Das „f…in“ Wort „F…“

„F…“ ist ein Wort, das überhaupt nicht geht. Jedenfalls nicht, wenn man eine Radiosendung in den USA produziert. Da kennen die Amerikaner keinen Spass. Mit „F…“ kann man sich seine Karriere zugrunde richten und dabei auch noch arm werden. Als DJ auf KUSF, dem Collegesender in San Francisco, muss man schon sehr aufpassen. Denn zum einen sendet der Sender im Vergleich zu den kommerziellen Stationen wirklich live und nicht mit 10 Sekunden Verzögerung. Zum anderen unterschreibt man, dass man für eventuelle Bussgelder selbst aufkommt. Und die können bei rund 30.000 Dollar (!) pro Vergehen liegen.

Das ist auch ein Grund, warum ich jede CD, bevor ich sie on-air spiele, genauestens durchhöre. Seltsamerweise finden gerade viele deutsche Bands das „F…“ Wort besonders cool und nutzen es bis zum Abwinken. Deutscher HipHop geht gar nicht, denn die „F…“-Bombe, wie „F…“ hier drüben auch genannt wird, ist da quasi Markenzeichen und isssss jaaaaa soooooo cooooool! Das schlimmste allerdings, was mir je zugeschickt wurde, war eine Compilation von Düsseldorfer Punk Bands. Ich konnte keinen einzigen Song daraus spielen, soviele „F…“s und „S…“s gab es darauf. Ja, „S…“ ist auch ein Bannwort im puritanischen amerikanischen Medienmarkt.

Aber nun zur Bedeutung und Nutzung von „F…“. Hierzu ein kleines Video, es sei allerdings darauf hingewiesen, dass das im amerikanischen Sinne nicht jugendfrei ist. Also „Explicit Adult Language“:

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$ 80.000 pro Download Song

Eine steile Rechnung hat nun eine Frau in Minnesota präsentiert bekommen. Für 24 Songs, die sie im Internet geladen und dann über eine „File Sharing Site“ zur Verfügung gestellt hatte, wurde sie jetzt von einem Gericht zu 1,92 Millionen Dollar oder 80.000 Songs pro Song verdonnert.

Der Anwalt der Frau argumentierte zwar, dass nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob sie es auch wirklich gewesen sei, doch eindeutige Recherchen ergaben, dass sowohl ihr Online Name, ihre Mailladresse als auch ihre Internet Protocol Adresse stimmten. Der Jurist meinte echt, man habe die Frau ja nicht auf frischer Tat erwischt, was für ein Dämelargument ist das denn!!!

Der Verteidiger stellte die Angeklagte als mutige Frau dar, die im Kampf gegen die gewaltige amerikanische Plattenindustrie, die geklagt hatte, aufstand und ihr Recht forderte. Die RIAA betonte nochmals, dass es ihr nicht um einen Richterspruch ginge und sie der Beschuldigten auch nach dem Prozess noch die Möglichkeit einer aussergerichtlichen Einigung einräume.

Die mehrfache Mutter gab sich am Ende gelassen und meinte, sie werde das ohnehin nicht zahlen können. Eigentlich, wenn man sich mal die runtergeladenen Songs der Frau genauer ansieht, kann man nur zum Ergebnis kommen, sie ist für einen schlechten Musikgeschmack bestraft worden. Der Richter dachte sich beim Durchlesen der Songliste sicherlich: „Boah, so wat geht ja gaaaaa nich…dat gehoert verbot’n“.