Gaskammern und elektrischer Stuhl

Die Todesstrafe in den USA     

Todeskammer in San QuentinDie USA sind in feiner Gesellschaft. China, der Sudan, Nordkorea, Iran und einige andere Staatenr. All diese Länder verurteilen Menschen mit der Höchststrafe und führen diese auch durch. Wenn man die Nachrichten aus Übersee in Deutschland verfolgt, könnte man meinen, Amerika wird schon bald die Todesstrafe aussetzen. Einige Bundesstaaten haben Moratorien verabschiedet, haben sich entschlossen ersteinmal nicht hinzurichten, andere haben die Todesstraffe ganz abgeschafft. Und dennoch 32 Bundesstaaten in den USA haben die „Death Penalty“ noch immer in ihren Gesetzbüchern. Die jüngste Entscheidung des Gouverneurs von Tennessee, Bill Haslam, in seinem Staat den elektrischen Stuhl wieder einzuführen, hat mich zu dem obigen Audiobeitrag gebracht.

„Fry the bastard“

Fry the bastard“ wird man schon bald wieder bei Hinrichtungen vor dem Staatsgefängnis in Tennessee hören können, also „verbrennt das Schwein“. Denn auf dem elektrischen Stuhl „brutzelt“ man den Verurteilten.

Tenneessees republikanischer Gouverneur, Bill Haslam, hat nun ein Gesetz unterschrieben, dass in seinem Bundesstaat die Todesstrafe wieder mit dem elektrischen Stuhl durchgeführt werden kann und wird. Bislang hatten verurteilte Straftäter, die vor 1999 mordeten die Wahl (!) per Spritze oder per Stromschlag hingerichtet zu werden. Doch damit ist nun Schluß. Eine Wahl gibt es nicht, der Stromschalter wird umgelegt. Der Grund dafür, die Chemikalien für einen Giftcocktail sind nicht mehr frei auf dem Markt verfügbar. In allen US Bundesstaaten, die hinrichten, fehlen die Drogen für eine „humane“ Exekution, denn die europäischen Zulieferer weigern sich, diese an Gefängnisse in den USA zu schicken.

Haslam kann sich mit seiner Unterschrift auf den Mehrheitswillen der Wähler in Tennessee stützen, 56 Prozent sprachen sich für eine Wiedereinführung und Nutzung von „Old Sparky“ aus. Der Zweitname stammt von den „sparks“, den Funken, die bei einer Hinrichtung oftmals zu sehen sind. Eingebracht hat diesen Gesetzentwurf der Republikaner Ken Yager, der kürzlich in einem Interview erklärte, er habe den Antrag gestellt, da er „sich sorge, dass wir in eine Situation kommen, wenn wir  die Chemikalien nicht zur Verfügung haben, dass wir die Strafe nicht durchführen könnten“.

Noch ist nicht ganz klar, ob dieser legale Rückschritt auf frühere Zeiten rechtens ist. Falls doch, könnten schon bald wieder in den USA die Gaskammern reaktiviert, die Hinrichtungskommandos aufgestellt und die Galgen aufgebaut werden. Die „Death Rows“ Amerikas sind überfüllt. Mit schnelleren und vor allem funktionierenden Hinrichtungsmethoden könnten die Reihen der veruteilten Mörder gelichtet, die Kritiker sprachlos gemacht werden, denn immer wieder kam es, wie jüngst in Oklahoma, zu skandalösen Zwischenfällen bei der Verabreichung des Giftcocktails. Ach ja, Tennessee liegt im sogenannten „Bible Belt“ Amerikas.

 

 

Nena in Nashville

Nena ist eine der weltbekanntesten deutschen Musikerinnen. „99 Luftballons „kennt jeder. Dieses Lied hört man hier drüben in den USA und Kanada nach wie vor regelmäßig im Radio. Selbst in Afrika habe ich die „99 Red Balloons“ schon auf einer Autofahrt im Autoradio reinbekommen. Nena gilt in Amerika als „One Hit Wonder“, doch dabei wird gerne übersehen, dass sie in Deutschland eine sagenhafte Karriere hingelegt hat.

