Burning Man….ohne mich

Es ist wie ein Warten auf Godot. Ticketvorverkauf für Burning Man.

Es ist wie ein Warten auf Godot. Sinnloser Ticketvorverkauf für Burning Man.

Ich begreife es nicht. Wie kann man nur so ein blödes System online stellen? Burning Man vereint eigentlich die Kreativen mit den Tech-Freaks, Künstler mit Musikern, Normalsterbliche mit Kulturschaffenden. Jedesmal ist man fasziniert von der Energie, vom Ideenreichtum und den unterschiedlichsten Perspektiven. Und dann schaffen sie es nicht, ein Kartensystem aufzubauen, das funktioniert. Ich weiß, ich weiß….ommmmmm…. diese Energie ist nicht burningmangerecht…..ich beruhige mich, tief ein- und wieder ausatmen….

Um Punkt 12 Uhr mittags sollte es losgehen, ich war da….auf der Couch, Kreditkarte neben mir. Doch da kam kein grüner Knopf, wie angekündigt, auf den man drücken konnte. Dann brach das Kartenverkaufssystem „ticketfly“ zusammen. Alles wurde auf Pause gesetzt. Und nun warte ich da in einer Warteschleife, an deren Ende ein „Sorry“ stehen wird. Denn irgendwie kamen andere doch durch. Wie, keine Ahnung. Und nein, ich werde kein Ticket auf dem Schwarzmarkt für 1000 und + Dollar erwerben.

Schade, schade, ich wäre gerne wieder dabei gewesen, um über dieses einmalige Ereignis in der „Black Rock Desert“ von Nevada zu berichten. Auch als teilnehmender Journalist bekommt man kein Presseticket, man muß es sich kaufen. Also, genauso in der virtuellen Schlange anstellen, wie jeder andere auch.

Meine MJ-Nullnummer

Einemillionfünfhundertneunundneunzigtausendneunhundertneunundneunzig Namen standen mit meinem auf der Liste. Auf jener Liste, die wohl am Wochenende zu einer der „hottesten“ VIP Listen in Los Angeles wurde. Der Namensliste jener Auserwählten, die am Dienstag Zugang zur Michael Jackson Gedenkveranstaltung im Staples Center von Los Angeles haben werden. Und nein, ich bekam keine der 8750 Emails mit dem Betreff „Congratulations“ zugeschickt. Also, liebe Leserinnen und Leser, Anfragen zwecklos.

Eigentlich war das ganze auch mehr als Test gedacht, denn wessen Name aus dem Zauberhut gezogen wurde, der muss schon morgen die Tickets in LA abholen. Der muss seinen Ausweis präsentieren, bekommt dann zwei Tickets überreicht, ein Armband direkt angelegt und eines zum Mitnehmen für eine begleitende Person. Am Dienstag dann muss man Ticket und Armband präsentieren, sonst kommt man nicht in den inneren Kreis um das Staples Center. Ganz nah dran an Michael….fast so nah, wie die erwarteten rund eine Milliarde Fernsehzuschauer die weltweit live am Fernseher die ganze Glanz und Glitter Trauershow mitverfolgen werden.

Also theoretisch, man will ja nichts böses denken, könnte man ein Ticket für diese „historische Feier“ (O-Ton CNN) auch teuer verscherbeln, denn immerhin sind einemillionfünfhunderteinundneunzigtausendzweihundertfünfzig Leute ja noch daran interessiert. Und, wie gesagt, man will ja nichts böses denken, aber trotzdem schaut man sich mal auf ebay und Craigslist um, und Tatsache…solche Lumpen, bieten doch tatsächlich ihre Tickets im Internet zum Verkauf an. Die wollen doch tatsächlich einen schnellen Dollar mit dem Tod von King Michael machen. Und nicht nur einen Dollar, die Tickets für das Spektakel am Dienstag liegen zum Teil schon bei über eintausend Dollar. Ist das nicht ein Skandal, damit hätte man aber wirklich nicht rechnen können!

Ich glaube ja, die Stadt Los Angeles hat sich einen Batzen der Karten unter den Nagel gerissen, will die nun auf dem Schwarzmarkt mit Gewinn loswerden und so für die zig Millionen Dollar teure Veranstaltung zahlen. Denn LA ist pleite, da kommt der Tod eines Michael Jacksons etwas unpassend…das lässt sich ja auch so schlecht werbetechnisch verkaufen. Da passt keine Autowerbung. Viagra? Auch schlecht…sowieso sind Pillenwerbungen da nicht so angesagt….die Umstände von Michaels Tod, Sie verstehen….Fast Food Burgers? Könnte gehen, denn Hunger hat man ja bestimmt nach so einem Tag….aber Pepsi, die sponsern doch bestimmt so eine Gedenkveranstaltung für den „King of Pop“. Immerhin haben sie mit Michael Jackson als Werbeträger so einige Dollars verdient. Also… zisch und Prost!

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