Die Geschichte vom Wolf

Eines der faszinierendsten, spannendsten, und bewegendsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe ist “American Wolf” von Nate Blakeslee. Erzählt wird die Geschichte der Wölfe im Yellowstone Nationalpark seit ihrer Wiederansiedlung 1995. Blakeslee erhielt dafür Zugang zu den Aufzeichnungen etlicher Wolf-Beobachter, die Tag für Tag und das ganze Jahr über Wölfe beobachten, ihr Verhalten und ihr Leben dokumentieren.

“American Wolf” gibt einen Einblick in das Leben dieses Raubtieres, aber auch in die amerikanische Politik und das Denken von Jägern, die Wölfe als Trophäen erschießen. Politiker, die Wölfe abschlachten lassen, um ihre Wiederwahl zu sichern. Jäger, die dieses beeindruckende Tier in einem bescheuerten Egotrip zur Strecke bringen. Es ist nahegehendes Buch um Leben und Tod. Der Wolf wird hier nicht vermenschlicht und doch fühlt man mit den Rudeln, die ihren täglichen Kampf ums Überleben durchmachen. Viele der beschriebenenen Beobachtungen erinnerten mich an meinen Hund, einen Huskie-Schäferhund Mischling, spannend zu lesen und zu lernen, woher manches Verhalten kommt.

Nate Blakeslee schafft es in diesem Buch ohne Gefühlsduselei, Schönfärberei und Verharmlosung eine mitreißende Naturgeschichte zu erzählen, die sich im ältesten Nationalpark der Welt abspielt. Eine Schutzzone, in der sich seit 1995 der Canis Lupus wieder entwickeln darf und dadurch den Park und das Leben darin verändert hat. Es ist ein wichtiges Buch in einer Zeit, in der solche Schutzzonen mehr denn je gebraucht werden und in der Politiker offen dem Natur- und Tierschutz den Kampf angesagt haben. „American Wolf“ macht nachdenklich und ist dennoch auch ein hoffnungsvolles Buch. Denn es ist eine Geschichte die Mut macht, die vom Überleben und von der persönlichen Überzeugung erzählt.

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Fischhaut für den Bären

Ein Braunbär nach seiner Behandlung. Fotos: California Department of Fish and Wildlife.

Das „Thomas Fire“ in Ventura und Santa Barbara County war das größte Feuer in der Geschichte Kaliforniens. Gleich mehrere Städte waren in Gefahr und dazu brannten riesige Waldflächen im „Los Padres National Forest“, einem Naturschutzgebiet von nahezu 8000 Quadratkilometern. Als ich vor kurzem durch das abgebrannte Land fuhr erinnerte mich das, was ich da zu sehen bekam, an eine Mondlandschaft. Kein Baum, kein Strauch, kein Grün war mehr zu sehen. Kilometerweit, links und rechts des Highway 33, nur ausgebrannte, graue Erde. Ein Bild des Horrors.

Und gerade hier in dieser wilden Region leben unzählige von Tieren. Neben Rehen und Koyoten, Berglöwen, Braunbären, Klapperschlagen, viele Vogelarten, darunter Adler, Falken, Kondore. Sie alle habe ich schon im Laufe der Jahre in dieser beeindruckenden Berglandschaft zu sehen bekommen. Die Tiere waren in den letzten Jahren stark von der Dürre betroffen. Fehlender Niederschlag, ausgetrocknete Bäche führten dazu, dass immer mehr der Vierbeiner in die bewohnten Täler kamen. Es war nicht selten, dass ausgehungerte Braunbären für ein paar Tage in den Avocadobäumen im Ojai-Valley lebten.

Dann kam das Feuer, das sich mit rasender Geschwindigkeit durch die verdorrte Landschaft frass. Innerhalb von wenigen Sekunden wurden ganze Fussballfeld große Flächen vernichtet. Die Tiere flohen panisch aus den Bergen. Anwohner stellten Wannen mit Wasser nach draussen, um den flüchtenden Vierbeinern zu helfen. Viele verbrannten, etliche wurden mit starken Brandwunden gefunden und anschließend zu Tierärzten gebracht, die halfen wo sie helfen konnten. Die schlimmsten Fälle wurden in die Veterinärklinik der Universität in Davis gebracht, zu Spezialisten der Tierheilkunde.

So auch dieser Bär, dessen Pfoten ganz verbrannt waren. In Davis versuchte man neue Behandlungsmethoden an den Tieren aus. Fischhäute wurden auf die verbrannten Tatzen genäht, das ganze mit Reispapier umwickelt. Man nannte das „Sushi Rolls“. Da die betroffenen Bären und Berglöwen für die Wundbehandlung und regelmäßige Erneuerung der Verbände betäubt werden mussten, nutzte man die Zeit auch noch für Akkupunktur, Chiropraktik und „cold-laser“ Behandlungen. Mit Erfolg, die behandelten Tiere erholten sich und konnten bereits zurück in die Freiheit des „Los Padres National Forest“ entlassen werden.

Entscheidungsstunden

Nach einem Kurztrip bin ich wieder in Oakland gelandet. Eine Woche Nürnberg mit Familie und Freunden, habe das Bardentreffen am Samstag auch noch mitnehmen können….sehr schön.

Und nun zurück in den Alltag und hier erwarten mich gleich mehrere schwierige Entscheidungen. Arbeit und Testamentsauflösung und dann vor allem mein Hund Dolfi. Es liegt der Befund vor, dass er Knochenkrebs hat. Es ist von Metastasen und Beinamputierung die Rede. Vom schnellen Handeln und Schmerzregulierung. Und nun muss man sich überlegen, was man macht. Er ist nach wie vor ein „Happy Camper“, hat sich gefreut mich wiederzusehen, vom Krebspatienten keine Spur. Doch da ist diese Schwellung, da ist eine Röntgenaufnahme vom Bein und da ist der Befund eines Spezialisten.

Letzte Woche sass ich mehrmals im Auto in St. Leonhard und habe mir dort eine wireless Verbindung eingefangen, um online nachzulesen, was Knochenkrebs bei Hunden und auch eine Amputierung des Vorderbeins bedeutet. Spätnachts, als alle schon schliefen durchstöberte ich das Netz. Und das, was ich da zu lesen bekam, war alles andere als aufbauend, wie man beispielsweise hier auf „Roxys Seite“ nachlesen kann.

Ich bin mir nicht sicher, ob Dolfi wirklich Knochenkrebs hat, auch wenn ein studierter Veterinär das sagt, denn die Schwellung stammt eigentlich von einen dummen Unfall, bei dem mir Dolfi ins Fitnessbike gelaufen ist. Was soll man machen, was tun, was ist das beste für ihn? Vieles geht einem durch den Kopf und viele werden das wohl gar nicht verstehen, aber Dolfi war seitdem er ein paar Wochen alt war bei mir. Nun ist er fast 11 Jahre alt, ein herzensguter Hund, der immer dabei war…und noch immer dabei ist.

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