Steve Jobs Memorial

Am Sonntagabend veröffentlichte Apple Inc. auf seiner Webseite ein Video von der Trauerveranstaltung für Steve Jobs. Die Feier fand am Mittwoch im kalifornischen Cupertino statt. Weltweit wurden die Apple Stores geschlossen, damit die Mitarbeiter per Videozuschaltung dabei sein konnten. Unter den Rednern war auch der ehemalige Vize-Präsident und jetztiges Apple Inc. Board Mitglied Al Gore, musikalische Gäste Coldplay und Norah Jones.

Zu der Trauerveranstaltung waren weder Journalisten noch die Öffentlichkeit zugelassen. Mehr als eine Million Menschen haben sich unterdessen in das virtuelle Kondolenz-Album für Steve Jobs eingetragen.

Die offizielle Apple Inc. Trauerfeier für Steve Jobs kann man hier verfolgen.

Achtung, Zusatz von Apple: „Streaming video requires Safari 4 or 5 on Mac OS X Snow Leopard or Lion, Safari on iOS 3 or later, or QuickTime 7 on Windows“.

Protest am Grab

Über ihr iPhone (!) twitterte Margie Phelps, dass Steve Jobs nun in der Hölle sei, da wo er hingehöre. Jobs hätte nur sich selbst gedient und nicht Gott und dabei auch noch andere zur Sünde verführt. Aus diesem Grund werde sie und ihre Westboro Baptist Church an der Beerdigung des Apple Gründers lautstark protestieren. Margie Phelps ist die Tochter des selbsternannten Pastors Fred Phelps, der vor allem dafür bekannt wurde, an den Begräbnissen für gefallene GIs zu protestieren und die Toten als Gottes Rache für Homosexualität und Lotterleben zu beschimpfen.

Nun also ist es Steve Jobs. Die Nation, die gesamte Welt trauert über den Verlust des Computervisionärs und diese Splittergruppe von Hohlköpfen im Mantel der Religion läßt mal wieder von sich hören. Interessant ist dabei, dass Phelps selbst iPhone User ist und so quasi den angeblichen Höllenritt von Jobs mit unterstützt hat. Das schlimme bei allem ist, dass diese Gruppe von Extremisten vom höchsten Gericht der USA geschützt wird. Die hasserfüllten Aussagen, die Präsenz an Beerdigungen, das bewußte Herumtrampeln auf den Gefühlen anderer ist laut Verfassungsgericht als „Free Speech“ geschützt.

Wenn überhaupt einer bei Luzifer vorbeischaut, dann ist es wohl Phelps und seine Sprösslinge, die verblendet von einem Rachegott sprechen, als ob wir hier noch in der griechischen Mythologie lebten

 

 

Zwei Eilmeldungen

Am Spätnachmittag kommen zwei Eilmeldungen über das iPhone App rein, die eigentlich genau das ausdrücken was im amerikanischen Medienspektakel schief läuft. Als erstes kommt die Nachricht, dass Sarah Palin die Hose voll hat. Nach langer Überlegung sei sie zu dem Entschluß gekommen, nicht ins Rennen um die republikanische Kandidatur einzugreifen. Kein Wort davon, dass sie eh keine Chance gehabt hätte, das Ruder rumzureißen, aber das ist typisch Palin. Die Zweijahresgouverneurin von Alaska redet viel, aber überzeugen kann sie nicht. Allein diese Meldung ihrer Nicht-Kandidatur ist so eine unnütze Verschwendung des Begriffs „Breaking News“. Damit wertet man eine Sarah Palin nur auf, die politisch bislang nichts erreicht hat.

Und dann kam die traurige Eilmeldung vom Tod des Apple Gründers Steve Jobs, jenem Mann, der mit seinen Ideen und seinen Visionen das Computerzeitalter maßgeblich beeinflußt hat. Ein Pionier in vielerlei Hinsicht, der Standards setzen konnte, der Veränderungen voran trieb, der Grenzen versetzte. Man denke dabei nur an den Erfolg des iPods und wie wir heute Musik hören. Apple war unter Jobs nicht nur Computerfirma, sondern entwickelte sich eben auch zum größten Musikladen der Welt. Mit 56 Jahren verlor Jobs am Mittwoch seinen langen Kampf gegen den Krebs.

Und das ist eine Nachricht, die wirklich „Breaking News“ ist und nicht so ein Larifari Blödsinn über Sarah Palin.

Erdbeben auf breiter Flur

Gestern Nacht und heute Morgen bebte die Erde in der San Francisco Bay Area. Zwei kräftige Schüttler, etwas über 3 auf der Richterskala. Nach Colorado und Washington DC war man nun auch wieder in Kalifornien vorgewarnt, dass „The Big One“ bevorsteht. Wann und wo genau weiß keiner, aber dass es kommt ist klar.

Und dann am Mittag gab es ein anderes Beben, das weitreichende Folgen haben könnte. Steve Jobs, der Kopf hinter dem Erfolg des Apple Konzerns, nahm seinen Hut als CEO der Firma. Fortan wird er „nur“ noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats auftreten. Sein Nachfolger im Chefsessel wird Tim Cook, der seit 13 Jahren bei Apple ist und bislang für den weltweiten Verkauf und den täglichen reibungslosen Ablauf des Unternehmens verantwortlich war. Jobs selbst hat in seinem Rücktrittsschreiben seinen Nachfolger vorgeschlagen. Die Aktie von Apple stürzte erst leicht ab, erholte sich dann aber kurz vor Börsenschluß. Unklar ist noch, wie sich diese Veränderung in der Führungsriege des Unternehmens langfristig auf die Produkte und den Aktienwert von Apple auswirken wird. Steve Jobs ist sowohl der Retter der Firma, die ihn Mitte der 90er Jahre zurück holte, wie auch der kreative Kopf hinter den Produkten wie iPhone, iPod und iPad.