Seit 2011 war Gabriele Susanne Kerner  neben Xavier Naidoo und den deutschen Country Größen von Boss Hoss Jurorin bei der Sat.1/ProSieben Sendung „The Voice of Germany“. Mal auf der anderen Seite zu sitzen, reizte sie. Und mit den regelmäßigen Fernsehauftritten kam auch ein kleines Comeback für die Musikerin Nena. Nun macht sie Schluß mit dem Kritikerjob und wendet sich wieder voll und ganz der Musik zu. Und anscheinend hat die Nähe zu Boss Hoss auch was bewirkt. Vor kurzem war sie in Nashville, Tennessee, um dort an ihrem neuen Album zu arbeiten. Und mit Sicherheit werden es ganz neue Töne werden. Mary Gauthier, hochtalentierte und beeindruckende Songwriterin und Sängerin, die eher dem Country und Folk Genre zuzuordnen ist, half ihrer „Freundin“ bei der musikalischen Neuausrichtung. Auf ihrer facebook Seite schrieb Mary Gauthier: „Writing songs today with my friend Nena. Y’all remember 99 Luft Ballons? Yep, that Nina. She’s visiting Nashville from Berlin, and she’s great!“

Ich bin großer Fan von Mary Gauthier, habe sie schon mehrmals in meiner LH Country/Folk Sendung vorgestellt. Ihre Platte „Mercy Now“ ist ein tief bewegendes Album, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Von daher bin ich sehr gespannt, wie der neue Sound von Nena klingen wird.

Hunderettung mit Hilfe von facebook

Beth Gresham aus Memphis, Tennessee, wollte ihren Augen nicht trauen. Da vor ihr lief ein Hund, dessen Kopf in einem Plastikcontainer steckte. Als sie dem verschreckten Vierbeiner näher kommen wollte, nahm er reißaus und rannte in einen nahegelegenen Wald. Kurz kam er nochmal hervor, Gresham konnte ein Bild von ihm machen und eilte zurück ins Büro. Sie vergrößerte das Bild des jungen Hundes, stellte es auf facebook und hoffte auf Hilfe bei der Suche nach dem Vierbeiner. „Ich gehe jetzt noch mal vom Büro dorthin“, schrieb sie.

Und tatsächlich, gleich mehrere Helfer sahen den Hilferuf auf facebook und eilten zum Waldgebiet, um Gresham bei der Suche nach dem Mischling zu unterstützen. Nach einer Weile fanden sie den hilflosen und verängstigten Hund und befreiten ihn vorsichtig aus seiner misslichen Lage. Abgemagert und sichtlich durstig machte er sich gleich über das angebotene Fressen und das Wasser her. Und dort im Wald fanden die Helfer auch gleich noch einen weiteren ausgesetzten Vierbeiner.

Ob der Plastikcontainer absichtlich auf den Kopf des Hundes gedrückt wurde oder ob der Hund aus Versehen seinen Kopf hineinsteckte ist nicht bekannt. Beide Vierbeiner fanden jedoch ein neues Zuhause.

999 – vom Punk zum Wahlkampf

999 schrieben Punk Geschichte. Doch die britische Band hat Herman „Herb“ Cain nicht im Sinn, wenn er derzeit im Wahlkampf von seinem 999 Plan spricht. Also nichts mit lautstarker Beschallung der US-Politiker. Er will vielmehr ein neues Steuersystem in den USA begründen. 9 Prozent Einkommensteuer, 9 Prozent Unternehmenssteuer, 9 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist es. Simpel, direkt, unkompliziert. Zumindest in den Augen von Herb Cain.

Michelle Bachmann sieht das natürlich anders, sie meinte jüngst, wenn man die 9er umdreht habe man 666, die Zahl Satans, „the devil lies in the detail“, so Bachmann. Also, fort damit, weggewischt. Ist auch klar, kein GOP Kandidat redet derzeit gutes über den anderen.

Doch Herb Cain, am Anfang auf verlorenem Posten, kommt immer besser in Fahrt. In jüngsten Umfragen liegt er sogar in der Spitzenposition aller GOP Anwärter. Seine Ideen und Überzeugungen kommen an der Parteibasis an. Er ist für eine grundsätzliche Steuerreform, für ein striktes Verbot der Abtreibung, auch bei Inzest und Vergewaltigung, er hält den Klimawandel für ein Hirngespinst, die Gesundheitsreform als Todbringer, warnt vor den Gefahren der Scharia im Land und sieht die USA unter Barack Obama am Rande eines sozialistischen Machtwechsels. Cain trommelt, fabuliert und vereinfacht komplizierteste Zusammenhänge, doch „wenn man einfache Konzepte versteht, wird man auch komplexere Konzepte angehen können“, meint er ganz oberlehrerhaft.

Herb Cain, der erfolgreiche Business Manager hat eine Karriere hinter sich, die man als eine amerikanische Traumkarriere bezeichnen kann. Geboren 1945 in Tennessee wuchs er in ärmlichen Verhältnissen im rassengetrennten Süden der USA auf. Doch Cain arbeitete sich nach oben und gilt heute als Retter von Burger King, Godfather’s Pizza und anderen Unternehmen. Daneben war er noch Mitglied und Vorsitzender der „Federal Reserve Bank of Kansas City“, bevor er sich der Politik zuwandte. Cain ist kein Unbekannter, seine „syndicated“ Radioshow und seine Kolumnen werden im ganzen Land gehört und gelesen, als Kommentator ist er Stammgast in diversen Fernsehprogrammen.

