Schutz der Elefanten in Oakland

Mit diesen Elefantenhaken werden die gewaltigen Säuger gefügig gemacht.

Mit diesen Stachelstöcken werden Elefanten gefügig gemacht.

Im Zirkus ist die Welt noch heil. Na ja, nicht ganz, zumindest dann nicht, wenn Tiere mit zur Show gehören. Der Stadtrat von Oakland hat nun ein klares Wort gesprochen und die Benutzung von Elefantenhaken, oder auch Stachelstöcke genannt, verboten. In der Abrichtung der tonnenschweren Säuger arbeitet der Dompteur mit den spitzen Stöcken und traktiert damit die Elefanten an den Füßen, hinter den Ohren und an anderen Körperstellen so lange, bis das Tier gefügig gemacht worden ist. Schon beim Anblick des Stabes soll der Elefant das machen, was er machen soll, blind gehorchen.

Die Abrichtung mit diesem Stachelstock gilt bei Tierschutzorganisationen als äußerst brutal, die Tiere werden damit durchaus verletzt und erleiden zum Teil blutige Wunden. Doch nach wie vor wird der spitze Stock eingesetzt. Die Dompteure erklären zwar, so ein Elefantenhaken sei nicht schlimmer als der Einsatz eines Halsbandes bei Hunden, doch dieser Sichtweise wollten sich die Politiker im Stadtrat nicht anschließen. Oakland folgte lieber dem Vorbild einer kleinen, doch stetig wachsenden Gruppe amerikanischer Städte, wie Austin und Los Angeles, und zog einen Schlußstrich unter diese Praktik. Der Einsatz der Stachelstöcke wird für Zirkusbetreiber im Stadtgebiet verboten. Damit werden die fahrenden Unternehmen wohl schon bald einen großen Bogen um die Stadt an der Bay machen.

Gewerkschaftsvertreter hatten bis zuletzt noch versucht, die Stadträte davon zu überzeugen, dass ein Verbot für die „City of Oakland“ teuer werden könnte, da Mieteinnahmen für das Coliseum Gelände ausbleiben würden. Gleichzeitig würden lokale Jobs im Servicebereich gefährdet, doch Tierschutz wurde hier einmal über finanzielle Interessen gestellt. Eine, ich finde, gute Nachricht aus dem Rathaus meiner Wahlheimat. Wie sieht es damit in Nürnberg aus?