Der sorgenvolle Blick voraus

Als „beste Steuerreform aller Zeiten“ gepriesen, als „Jobmotor für Amerika“, „mehr Geld für alle Amerikaner“, was am Ende bleibt sind nur Kopfschmerzen für den Großteil der US Bürger. Und nicht nur das, auch die vielen Hilfs- und gemeinnützigen Organisationen in den USA sehen sich schon gewaltigen Aufgaben gegenüber, denn die Trumpsche Steuerreform verändert das Spendenaufkommen im Land.

In Saudi-Arabien konnte Donald Trump schon mal königliche Luft schnuppern. Foto: Reuters.

Die Reichen werden natürlich auch weiterhin ihre Spenden steuerlich absetzen können. Für Steuerzahler aus „Mittelamerika“ wird das allerdings nun gestrichen. Erste Rechnungen gehen davon aus, dass das Spendenaufkommen pro Jahr rund 13 Milliarden Dollar weniger ausfallen wird, denn viele Amerikaner werden ihre Spenden nicht mehr absetzen können, somit auch weniger spenden.

Im Vorfeld der Verabschiedung dieses kaum gelesenen Werkes versuchten viele Organisationen und Einrichtungen ihre Kongressabgeordneten zu überzeugen, dass sie die steuerliche Begünstigung von Spendern nicht beeinträchtigen sollten. Doch die Rufe fielen auf taube Ohren, zu wichtig war der erste politische Sieg dieser Administration und der regierenden Partei.

Die Folgen könnten weitreichende Folgen haben, wenn gerade jenen geschadet wird, die eigentlich ja die „großen Gewinner“, so Trump, sein sollten. Auch werden damit wichtige Hilfs- und Sozialprogramme im ganzen Land gefährdet, die in den vergangenen Jahren in den USA immer wichtiger geworden sind. Es sieht ganz danach aus, dass Trump & Co ein Amerika gestalten wollen, in dem Suppenküchen, Hilfseinrichtungen, unterstützende Programme für sozial Benachteiligte auf das Gutdünken von wenigen Großspendern angewiesen sind. King Donald setzt also weiter seine Zeichen in den USA.

Mit CARE nach Afrika

Besuch bei einer Kleinspargruppe im Niger. Foto: J. Mitscherlich.

Besuch bei einer Kleinspargruppe im Niger. Foto: J. Mitscherlich.

In der Vorweihnachtszeit wird viel gespendet. Es ist nicht einfach, die richtige Organisation zu finden, der man vertraut, bei der man weiß, die Spende – ob groß, ob klein – kommt auch an. Schon mehrmals war ich mit der Organisation CARE Deutschland in Afrika unterwegs. Es ging in den Kongo, in den Tschad, nach Somaliland und Puntland und schließlich vor kurzem in den Niger. Vor Ort konnte ich mich über die Arbeit von CARE informieren, selbst sehen, wie das gespendete Geld eingesetzt wird, wie die finanziellen Mittel in den verschiedensten Projekten ankommen, genutzt werden.

Das reicht von der Flüchtlings- und Nothilfe im Osten des Kongos und im Süden des Tschad, über Bildungs- und Fördermaßnahmen in Somaliland und Puntland, der Unterstützung von lokalen Organisationen im Kampf gegen die Genitalverstümmelung am Horn von Afrika bis hin zu landwirtschaftlichen Projekten im vom Klimawandel betroffenen Niger und Gesundheitssendungen im dortigen Radio. Und das war und ist nicht alles, CARE ist breit aufgestellt in derzeit 90 Ländern.

YouTube Preview Image

Auf den Reisen mit CARE lernte ich viel. Zu den Themen, über die Menschen, die Länder, die Kulturen. Aber auch über mich selbst. Vieles war nahegehend, was ich gesehen, was ich gehört habe. Oftmals war es eine Erdung für das eigene Leben. Was mich immer wieder beeindruckt hat, sind die vielen Projekte von CARE, wie sie angenommen und umgesetzt werden. Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht einfach so dahingesagt, die Hilfsorganisation hat selbst viel in den 70 Jahren ihrer Existenz dazu gelernt. Wurden am Anfang, 1946, Lebensmittelpakete aus Amerika in das zerstörte Europa geschickt, um so das Leid und die Not etwas zu lindern, merkte man schnell, dass da mehr gebraucht wird. Schon kurz nach den ersten Lebensmittelpaketen, verschickte man auch Saatgut-, Werkzeug-, Arzneimittel-Pakete – Hilfe zur Selbsthilfe.

