Aus 1 mach 3

Dreigeteilt soll Kalifornien in Zukunft sein.

Im November geht es am Wahltag um einiges. Die große Frage in den USA wird sein, ob die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat gehalten werden und damit Donald Trump für die nächsten zwei Jahre beruhigt weiter regieren kann. Die Demokraten hoffen auf ihre Chance, auf genügend Wählerinnen und Wähler, die genug haben von Donald Trump und seiner Art, seinem Ton, seinem Getweete.

Doch da steht noch viel mehr an am Wahltag, u.a. Gouverneurswahlen in einigen Bundesstaaten und viele Abstimmungen. Nun hat es in Kalifornien auch eine Initiative auf den Wahlzettel geschafft, die sich „Cal 3 Initiative“ nennt. Nahezu 400.000 Unterschriften wurden gesammelt, damit die Kalifornier darüber abstimmen können, ob aus ihrem Bundesstaat drei Bundesstaaten werden sollen: Nordkalifornien, Kalifornien und Südkalifornien.

Hinter der Aufspaltung des Sonnenstaates steckt der Investor Tim Draper, der mehrere Millionen Dollar in dieses Projekt investiert, und das nicht zum ersten Mal. Schon vor ein paar Jahren trat er an, um Kalifornien zu zerschlagen, damals noch in sechs Teile. Nun also drei, die für sich besser existieren sollen, so Draper, und vor allem besser regiert und repräsentiert werden sollen. Die Opposition formiert sich bereits und wischt das Anliegen des Multimillionärs vom Tisch. Denn mit einer Spaltung Kaliforniens würde der Sonnenstaat auch seine Machtrolle in den Vereinigten Staaten von Amerika verlieren. Es wird also zu einem heißen Kampf um die Einheit Kaliforniens kommen.

Tim Draper erhofft sich mit seiner Kampagne Zeichen für die USA und weltweit zu setzen. Was da am Pazifik passiert könnte also auch interessant für die fränkische Abspaltungsbewegung von Bayern sein. Wobei es hier keinen so großen kulturellen Unterschied zwischen den Nord-, Central- und Südkaliforniern gibt, wie er zwischen den Franken und den Bayern existiert.

Kalifornien bleibt ganz

So soll der Kalifornien bald ausschauen.

So soll der Bundesstaat Kalifornien bald ausschauen.

Aus einem mach sechs. Eine Initiative in Kalifornien will den Bundesstaat in sechs Teile aufspalten, sechs neue „Californias“: Jefferson, North California, Silicon Valley, Central California, West California und South California. Hinter der Idee steckt Tim Draper, ein Investor im Silicon Valley, der fast fünf Millionen Dollar seines eigenen Geldes für dieses Volksbegehren ausgegeben hat. Draper erklärte, Kalifornien sei zu groß, die Probleme in den einzelnen Regionen zu unterschiedlich, um an einem Staat festzuhalten. Eine Aufspaltung des Bundesstaates würde die Bewohner näher an ihre Regionen bringen. Sechs neue Regierungen, mit Gouverneuren, Abgeordnetenhäusern, Kongressabgeordneten und Senatoren.

Doch die Idee scheint schon im Ansatz zu scheitern. Die Unterschriftensammlungen haben zwar zahlenmäßig genügend Namen auf die Listen gebracht, aber ersten Stichproben zufolge sind viele Einträge ungültig. Wähler haben sich in mehreren Bezirken eingetragen oder unterschrieben, obwohl sie in den jeweiligen Kommunen gar nicht in den Wählerlisten standen. Die kalifornische Regierung hat bereits bekannt gegeben, dass die Initiative gescheitert ist. Sowieso hieß es aus Sacramento, dass solche eine Aufspaltung Kaliforniens zum totalen Chaos führen würde.

Tim Draper will nun allerdings alle Unterschriften prüfen lassen, um doch noch im Herbst 2016 alle Wählerinnen und Wähler in Kalifornien über die Zerstückelung des Bundesstaates entscheiden zu lassen. Aber was mit einem Bundesland Franken nicht funktioniert, wird wohl erst recht nicht in der achtgrößten Wirtschaft der Welt klappen. Kalifornien bleibt also wie auch Bayern ein Staat.