Nach 160 Jahren wieder auf der Bühne

Vor einiger Zeit berichtete ich über das Buch „Other Witnesses“ von Cora Lee Kluge. Kluge ist Professorin an der University of Wisconsin. Sie hat eine Anthologie über deutschsprachige Autoren heraus gegeben, eine Sammlung von Erzählungen und Gedichten, Romanen und Kurzgeschichten, die von deutschen Einwanderern vor allem im Mittleren geschrieben worden waren.

Der Schwank "Bekehrung vom Temperenzwahn" von Christian Essellen wird nach 160 Jahren neu aufgeführt.

Der Schwank „Bekehrung vom Temperenzwahn“ von Christian Essellen wird nach 160 Jahren neu aufgeführt.

Wisconsin war Ende des 19. Jahrhunderts der „deutscheste“ aller amerikanischen Bundesstaaten. In Milwaukee gab es mehrere deutschsprachige Tageszeitungen, Büchereien und Theater.

In ihrer Anthologie verweist Kluge auch auf das Theaterstück „Bekehrung vom Temperenzwahn“ von Christian Esselen. Durch Zufall stieß sie im Keller einer Bibliothek auf einen wahren Schatz der deutschen Literatur in den USA. Kistenweise lagerten dort Texte deutschsprachiger Theaterstücke. Darunter auch jener von Esselen, der zuletzt vor 160 Jahren in Milwaukee aufgeführt worden war. Kluge war so begeistert von dem Text, dass die Idee entstand, diese Geschichte neu zu inszenieren. Mithilfe einer weiteren Deutschprofessorin, zahlreichen Studierenden und dem aus Frankfurt am Main angereisten Theaterregisseur Manfred Roth wurde nun dieses Projekt realisiert. Am 4., 5. und 6. Mai wird „Bekehrung vom Temperenzwahn“ erneut aufgeführt, diesmal auf der Bühne der Universität. Und dann am 9. Mai kehrt das Lustspiel auch nach Milwaukee zurück. Die Laientruppe wird das Theaterstück nach 160 Jahren für einen Abend auch wieder dort aufführen.

 

 

Jetsetting First Couple

Das „Republican National Committee“ wirft Präsident Obama vor, den Boden unter den Füssen verloren zu haben. Barack Obama hatte am Freitag seine Frau Michelle Obama nach New York zum Abendessen und einem Theaterbesuch ausgeführt. Das Paar flog mit einem kleinen Jet von Washington zum John F. Kennedy Airport, von dort mit einem Helikopter weiter nach Manhattan.

Schon Stunden vorher wurde das Theater und umliegende Häuser vom Secret Service gesichert, was ganz normal ist. Auch die Route vom Hotel zum Theater war strengstens abgeriegelt, allerdings nahmen es die New Yorker gelassen hin, winkten und jubelten ihrem Präsidenten zu. Die Theaterbesucher selbst wussten bis zum letzten Moment nichts vom hohen Besuch, doch applaudierten dem „First Couple“ beim Eintreffen mit stehenden Ovationen.

Die Republikaner allerdings sehen das „Outing“ als übertrieben, werfen den Obamas vor, Steuergelder zu verschwenden und im Angesicht der Riesenpleite bei General Motors das Gefühl für den kleinen Mann verloren zu haben. Allerdings lassen die GOP-Parteigenossen bei ihrer Kritik aussen vor, dass der Transport der Obamas nicht mehr in den Händen der First Family liegt. Obama kann nicht einfach mit seiner Michelle einen Linienflug besteigen oder Theaterkarten an der Abendkasse kaufen. Er muss sich den Sicherheitsanordnungen des Secret Service beugen. Und man sollte ruhig mal daran denken, dass Amtsvorgänger George W. Bush immer wieder wochenlang auf seiner Texas Farm die Büsche gerodet oder sich mit dem Fahrrad diverse Verletzungen zugezogen hat, obwohl US Soldaten an den Fronten kämpften und anderswo die sprichwörtliche K…. am Dampfen war.

Da kann man den Obamas doch mal einen netten Abend in Manhattan gönnen!? Scheint eher so, als ob der GOP nichts mehr einfällt, wie man Präsident Obama attackieren könnte. Übrigens, im Theater, nur wenige Reihen vor den Obamas sass Schauspielerin Meryl Streep und niemanden im Publikum schien das gross zu beeindrucken.