Wann ist Liechtenstein dran?

Nun also die Schweden. Ein Land im Chaos. Horden von muslimischen Flüchtlingen überrennen die friedlichen Landschaften von Astrid Lindgren. Sie rauben, vergewaltigen, verprügeln, brandschatzen und terrorisieren die arme schwedische Bevölkerung. Wer das sagt? Donald Trump, seines Zeichens amerikanischer Präsident. Und der muß es ja wissen, immerhin kann er sich auf die besten Geheimdienste verlassen: CIA, NSA, FBI.

Aber gerade das tut Trump nicht. Wie es heißt, weigert er sich, die täglichen Sicherheits-Briefings seiner Nachrichtendienste zu besuchen. Die hätten ihm vielleicht gesagt, dass zwischen Malmö und Övre Soppero die Welt eigentlich in Ordnung ist. Trump schaut lieber Fernsehen, vor allem FOXNews, einen Sender, den er immer wieder in seinen Tweets „great“ nennt. Dort lief am Freitag ein Interview von Moderator Tucker Carlson mit dem „Dokumentarfilmer“ Ami Horowitz. Horowitz beschrieb darin, wie auch in seinem Film, die gewaltigen Probleme, mit denen Schweden zu kämpfen habe, nachdem das Land sehr viele Flüchtlinge aufgenommen hat.

Donald Trump hat sich also bei seinen jüngsten „Fake News“ auf ein Interview mit einem Filmemacher bezogen, der einen sehr fragwürdigen Film produziert hat. Denn selbst interviewte Polizisten in dem „Dokumentarstreifen“ erklärten der Washington Post, dass ihre Antworten falsch wiedergegeben wurden.

Aber Trump wäre nicht Trump, wenn er zugeben würde, dass ihm da ein peinlicher Fehler unterlaufen sei. Er twittert vielmehr allwissend, dass die „Fake News Medien“ die Situation in Schweden nun schön reden wollten. Er kennt sich ja schließlich aus, im vergangen Jahr meinte Trump, die Menschen in Oakland lebten in einer der gefährlichsten Städte der Welt, Oakland sei noch gefährlicher als Baghdad. Trump erklärt die Welt, wie sie ihm gefällt. Wann endlich schaut er nach Liechtenstein und warnt vor der „LMAA“….der Liechtensteiner Muslim Anti-Amerika Gruppe!

Beste Unterhaltung am Sonntag

Donald Trump twittert gerne . Tagtäglich schickt er seine Kurznachrichten hinaus in die Welt, kommentiert Fernsehsendungen, Zeitungsartikel, Reden anderer Leute. Er läßt jeden wissen, mit wem er sich gerade trifft, was er macht, was er vor hat.

Die Welt scheint sich – zumindest in den Augen des 45. Präsidenten der USA – nur um ihn zu drehen. Selbst wenn er nur zum Flughafen fährt muß er was twittern, auch wenn es noch so unsinning ist. Warum schreibt ein Präsident, dass am Straßenrand „große Mengen an begeisterten Unterstützern“ stehen, über die die „Fake News Medien“ nicht berichten wollen? Seine vielen Millionen „Followers“ auf Twitter sind allerdings nicht nur seine Unterstützer und Fans. Man sollte sich die teils kreativen und witzigen Reaktionen auf Trumps Tweets durchaus mal durchlesen, das ist pure Unterhaltung an einem Sonntagnachmittag. Die „begeisterten Mengen“ werden da zu aufgereihten Warnkegeln. Eigentlich kann man den ganzen derzeitigen Politirrsinn in Washington nur noch mit einer Prise Humor schlucken. Trump liefert gekonnt die Steilvorlagen für eine gute Lachnummer.