Und heute ist dieser Ansatz in allen Bereichen der CARE Arbeit zu finden. Neben der Nothilfe geht es auch immer darum, den Menschen eine Perspektive zu bieten, die sie mit etwas Unterstützung selbst erreichen können. In den kommenden Tagen berichte ich in einer dreiteiligen Serie in der Printausgabe der Nürnberger Zeitung über CARE, der Fokus liegt dabei auf meiner jüngsten Reise in den Süden des Niger.

Unterstützen kann man die Hilfsorganisation direkt mit einer Spende:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE93 3705 0198 0000 0440 40
BIC: COLSDE33
Stichwort: Afrika Nothilfe
www.care.de/spenden

YouTube Preview Image

Der alte Mann und die Partei

Wenn im Fernsehen über Bernie Sanders berichtet wird, dann darf kein Witz über seine wilde, ungezähmte Frisur fehlen. Bernie Sanders kommt wie der „Mad Professor“ in unzähligen Kinofilmen daher. Es fehlt nur der weiße Kittel, die aufgerissenen Augen und ein rauchendes Reagenzglas in der Hand.

Senator Bernie Sanders zeigt Hillary Clinton den Weg. Foto: Reuters.

Senator Bernie Sanders zeigt Hillary Clinton den Weg. Foto: Reuters.

Der Senator aus Vemont war von 1981 bis 1990 Bürgermeister in Burlington, danach 16 Jahre lang Kongressabgeordneter, bevor er 2006 als „Independent“ Kandidat in den US Senat gewählt wurde.  Sanders sieht sich selbst als „demokratischen Sozialisten“, eine politische Standortbeschreibung, die eigentlich in den USA einem politischen Selbstmord gleichkommt. Doch 2012 wurde er mit 71 Prozent der Wählerstimmen in seinem Amt wiedergewählt. Lange Zeit wurde Sanders einfach als Unikum aus New England belächelt. Auch als der 74jährige ankündigte, US Präsident werden zu wollen, nahm ihn kaum einer ernst. Weder die Republikaner noch die Demokraten. Die konzentrierten sich auf ihre eigenen Kandidaten. Die Über-Demokratin Hillary Clinton sah in Sanders nur einen Sparringspartner, der zumindest den Anschein eines Vorwahlkampfes bei den Demokraten vermitteln konnte.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Hillary Clinton stapft mal wieder von einer Panne in die nächste, ein Skandal folgt dem anderen, in den Umfragen ist sie im freien Fall. Und nicht nur das, auch beim Spendengeldersammeln tut sich was…zugunsten von Sanders. Der hat im dritten Quartal sage und schreibe 26 Millionen Dollar eingenommen. Zwar übertrumpfte ihn Hillary Clinton noch mit ihren 28 Millionen Dollar, doch der zweite Blick auf die Zahlen zeigt, dass Clinton langsam nervös werden sollte. Die ehemalige First Lady hatte das Geld in 58 Spendenveranstaltungen, „Fundraisers“, zusammen gekratzt. Bernie Sanders brauchte gerade mal sieben solcher „Events“. Auch kann der Senator auf 1,3 Millionen Einzelspenden von 650.000 Personen verweisen, was eine breite Basis für den Wahlkampf darstellt. Hillary Clinton hingegen ist von Großspendern abhängig, von einer tiefen Verwurzelung ihrer Kampagne kann also keine Rede sein.

