Ein Satz mit „X“…

… „das war nix“ dachte sich Arnold Schwarzenegger am Dienstagabend, als die Ergebnisse der Sonderwahl eintrudelten. Spärlich kamen sie, denn die Wahlbeteiligung war alles andere als zufriedenstellend, sie war schlichtweg katastrophal. In einige Wahllokale kam gerade mal ein gutes Dutzend Wähler, um über die Finanzierungskonzepte des Gouvernators abzustimmen. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen. Er war extra nach Washington geflogen, um dort neben Präsident Obama in der Sonne zu stehen, als dieser die neuen Richtlinien für den Spritverbrauch bei Kraftfahrzeugen vorstellte, die nach dem Vorbild Kaliforniens festgelegt wurden. Und dann sowas….die ollen Wähler in seinem Sonnenstaat wollten ihm einfach nicht folgen.

Kalifornien ist hoch verschuldet. Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen und da dachte sich Schwarzenegger, pumpen wir uns einfach noch ein bisschen Geld und lassen mal zukünftige Generationen und Adminstrationen damit umgehen. Irgendwie geht das schon. Doch das war wohl nichts. Die Minderheit in Kalifornien hat entschieden, dass die gewählten Volksvertreter in Sacramento sich was neues ausdenken müssen. Und das tun sie jetzt auch. Jetzt wird drastisch gespart, bei allem….Polizei, Feuerwehr, Gesundsheitsvorsorge, sozialen Einrichtungen und Programmen, Parks und öffentliche Einrichtungen. Der Rotstift tanzt am Tag danach Polka. Schwarzenegger und die Abgeordneten werden sich sagen „wir wollten ja, aber die Wähler nicht“. Von daher können sie das nun ohne schlechtes Gewissen tun. Gebühren werden steigen, die Löcher in den Strassen noch grösser werden und bei Behörden wird man noch seltener eine Auskunft bekommen. Das ist schon jetzt bitterer Alltag im amerikanischen Westen.

Arni hat noch 19 Monate im Amt als Gouverneur, danach wird er drei Kreuze machen. Denn den Job hat er sich wohl anfangs anders vorgestellt. Aus der Idee des Sonnenkönigs im eigenen Staat ist nichts geworden. Und mit Sicherheit wird er am Schluss nicht seine berühmten Worte aus dem Terminator Film sagen „I’ll be back“. Denn von der Politik hat er mit Sicherheit die Nase voll.

Aus die Maus für den Hummer

Die Ankündigung hätte zu keinem passenderen Zeitpunkt kommen können. Die amerikanische Automobilindustrie demontiert sich derzeit selbst, schliesst Fabriken, streicht ganze Modelle und Marken und versucht sich durch das Abstossen tausender von Händler-Showrooms gesund zu schrumpfen. Wieviele Arbeitsplätze dabei verloren gehen werden, ist noch gar nicht absehbar.

Doch in diesen düsteren Zeiten für GM, Chrysler und Ford kommt der Präsident und verkündet das umweltpolitisch sinnvolle Ziel, den Ausstoss von Autoabgasen drastisch zu senken. Ziel ist es bis 2016 den Verbrauch pro Gallone auf 35 Meilen, also 56 Kilometer pro 3,78 Liter vorzuschreiben. Damit schlägt sich Obama auf die Seite von Arnold Schwarzenegger und Kalifornien, die das schon seit langem fordern und dafür von der (amerikanischen) Automobilindustrie hart angegangen wurden. Ein Affront für die „Gas Guzzlers“ aus Detroit, die bislang mehr auf PS-Power und Bequemlichkeit setzten, als die Zeichen der Zeit und die Ansätze aus Europa und Asien zu erkennen.

Barack Obama hat mit seinen Plänen ein neues Feuer unter den schon brennenden Arsch der US Car-Manager gelegt. Nicht nur müssen sie sich jetzt gesund schrumpfen sondern sich auch noch Gedanken machen, wie man bessere, wettbewerbsfähige, umweltfreundlichere und zukunftsorientierte Modelle produzieren kann.

Aus die Maus für den Monstertruck Hummer, der noch nicht mal als Hybrid diese Zahlen liefern kann.

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