerikanischen Pass zurückgeben werde.

Doch ich hatte genau darauf gehofft, was nun passiert. Trump ist so von sich eingenommen, resistent für Kritik, Anmerkungen, Ratschläge, dass er im Endspurt zum Weißen Haus über seinen eigenen Egomanen-Schatten stolpert. Kein Tag vergeht, an dem er nicht in ein Fettnäpfchen tritt. Republikaner links und rechts suchen das Weite, nur raus aus dem Umfeld des Donald. Denn es scheint, Trump reißt nicht nur seine eigene Kampagne mit in die Tiefe, sondern auch die Partei, die ihm eigentlich egal ist.

In den Umfragen, auf die man eigentlich wenig geben sollte, sinkt der New Yorker Milliardär immer weiter. Nun liegt er deutlich hinter Hillary Clinton. Die müsste eigentlich nur noch abwarten und aufpassen, dass sie keinen Fehler macht. Trump richtet sich nämlich gerade selbst. Klar ist mittlerweile, dass viele in der Grand Old Party in den kommenden Jahren lieber die politische Auseinandersetzung mit Hillary Clinton wollen, als einen selbstverliebten und unvorbereiteten Donald Trump im Chefsessel. Und wenn ich sogar hier in Hargeisa, Somaliland, darauf angesprochen werde, was eigentlich in den USA los ist, dann zeigt das mir, dass jemand wie Donald Trump auf keinen Fall zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt werden darf.

„How are you?“ „Fine, how are you?“

Am Nachmittag hatte ich heute frei. Mal was anderes auf so einer Reise. Meist ist das Programm sehr dicht gefasst, soll es ja auch. Ich will möglichst viel in der kurzen Zeit sehen, erleben, erfahren. Doch manchmal tun solche kurzen Auszeiten sehr gut. Die Geschichten, die ich am Morgen so hörte gingen mir schon sehr nahe. Unvorstellbar.

Statt KFC gibt es PFC in Hargeisa.

Statt KFC gibt es PFC in Hargeisa.

Zurück im Hotel machte ich mich auf den Weg, ein Spaziergang durch Hargeisa, einer Stadt, die so gar nicht für Fußgänger ausgelegt ist und doch laufen hier viele. Bürgersteige gibt es keine, Autos und Kleinbusse fahren, ja, rasen ungebremst auf einen zu. Bei einer Straßenüberquerung fühlt man sich wie im Spiel „Frogger“, mal vor, mal zurück, mal seitlich und dann ganz schnell rüber. Ziegen kauen auf Stöckchen, Gräsern und Pappe herum, ein Hupkonzert ohne Ende, lethargische Hunde unter abgestellten Lastern und immer mal wieder der Ruf „How are you?“. „Fine, how are you?“.

Hargeisa ist heiß, trocken, staubig. Als Weißer fällt man auf, egal, wie man das nun drehen will, ich war der einzige, der hier schwitzend durch die Gegend lief. Sowieso sind hier, anders als in vielen anderen afrikanischen Hauptstädten, kaum Europäer oder Amerikaner im Stadtbild zu sehen. Sie sind da, ja, Hilfsorganisationen, Geheimdienste, Fachleute, aber begegnen tut man ihnen so gut wie gar nicht, nur am Flughafen, bei der Ein- und Ausreise. Selbst im Hotel ist das so.

Meine neuen "Freunde" aus Hargeisa, zumindest sind sie es jetzt auf facebook.

Meine neuen „Freunde“ aus Hargeisa, zumindest sind sie es jetzt auf facebook.

