Terminator terminates se Ex-wife

Arnold Schwarzenegger Portrait ohne seine Exfrau.

Arnold Schwarzenegger Portrait ohne seine Exfrau.

„I’ll be back“. Eines der bekanntesten Zitate der Filmgeschichte und des Österreichers Arnold Schwarzenegger. Und nun ist er wieder zurück. Der Governator kam noch einmal nach Sacramento, um sein Portrait im Regierungsgebäude aufhängen und enthüllen zu lassen. Schon kurz nach seiner Wahl zum Gouverneur von Kalifornien beauftragte der ehemalige Bodybuilder den österreichischen Künstler Gottfried Helnwein ihn zu malen. Helnwein ist vor allem durch seine Plattencover für Bands wie die Scorpions oder auch Rammstein bekannt geworden.

Helnwein malte also für Schwarzenegger, als die Welt noch in Ordnung war im Hause des „First Couples“ von Kalifornien. Doch dann kam heraus, dass Arni eine Affäre mit der Haushälterin hatte und diese von ihm ein Kind bekam. Maria Shriver ließ sich scheiden, das einstige Power-Couple ging fortan getrennte Wege. Doch da gab es dieses kleine Problem. Helnwein hatte auf Wunsch von Arnold Schwarzenegger Maria Shriver auf dem offiziellen Gouverneurs Portrait verewigt. Auf einem Anstecker am Revers des Ex-Regierungschefs, direkt über dem Herzen des Republikaners, war die Frau seines Lebens zu sehen. Also, was tun. Mit blauer Farbe wurde das Bild von Maria übertüncht. Bei genauem Hinsehen sieht man genau da einen Schmierfleck auf dem Portrait, wo vorher die First Lady lächelte.

Eigentlich sollte das „Nachbessern“ ein Geheimnis bleiben, sogar Künstler Helnwein verschwieg die Feinabstimmung. Doch über geheime Kanäle wurde nun bekannt, dass Arnold lieber alleine auf dem Portrait sein wollte. „Hasta la vista, Baby“, ein klare Ansage des Terminators an seine Ex.

Das Ende des Gouvernators

Nun ist also die Amtszeit des Gouvernators vorbei. Angefangen hatte alles als Lachnummer. Eine chaotische Abwahl des früheren Gouverneurs Gray Davis, mit der gleichzeitigen Kandidatur unzähliger Möchtegern Gouverneure. Darunter Pornodarstellerinnen, obskure Gestalten und gescheiterte Existenzen. Gewonnen hatte damals mit einfacher Mehrheit der Wählerstimmen der Terminator Arnold Schwarzenegger, der mit grossen Worten angetreten war, um Kalifornien wieder auf Vordermann zu bringen. Die Wähler hatten wohl geglaubt, Arnold würde wie in seinen Hollywoodstreifen mit gestählten Muskeln und hartem Zuschlagen Sacramento aufräumen. Schnell war der Begriff „Gouvernator“ geprägt.

Arnold SchwarzeneggerDoch in den sieben Jahren Amtszeit passierte nicht viel. Schwarzenegger hinterlässt ein 20 Milliardenloch im Haushalt, die Arbeitslosenquote ist nahezu doppelt so hoch wie bei Amtsantritt und ein Berg an Problemen warten schon auf den neuen im Amt, Jerry Brown. Nun kann man das Arnold Schwarzenegger vorwerfen, wie es auch viele Kritiker und Wähler tun. Doch das verkennt etwas die Situation im Golden State. Schwarzenegger alleine für den Zustand Kaliforniens verantwortlich zu machen geht einfach nicht. Er übernahm den Chefsessel in einer Zeit, als schon klar war, dass Kalifornien am Rande der Katastrophe steht. Jahrelange Fehlwirtschaft kamen mit einer stetig wachsenden Bevölkerungszahl, der Wirtschaftskrise und einer Kriegspolitik Washingtons zusammen, die Unmengen an Resourcen aus dem Bundesstaat abzog. Hinzu ist Kalifornien ein Bundesstaat in dem jeder mitreden will und kann. Über ein verkrustetes Politiksystem sind dem Gouverneur die Hände gebunden. Dazu noch das „Ballot System“, eine Art Volksbefragung, und schon geht gar nichts mehr. Der Gouverneur, auch wenn er radikale Schnitte machen wollte, würde von Interessensverbänden ausgebremst werden. Politik in Sacramento ist ein blutiges Spiel. Keiner kommt da ohne wunde Knie und Knöchel raus. Schwarzenegger hatte somit gar nicht die Möglichkeit mal kräftig auf den Tisch zu hauen.

Das „Ballot System“ ist eigentlich ein basisdemokratisches System. So weit so gut. Doch zweimal im Jahr bekommen die Wähler gebundene Bücher zugeschickt mit komplexen politischen Fragen darin. Da geht es um Haushaltspolitik, Einsparmaßnahmen, Zukunftsinvestitionen, Reformen. Das ganze dargestellt als Pro und Contra. Wenn man nun weiß, dass nur ein geringer Teil der Bürger wirklich zur Wahl geht, kann man sich vorstellen, dass die wenigsten sich so sachkundig machen, um zu verstehen, um was es bei den Abstimmungen wirklich geht. Doch oftmals hat das katastrophale Folgen für den Staat Kalifornien. Gelder werden langfristig blockiert oder Reformen verabschiedet, doch dann die finanziellen Mittel dafür nicht genehmigt. Auf diese Weise schlittert Kalifornien immer weiter in eine Unregierbarkeit.

