Pröschtli Switzerland in San Francisco

Wer als Besucher nach San Francisco kommt, sieht selten die zahlreichen diplomatischen, kulturellen und wirtschaftlichen Vertretungen vieler Länder in der Stadt. Sie haben meist ihre Büros auf irgendeiner Etage in Downtown oder ihre Konsulate in Nachbarschaften, in die kein Tourist kommt.

Eine bessere Location gibt es wohl kaum in San Francisco. Foto: swisspier.org.

Eine bessere Location findet man wohl kaum in San Francisco. Foto: swisspier.org.

Das ist nun anders. Die Schweiz zeigt Flagge und klotzt direkt am Embarcadero in San Francisco. Nachbar ist das Wissenschafts- und Mitmachmuseum Exploratorium, ein beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Wer als Besucher vom Ferry-Building, am Ende der Market Street, Richtung Fisherman’s Wharf spaziert, kommt direkt an der neuen Schweizer Vertretung in San Francisco vorbei. Über dem Eingang am Pier 17 weht nun das weiße Kreuz auf rotem Untergrund.

Bislang waren die verschiedenen Einrichtungen der Schweiz über das Stadtgebiet verteilt, darunter das Generalkonsulat, Swissnex und eine Wirtschaftsvertretung. Das hat sich nun mit dem Einzug in Pier 17 geändert. Büros, die Visastelle und ein Veranstaltungsort in einem soll es sein. Die Räume sind hell und offen, immer findet man hier Kunstprojekte aus der Schweiz. Und dann ist da der einmalige Blick auf die San Francisco Bay, Treasure Island/Buena Vista Island und die Bay Bridge.

Ein Schluck Franken an der Westküste.

Gestern nun wurde Pier 17 feierlich eröffnet, am Wochenende stehen noch Workshops, Konzerte und eine Party an. Bürgermeister Ed Lee sprach am Abend von einer engen Beziehung zwischen San Francisco und der Schweiz, Zürich ist die Partnerstast der „City by the Bay“.

Was aus Nürnberger Sicht interessant war, war das Bier, das am Abend ausgeschenkt wurde. Die kleine Brauerei „Fort Point“ aus San Francisco hatte da eine Sorte, die sie „Westfalia“ nannten. Und dieses „Red Ale“ war „Nuremberg inspired“. Klar, ich mußte es probieren und es ist richtig gut. Auf der Webseite der Brauerei wird die Namensgebung so erklärt: „Inspired by a trip to Nuremberg, Germany, Westfalia imports an exemplary red ale to audiences closer to home.“ Na dann,  Pröschtli, Switzerland!

Oktoberfest in der Wüste von Nevada

Alex aus Lengries in Oberbayern dachte, „Burning Man“ sei so ein Fest in der Wüste „zehnmal größer als das Oktoberfest“. Na ja, viel Bier wird auch hier getrunken, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Zum 26. mal fand in diesem Jahr das „Burning Man“ Festival statt, und dieses mal, war es ein Fest der Extreme. Hitze und ein Wind, der alles und jeden von oben bis unten mit einem weißen Wüstensand bestäubte.

„Rocky Horror Picture Show“ trifft auf „Mad Max“ und die „Love Parade“, so in etwa muß man sich dieses alljährliche Festival in der Einöde von Nevada vorstellen. Zumindest bildlich, denn „Burning Man“ ist mehr als nur ein Riesenfest. Es ist nicht kommerziell, es geht um ein gemeinsames Miteinander, es geht um beeindruckende Kunst im Wüstensand, es geht um Selbstversorgung und Selbstinszenierung. Man kann alles sehen, erleben, durchleben. „Burning Man“ ist Kunstfestival mit Hunderten von Skulpturen und Monumenten, klein und groß, phantasievoll und schräg. Aber es ist auch Rave-Party ohne Ende, ausgelassenes Happening jeglicher Art. Dort auf dem riesigen Gelände kann man nichts kaufen, alles muß mitgebracht werden. Mülleimer gibt es nicht, alles muß auch wieder mitgenommen werden. Ein Ereignis, das einen immer wieder an seine Grenzen führt.

In diesem Jahr traf ich eine Gruppe Münchner Design Studenten, die mithilfe der Schweizer Förderung „Swissnex“ ein Kunstobjekt auf der Playa bei „Burning Man“ realisierten (wo bitte war das Goethe-Institut?). Eine beeindruckende Lounge aus 250.000 Plastik Kabelbindern, bequem und viel besucht von den Besuchern des Festivals. Auf dem Bild die Gruppe in einem der sesselartigen Konstrukte.

„Burning Man“ ist nur schwer mit Worten zu beschreiben. Für jeden und jede, der oder die dort hinkommt ist das Ereignis etwas anderes. Manche machen rund um die Uhr Party, andere genießen den spirituellen Raum, erleben Kunst in einer ganz neuen Form, wieder andere testen ihre physischen Grenzen in einer unwirklichen Welt aus. Interessant bei allem ist, dass die Menschen hier zusammen kommen. Diese „Burning Man“ Gemeinschaft, ohne Geld, sozial- und umweltbewußt, kreativ und global denkend ist so untypisch für Amerika….und dennoch, nur hier in den Vereinigten Staaten von Amerika kann so ein Festival wie „Burning Man“ entstehen  und bestehen. Es ist ein Freiraum, der eben auch ein Stück weit diesems faszinierende Land ausmacht.