Trump und der „Golden Shower“

Donald Trump hat nun ein Problem. Auf Twitter laufen die Server heiß. Unter den Hashtags #GoldenShowerTrump, #GoldenShower, #GoldenShowerDon und einigen anderen wird die Nachricht kommentiert, dass die Russen wohl geheime Videos von Donald Trump haben, auf denen er zu sehen ist, wie er bestimmten sexuellen Spielchen frönt. Und mit diesen Filmchen, so die Meldung, setzten Putin und Co den Donald unter Druck.

Die online Newswebseite BuzzFeed veröffentlichte einen dementsprechenden Bericht, der sofort aufgegriffen wurde. Ausgerechnt Twitter wurde am Dienstagabend zu Donalds Alptraum.

Und das sind nur ein paar der Twitter Nachrichten, die während der Abschiedsrede von Präsident Obama gepostet wurden. Donald Trump, der König der Fake-News, der nächste amerikanische Präsident, reagierte umgehend und gar nicht präsidial auf diese Meldung. Das, was BuzzFeed da verbreite sei „nicht nachweisbar“, so, als ob Donald Trump genau wisse, dass es von bestimmten Handlungen keine Bewese gebe. Ich bin nun seit über 20 Jahren USA Korrespondent. Ich habe über „Real Sex Dolls“, Vibratorenmuseen, Gewerkschaften für Prostituierte, eine veröffentlichte Platte mit Klogeräuschen, allerhand unglaublichen Geschichten berichtet. Aber so etwas, was in diesen Tagen und Wochen in den USA passiert….so ganz langsam fehlen mir die Worte!

 

Wir bauen uns eine Mauer

3201 Kilometer ist die Grenze zwischen den USA und Mexiko lang. Sie reicht vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko. Und genau hier will Donald Trump bauen lassen. Ganz so, wie er es versprochen hat. Eine Mauer soll es sein, eine schöne und hohe und auch eine sündhaft teure. Eigentlich, so hat es Trump im Wahlkampf versprochen, sollten ja die Mexikaner das gesamte Bauwerk finanzieren, aber die Realität sieht manchmal eben anders aus.

Denn die Mexikaner zieren sich und wollen keinen Milliardendollarscheck ausstellen. Das ist verständlich, denn Schätzungen gehen davon aus, dass das Trump’sche Mauerwerk mindestens 12 Milliarden Dollar kosten wird. Experten der Baubranche sprechen sogar von möglichen 38 Milliarden Dollar. Die Republikaner im Kongress wollen dennoch ernst machen und prüfen derzeit schon, wie dieses Grenzprojekt finanziert werden kann. Woher das Geld nehmen, wenn der südliche Nachbar doch nicht so bereitwillig zahlen will? Die Demokraten fragten deshalb auch gleich nach, wo die konservativen Kollegen denn die Dollars für die „greatest wall“ hernehmen wollen? Vielleicht aus dem Bildungshaushalt, von den Infrastrukturförderprogrammen abzweigen oder gar aus dem Wehretat?

Am Ende könnte der amerikanische Steuerzahler für Donald Trumps Wahlversprechen geradestehen. Der will davon allerdings nichts hören und twitterte in bekannter Weise, dass die Medien mal wieder nicht die Wahrheit berichten würden. Mexiko werde schon für die Mauer zahlen, wenn nicht gleich und in bar, dann eben später und mit Druck. Trump will also von seinem Irrsinnsplan nicht ablassen, denn die Grenzsicherung ist und bleibt ein wichtiges politisches Thema in den USA. Hunderttausende illegale Grenzgänger werden Jahr für Jahr von der Border Patrol aufgegriffen. Das etwas zur Grenzsicherung getan werden muss, darüber sind sich in Washington alle einig. Nur Trumps Bild einer „Berliner Mauer“ zu Mexiko wollen nicht alle mittragen. Die große Frage ist nun, kann sich der neue Präsident mit diesem, seinem größten Wahlversprechen durchsetzen und das so, wie er es möchte? Hoffen wir mal nicht.

Spieglein, Spieglein an der Wand….