Der Sonnenstaat am Pazifik hat nur dann eine richtige Chance, wenn das Politiksystem von grundauf erneuert und reformiert wird. Schwarzenegger wollte das tun, scheiterte jedoch kläglich. Nun also der selbsternannte Reformer Jerry Brown, der schon einmal in den 70ern die Geschäfte Kaliforniens leitete. Brown wohnt hier in der Nachbarschaft. Er war Bürgermeister von Oakland. Hin und wieder sehe ich den 72jährigen beim Joggen oder in einem alternativen Supermarkt beim Einkaufen. Er präsentiert sich gerne als aus Volkes Mitte. In Oakland hat er als Bürgermeister die Reformen nicht durchsetzen können, die er angekündigt hatte. Auch er will viel in Sacramento erreichen, doch die Umstände sind auch für Jerry Brown nicht gut. Von daher…ich bereite mich schon mal auf höhere Steuern und Abgaben, weniger Service, noch mehr Schlaglöcher auf den Straßen und andere „wohlgemeinte“ notwendige Reformen vor.

I won’t be back!

Arnold SchwarzeneggerArnold Schwarzeneggers Tage als Gouverneur sind gezählt. Er trat als Gouvernator an, um Kalifornien nach dem Politzirkus des Gray Davis wieder auf Vordermann zu bringen. Doch Schwarzenegger stapfte von einem Fettnäpfchen ins nächste, verbockte eins nach dem anderen und machte einfach sein Ding…und das war wohl das falsche.

Und nun meinen 71 Prozent der Kalifornier, dass Schwarzenegger eigentlich eine Pfeife ist und nichts auf die Reihe gebracht hat und bringt. Die Zahlen sind so katastrophal wie noch nie für einen kalifornischen Gouverneur. Sogar sein abgewählter Vorgänger Gray Davis hatte zum Schluss noch mehr Unterstützung in der Bevöllkerung als Arnold Schwarzenegger derzeit. Hasta la vista, Baby…don’t!

Hauskrach bei den Schwarzeneggers

Maria ShriverDa hat Arnold aber richtig einen dicken Hals bekommen. Was muss er da sehen, seine Frau spricht beim Fahren in ein Handy, und das, obwohl es in Kalifornien schon seit letztem Jahr verboten ist. Rund 150.000 Strafzettel haben die Highway Patrol Männer und Frauen seitdem ausgestellt und nun quatscht Maria Shriver, die First Lady des Bundesstaates, ganz locker drauflos. Was soll denn das?

Die Internetseite TMZ.com hat zwei Bilder verbreitet, auf der ganz klar die Frau des Gouvernators zu sehen ist, wie sie hinterm Lenkrad sitzt und telefoniert. Geht gar nicht, meint denn auch Arnold via Twitter, das werde sofortige Konsequenzen haben. Wie die aussehen im Haus Schwarzenegger/Shriver weiss man nun nicht. Ob Maria nun 20 Dollar aus ihrer Haushaltskasse gestrichen werden oder ob sie den Betrag spenden muss oder Hausarrest oder Fernsehverbot oder was weiss ich? Diese Frage brennt nun den Kaliforniern unter den Nägeln, gibt ja sonst keine Probleme im Sonnenstaat.

Ein Satz mit „X“…

… „das war nix“ dachte sich Arnold Schwarzenegger am Dienstagabend, als die Ergebnisse der Sonderwahl eintrudelten. Spärlich kamen sie, denn die Wahlbeteiligung war alles andere als zufriedenstellend, sie war schlichtweg katastrophal. In einige Wahllokale kam gerade mal ein gutes Dutzend Wähler, um über die Finanzierungskonzepte des Gouvernators abzustimmen. Und dabei hatte der Tag so gut angefangen. Er war extra nach Washington geflogen, um dort neben Präsident Obama in der Sonne zu stehen, als dieser die neuen Richtlinien für den Spritverbrauch bei Kraftfahrzeugen vorstellte, die nach dem Vorbild Kaliforniens festgelegt wurden. Und dann sowas….die ollen Wähler in seinem Sonnenstaat wollten ihm einfach nicht folgen.

Kalifornien ist hoch verschuldet. Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen und da dachte sich Schwarzenegger, pumpen wir uns einfach noch ein bisschen Geld und lassen mal zukünftige Generationen und Adminstrationen damit umgehen. Irgendwie geht das schon. Doch das war wohl nichts. Die Minderheit in Kalifornien hat entschieden, dass die gewählten Volksvertreter in Sacramento sich was neues ausdenken müssen. Und das tun sie jetzt auch. Jetzt wird drastisch gespart, bei allem….Polizei, Feuerwehr, Gesundsheitsvorsorge, sozialen Einrichtungen und Programmen, Parks und öffentliche Einrichtungen. Der Rotstift tanzt am Tag danach Polka. Schwarzenegger und die Abgeordneten werden sich sagen „wir wollten ja, aber die Wähler nicht“. Von daher können sie das nun ohne schlechtes Gewissen tun. Gebühren werden steigen, die Löcher in den Strassen noch grösser werden und bei Behörden wird man noch seltener eine Auskunft bekommen. Das ist schon jetzt bitterer Alltag im amerikanischen Westen.

Arni hat noch 19 Monate im Amt als Gouverneur, danach wird er drei Kreuze machen. Denn den Job hat er sich wohl anfangs anders vorgestellt. Aus der Idee des Sonnenkönigs im eigenen Staat ist nichts geworden. Und mit Sicherheit wird er am Schluss nicht seine berühmten Worte aus dem Terminator Film sagen „I’ll be back“. Denn von der Politik hat er mit Sicherheit die Nase voll.