10 Sekunden bis zum Tod

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem Polizisten des Sheriff Departments in Santa Rosa den 13jährigen Andy Lopez Cruz mit einer Waffe in der Hand sahen und den tödlichen Schüssen vergingen gerade mal 10 Sekunden. 16 weitere Sekunden bis die Beamten über Funk nach einer Ambulanz riefen. Das sind die ersten Ergebnisse einer Untersuchung. Sieben Kugeln trafen den Jungen, zwei davon waren tödlich.

Die Beamten gaben in einer ersten Vernehmung an, sie hätten den Verdächtigen mit einem Sturmgewehr gesichtet, ihn mehrfach aufgefordert die Waffe fallen zu lassen. Dann hätte sich die Person umgedreht und die Polizisten sahen sich bedroht und feuerten. Das alles in zehn Sekunden. Auch gaben sie an, nicht erkannt zu haben, dass der Verdächtige ein 13jähriger Junge und kein Mann war. Andy Lopez Cruz trug zur Tatzeit einen Kapuzenpulli. Wieder mal macht ein Kapuzenpulli Schlagzeilen in den USA. Man sollte die Dinger nicht mehr tragen, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man sich dann eine tödliche Kugel einfängt.

Erst als der Junge mit dem Spielzeuggewehr durchlöchert war, stellten die Polizisten fest, dass es sich bei der „Waffe“ um eine Spielzeugknarre handelte. Andy Lopez Cruz war auf dem Weg zu einem Freund.

In Santa Rosa und dem Sonoma County ist man schockiert. Schon im Jahr 2000 forderte die „U.S. Civil Rights Commission“ Sonoma County auf, zivile Untersuchungsausschüsse einzurichten, die Polizeigewalt untersuchten. Die Kommission reagierte nach acht (!) Fällen mit tödlichem Schußwaffengebrauch durch Polizisten in weniger als drei Jahren. Doch nichts geschah.

Heul halt!

Da werden nun so manche Blagen in San Francisco heulen. Denn die bösen Onkels und Tanten Supervisors haben am heutigen Dienstag mit 8:3 endgültig beschlossen, dass keine Spielzeuge mehr in die „Happy Meals“ von Fast Food Restaurants reingepackt werden dürfen. Wenn die „fröhlichen“ Menus mehr als 600 Kalorien, 35 Prozent der Kalorien von Fett oder mehr als 640 Milligramm Salz enthalten, dann kommt kein Spielzeug mehr in die Tüte. Also, jedes dickliche Kind, das Burger und Fritten verspeisen will, darf nun dabei nicht mehr mit dem ach-so-tollen Plastikkram „Made in China“ spielen. Ich hör das Geflenne jetzt schon…nix mehr mit „Happy Meal“.

Die Supervisors in San Francisco haben damit wahrlich ein deutliches Zeichen gesetzt. Als erste amerikanische Stadt haben sie damit das „Happy“ aus dem „Happy Meal“ genommen. Wenn man dick ist hat man keinen Spass zu haben, und schon gar nicht, wenn man so ein laufender Meter ist. Mit dieser Politik wird garantiert der Hüftspeck verringert. Die Kleinen werden fortan Möhrensaft statt Milchshake schlürfen, Bärlauch statt Burger verzehren und Fenchel statt Fritten genießen…natürlich mit Soja-Mayo und Tomatenketchup aus kontrolliert organischem Anbau.

Amerikaner und vor allem amerikanische Kids sind zu dick. Das ist klar und unumstritten. Also was tun, ist doch klar, es wird nicht mehr gespielt beim Essen. Nun werden Burger, Fritten und Shake genossen. Hat schon meine Großtante gesagt: Bei Tische sind die Kinder so ruhig wie die Fische.

Wie heißt dann eigentlich das „Happy Meal“, wenn kein Spielzeug mehr drin ist? „Salzige Kalorienbombe“ wäre mein Vorschlag…

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