Subway und das Marketing Problem

Das war der Supergau für Subway. Nein, nicht die Gurke fiel vom Sandwich, vielmehr wurde das Gesicht des Fast Food Unternehmens, Jared Fogle, wegen 14fachem Sex mit Minderjährigen, Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie angeklagt. Und nun hat Jared Fogle sich für schuldig befunden zwischen 2007 und 2015 all das wirklich getan zu haben. Man einigte sich darauf, dass er für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis muß und, dass Fogle jedem seiner Opfer 100.000 Dollar zahlt.

Seit 2000 wurde Fogle in der Werbung des Unternehmens gezeigt. Die Subway Manager waren von seiner Geschichte angetan. Als Student in Indiana hatte Jared Fogle nach eigenen Angaben rund 111 Kilogramm mit Sport und einer Subway Sandwich Diät abgespeckt. Die Fast Food Kette wollte sich als gesunde Alternative zu den Burger Buden darstellen, da kam Jared gerade recht. Und der nette junge Mann von nebenan war Gold wert. Innerhalb von wenigen Jahren verdoppelte das Unternehmen seine Gewinne. Fogle verdiente sehr gut, gründete eine Stiftung, um anderen beim Abnehmen zu helfen und wurde zu einem B-Prominenten in den USA.

Doch damit ist nun Schluß. Jared Fogle, dessen Gesicht jeder mit Subway in Verbindung brachte, wird ersteinmal einige Jahre einsitzen. Seine Karriere ist beendet, seine Frau kündigte bereits die Scheidung an. Und Subway hat nun ein ziemliches Imageproblem. Da hilft auch nichts, dass das Unternehmen am Mittwoch erklärte: „Jared Fogles Taten sind unentschuldbar und repräsentieren nicht die Werte unserer Marke“.

YouTube Preview Image

 

 

Zäh wie Juchtenleder

Stimmt, manchmal fühlte es sich so an, als ob man auf einer Schuhsohle oder einer Yoga-Matte herumkaute. Nun ist das auch amtlich. Die amerikanische Sandwich Kette „Subway“ hat nun zugegeben, dass in ihren Broten Azodicarbonamide verbackt werden, ein Hefe-Verstärker, der allerdings auch industriell in der Produktion von Schuhsohlen und Yoga-Matten eingesetzt wird . Interessanterweise dürfen die in anderen Ländern nicht in Lebensmitteln genutzt werden, nur eben in den USA. Nun hat die Nahrungsaktivistin „FoodBabe“ eine Unterschriftenaktion gestartet und „Subway“ hat überraschenderweise schnell reagiert. Die Chemikalie soll fortan auch nicht länger im amerikanischen Brotteig verwendet werden. FoodBabe hofft, dass auch andere Großbäckereien diesem Schritt folgen werden und das Gepansche in Zukunft unterlassen.

Ohnehin tut sich was in der amerikanischen Nahrungsmittelindustrie. Immer öfter sehe ich in Supermärkten auf Verpackungen Aufkleber, auf denen vermerkt ist, dass dieses oder jenes Produkt kein „High Fructose Corn Syrup“ enthält. Die Konsumenten in den USA wurden über Jahre mit dem Zuckerersatz zugeschüttet. Ein Grund für die Fettleibigkeit vieler Amerikaner. Doch seit einiger Zeit schaut man mehr und mehr darauf, was eigentlich in dem ist, was man da isst. Die „Subway“ Geschichte ist also nur ein Beispiel von vielen eines gesunden Wandels in der amerikanischen Lebensmittelindustrie.

YouTube Preview Image