The Best of Oakland!

Heute wurde in Los Angeles das Urteil gegen Johannes Mehserle gesprochen, der am Neujahrstag 2009 Oscar Grant tötete. Mehserle war in der Bay Area Polizist des U-Bahn Systems „BART“ und zog bei der Verhaftung seine Pistole und erschoß den am Boden liegenden Grant. Der Ex-Cop erklärte im Prozess, er habe aus Versehen seine Pistole gezogen, er wollte vielmehr seine „Taser Gun“ einsetzen und den Verhafteten zur Ruhe bringen, der sich widersetzte. Johannes Mehserle ist weißer Hautfarbe, Oscar Grant ein Afro-Amerikaner.

Oakland DowntownDer gesamte Zwischenfall wurde von Umstehenden mit Handy Kameras gefilmt und führte schon kurz danach zu Gewaltausbrüchen in Oakland. Johannes Mehserle wurde des Mordes angeklagt, heute jedoch erklärte eine Jury es sei nur „fahrlässige Tötung“, allerdings mit einer Waffe gewesen. Dieser Zusammenhang kann eine Gefängnisstrafe von 5-12 Jahren nach sich ziehen. Das Urteil wird Anfang August gesprochen. Die Familie von Oscar Grant zeigte sich enttäuscht und erklärte „das System habe erneut die Afro-Amerikaner im Land betrogen“.

Die Polizeieinheiten sind bereits in Oakland Downtown aufmarschiert und zeigen Präsenz. Anwohner, Ladenbesitzer und Angestellte fliehen aus dem Innenstadtbereich aus Angst vor erneuten Gewaltausbrüchen. Anarchistische und gewaltbereite Gruppen kündigten im Vorfeld des Urteilsspruchs Proteste an. Geschäftsinhaber haben schon am Wochenende ihre Ladenfronten mit Spanholzplatten abgesichert, um eingeschmissene Scheiben und Plünderungen zu verhindern, wie es sie beim letzten mal zahlreich gab. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief zur Besonnenheit auf. Bürgermeister Ron Dellums appellierte an alle Bürger: „Show the best of Oakland“….was auch immer das heißen soll!

UPDATE: Ich komme gerade nach Hause, war nach meiner Sendung noch in Downtown Oakland und dort ging es am Abend rund. Läden wurden geplündert, Steine und Flaschen flogen, die Polizei rückte massiv gegen gewalttätige, zumeist weiße, Jugendliche vor. Rund 100 Personen wurden festgenommen. Die Polizei erwartet ein heisses Wochenende in Oakland.

Als Jesus nicht zum Schlafen kam

milgithaIm September reiste ich nach Ruanda, in ein faszinierendes Land im Aufbruch und voller Hoffnung. Doch das kleine Land im Herzen von Afrika ist überschattet von den Ereignissen, die sich dort vor 15 Jahren ereigneten. Damals im April, Mai und Juni 1994 „herrschte der Teufel“ in Ruanda, wie es Schwester Milgitha beschreibt. Schwester Milgitha ist eine katholische Schwester des Clemensordens in Münster und kam vor 36 Jahren nach Ruanda. Voller Tatendrang bauten sie und ihre Mitschwester eine Krankenstation auf, die weit über die eigentlichen Grenzen des Bezirks hinaus bekannt wurde.

Doch dann kam der April ’94, in dem sich alles veränderte. In diesem Audio Beitrag beschreibt Schwester Milgitha Ihre Erlebnisse, ihre Erfahrungen, ihre Zweifel, das, was sie sah, was sie hörte und was sie durchmachte.

Schwester Milgitha     

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