Mein Freund der Baum ist tot

Der weltbekannte Baumtunnel ist nicht mehr. Foto: Amber Rack/bigtree.org

Einer der bekanntesten Bäume steht nicht mehr. Die jüngste Sturmserie über Nordkalifornien ließ am Sonntag den „Pioneer Cabin Tree“ im „Calaveras Big Trees State Park“ umknicken. Jim Allday, der auf seiner Facebook Seite vom Ende des Titanen berichtete, schrieb: „Wir haben einen alten Freund verloren“. Bekannt wurde der Baum durch seinen Tunnel. Vor 137 Jahren wurde nach dem Vorbild des gewaltigen „Wawona Tunnel Sequoia“ im Yosemite National Park ein größeres Loch in den Baum geschlagen, so groß, dass Generationen von Touristen mit Autos durchfuhren, durchliefen und Gruppenbilder machten, um zu zeigen, was für ein gewaltiger Baum dieser Sequoia ist.

Der Wawona in Yosemite fiel 1960 in einem Sturm, der Pioneer Cabin Tree blieb stehen und blickte im Alter von 1000 Jahren ins 21. Jahrhundert. Die kalifornische „Parks and Recreation“ Behörde erklärte, dass manche der Riesen unter den Bäumen über 3000 Jahre alt sind. In den State Parks Kaliforniens sind etliche Sequoias zu finden, die ein Alter von 1000 Jahren haben. Theoretisch, so die Behörde, können die Bäume endlos leben. Meist kommt ihr Ende durch Feuer, Überflutungen und Erdrutsche.

Bärige Zeiten

1984 wurden in Kalifornien 4080 Schwarzbären gezählt. Zehn Jahre später waren es schon 17,800 und 2008 wuchs die Anzahl der Schwarzbären auf 37,518 an. Früher wanderten die Bären einfach für einen Snack zu Campingplätzen, traten mal kurz gegen einen Abfallbehälter und frassen die Reste auf. Das ist nun vorbei. Wer schon einmal in den kalifornischen National- oder Stateparks war, der wird die „bear proved“ Mülleimer gesehen haben.

schwarzbaerDoch die steigende Bärenbevölkerung hat nach wie vor Appetit. Fast in jedem County von Kalifornien trifft man nun auf Schwarzbären. Und nicht nur das, die bis zu 300 Pfund schweren Tiere sind vom Knacken der Mülleimer auf Hauseinbrüche umgestiegen. Immer mal wieder kommen Bewohner nach Hause und finden Mutterbär mit ihren Kleinen im Garten oder auch im selbst Haus vor. Dort leeren sie Vorratskammern und Kühlschränke und gehen nicht gerade behutsam vor.

Gerade in Wald nahen Gebieten in Nordkalifornien, wie der Lake Tahoe Area, ist das Bärenproblem riesig geworden. Die Beschwerdeanrufe bei lokalen Behörden und Polizeidienststellen stiegen in den letzten Monaten drastisch an. Die Bären haben in diesem Jahr früher als gewohnt ihre Überwinterungsplätze verlassen. Normalerweise sieht man sie erst im Mai/Juni, doch dieses Jahr waren sie schon im März auf den Beinen. Bewohner fordern nun den Schutz vor den Bären.

Das Problem ist aber auch hausgemacht. Früher lebten Grizzlies in Kalifornien, die darauf achteten, dass die Schwarzbären nicht in ihre Gegenden kommen. Doch der letzte Grizzly ist schon vor langer Zeit dem Jäger vor die Flinte gelaufen, die Schwarzbären können sich nun ausbreiten wie sie wollen. Und auch der Trend raus aus den Ballungsgebieten und in die freie Natur zu ziehen, fördert die Konfrontation mit den Felligen. Darüberhinaus wächst die Population der Schwarzbären, immer mehr Jungtiere werden gesichtet. Das alles könnte zu einem noch grösseren Problem werden.