Wo ist Waldobama?

MIA…Missing In Action. Barack Obama ist derzeit überall und nirgends. Man sieht ihn, man hört ihn, aber eigentlich nicht da und für was er eigentlich gewählt wurde. Obama beim Golfspielen, Obama bei netten Empfängen und am Donnerstag steht der St. Patrick’s Day an, also auch da wird gefeiert. Etwas unpassend war auch am Samstag seine „Weekly Radio Address“, die wöchentliche Radioansprache des Präsidenten. Sie drehte sich, nein, nicht um die Katastrophe in Japan, sondern um den Weltfrauentag….wichtig, aber wirklich so wichtig einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Japan und dem brutalen Vorgehen von Gaddafis Truppen in Libyen in der vergangenen Woche?

Nicht nur die Republikaner werfen Barack Obama mittlerweile vor, dass er auf die dringenden Probleme keine Antworten hat und sie wohl lieber aussitzen möchte. Vom Weißen Haus hatte man eine klare Haltung bezüglich der Situation in Nordafrika und im Nahen Osten erwartet. Fehlanzeige! Das Erdbeben, der Tsunami und nun die Gefahr eines Super-Gau…auch hier ist Obama auffallend unauffällig. Vielleicht meint der „leader of the free world“, dass, wenn er eher abtaucht ihm niemand Fehlverhalten vorwerfen kann. Ich weiß, vieles geschieht ja in geheimen Gesprächen, in Hinterzimmern und durch diplomatische Kanäle. Aber so abwesend war schon lange kein amerikanischer Präsident mehr vom Tagesgeschehen, wie derzeit Obama. Zumindest nicht seit George W. Bush. Doch auch der lernte sehr schnell, dass Fernsehbilder von seinen entspannten Aufenthalten auf seiner Ranch in Texas nicht so gut beim Volk ankommen, während im Irak und in Afghanistan junge Soldaten verheizt werden.

Also, wo ist Obama?

Könnte es hier passieren?

In den USA stehen 104 Atomkraftwerke. Alle wurden 1974 oder davor gebaut. Ein paar neue sollen dazu kommen, doch fraglich ist, ob das nun durchgesetzt werden kann. Republikaner und Demokraten sind sich eigentlich einig darüber, dass die Atomkraft ein Teil der alternativen Energiegewinnung ist und auf die langfristig gebaut werden sollte. Die GOP fordert schon lange, den Weg für neue Bauprojekte freizumachen, und auch Präsident Obama sieht die Nukleartechnik als zukunftsweisend.

Der deutsche Botschafter in Washington, Klaus Scharioth, widersprach dem letzte Woche bei einem Vortrag in San Francisco. Scharioth meinte, in Deutschland setze man auf regenerierbare Quellen, Solar, Wind und Biomasse. Die Energiegewinnung aus der Atomkraft sei in Deutschland langfristig nicht zu halten. Ein paar Tage später, werden die Gäste des Vortrags an die Worte des deutschen Diplomaten gedacht haben. Die Katastrophe in Japan hat die ganze Diskussion über das für und wider der Atomkraft neu angeheizt. Ist die Technik beherrschbar, können Kraftwerke sicher sein?

Amerikanische Patrioten erklären, die US Technik sei die beste der Welt. Und es gäbe keine absolute Sicherheit. Das ist nicht gerade beruhigend, Japan ist auch kein Entwicklungsland in Sachen Technik. Hinzu kommen die Standorte der Atomkraftwerke in den USA. Auf dem Photo sieht man das Kraftwerk in San Onofre, südlich von Los Angeles, direkt am Pazifikstrand gelegen. Erdbeben und auch Tsunami Wellen sind hier mehr als denkbar. Bei einem Unfall wären Millionen von Menschen von Los Angeles bis San Diego betroffen.

Die Atom-Lobby in den USA hat nach dem Wochenende einen sehr schwierigen Stand, die Öffentlichkeit für neue Kraftwerke zu begeistern, ja, die bestehenden AKWs am Netz zu halten. Doch was in den USA leider fehlt, ist eine breite Diskussion über Energiesparmaßnahmen. Man kann nur hoffen, dass nun ein längst fälliges Umdenken auch hier stattfindet und man nicht länger auf Sprechblasentrommler wie Sarah Palin hört, die nach „Drill, Baby, Drill“ und Atomkraft schreien.

Tsunami in der San Francisco Bay

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Das Video zeigt den heutigen Tsunami in der San Francisco Bay. Gefilmt wurde von einem Bürogebäude in Emmeryville, direkt gegenüber vom Golden Gate. Man sieht links oben den Hafen von Oakland, davor die Bay Bridge. Rechts oben Treasure Island und dahinter liegt Downtown San Francisco. Was man auf diesem Video auch schön sehen kann ist links unten der niedrige Wasserstand. Dank Ebbe waren die Schäden an der amerikanischen Westküste gering, als der Tsunami auf das Festland traf.

