Die Folgen sind noch gar nicht absehbar

Donald Trump wählt den einsamen Weg. Foto. AFP.

Der drohende Handelskrieg ist am Morgen das Thema in den USA. Präsident Donald Trump hat mit seiner Ankündigung am Donnerstag im Weißen Haus, viele vor den Kopf geschlagen, die gehofft hatten, Trump werde nach seinem provokanten und populistischen Wahlkampf Abstand von diesen Drohgebärden nehmen. Doch weit gefehlt. Trump macht ernst, er steht zu seinem Wort.

– Wie reagiert man in den USA auf dieses gehaltene Versprechen?

Schockiert, durchaus schockiert, denn gestern kam die Ankündigung von Donald Trump für viele überraschend. Sowohl Republikaner, wie auch verschiedene Unternehmen aus anderen Industriezweigen sahen gleich das, was nun kommen wird, einen Handelskrieg. Auch einige Berater von Donald Trump, die bislang verhindern konnten, dass er dieses Wahlversprechen umsetzt, waren überrascht und schockiert. Anscheinend hat sich da die “America First” Fraktion im Weißen Haus durchgesetzt.

– Wem nützt nun dieser Entscheid?

Trump regiert für seine Basis, eine Minderheit der Amerikaner. Die bejubeln ihn, dass er seine Wahlversprechen einhält, gerade jene in den Stahlhochburgen wie Pennsylvania oder Ohio. Sie glauben, damit Jobs sichern zu können, einen fairen Markt, wie Trump betont schaffen zu können. Gewinner sind natürlich auch die Stahl- und Aluminiumkonzerne, die nun Heimrecht haben, einen deutlichen Vorteil gegenüber den ausländischen Produzenten.

– Aber Trump wendet ein, dass er so Jobs in der Stahlbranche und in der Alu-Industrie schützt….?

Ja, aber eben auf Kosten von anderen Industriezweigen. Auch sein Wahlversprechen, die Kumpel im Bergbau wieder unter Tage zu schicken, war ja nicht viel mehr als ein Wahlversprechen, denn bislang sind da keine grossen Arbeitsplätze geschaffen worden. In der Stahlbranche wird das nicht viel anders sein. Trump reagierte am Morgen auf Twitter auf Anschuldigungen, er hätte keine Weitsicht, und meinte darauf in einer quasi Milchmädchenrechnung, wenn andere Länder Zölle einführen, dann schlagen die USA zurück und Amerika werde gewinnen. So einfach ist das für Donald Trump unterm Strich.

– Ist das nun der Start eines vielzitierten Handelskrieges?

Na ja, das was Donald Trump da vor hat, und wie die Reaktionen aus China, Japan, der EU und auch Kanada klingen, sieht das ganz danach aus. Nächste Woche sollen die Einzelheiten zu den Strafzöllen bekannt gegeben werden. Die EU, das ist bekannt, hat schon Gegenmaßnahmen in der Schublade liegen, andere Länder bestimmt auch. Das kann nun sehr schnell eskalieren. Auch und vor allem, weil Donald Trump nicht gerade dafür bekannt ist, Einsicht zu zeigen, einen Rückzieher zu machen. Seine Wählerbasis steht hinter ihm, das ist für ihn das wichtigste. Auch bei dieser durchaus heraufziehenden globalen Krise.

– Offenbar hat sich der Präsident mit dem Entscheid über Bedenken in seinem Beraterstab hinweggesetzt, die New York Times redet heute davon, dass es da sehr unterschiedliche Ansichten gab, und einen – Zitat : Krieg im Beraterstab. Die Gewinner – wer sind sie?

So ganz genau kann man das nicht mehr sagen, denn im Weißen Haus kommen und gehen ja ziemlich viele Leute in der letzten Zeit. Auf alle Fälle hat sich die “America First” Fraktion durchgesetzt. Sein Top-Wirtschaftsberater Gary Cohn drohte sogar mit einem Rückzug, das hielt Trump nicht zurück. Sein Finanzminister Steven Mnuchin warnte, der von Trump geliebte Aktienmarkt würde Schaden erleiden, Trump wischte das vom Tisch. Und auch Verteidigungsminister James Mattis erklärte, Strafzölle hätten riesige Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen, gerade zu Partnern der USA. Auch das fiel auf taube Ohren. Dazu sprach sich eigentlich die gesamte republikanische Führungsgruppe im Kongress gegen Strafzölle aus. Trump nahm das überhaupt nicht wahr.
Donald Trump glaubt also wirklich, dass er diesen drohenden Handelskrieg gewinnen kann und einige um ihn herum unterstützen ihn dabei.

Trump bricht einen Krieg vom Zaun

Gegen den Willen aus nah und fern. Donald Trump will Strafzölle sehen. Foto: Reuters.

Immer wieder hatte der amerikanische Präsident, Donald Trump, davon gesprochen, nun will er es umsetzen. Gegen Einwände aus seiner eigenen Partei, von amerikanischen Unternehmen und ausländischen Regierungen will er dennoch die heimische Stahl- und Aluminiumindustrie gegen Importe abschotten. Und das will er mit Strafzöllen durchsetzen. Ein Handelskrieg droht, hier ein Audio-Beitrag:

      Trump und die Strafzölle

„Yummy, Yummy Steel’”

Der alte Ostteil der Bay Bridge (rechts) wird abgerissen.

Der alte Ostteil der Bay Bridge (rechts) wird abgerissen.

Hunderttausende von Tonnen Stahl stehen da noch zwischen Oakland und Treasure Island. Der Ostteil der alten Bay Bridge wird abgerissen, die Autos fahren nun auf dem hellen Neubau gleich daneben Richtung San Francisco.

