Das Weiße Haus steht zum Verkauf

50 x eine Millionenspende. Die politischen Aktionsgruppen, die Super PACs – Political Action Committee – haben bislang so viel Geld eingesammelt, wie noch nie zuvor. Darunter auch Superreiche, die auf diesem Weg ihren Einfluss auf das politische Geschehen ausweiten wollen. Mehr als die Hälfte der außerparlamentarischen Interessensgruppen ist mit dem früheren Gouverneur von Florida Jeb Bush verbandelt. Insgesamt haben die Super PACs hinter all den Kandidaten bereits 272,5 Millionen Dollar eingesammelt, mehr als  viermal so viel, wie die einzelnen Kandidaten bislang für sich zusammengerechnet bekommen haben.

Der Wahlkampf ist zu einer „Money Machine“ geworden. Ohne die Gelder aus dem Hintergrund läuft so gut wie gar nichts mehr. Und das, obwohl es vor ein paar Jahren eine sogenannte „Campaign Reform“ gab, eine Reform der Wahlkampffinanzierung. Doch anstelle einer Kontrolle, ist alles außer Kontrolle geraten, wie auch das erwartete Preisschild von rund fünf Milliarden Dollar für den Präsidentschaftswahlkampf 2016 verdeutlicht.

Die Republikaner profitieren vor allem von den Geldern aus der zweiten Reihe. Aber auch Hillary Clinton und ihr Umfeld haben ihre Super PACs in Stellung gebracht. Sie hat ganz klar das Ziel ausgegeben, dass sie eine Milliarde Dollar auf ihrem Spendenkonto braucht, um auf der Zielgeraden gegen einen republikanischen Herausforderer bestehen zu können. Und die Gelder fließen. Der Vorwahlkampf der Republikaner führt vielen Demokraten vor Augen, was auf dem Spiel steht, wenn ein Jeb Bush, ein Rick Perry, ein Ted Cruz oder ein Donald Trump am Ende ins Weiße Haus einziehen sollte.

Endspurt im Wahlkampf

Von Mittwochnachmittag bis Freitagfrüh war ich in Las Vegas. Dort lief ich durch die Gegend, von einem Kasino ins nächste, war eigentlich nur kurz abends im wachen Zustand im Hotelzimmer. Und dennoch habe ich im Fernsehen rund drei Dutzend Wahlwerbespots gesehen. Nevada ist ein Swingstate, hier werden die Wähler mit solchen Spots bombardiert. Ob das Sinn macht, keine Ahnung. Man schaltet nur noch auf Durchzug, wenn die Werbepause kommt. Ein Tiefschlag folgt dem anderen. Obama gegen Romney, Rommey gegen Obama. Die verschiedenen Interessensgruppen und Super PACs (Political Action Committee) hämmern ihre Message, egal ob sie stimmt oder auch nicht, durch den Äther und um die Ohren der Fernsehnation.

Noch gut eine Woche, dann ist der Zauber vorbei. Mehrere Milliarden Dollar wurden dann ausgegeben, damit einer der beiden Herren im Weißen Haus sitzen kann. Der Graben in Amerika ist dann nur noch tiefer geworden, egal wie die Wahl am Ende ausgehen wird. Amerika ist gespalten, ein riesiges Land ohne klare Linie und Führung. Auch wenn Obama noch einmal im Oval Office Platz nehmen darf, der Kongress wird wohl in Händen der Republikaner bleiben. Damit ist jegliche politische Reform von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Aber es sieht mehr nach einem knappen Wahlsieg von Mitt Romney aus. In landesweiten Umfragen liegt der Republikaner oben, in den Swing States ist es nach wie vor ein Kopf an Kopf Rennen und bei den noch unentschlossenen Wählern (!) gewinnt Romney immer mehr an Sympathie. Es wird ganz, ganz eng für Obama. Um die wenigen Wählerstimmen in den Swing States geht es in den verbleibenden paar Tagen. Die werden noch einmal bearbeitet mit Anrufen, Fernseh- und Radiospots, Wurfsendungen, auf der Straße und vor dem Supermarkt. Man kann also froh sein, wenn am 6. November endlich Wahltag ist. Dann ist Schluß für dieses mal….und es ist der Start für den nächsten Wahlgang in vier Jahren. Die möglichen Kandidaten stehen schon jetzt in den Startlöchern.

Hier ein umstrittener Wahlwerbespot einer Obama nahen Gruppe, die mit einem Kinderchor ganz gezielt die möglichen Politikmaßnahmen der Republikaner angreifen:

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