„I just called to say…I’m not coming anymore“

Stevie Wonder kommt nicht mehr nach Florida. Das hat der Musiker bei einem Konzert im kanadischen Quebec erklärt. Grund dafür ist das Gesetz „Stand your ground“, das besagt, wenn man angegriffen wird, darf man sich verteidigen, auch mit einer Waffe, auch mit tödlichen Schüssen. Aufgrund dieses Gesetzes wurde am Samstag George Zimmerman freigesprochen, der im vergangenen Jahr den 17jährigen Afro-Amerikaner Trayvon Martin während einer Auseinandersetzung erschoss. Die Staatsanwaltschaft konnte nicht klar belegen, wer der Aggressor war, Zweifel bestanden, die Jury wollte Zimmerman nicht verurteilen, der erklärte, er habe sich nur verteidigt.

Seitdem diskutiert Amerika über eine rassistische Justiz, über Diskriminierungen von Schwarzen, über „Racial Profiling“, die gezielte polizeiliche Kontrolle aufgrund von rassischen Gründen. In Online-Foren, in Diskussionssendungen, auf der Straße beklagen sich junge Schwarze, dass sie von vornherein von der Polizei als Kriminelle gesehen werden. Sie würden öfters und stärker kontrolliert werden. Amerikas Polizeibehörden und Justizia sei auf einem Auge blind.

Nun bekommt die Debatte durch die Ankündigung von Stevie Wonder nochmal einen neuen Dreh. Er wolle in keinem Bundesstaat mehr auftreten, in dem so eine Gesetzgebung existiere. Ein junger Afro-Amerikaner sei Opfer genau dieser „Stand your ground“ Regel geworden. Stevie Wonder wird seinen Tourplan nun deutlich einschränken müssen, denn in mehr als der Hälfte der US Bundesstaaten sind solche Gesetze verankert. Doch Wonders Entscheidung stößt auf großes Interesse, abzuwarten ist nun, ob andere Musiker und Bands seinem Beispiel folgen werden. Diese „musikalische“ Abstimmung könnte schließlich Erfolg haben, dass ein fatales Gesetz wie „Stand your ground“ überarbeitet wird.

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