Die Toten wollen Hillary nicht

Wann es damit anfing, weiß keiner mehr so genau. Amerikaner hinterlassen ihren Angehörigen ganz konkrete Anweisungen, was im Falle ihres Ablebens zu tun ist. Das reicht bis zur Ausformulierung der Traueranzeige. Auffallend ist in letzter Zeit, dass die Verstorbenen oftmals noch einen ganz konkreten letzten Wunsch haben. Da steht dann, „An Stelle von Blumen, wählen Sie bitte nicht für Hillary Clinton.“

Keine Liebe von den Sterbenden für Hillary Clinton. Foto: Reuters.

Keine Liebe von den Sterbenden für Hillary Clinton. Foto: Reuters.

Auch Stimmabgaben für oder gegen andere Politiker gibt es, aber die Toten haben sich vor allem auf Hillary festgelegt. Nun kann man darüber rätseln, ob Sterbende mehr wissen, als wir Lebenden, aber das lasse ich jetzt einfach mal unbeantwortet. Die Nachrufe mit politischer Kampfansage sind im ganzen Land verbreitet. Meist sind sie freundlich gehalten, wie im obigen Fall des Kaliforniers Arnold P. Mininger, der im November verstarb. Im Nekrolog von Michael Klein aus Michigan hingegen steht: „Eigensinnig (bitte wählen Sie nicht für Hillary!), direkt, manchmal auch etwas mürrisch“. Und dann ist da die Traueranzeige von Karl Kmentt aus Ohio, der sein frühes Ableben nur aus einem Grund bedauert: „Sein größter Kummer war, NICHT die Möglichkeit gehabt zu haben, gegen Hillary Clinton in der nächsten Präsidentenwahl zu stimmen“.

Solche Anzeigen häufen sich, sind jedoch nicht ganz neu. 2009 verstarb im Alter von 99 Jahren Sara Francis Buckner in Tallahassee, Florida. In ihrem Nachruf stand, dass sie keine Feministin gewesen sei und dann, „eine der größten politischen Enttäuschungen für Sara Francis war, dass ihr im vergangenen Jahr die Möglichkeit genommen wurde, gegen Hillary Clinton als Präsidentin zu wählen“. Man kann sicher sein, dass Buckner keine Obama-Anhängerin war und dem politischen Jungspund die Chance der Gegenstimme mehr als übel nahm.

Wie die verschiedenen politischen Lager zu diesen Wahlaufrufen aus dem Jenseits stehen, ist nicht bekannt. Ich glaube, wir heften diesen Blogeintrag einfach unter „Seltsames aus dem Land der Unbegrenzten Möglichkeiten“ ab.

 

 

 

Sauf dich kostenlos ins Grab

Ein Beerdigungsinstitut in Rome, im US-Bundesstaat Georgia, hat derzeit ein interessantes Angebot für Autofahrer. Wer bis Donnerstagmittag zu ihnen kommt und erklärt, er plane an Silvester zu trinken und danach noch Auto zu fahren, bekommt im Falle eines tödlichen Unfalls ein kostenloses Begräbnis zugesprochen. Und das mit allem Pipapo, also Sarg, Grabstätte, Leichenwaschung und Limousinenüberführung. Kein schlechter Deal, oder? Einziges Problem, man hat nicht viel davon, denn man ist ja dann tot.Todesanzeige

Das Bestattungsunternehmen erklärte, mit dieser Aktion wolle man die Leute zum Nachdenken bringen. Auch nicht schlechter als die Todesanzeigen entlang deutscher Autobahnen.