Wo sind all die Robben hin?

Pier 39 ohne ihre lauten Besucher.

Pier 39 ohne ihre lauten Besucher.

Nein, ich meine nicht Arjen Robben und seine Niederländer. Vielmehr sind seit dieser Woche die weltbekannten Seelöwen an Pier 39 in San Francisco verschwunden. Einfach so, schwupps, abgetaucht, weg sind sie. Insgesamt wurden bei der jüngsten Zählung im Jahr 2009 1700 Tiere erfasst. Doch nun ist gähnende Leere am Pier. Eine ungewöhnliche Stille macht sich breit. Touristen stehen da und fragen, wo die Seehunde denn seien. Keiner hat eine Antwort, aber alle spekulieren, was geschehen sein könnte. Einige meinen, die Seehunde fühlen ein kommendes Erdbeben. Andere erklären, es seien sicherlich weiße Haie im Anzug. Die Experten halten sich mit Vermutungen zurück. Bei der Seehundrettungsstation in den Marine Headlands, dem Marine Mammal Center in Sausalito, ist man nicht weiter besorgt. Allerdings hat man auch registriert, dass in diesem Jahr weitaus mehr junge, hungrige Seerobben aufgegriffen wurden. In diesem Jahr schon 433, im gesamten letzten Jahr waren es „nur“ 296 Tiere.

Schon im Dezember 2009 waren von einem Tag auf den anderen die Liegeflächen an Pier 39 verwaist. Die Seelöwen kamen nach ein paar Wochen zurück. Wo sie waren und was sie zwischenzeitlich getrieben hatten blieb ein Geheimnis. Die Seelöwen kamen nach dem letzten großen Erdbeben 1989 nach Fisherman’s Wharf. Seit Februar 1990 haben sie sich breit gemacht. Sie sind viele, sie sind laut und man riecht sie schon von weitem. Doch sie sind eine der Touristenattraktionen von San Francisco….gewesen.

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Reisewarnung ist für die Tonne

Die amerikanische Regierung warnt ihre Bürger, ganz besonders vorsichtig auf Reisen in Europa zu sein. Doch irgendwie fragt man sich sogar hier drüben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, was das nun wieder soll. Wie kann man auf Reisen nach London, Paris oder Berlin öffentliche Plätze meiden und „vigilant“, wachsam sein? Und was heißt das eigentlich, wachsam zu sein? Soll man besonders diejenigen in Trenchcoats beachten, die eventuell eine Bombe am Bauch drunter haben, oder auf jene mit langen Bärten und Kopftüchern achten, denn so sieht doch ein Terrorist aus, oder?

037  Brandenburger TorIrgendwie scheint mir, kommen solche Warnungen immer besonders gerne vor amerikanischen Wahlen, damit die jeweilige Regierung verdeutlichen kann, sie ist dran an den Terroristen, haben ein Riesenohr für die Pläne der bösen Buben. Und dann wird eben sowas veröffentlicht, man solle mal aufpassen, heißt es dann mit erhobenem Zeigefinger, wenn man denn in Berlin am Brandenburger Tor oder vor dem Reichstag steht. Solche Reisewarnungen sind echt für die Tonne gemacht. Das Auswärtige Amt in Berlin hat auch noch nie Reisewarnungen für die USA rausgegeben, zumindest nicht für die normalen Touristenziele. Aber vielleicht wäre das mal interessant, Reisewarnung für den Times Square in New York City, für die Mall in Washington DC, für die Golden Gate Bridge in San Francisco, für den Walk of Fame in Hollywood. Wie sagt man so schön in Franken: Obacht gem, länger lem.

Tote Deutsche in Kalifornien aufgefunden

Sie verschwanden am 22. Juli 1996. Die 27jährige Cornelia Meyer und ihr vierjähriger Sohn Max. Ihr 34jähriger Freund Egbert Rimkus und dessen zehnjähriger Sohn Georg Weber. Die vier aus Dresden befanden sich auf einer Kalifornien Rundreise und kamen aus Las Vegas. Doch im Death Valley, dem heissesten Ort Nordamerikas, verschwanden sie spurlos. An den Tagen im Juli 1996 erreichte das Thermometer im Death Valley rund 50 Grad Celsius. Ohne Wasser und Verpflegung sind die Überlebenschancen in dieser brutalen Umwelt nach dem dritten Tag gleich Null. Nur der Mietwagen der Dresdner konnte Monate später aufgefunden werden.

Georg WeberAuf Online Seiten über vermisste Kinder wurden sogar Phantombilder eingestellt, wie der damals zehnjährige Georg Weber heute aussehen könnte. Man ging sogar davon aus, dass sein Vater ihn nach Costa Rica gebracht habe und dort mit ihm in der Künstlerkolonie lebe.

Am heutigen Freitag nun fanden Wanderer im Death Valley National Park menschliche Knochen, die zu einem oder mehreren der vier gehören könnten. In der Nähe der Knochen wurde auch ein Ausweis der Vermissten entdeckt. Der Ort liegt rund vier Meilen südlich von dem Platz an dem Monate nach dem Verschwinden der Touristen der gemietete Minivan gefunden wurde. Nichts deutet bislang auf eine Straftat hin, die genaue Identifizierung der Knochen kann Wochen dauern.