San Francisco macht dicht

Golden Gate Bridge, Alcatraz, Fisherman’s Wharf, Alamo Square, Chinatown und Lombard Street. So sieht in der Regel die Mindesttour eines San Francisco Touristen aus. Doch das kann sich schon bald ändern, denn die Stadt San Francisco schiebt einen Riegel vor die Lombard Street. Anwohner beklagen sich schon seit Jahren, dass sie in ihren sündhaft teuren Häusern am Russian Hill nicht mehr ruhig leben können. Gerade in den Sommermonaten strömen tagtäglich Tausende Touristen zur weltbekannten Kurvenstraße zwischen Hyde und Leavenworth Street. Menschen aus aller Welt stehen da und knipsen sich die Finger wund. Autoschlangen, die darauf warten, endlich die paar Meter Kurvenfahrt hinab zu rollen, stauen sich blockweit. Verkehrsrowdys, Hupen, Abgase, Partystimmung, Abfall.

Genug ist genug. Anwohner der gesamten Gegend rund um den berühmten Lombard Street Block rennen im Rathaus und bei ihren Stadtteilverantwortlichen schon lange die Türen ein. Nun hat man im Verkehrsausschuss beschlossen zumindest an vier Wochenenden den Autoverkehr durch die Lombard Street zu blockieren. Damit wolle man testen, ob so eine Lösung gefunden werden kann. Touristen können auch weiterhin zu Fuß kommen und Bilder von der Kurvenfahrbahn und den bunten Gärten machen, allerdings bleiben Autos draußen. In ersten Reaktionen beschwerten sich Besucher aus aller Welt über diesen Entscheid. Die Lombard Street sei eine Touristenattraktion, die man nicht einfach für den Verkehr schließen darf, ist der allgemeine Tenor.

Wer allerdings 3,5 bis 5 Millionen Dollar für ein Haus in der Gegend ausgibt, denkt sicherlich anders. Etwas Ruhe am Wochenende, etwas weniger Verkehrschaos und mehr bergauf spazierende Touristen ist doch eine durchaus akzeptable Lösung für alle.

 

Ende am Golden Gate

Golden Gate BridgeZahlen werden selten veröffentlicht. Das hat einen einfachen Grund, niemand soll einen bestimmten Platz in der Statistik einnehmen können. Lange bevor der 1000te Selbstmörder von der Golden Gate Bridge in den fast sicheren Tod sprang wurden keine Zahlen mehr publik gemacht. Nun hat der Gerichtsmediziner von Marin County jedoch erklärt, im vergangenen Jahr sind 31 Menschen von der Brücke gesprungen, drei weniger als im Jahr zuvor. Das sind die offiziellen Zahlen. Fälle von denen man weiss. 20 Leichen tauchten auf, wurden von der Coast Guard gefunden. Von den anderen fehlt jede Spur. Man weiss nur, dass 31 Menschen den Freitod wählten, denn Passanten wurden Zeuge.

Seit der Eröffnung der Golden Gate Bridge 1937 beendeten damit mehr als 1300 Menschen ihr Leben an diesem monumentalen Bauwerk. Nur ganz, ganz wenige überlebten den Sprung aus schwindelnder Höhe in das kalte Wasser der San Francisco Bay. Fast alle sprangen von der Ostseite mit Blick auf San Francisco in die Tiefe.