…wer ist der Twitterkönig im Trump-Land? So viel zum Thema Präsident Donald Trump wird das Land einen. Der selbstverliebte Milliardär tippt weiter besessen seine 140 Zeichen auf Twitter. So erklärt jener Mann die Welt, der in wenigen Tagen im Oval Office Platz nehmen wird. Allein in den letzten 24 Stunden twitterte Trump eine Unmenge an Kurzbotschaften, darunter zahlreiche die zeigen, dass er keinerlei Interesse daran hat politische Gräben zuzuschütten, Brücken zu bauen, auf seine einstigen Gegner zuzugehen. Trump spaltet weiter und das mit voller Absicht. Er kann es einfach nicht lassen. Wenn er sich angegriffen, verletzt oder mißverstanden fühlt greift er zum Telefon, um zu twittern. Mit dem Einzug ins Weiße Haus wird Trump nicht gemäßigter, zurückhaltender und erst recht nicht „präsidialer“. Eigentlich will man nur noch Vize-Präsident Joe Biden zitieren, der in einem PBS Interview erklärte: „Grow up Donald!“. Hier einige der jüngsten Twitter-Beispiele aus den letzten 14 Stunden.

Denk‘ ich an Amerika in der Nacht…

Donald Trump will die Mauer. Eine schöne Mauer soll es sein, sagt er, seine Anhänger jubeln. Trump sieht das und labt sich an der Reaktion der Menge und setzt noch einen drauf. Die Mauer, so Trump, werde eine hohe sein, so eine, über die man nicht einfach klettern kann. Und wieder jubelt die Menge, Trump freut es.

Donald Trump winkt der Menge am Ende eines Auftritts. Foto: Reuters.

Ein wahrlich blödes Bild, dass einem da im Wahlkampf immer und immer wieder über die Mattscheibe beschert wurde. Ich ertappte mich oft dabei, dass ich glaubte, das kann doch nicht wahr sein. Irgendwann werde Trump sagen: Alles nur Verarsche. Ihr seid wirklich doof, dass Ihr glaubt, ich meine das ernst. Aber leider kam es nicht so. Trump gewann die Wahl mit seinen platten Sprüchen, fiesen Attacken und absoluten Hirngespinsten, die, das muss man betonen, wahrlich unamerikanisch sind.

Und nun? Und nun sind viele in diesem Land paralysiert. Wie geht es weiter unter einer Trump-Administration? Die Zeichen sind alles andere als beruhigend. Trump hat eine Garde zusammengestellt, die nichts Gutes verspricht. Zumindest nicht für jenen Teil Amerikas, die nicht für seine (Un)Werte stehen. Und das ist die Mehrheit. Trump macht da weiter, wo er im Wahlkampf aufgehört hat. Er beschimpft, pöbelt und schikaniert. Sogar große Unternehmen, wie GM und Ford, sind vor ihm nicht sicher. Natürlich ist es gut, wenn solche Firmen nicht ins Ausland gehen, hier weiter produzieren und Arbeitsplätze halten. Doch die Art und Weise, wie Trump das durchzieht ist besorgniserregend. Er droht und das über Twitter in 140 Zeichen. Damit setzt er den Ton für seine Amtszeit.

