„The state of the union is strong“

State of the Union 2011Barack Obama reitet derzeit auf einer Welle der Sympathie. Nach seiner beeindruckenden und nahegehenden Rede nach dem Attentat von Tucson, trat er nun vor den Kongress, um über die Lage der Nation zu sprechen. Und Obama appellierte an die Abgeordneten mit ihm gemeinsam die Probleme der Zunkunft anzugehen. Dazu ein Audiobericht:

State of the Union 2011.     

Amerika und seine Knarren

Hier ein aktueller Audiobeitrag zur Waffenliebe der Amerikaner:

Waffen in den USA     

Gun Show in den USA

Knarren gehen weg wie warme Semmeln

Die amerikanische Nation zeigt sich geschockt vom Attentat auf die demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords, bei dem sechs Menschen getötet und 14 verletzt wurden. Nun wird diskutiert, wie es dazu kommen konnte. Hätten strengere Waffenkontrollgesetze das Blutbad verhindern können?

GLOCK 17Aus Angst vor schärferen Gesetzen ist der Knarrenverkauf nach dem Samstag sprunghaft angestiegen. Alleine in Arizona ging die Waffe des Täters, eine Glock 9mm mit Preisschild $ 499, mehr als doppelt so oft über den Ladentisch. Das Schießeisen des österreichischen Herstellers ist beliebt wegen ihrer einfachen Handhabung. Auch schon der Attentäter auf dem Campus der Universität Virginia Tech, Seung-Hui Cho, bei dem 2007 32 Menschen starben nutzte eine Glock 9mm.

Insgesamt stieg der Handfeuerwaffenverkauf in Arizona in den letzten Tagen um 60 Prozent. Doch auch in Ohio (65 Prozent), Kalifornien (16 Prozent), Illinois (38 Prozent) und New York (33 Prozent) wurden mehr Knarren verkauft. US weit waren es fünf Prozent.

Das ist wohl der amerikanische Weg, um mit einem Attentat umzugehen.

Wer ist verantwortlich?

Kann man Sarah Palin einen Vorwurf machen, die auf ihrer Webseite mit Fadenkreuzen arbeitet? Oder den Republikanern im Kongress, die ständig von „Obamacare“ reden und den Präsidenten als Sozialisten bezeichnen? Oder den „Birthern“, die Barack Obama als nicht-amerikanisch sehen, er sei vielmehr in Kenia, im Land seines Vaters, geboren? obamahitlerOder Teilen der Tea Party, die Obama und führende Demokraten mal als kommunistisch, mal als faschistisch darstellen? Oder den konservativen Talk Radio Moderatoren, die tagtächlich eine Wortsalve nach der anderen gegen die Administration und den politischen Gegner feuern? Und was ist mit den Demokraten, die acht Jahre lang gegen Bush wetterten und ihn als Ausgeburt der Hölle portraitierten? Was ist mit den Aktivisten von „moveon.org“, für die Präsident Bush ein neuer Hitler war?

Amerika merkt nach der Schießerei auf die Abgeordnete Gabrielle Giffords, bei der sechs Menschen getötet und 14 zum Teil schwer verletzt wurden, dass irgendwas nicht richtig läuft. Eine normale politische Debatte ist schon lange nicht mehr möglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Fronten sind verhärtet und nichts scheint den tiefen Graben überbrücken zu können. Die Fernseh- und Radiosender zeichnen ein Bild eines Landes im Ausnahmezustand. FOXNews und MSNBC, Rush Limbaugh, Glenn Beck und Sean Hannity. Sie liefern vorgefertigte Meinungen, das Publikum nickt nur noch ab, ohne darüber wirklich nachzudenken.

BushHitlerShitAssholeUnd nun ist die Diskussion im Gange, wie so etwas passieren konnte. Jeder schiebt seine Verantwortung auf andere ab. Einige Kongressabgeordnete verlangen härtere Waffenschutzgesetze. Andere hingegen verlangen ganz offen, dass jeder Abgeordnete eine Waffe tragen sollte, um sich verteidigen zu können. Wild West Manier bei öffentlichen Veranstaltungen. Es ist ein erneutes Beispiel dafür, dass man auch nach dem Attentat von Tucson nicht zusammen kommen wird. Der Täter war ein Einzeltäter, etwas spinnert, etwas skuril…war ja klar, dass der irgendwann mal so was macht.

Amerika ist schon lange unregierbar geworden. Nur eine Minderheit nimmt aktiv am politischen Prozess teil. Ein weiterer Bevölkerungsanteil läßt sich von den Medien mal hierhin mal dorthin beeinflussen. Doch dem Großteil der Amerikaner geht Politik links am Allerwertesten vorbei. Warum auch Energien verschwenden, ändern tut sich ja sowieso nichts. Ob Bush oder Obama, ob Republikaner oder Demokraten, Amerika steckt in einer tieferen Krise, die nicht alleine von einer Seite gelöst werden kann. Und der Wille gemeinsam voran zu kommen, der fehlt schon lange….wie die Tage vor und nach dem Attentat auf Gabrielle Giffords gezeigt haben.