Doch was machen mit all dem Altstahl. Das fragten sich viele Künstler, die in der Bay Area leben und fast täglich im Berufsverkehr auf der Brücke standen. Denn gerade hier werden viele Kunstprojekte für das alljährliche „Art Festival“ Burning Man hergestellt. Oftmals gewaltige Stahlkonstruktionen, wie die von Rebecca Anders. Sie arbeitet derzeit an einem riesigen Tiefseefisch, der beim kommenden Festival in der Wüste von Nevada aus dem Grund der Playa auftauchen soll.

Illumacanth ist das neue Stahlprojekt von Rebecca Anders.

„Illumacanth“ heisst das neue Stahlprojekt von Rebecca Anders. Hier ein Model des Tiefseefisches.

Die Künstler organisierten sich und schrieben die staatliche Verkehrsbehörde CalTrans an, die in Kalifornien für die Highways, Freeways, die Brücken und den Schienenverkehr zuständig ist. Der Vorschlag war, doch einiges an überflüssigem Stahl der Kunst im Bundesstaat zur Verfügung zu stellen. Nach längerem Hin und Her willigte CalTrans ein und beauftragte das Oakland Museum of California mit der Verteilung.

Nun also können sich Kunstschaffende um das bewerben, was da in langer Kleinarbeit zerlegt wird. Wichtig ist, dass die Künsterinnen und Künstler nachweisen, dass sie mit Stahl arbeiten können und daraus öffentliche Kunstprojekte produzieren werden. Denn aus dem Material, der 1937 eröffneten Brücke, soll etwas für Kalifornien enstehen. Ein beeindruckender Kreislauf der Kreativiät.

Nischt geht mehr

Bay Bridge ArbeitenDrei schlappe Stunden dauert derzeit die Hin- und Rückfahrt von Oakland nach San Francisco im Berufsverkehr. Die Bay Bridge, die beide Städte verbindet und mit rund 230.000 Autos täglich eine wichtige Hauptverkehrsader in Kalifornien ist, ist weiterhin geschlossen. Seit Dienstagabend arbeiten die Ingenieure und Crews ohne Unterbrechung daran, das Problem zu beheben.

Zum abendlichen Berufsverkehr am Dienstag stürzte ein „I Beam“, ein 5000 Pfund schwerer Stahlträger auf die Fahrbahn, der erst Anfang September angelegt worden war. Damals zum „Labor Day“ war die Brücke ebenfalls für den Verkehr gesperrt worden, um ein Behelfsstück für den Neubau auf der Ostseite der Bay Bridge einzusetzen. Während dieser geplanten Arbeiten entdeckten Ingenieure, dass Risse im Stahlkonstrukt der 70 Jahre alten Brücke aufgetreten waren und verstärkten mit dem Stahlträger die Kabel. Was sie anscheinend dabei nicht beachteten war, dass die Schwingungen von täglich 230.000 Fahrzeugen und der ständig wehende Wind über der Bay das ganze lockern würden. Am Dienstag, nach nur wenigen Wochen, war es eben soweit, der Stahlträger kam runter, beschädigte „nur“ drei Fahrzeuge.

Und nun geht eben nichts mehr. Wie es heisst, soll eventuell der Verkehr am heutigen Nachmittag wieder fliessen. Die Probleme auf der Bay Bridge machen eines jedoch ganz deutlich, zu lange schon wurde der Strassenbau in Kalifornien vernachlässigt. Es grenzt an ein Wunder, dass bislang nicht mehr Stahl und Beton auf die Autofahrer herunter prasselte. Die Ausgaben für das Strassennetz im Bundesstaat wurden regelmässig gekürzt oder eingefroren, was deutlich zu sehen ist. Kommen Sie in Los Angeles oder San Francisco an, fahren Sie mit dem Auto auf die nahegelegenen Autobahnen „405“ oder „101“ und Sie werden schnell merken, von was ich spreche. Oberstes Gebot: auf Schlaglöcher aufpassen, möglichst schnell unter Brücken und von Brücken kommen.

Schiff Ahoi

USS New YorkAm Samstag gab es auf Staten Island die Taufe eines neuen Kriegsschiffes der US-Navy. Die „USS New York“ kostete rund eine Milliarde Dollar, wiegt 25.000 Tonnen, ist gut 200 Meter lang und kann 360 Seeleute und 700 Marines beherbergen. Das besondere an dem Kreuzer ist jedoch die Spitze des Rumpfes, der aus 7,5 Tonnen Stahl vom zerstörten World Trade Center in New York geformt wurde. Das Schiff war bereits in Planung, als die Passagierflugzeuge in die Türme des WTC flogen. Der ehemalige New Yorker Gouverneur, George Pataki, setzte sich daraufhin dafür ein, dass Stahl aus den Trümmern für die „USS New York“ genutzt wird, um so ein Zeichen zu setzen.   Der New Yorker Kongressabgeordnete Vito Fossella (R) erklärte, die Ereignisse des 11. Septembers werden niemals vergessen werden, auch und gerade, weil nun ein Teil des zerstörten WTC in anderer Form weiter existiere. „Und wenn die „USS New York“ Osama bin Laden bis zu den Toren der Hölle verfolgen müsste, der Kommandeur und die Mannschaft des Schiffes haben meine volle Unterstützung“. Zu der vielbeachteten und bedeutungsvollen Schiffstaufe waren Tausende von Menschen gekommen, darunter viele Hinterbliebene der Anschläge vom 11. September 2001.