Gemeinsam gegen die Todesstrafe

Internationaler Tag gegen die Todesstrafe     

Am heutigen 10. Oktober ist der internationale Tag gegen die Todesstrafe. In 57 Staaten der Welt sitzen rund 20.000 Menschen in den Todeszellen und warten auf ihre Hinrichtung. Allein in den USA, sind 3170 Gefangene auf Death Row untergebracht.

Vor zehn Jahren gab es den ersten internationalen Tag gegen die Höchststrafe, der von 130 Nichtregierungsorganisationen ausgerufen wurde. Damals hatten erst 111 Staaten ein Verbot der Todesstrafe per Gesetz festgeschrieben. Heute sind es bereits 141.

In Kalifornien wird am 6. November auch über die Zukunft der Todesstrafe in diesem Bundesstaat abgestimmt. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch im Pazifikstaat niemand mehr hingerichtet werden wird. Und Kalifornien könnte den Trend für weitere amerikanische Bundesstaaten anführen. Wie Jeanne Woodford von Death Penalty Focus im obigen Audiobericht erklärt, wird schon bald der Wendepunkt in den USA erreicht sein. Sie sieht das Ende der Todesstrafe in Amerika in 10-15 Jahren.

Die Todesmaschine läuft wieder

In Virginia soll am Donnerstag die 41jährige Teresa Lewis hingerichtet werden. Sie wäre damit die erste Frau seit 100 Jahren, die in diesem Bundesstaat exekutiert wird. Lewis soll für den Auftragsmord an ihrem Ehemann und ihrem Stiefsohn sterben. Der oberste Gerichtshof in den USA hat nun ein Gnadengesuch der Verurteilten abgelehnt. Schon zuvor hatte der Gouverneur Virginias grünes Licht für die Hinrichtung gegeben.

BROWN_ALBERTUnd auch Kalifornien setzt erneut auf die Ausführung der Todesstrafe. Seit Februar 2006 gibt es quasi ein Moratorium in diesem Bundesstaat. Alle geplanten Hinrichtungen wurden aufgeschoben. Seitdem ist die Gruppe der Todeskandidaten auf über 700 Häftlinge angewachsen. Der Staat selbst ließ im Gefängnis von San Quentin eine neue Todeskammer erbauen. Und nun ist für den 29. September erneut eine Exekution angesetzt worden. Der 56jährige Albert Brown soll für den Mord und die Vergewaltigung an der damals 15jährigen Susan Jordan hingerichtet werden. Noch ist nicht klar, ob die Exekution gerichtlich gestoppt werden kann, denn ein Richter hatte die Hinrichtungsprozedur Kaliforniens vor vier Jahren als „grausame und unangemessene Bestrafung“ bezeichnet.