Der wahre Heino lebt in LA

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Heino ist ein Phänomen. Lange Jahre war er ja nur so eine Omageschichte. Hörte oder las ich was von Heino, dachte ich an meine Oma, denn der blonde Barde mit der dunklen Brille war der Hit im Altenclub in Dortmund-Mengede. Ja, ja so blau, blau, blau blüht der Enzian…. Was er dann mit dem wahren Heino, Norbert Hähnel, Mitte der 80er Jahre machte, war nicht ok, denn in Deutschland muß doch Platz für mehr Heinos sein. Ein Gericht verurteilte Hähnel zu einer Geldstrafe, die der jedoch nicht abzahlte, sondern lieber im Gefängnis absaß.

Heino, der ewige Entertainer, erlebt derzeit einen neuen Frühling. Seine Stammfangemeinde dünnt sich ganz natürlich etwas aus, da erweitert er die Grenzen des Möglichen und Zumutbaren. Heino auf Wacken mit Rammstein. Heino singt Die Ärzte. Heino in Lederkutte. Heino auf großer Clubtour mit harten Gitarrenriffs. Ja, was ist denn jetzt los.

Das alles betrachte ich seit einiger Zeit etwas perplex aus der Ferne. Und nun das, es gibt in Nordamerika einen zweiten Heino. Der Kanadier Marc Hickox tritt schon seit Jahren als singender Doppelgänger auf, meist in deutschen Restaurants zwischen Toronto, San Francisco und Los Angeles, wo Heino ein Begriff ist. Das ganze ist eine Art Persiflage auf Deutschland und die Deutschen, wie Hickox meint, denn „gibt es ein anderes Land auf der Welt, wo David Hasselhoff wie ein Gott verehrt wird?“

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Pot statt Crack

Wahlkampf mal ganz anders. In Toronto stehen im Oktober die Bürgermeisterwahlen an. Eigentlich ist das kein großes Thema für jemanden außerhalb von Toronto, wäre da nicht Rob Ford, der aktuelle OB der kanadischen Metropole. Ford ist der, der nach der Veröffentlichung von eindeutigen Fotos zugeben mußte, Crack geraucht zu haben. Auch mit Prostituierten bespaßte sich der Bürgermeister, war darüberhinaus noch in einige weitere Skandale verwickelt. Doch Rob Ford wäre nicht Rob Ford, wenn er einfach still und leise die politische Bühne verlassen würde. Nein, Rob Ford kandidiert wieder für den Chefsessel in Toronto.

Neben ihm haben sich schon 46 weitere Kandidaten aufstellen lassen. Jeder meint, er könne es besser machen als Rob Ford. Dazu gehört dann wohl nicht viel. Kanadier haben allerdings auch einen guten Sinn für Humor. Am Montag tauchte nämlich im Stadtbild von Toronto dieses Plakat hier auf: Wählt Jeff McElroy – Er verspricht als Bürgermeister nur Gras zu rauchen – kein Crack. Jeder ist besser als Rob Ford. Den Kandidaten Jeff McElroy gibt es gar nicht, aber die Botschaft ist klar, die Bürger von Toronto haben die Nase gestrichen voll von Rob Ford…ich gebe zu, schlechte Wortwahl bei diesem Politiker.

 

Die Geister, die er rief

Dick Cheney gilt für viele Konservative in den USA als harter Kerl. Er lächelt eigentlich nie, und wenn doch mal, dann eher mit einem schiefen, irgendwie fies aussehenden Gesichtszug. Für eher politisch liberal orientierte Bürger ist Dick Cheney ein rotes Tuch. Er steht eigentlich für alles Schlechte, was unter den acht Jahren der George W. Bush Adminstration so passiert ist. Das reicht vom Einmarsch im Irak bis zur Einrichtung des Hochsicherheitstraktes in Guantanamo Bay, von geheimen CIA Gefängnissen in aller Welt bis zur Errichtung eines breiten Überwachungsapparates, und das ohne richterliche Anordnung.

Der schwer Herzkranke ist allerdings nach wie vor ein begehrter Redner. Denn mit ihm als Gast ist jeder Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Der „Prince of Darkness“, wie er auch genannt wird, steht für eine knallharte Politik. Und auch auf FOXNews ist er ein gern gesehener Kommentator und Analyst. Der „Mister Vice-President“ schätzt es sehr, wenn er auch immer mal wieder zu Präsident Obama und der, in seinen Augen, „laschen Haltung“ der US Adminstration seinen Senf dazu geben darf.

Doch in Kanada ist das anders. Auf einer Veranstaltung im vergangenen Jahr in Vancouver zogen Demonstranten vor der Tür auf. Cheney konnte den Ort nicht verlassen, bis die Polizei die Reihen gewaltsam aufgelöst hatte. Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ die kanadische Regierung aufgefordert, Dick Cheney bei seiner Einreise nach Kanada für Kriegsverbrechen zu verhaften. Was diese natürlich nicht tat, dennoch Cheney ist kein gern gesehener Gast im nördlichen Nachbarland. Nun wurde er erneut zu einem Event nach Toronto eingeladen, doch Dick Cheney sagte ab. Seine Sicherheit könne nicht garantiert werden, so sein Büro. Klar ist allerdings, dass Dick Cheney solche Vorkommnisse nicht zum Überdenken seiner einstigen Politik nutzt. Nach wie vor verteidigt er das harte Vorgehen der Bush-Adminstration nach den Terroranschlägen des 11. Septembers.

Ausgebremste Neubauten

Einstürzende Neubauten30 Jahre Einstürzende Neubauten, eine US Tour zum Jubiliäum war geplant, doch die wurde nun nur zwei Tage vor Beginn abgesagt. In der offiziellen Begründung der Band heißt es, das „Department for Homeland Security“ (Heimatschutzbehörde) habe zwar das ok gegeben, aber viel zu spät, um noch die notwendigen Visa bei der US Botschaft und den Konsulaten in Deutschland bekommen zu können. Deshalb werden die jeweiligen Doppel-Konzerte in Los Angeles, San Francisco, Chicago, Toronto und New York ersatzlos gestrichen.

Soviel zum Kulturaustausch zwischen den USA und Deutschland. Und das ist nicht das erste mal, dass die US Behörden Visa dadurch versagen, in dem sie einfach alles extrem langsam bearbeiten. „Silence“ ist in dem Fall alles andere als „sexy“.

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