Amerikanischer Artenschutz

Amerika steht immer im Verruf der Umwelt nie so richtig eine Chance zu geben. Doch nun planen die USA etwas, was in dem Ausmasse einmalig und überaus bedeutend wäre. Meeresbiologen der „National Oceanographic and Atmospheric Administration“ haben vorgeschlagen, mehr als 181.000 Quadratkilometer Meeresfläche vor der amerikanischen Westküste als kritischen Lebensraum auszuweisen. Das würde von Long Beach in Südkalifornien bis hinauf an die kanadische Grenze reichen. Grund ist die bis zu 2,7 Meter lange und rund 550 Kilogramm schwere Lederrückenschildkröte, die Jahr für Jahr rund 6000 Meilen schwimmt, um sich vor dem Golden Gate mit Quallen den Magen voll zu schlagen.

LederrückenschildkröteDie Schildkröten verlassen im Spätsommer ihre Nistplätze in Indonesien, auf den Solomon Islands, Vanuatu und Papua New Guinea um die lange Reise für das Festmahl vor der amerikanischen Westküste anzutreten. Es ist die längste bekannte Migrationswelle überhaupt. Seit 1970 gelten die Lederrückenschildkröten als gefährdete Art. Bislang weiss man nur wenig über sie, schätzt ihre Lebensdauer auf 40 bis zu 100 Jahren. Zwischen 2000 und 5700 Weibchen sind noch am Leben, allerdings hat die Population der Schildkröten um rund 90 Prozent in den letzten 20 Jahren abgenommen. Der Grund dafür sind vor allem Eingriffe des Menschen in den Lebensraum der Meeresreptilien.

Nun soll ein Jahr lang genauestens untersucht werden, ob solch ein besonderer Schutzraum der Schildkröte von Nutzen ist. Damit verbunden wäre die sichere Migration und auch der Erhalt der Quallenpopulation für die Reptilien als Nahrungsquelle. Doch diese Einsetzung eines kritischen Lebensraumes hätte weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, industrielle Verschmutzung, Öl- und Gas-Bohrungen, Kraftwerke an der Küste, Abwasserleitungen und die Fischerei. Umweltschützer preisen diesen Schritt und hoffen schon jetzt auf den langfristigen Schutz der Lederrückenschildkröte.

Schildkröten gegen Sonnenenergie

Wuestenschildkroete24 Schildkröten gegen 400.000 Solarkollektoren. Eine Solarfirma aus Oakland würde ja gerne, aber diese paar ollen Turtles krabblen da in der südkalifornischen Mojave Wüste rum, genau da, wo das Unternehmen ein riesiges Solarkraftwerk errichten will. Jeder in den USA redet von der sauberen Energiegewinnung und in der Wüstengegend wäre das auch ideal. Aber das Land ist in Bundesbesitz und die Schildkröten stehen unter Naturschutz, denn es gibt nur noch wenige dieser Wüstenkriecher.

Nun hat man ein Dilemma am Hals, denn auf der einen Seite will man Land, Tiere und Pflanzen schützen, Freiräume bewahren. Und auf der anderen Seite will man massiv auf grüne und erneuerbare Energiekonzepte setzen. Der zuständigen Behörde in den USA liegen derzeit alleine 150 Bewerbungen für Solarprojekte auf öffentlichem Land vor. Vor allen in den Wüstenregionen im Südwesten der USA setzt man auf die neuen Technologien. Doch damit stösst man auf ungeahnte Probleme: die saubere Energielieferung kommt mit einem hohen Preis der Vernichtung von Lebensraum für Tiere und Pflanzen.