Das fliegende Schwein im Konzert

Pink Floyd gehören zweifellos zu den besten, einflussreichsten und erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Ihre Alben sind Rockklassiker, die zeitlos sind. Der Kopf der Band, Roger Waters, fand immer die richtigen Worte, auf  „Dark side of the moon“, „Wish you were here“, „The Wall“ und „The Final Cut“. Aber auch auf Solopfaden begeisterte Waters mit seiner direkten Ausdrucksweise. Für mich eine der besten Platten ist „Amused to Death“, ein genialer Seitenhieb auf die moderne Mediengesellschaft.

Und nun meldet er sich mit „Is this the life we really want?“ zurück. Erneut eine brillante Platte, für die er sich sehr viel Zeit nahm. Doch die Lieder an sich erregen die Konservativen im Land nicht. Da scheinen sie nicht genau hinzuhören. Es ist vielmehr die dazugehörige Tour von Roger Waters, die die Trump-Fans auf die Palme bringen und sie nach einem Pink Floyd Boykott schreien lassen. Klar, verbrennt Eure Pink Floyd Platten! Rogers Waters bezieht in den Konzerten eine klare Stellung gegen Präsident Donald Trump, da fliegt das bekannte „Schwein“ aus der „Animals“ Ära mit Trumps Bild durch den Saal. Die ersten Rufe nach einem Einreiseverbot des Musikers wurden schon auf FOXNews laut. Roger Waters grinst sich einen, denn ein Boykott gegen seine Platten sind ein lächerlicher Versuch Kritik eines Ausnahmekünstlers zu unterdrücken.

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Auch eine deutsche Band ist unter den deutlichen Kritikern des derzeitigen US Präsidenten. KMFDM, die Industrial-Elektronik-Metal Formation des Hamburges Sascha Konietzko, veröffentlicht im August ein neues Album, eine US Tour ist für den Herbst geplant. KMFDM nahmen auf ihren Platten und in ihren Konzerten nie ein Blatt vor den Mund, sie sprechen das an, was da „oben“ schief läuft. Eine ihrer politischsten Alben kam zur Zeit von George W. Bush auf den Markt und hieß „WWIII“, ein brillantes Werk, das an Deutlichkeit kaum zu überbieten war. Darauf auch „Stars and Stripes“, alles andere als ein patriotisches Lied in der Bush-Ära. KMFDM haben begeisterte und engagierte Fans weltweit, einer davon hat nun genau diesen Song mit neuen Bildern unterlegt, die treffender, passender und vernichtender nicht sein könnten. Donald Trump wird diese bildliche Version von KMFDMs „Stars and Stripes“ wohl kaum mögen, es lohnt sich, den Text mitzulesen:

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„Happy Birthday USA“

Eine Bootsparade läutete den Nationalfeiertag ein.

Eine Bootsparade läutete den Nationalfeiertag ein.

Nach 20 Jahren in den USA habe ich nun endlich auch mal eine „4th of July“-Parade erlebt. Und die war am 3. Juli, nachts um halb elf, eine Gruppe beleuchteter Boote fuhr um einen See in der UP von Michigan. Fahnen und Musik zwischen Country und Classic Rock, die Zuschauer am Ufer schossen Raketen und Feuerwerk ab, dazu immer mal wieder „USA, USA“ Rufe. All das erinnerte mehr an eine nächtliche „Art-Car“ Show auf der Playa während des „Burning Man“-Festivals in der Wüste von Nevada, als an eine „Proud to be American“ Parade, wie man sie sich so vorstellt. Hier oben, hoch im Norden, laufen eben viele Dinge anders ab.

An diesem 4. Juli werden wieder Reden geschwungen, die Größe der Nation beschworen, für ein paar Stunden die Einheit der Amerikaner gelobt. Und das in einem Wahljahr, in dem es so deutlich wird, dass durch die amerikanische Gesellschaft ein tiefer San Andreas Graben verläuft. Lange hielt der Burgfrieden sowieso nicht, denn Donald Trump beschimpfte kurz nach seinem „Happy 4th of July“-Tweet seine Kontrahentin Hillary Clinton als „Crooked“. Und die schoss umgehend mit einem Video-Tweet gegen Trump zurück. Der Wahlkampf macht vor nichts eine Pause.