Bernie Sanders schafft derzeit den direkten Draht zu den Wählern, das zeigen die Zahlen. Auch gibt er kaum Geld für teure „Fundraising Events“ aus, vielmehr stellen seine Unterstützer Schecks in der Höhe von 20 Dollar und etwas mehr aus, oder spenden über die Webseite des Kandidaten. Sie glauben an ihren Mann aus Vermont, der Amerika einen Linksruck, einen eher sozialdemokratischen Kurs, verpassen will. Damit fällt er auf, damit zieht er mehr und mehr gefrustete Demokraten an, die sich von Hillary & Co verraten fühlen. Bernie Sanders und sein Graswurzelwahlkampf wird Hillary Clinton noch einiges abverlangen.

So macht man Geschichte

Für einen Kandidaten, der eigentlich noch nicht mal ein Kandidat ist, ist er der Lieblingskandidat der Damen und Herren mit tiefen Taschen. Also, wohl ein guter Kandidat. Bislang hielt Hillary Clinton im Wahlkampf 2008 den Rekord. Innerhalb von 100 Tagen sammelte sie damals rund 37 Millionen Dollar an Spenden ein. So viel, wie zuvor noch niemand.

Jeb Bush ist bereit für "the battle of the titans".

Jeb Bush ist bereit für „the battle of the titans“.

Doch der Rekord ist nun geknackt. Jeb Bush gab am Wochenende bekannt, seine Spender hätten Geschichte geschrieben. Hillary sei abgehängt worden. Wie voll die Kriegskasse in 100 Tagen geworden ist, wollte er nicht sagen, nur soviel, es ist mehr.

Jeb Bush sendet damit ein sehr deutliches Zeichen an die anderen Kandidaten seiner Partei: Ihr habt vielleicht die Argumente, ich habe die Kohle. Und bei einem voraussichtlichen Preisschild von 3 Milliarden Dollar fürs Oval Office, ist das ein klare Ansage. Jeb Bush kümmert sich auch nicht gerade um irgendwelche Farmfeste in Iowa, ums Händeschütteln in New Hampshire oder andere Wochenendaktivitäten in den frühen Vorwahlkampfstaaten. Ganz im Gegenteil, er hält sich von allem auffallend fern. Vielmehr konzentriert er sich hinter den Kulissen um die Gespräche mit den zahlkräftigen Parteifinanziers. Er weiß, falls sich Hillary Clinton durchsetzen wird, dann geht es um den Dollarkrieg in den paar Bundesstaaten, in denen die Präsidentschaftswahl entschieden wird.

Das amerikanische Wahlsystem ist nicht gerade sehr demokratisch, wenn man es sich genauer ansieht. Kalifornien ist fest in demokratischer Hand. Texas ist fest in republikanischer Hand. Und so sieht es in vielen Bundesstaaten aus. Der Wahlkampf zwischen der demokratischen und dem republikanischen Kontrahenten wird nur in einer Handvoll Staaten stattfinden, in denen es mal und mal so ausgeht. Dort werden die Wähler monatelang mit Wahlwerbespots, Flugblättern und sonstigem Wahlklimbim zubetoniert, mit Anrufen und Besuchen daheim terrorisiert werden. Ich habe das einmal in Nevada erlebt, es war ein Graus.

Jeb Bush hat nun deutlich erklärt, er ist bereit für den Zweikampf. 12 Runden, kein Problem. Platz da für den Super Heavyweight Fight zwischen Clinton und Bush.

Geld regiert die Welt

Im Land von Dagobert Duck bestimmen die Superreichen, wie die Wahlen ausgehen. Heisst, Wahlkampfspenden sind nun Meinungsfreiheit. Das oberste Gericht in den USA hat mit einem vielweisenden 5:4 Richterspruch erklärt, dass noch mehr Geld in die Wahlkampfbudgets von Kandidaten, Parteien und politischen Kommitees fließen kann. Es gibt zwar nach wie vor Limits, wie hoch eine einzelne Spende sein kann, aber die Anzahl der einzelnen Spenden wurde aufgehoben. Meinungsfreiheit drückt man hier eben über das Scheckbuch oder das Bündel Dollarnoten in der Hosentasche aus.