Ich lief durch die Straßen, Hauptstraße runter, in die Seitenstraßen, schaute mich um. Alles ist anders hier. Wer Geld hat, baut sich ein pompöses Haus mit einer hohen Mauer drumherum, obendrauf Stacheldraht oder Glasscherben. Vor einer Moschee setzte ich mich hin und sah mir die Leute im Vorbeigehen an. Klar, ich fiel auf. Einige blieben stehen und glotzten, andere meinten wieder „How are you?“. „Fine, how are you?“. In einem Straßencafe trank ich eine Cola und kaum hatte ich den ersten kühlen Schluck der amerikanischen Brause durch die trockene Kehle laufen lassen, fragte mich schon ein junger Mann neben mir, woher ich denn komme. Wir plauderten etwas, anfangs darüber, wie mir Hargeisa gefalle, dann erzählte er, er sei arbeitslos, finde keinen Job. Schon zweimal habe er sich auf die Reise gemacht, „Tahreeb“ heißt das hier, die Reise mit Risiko. Darüber hatte ich im November ausführlich berichtet. Er wollte nach Europa. Einmal kam er bis Äthiopien, das zweite Mal bis nach Libyen. Nun ist er wieder hier, würde aber gerne wieder aufbrechen ins gelobte Land, da hinter dem großen Wasser.

Das Ding sah gefährlich aus.

Das Ding sah gefährlich aus.

Zurück im Hotel schaute ich mir mal den Fitnessbereich an, der in einem Flachbau am Rande des Geländes untergebracht war. Ein paar Geräte konnte ich beim besten Willen nicht einordnen (siehe Bild). Aber sie hatten auch Gewichte, das erfüllte den Zweck, den Kopf leer zu kriegen. Auf dem Weg zurück ins Hotel setzte ich mich in den Garten, um etwas auszudampfen, als vier junge Männer auf mich zukamen, ein Gespräch anfingen. „How are you?“. „Fine, how are you?“. Sie fragten, woher ich käme, was ich hier mache. Ich solle ihnen doch was von Deutschland erzählen. Ist es schwer an ein Stipendium zu kommen? „Ja“, meinte ich. „Alleine schon aus dem einen Grund, weil kein Land der Welt den Reisepass von Somaliland anerkennt“. Doch das kratzte sie so gar nicht. Sie spassten rum, unterhielten sich weiter und dann wollten sie Fotos machen. Ein seltsamer Anblick, ich, der verschwitzte Deutsche in kurzen Hosen, und neben mir sehnige, fein gekleidete, junge Männer. Und sie schauten fast alle sehr ernst in die Kamera.

Nach der Dusche wollte ich mich wieder in den Garten setzen, um endlich ein paar Mails durchzusehen. Kaum saß ich, kam ein junger Mann auf mich zu „How are you?“. „Fine, how are you?“. Er stellte sich vor und begann zu erzählen. Er sei als Lehrer ausgebildet, spreche sehr gut Englisch und versuche nun mit ein paar Freunden ein „Business“ zu eröffnen. Was genau, das konnte ich auch nach mehrmaligen Nachfragen nicht rausfinden. Der Begriff war mir einfach unbekannt. Auch er erzählte, er sei ohne Job, würde gerne eine Übersetzerstelle annehmen. „Can you help me?“. Puh, wie soll ich helfen, mein Freund? Die Jugendarbeitslosigkeit ist riesig in Somaliland und auch in Rest-Somalia. Das führt dazu, dass viele einfach nur weg wollen. „Tahreeb“, die Reise mit Risiko. Europa hat Flüchtlingsdeals abgeschlossen, doch die wurden ohne die vielen, vielen jungen Leute gemacht, die in Ländern wie Somaliland nur darauf warten aufzubrechen. Es ist nicht eine Frage ob, sondern eine Frage wann sie sich auf den langen Weg Richtung Norden machen. Hier, vor Ort, muß geholfen, investiert werden. Ein Anfang wäre wohl die Anerkennung der unabhängigen Republik Somaliland. Doch Berlin und Brüssel verstecken sich da nur wieder im bürokratischen Schatten. Lieber ein fragwürdiger Deal mit einem Despoten am Bosporus, als die Fluchtgründe an der Wurzel anzupacken.