Entwarnung an der Westküste

Erst Japan, dann Hawaii und dann rollte die gewaltige Welle Richtung amerikanischer Westküste. Mit Stunden Vorlauf bereitete man sich in den Küstenregionen von Oregon bis Kalifornien auf die Wasserflut vor. Der Great Highway in San Francisco, direkt am Strand gelegen, wurde vorsichtshalber gesperrt. Die Polizei arbeitete in der Nacht mit Obdachlosenorganisationen zusammen, um die „Homeless“ in der Gegend dazu aufzufordern, ihre Camps am Rande des Golden Gate Parks zu verlassen. Entlang der Küstenregionen von Central Kalifornien bis hoch nach Oregon wurden die Menschen dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Die Welle kam, doch zum Glück genau zu der Zeit, als Ebbe am Golden Gate war. Keine größeren Schäden wurden bislang gemeldet.

UPDATE: Aus Crescent City in Nordkalifornien kommt die Meldung, dass rund 35 Boote und einige Landungsstege zerstört wurden. In Santa Cruz, einem beliebten Surfgebiet, waren Surfer sogar trotz Warnungen im Wasser als die Welle kam, um den Tsunami zu reiten. Auch im Hafen von Santa Cruz wurden einige Boote zerstört.

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Tsunami: Ein Audiobeitrag

HawaiiDie Erde bebte in der Nacht in Chile und sandte einen Tsunami um die halbe Welt. 16 Stunden später traf die Welle auf Hawaii. Doch die Inselgruppe hatte Glück. Man ging im Vorfeld von einer Katastrophe aus, bereitete sich auf das schlimmste vor, doch dann kam alles ganz anders. Die Welt war live am Fernsehen dabei als eigentlich nichts geschah.

Dazu ein Audiobeitrag:

Tsunami     

„Boooooring!“

Das war eines der langweiligsten Live Fernsehereignisse, das ich je erlebt habe. Da sitzt man vor CNN und schaut auf die Wellen vor Hawaii. Und nicht, dass CNN Fernsehkameras vor Ort hat, oder zumindest mal die Kollegen auf der Insel gebeten hat, Live Bilder zu liefern. Nö, da steht einer mit seinem Laptop auf dem Balkon eines Hotels, hat Skype an und funkt diese Funzelbilder via CNN um die Welt. Ich glaube es nicht! Und da sitzt man und schaut sich die Wellen an diesem schönen Badetag an.

Das dachten sich wahrscheinlich auch so einige, die dort leben. Denn es waren etliche Surfer im Wasser. Nach dem Motto „let’s ride this sucker“. Na ja, ist ja gut, dass nichts passiert ist, aber so was im Fernsehen live zu verfolgen beansprucht schon die Nerven. Man könnte das vergleichen mit einer Live-Schaltung ins Nürnberger Einwohnermeldeamt. Spannung pur…

Der Blick aufs Meer

Es ist schon irre, auf Hawaii wartet man auf das, was da kommt. Und keiner weiss genau, was es sein wird. Es könnte nur ein Alarm sein, es könnte aber auch eine riesige Welle auf die Inseln zurauschen. Die Hörer der Lokalradios werden aufgerufen daheim zu bleiben, wenn sie nicht in einer Flutgegend leben. Wenn sie allerdings tiefer liegen, sollen sie ruhig und besonnen packen und sich zu Notunterkünften aufmachen. Die Telefonleitungen sollen frei bleiben. In den Supermärkten stehen die Menschen Schlange, um sich noch für den Notfall einzudecken. Strassen werden von der Lokalpolizei gesperrt.

Alle sind ruhig auf Hawaii, immer wieder wird betont, dass man dem ganzen mit einem „Aloha Spirit“ entgegen blicken soll. Das gute an der aktuellen Situation ist, dass man sich schon Stunden auf die unausweichliche Naturkatastrophe vorbereiten kann. Die Welle kommt…

Die Spannung und die Welle steigt

Bis zu 2,50 Meter soll die Welle sein, die auf Hilo zurollt. Vor ein paar Jahren war ich dort im Urlaub. Downtown Hilo auf Big Island liegt sehr niedrig und im Falle einer so gewaltigen Welle wird es katastrophale Folgen für den dortigen Innenstadtbereich haben. Der Flughafen von Hilo wurde bereits gesperrt, Anwohner und Touristen ziehen sich zurück.