Schlechte Zeiten für Freier

Dirty HarryMinneapolis und viele andere Städte machen es schon, nun denkt man auch in San Francisco darüber nach. Prostitution ist in den USA illegal, doch nach wie vor wackeln Damen und damenhafte Männer des horizontalen Gewerbes durch die Innenstädte, denn Freier gibt es überall. Für ein paar „Bucks“ ist alles käuflich. Verhaftungen hin oder her, es scheint, die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Minneapolis hat nun eine Webseite mit dem treffenden Namen „JohnsPics“ ins Internet gestellt. Als „John“ werden Freier bezeichnet. Auf der Seite kann man jene Kunden sehen, die von der Polizei dabei erwischt wurden, wie sie Prostituierte in ihr Auto einsteigen liessen oder sogar direkt beim eigentlichen Akt verhaftet wurden. Immer mehr Gemeinden und Gerichte setzen auf die öffentliche Demütigung um abzuschrecken.

Nun also San Francisco. Im Bereich der unteren Polk Street, nur wenige Blocks vom Rathaus entfernt, ist die „Liebe“ in allen Variationen käuflich. Eine vor kurzem durchgeführte Verhaftungswelle ergab jedoch, dass von 15 Kunden, 14 von ausserhalb San Franciscos waren. Von den 36 abgeführten Prostituierten, männlichen und weiblichen Geschlechts, wohnten nur zwei in San Francisco. Der Grund dafür, San Francisco hat den Ruf weg, so gut wie gar nichts gegen Strassenprostitution zu unternehmen. Die Polizei schaut einfach weg, winkt mal nett aus dem Streifenwagen und sucht den nächsten Donut Laden für ein verdientes Päuschen. Nun aber ist ein neuer Polizeichef ins Amt gekommen und der hat die Faxen dicke. George Gascón will nun hart durchgreifen und macht sich damit alles andere als beliebt. Mal sehen, wie weit er kommt oder wann er frustriert das Handtuch schmeisst. San Francisco bräuchte zwar mal einen wirklichen „Dirty Harry“, aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieser sich in der „City by the Bay“ durchsetzen könnte, sind gleich Null.