Nun also tritt dieser Mann an und wird überall mit Jubelrufen im republikanischen Lager empfangen. Sowohl bei der christlich-fundamentalistischen Basis wie auch bei den Tea-Party Mitgliedern. Die Umfragen zeigen, er hat durchaus eine Chance im Kandidatenfeld. Allerdings besagen die gleichen Umfragen, dass er im direkten Vergleich mit Präsident Obama den kürzeren ziehen würde. Sein Mangel an internationalen Erfahrungen und seine teils starren Haltungen werden ihm da zum Problem.

Cain ist im Rennen und wird es auch noch eine zeitlang bleiben. Mit Sicherheit wird man noch mehr von diesem von sich sehr überzeugten Kandidaten hören, der die GOP deutlich nach rechts zieht.

 

 

 

Seltsame Tierschutzgesetze

Die USA sind auch dafür bekannt, dass es hier noch immer Gesetze gibt, bei denen man sich fragt, wie die überhaupt Gesetze wurden. Und das findet man in allen Lebensbereichen, sogar beim Tierschutz.

So ist es in Ohio und Oklahoma verboten, Fische betrunken zu machen. Wer am Sonntag in Ohio Wale fangen will hat Pech gehabt, denn genau an dem Tag ist es untersagt. In Kalifornien ist es gesetzlich unerwünscht, dass Tiere in einem Umkreis von 500 Metern von Kirchen, Kneipen und Schulen korpulieren . In Wilbur, im US Bundesstaat Washington, darf man kein „hässliches“ Pferd reiten. Noch etwas weiter nördlich, in Fairbanks, Alaska, sollte man keinem Elch alkoholische Getränke ausschenken, denn das steht unter Strafe.

Touristen, die nach Los Angeles kommen, sollten sich hüten in der Stadt der Engel eine Kröte zu lecken,  das könnte teuer werden. In Sheridan, Wyoming, haben die Polizisten das Recht, Hunde zu beissen, damit diese ruhig sind. In Pine Island, im Bundesstaat Minnesotta, ist es nicht erlaubt, den Hut vor einer vorbeilaufenden Kuh zu ziehen. Auch darf man dort nicht mit einer Ente auf dem Kopf den Bundesstaat verlassen. In Atlanta gibt es ganz spezielle Gesetze, so sollte man dort seine Giraffe (!) nicht an einen Telefon- oder Laternenmast binden, wenn man mal kurz was einkaufen gehen muss. In Florida muß man die Parkuhr füttern, wenn man seinen Elefanten dort anbindet. Florida untersagt auch den Sex mit Stachelschweinen.

Esel vor der BadewanneIn Lawrence, Kansas, darf man auf öffentlichen Strassen keine Bienen im Hut transportieren und falls man mal nach Canton, Mississippi kommt ist es gut zu wissen, dass man dort keine Eichhörnchen aus einem Gerichtssaal heraus mit einer Pistole erschießen darf. North Carolina hat strikte Arbeitsschutzgesetze. So ist es dort  untersagt, Elefanten für die Baumwollernte einzusetzen. Auch dürfen Esel in Arizona nicht in Badewannen schlafen.

Die Stadt Baltimore hatte anscheinend schon Fälle, das Kinobesucher ihre Löwen mitbrachten, von daher ist dies nun untersagt. Und falls man in Tennessee zum Jagen gehen möchte, sollte man wissen, dass es dort verboten ist aus einem fahrenden Auto heraus auf Tiere zu schießen, außer auf Wale.

Und nein, ich bin nicht betrunken und habe das hier auch nicht erfunden. Amerika ist schon seltsam – Ihr NZ-USA Korrespondent.

Audio Interview mit Accept

Wolf HoffmannAccept are back….toll!!! Ich fand sie immer klasse. Seit ein paar Jahren war ich in Kontakt mit Gitarrist Wolf Hoffmann und seiner Frau, der früheren Bandmanagerin Gaby, die in Tennessee leben. Und immer mal wieder spielte ich die alten Songs in meiner Sendung und bekam begeisterte Anrufe von Hard Rock Fans, die endlich mal wieder Accept im Radio hörten.

Und nun die Reunion mit einem neuen Sänger. Wolf Hoffmann hatte nach der Zeit mit Accept eine Karriere als Photograph angefangen und war vor kurzem für einen Job auf einem Weingut in Napa Valley. Interessanterweise war der Weingutbesitzer selbst langjähriger Accept Fan, von daher war Wolf der ideale Mann für diese Photos. Nach einer Stunde Autofahrt unterhielten wir uns nach Burrito und Bierchen in aller Ruhe über die alten Tage, die neue Platte und die Zukunft von Accept.

Das NZ-Interview gibt es hier:

Wolf Hoffmann