An diesem Tag feiern die USA ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Am 4. Juli 1776 unterschrieben Thomas Jefferson, John Adams und Benjamin Franklin die „Declaration of Independence“. Darin erklärten sich die 13 Kolonien auf dem Kontinent als neue Nation. Dazu gehörten:  Delaware, Pennsylvania, New Jersey, Georgia, Connecticut, Massachusetts Bay, Maryland, South Carolina, New Hampshire, Virginia, New York, North Carolina und Rhode Island mit den Providence Plantations. Seitdem feiern die Amerikaner diesen Tag als Nationalfeiertag, mit BBQ und Feuerwerk, Paraden, vielen Fahnen und patriotischer Musik. Die „Stars and Stripes“ sieht man in diesen Tagen überall. Fahnen an Häusern, an Autos, auf Sweat- und T-Shirts, an Hundehalsbändern auf Fingernägeln. Amerika feiert sich selbst, Gründe dafür gibt es – auch mit einer kritischen Distanz – sicherlich genug. Von daher: „Happy Birthday USA“.

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„Stars and Stripes“ American Made

Da weht sie die Fahne. Wenn sie hochgezogen wird, legen Amerikaner die rechte Hand auf ihr Herz. United we stand. Die Flagge ist wohl das amerikanischste Symbol schlechthin. Damit diese nicht in Feindeshände gerät, haben schon Soldaten ihr Leben gelassen. Das erste, was nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hochgezogen wurde, waren die „Stars and Stripes“. Lange war es egal, wo die Fahne produziert wurde, doch das ist nun vorbei. Amerikaner schauen mittlerweile mehr darauf, wo die Sachen herkommen.

Nun hat das Pentagon als Hauptabnehmer der Flagge beschlossen, nur Fahnen aus amerikanischer Produktion zu bestellen. Nicht nur, dass die Flaggen hier genäht werden müssen. Nein, auch die Farben und der Stoff muß in den USA hergestellt worden sein. Also, „Stars and Stripes“ 100% „Made in USA“. Diese Entscheidung freut vor allem den demokratischen Kongressabgeordneten aus Nordkalifornien, Mike Thompson, in dessen Wahlbezirk einer der Flaggenhersteller angesiedelt ist. „Unsere Männer und Frauen in Uniform sollten unter einer amerikanisch produzierten Fahne dienen, und unsere Steuerdollars sollten nur für solche Fahnen ausgegeben werden“.

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Ene-Mene-Muh-Und-Raus-Bist-Du

Herman Cain’t ist dann mal weg. War doch ein bißchen viel mit den Frauengeschichten und den peinlichen Aussetzern. Ein Kommentator faßte es richtig zusammen, wenn man so viele Leichen im Keller hat, sollte man vorher schon mal überlegen, wie man die erklärt und nicht erst noch Omas Häkeldecke drüberlegen und hoffen keiner sieht was. Cain zieht sich also aus dem Rennen zurück, will aber – das war klar – aktiv in der Politik bleiben und auch eine Wahlempfehlung an seine Unterstützer geben. Die politische Karriere ist für ihn allerdings damit wohl vorbei, aber es gibt ja noch FOXNews, dort wird er sicherlich einen guten Kommentatorenjob angeboten bekommen.

Einige der Cainschen Tea-Party Anhänger werden  sich nun wieder umschauen müssen. Weit brauchen sie ja nicht zu schauen, ihr Darling Michelle Bachmann ist ja noch im Rennen und hat sich in dieser Woche wärmstens für das Präsidentenamt empfohlen. Wenn sie erst mal im Oval Office sitze, dann wird sie sofort die amerikanische Botschaft in Teheran schließen. Einziges Problem dabei, die USA haben schon seit 1980 keine diplomatische Vertretung mehr im Iran. Egal! Aber wenn die „Stars and Stripes“ noch unterm iranischen Himmel wehen würden, dann würde Iron-Michelle das sofort ändern. Das ist doch ein Wort, das sind doch gute Aussichten!

Und auch, was sie in Sachen Homoehe erklärt hat, deutet auf ihre politische Entschlossenheit hin. Auf die Frage, warum gleichgeschlechtliche Paare nicht heiraten dürfen, meinte Michelle Bachmann: „Sie können doch heiraten. Sie können einen Mann heiraten, wenn sie eine Frau sind. Oder sie können eine Frau heiraten, wenn sie ein Mann sind.“ Noch Fragen?