Republikaner und die Großspender, wie die Koch Brothers, sind begeistert von diesem Urteil der konservativen Richtermehrheit. Sie sehen nun eine gute Möglichkeit die anstehenden Wahlen für sich zu entscheiden. Mit Geld kann man es schon richten, wir wollen ja nicht vom Kaufen reden. Die Wähler werden also mit Negativwahlkampf bombardiert werden. Demokraten und Liberale im Land zeigten sich entsetzt. Die fünf Richter würden nun die 2002 lang ausgearbeitete Wahlkampfspendenreform aushöhlen. Sie hätten mit ihrem Entscheid die Schleusentore geöffnet. Der Vorsitzende Richter, John Roberts, erklärte für die Mehrheitsmeinung, nun sei eben der Kongress gefragt, neue Gesetze zu verabschieden, damit es weiterhin einen ordentlichen Ablauf gebe. Stephen Breyer meinte daraufhin für die vier Richter der Minderheit, dass das ein sehr naives Weltbild sei. Der tief gespaltene Kongress werde sich nie auf neue Regeln und Gesetze einigen können.

Amerika das Land in dem zwar nicht jeder wählen kann, aber wenn man wählt ist nicht jede Stimme gleich viel wert. In Zahlen drückt sich das so aus. Die 30 aktivsten politischen Super PAC Spender (PAC = Political Action Committee) haben in der Präsidentschaftswahl Obama gegen Romney genausoviel ausgegeben wie 3,7 Millionen Kleinspender, die jeweils 200 Dollar und weniger für ihren Kandidaten gaben, also 313 Millionen Dollar. Wahlen in den USA erinnern immer mehr an George Orwells „Farm der Tiere“: Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.

Obama und der Klingelcontainer

Von einem Klingelbeutel kann man hier nicht mehr sprechen. Barack Obama ist im Wahlkampf und sammelt Geld ein. Alleine im dritten Quartal von Juli bis September konnte der Präsident und seine demokratische Partei 70 Millionen Dollar an Spenden einfahren. Mehr als 606.000 Spender gaben dem Amtsinhaber alleine im dritten Quartal ein paar Dollar, 98 Prozent 250 Dollar und weniger, durchschnittlich wurden 56 Dollar gegeben. Von der Gesamtzahl der „Donors“ waren 257.000 Erstspender für Obama. Insgesamt haben bereits mehr als eine Million Amerikaner den Präsidentschaftswahlkampf des Demokraten unterstützt. Das Obamalager verweist darauf mit Nachdruck und erklärte: „Das ist unsere Antwort für Gegner, Presse und jeden, der daran zweifelt, ob der Präsident auf seine Unterstützer bauen kann“.

Auch die Republikaner sind mit dem Klingelbeutel unterwegs, aber lange nicht so erfolgreich wie Obama, und sie müssen auch noch wichtige Wahlkampfdollar für die Vorwahl ausgeben. Der texanische Gouverneur Rick Perry sammelte im dritten Quartal 17 Millionen Dollar ein, sein Konkurrent Ron Paul mit seiner konservativen Basisbewegung immerhin acht Millionen Dollar.

Michael Jacksons Feuerunfall

1984, beim Filmen eines Pepsi Werbespots geschah es. Fünf „Takes“ liefen einwandfrei, die Pyrotechnik funktionierte. Doch dann, beim sechsten Durchgang…vor einem schockierten Live-Publikum im Shrine Auditorium in Los Angeles zündete die Pyroshow zu früh. Jackson war noch nicht weit genug entfernt, herumfliegende Funken entzündeten sein Kopfhaar. Jackson machte einfach weiter, merkte anfangs nichts. Erst als Mitarbeiter auf die Bühne rannten und die Flammen erstickten wurde das Ausmass deutlich. Michael Jackson erlitt schlimmste Brandwunden am Kopf. Der Zwischenfall, nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Thriller“, war  der Anfang seiner lebenslangen Abhängigkeit von Schmerztabletten. Von Pepsi bekam er damals 1,5 Millionen Dollar gezahlt, die er komplett einer Spezialklinik für Brandopfer spendete.

Bislang waren nur Photos von dem Vorfall bekannt, doch nun veröffentlichte „Us Magazine“ auf ihrer Webseite ein Video, das die schockierende Szene zeigt.