Was dieser Mann, den man durchaus als „Bully-President“ bezeichnen kann, vergisst, ist, dass er mit seiner Androhung Arbeitsplätze aus Mexiko zurückzuholen eine neue Flüchtlingswelle entstehen lässt. Der Norden Mexikos ist der Hinterhof der US amerikanischen Wirtschaft. Hier produzieren fast alle Unternehmen mit Hauptsitz USA, produzieren billig, was die Aktionäre und die Konsumenten gleichermaßen verlangen. Die Arbeitslosigkeit in diesem Teil Mexikos ist niedrig. Trump fordert nun neben seinem Mauerbau auch, dass die amerikanischen Unternehmen wieder nördlich der Grenze ihre Produkte herstellen sollen. Was das zur Folge hätte wäre ein Anstieg der Arbeitslosigkeit südlich der Grenze und damit der Beginn einer breiten Flüchtlingsbewegung Richtung Norden. Trump könnte zwar mit seinen groben Armdrückermethoden aus Zöllen, Tarifen und schlechter Presse die US Firmen unter Druck setzen, doch letztendlich würde er damit die Probleme in der Region nur vergrößern. Amerika kann und darf nicht isoliert betrachtet werden, wie das Donald Trump macht. „America first“, „Let’s make America great again“ sind ein deutlicher Wandel von „Hope“ und „Change“ und „I believe“ der nun abgelaufenen Obama-Jahre. Die USA sind Teil Nordamerikas, Donald Trump sollte das endlich begreifen.

„Sie hätte es aber sagen können“

Es ist schon eine komische Zeit in der wir leben. In den USA macht ein Kandidat Schmalspur-Wahlkampf und auch als gewählter Präsident äußert er sich am liebsten in Form von 140 Zeichen. Twitter ist sein Sprachrohr, darüber erklärt er und kommentiert komplizierteste tagespolitische Themen. Auf Facebook werden problem- und kritiklos erfundene Nachrichten und Kommentare verbreitet und diese bejubelt. Selbst wenn man diejenigen darauf hinweist, wie im Falle eines falschen Zitats, das der Grünen Politikerin Claudia Roth untergeschoben wurde, dass Roth so etwas nie gesagt habe, kommt zur Antwort: „Sie hätte es aber sagen können„. Der entsprechende Post auf Facebook wurde deshalb nicht gelöscht.

Nun habe ich vor ein paar Tagen ein Bild mit einem Text auf meiner Facebook Seite veröffentlicht: „Wir haben nicht Terror wegen der vielen Flüchtlinge, sondern wir haben so viele Flüchtlinge wegen Terror“. Ein Textbildchen, darunter steht als Absender Caritas. Ich habe dieses Bild geteilt, einfach so, als einen kleinen Denkanstoss in einer schwierigen Zeit.

Doch das war ein Fehler. Zwar stimmten sehr viele „Facebook Freunde“ diesen Zeilen zu, etliche teilten dieses Bild auch weiter, aber es gab auch einige, die daraufhin eine unsägliche Diskussion begannen. Es wurde auf Flüchtinge geschimpft, sie als „potentiellen Schläger„, als „Grabbscher und Gangreserve“ bezeichnet. Von der „Leitpresse“ ist da die Rede und „Wer Auslandspresse liest ist besser informiert„. Fragwürdige Propagandalinks wurden da gesetzt. Ein erfahrener Journalist und von mir sehr geschätzter Kollege bekommt zur Antwort: „Ok ich verstehe schon, wer im Mediengeschäft ist muß sich heute so verhalten, das ist die offizielle Sprachregelung, sonst ist man leider schnell erledigt.“ Einer Bekannten, die Promoterin im Musikbereich ist und einen Einwand liefert, wird gesagt: „„öffentlichkeits“arbeiter“Innen müssen sowat sagen. dafür werden sie bezahlt“.

Natürlich werden auch wieder die USA beschuldigt, Verschwörungstheorien über Hintermänner und -frauen der jüngsten Terrorattacke von Berlin geliefert, Zitat: „Die EU und D, sind koloniale Erfüllungsgehilfen„. Auch werden für die Meinungsbildung zahlreiche Quellen benutzt, manchmal durchaus fragwürdig: „Meine Friseurin in der Heimatstadt erzählte mir entsetzt, alle 4 Moscheen würden Radikalisierung betreiben.“ Pauschal werden Muslime verurteilt: „Ihre Sozialisation ist eben so, dass Frauen minderwertig sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird als „obermuddi“ bezeichnet, die mit ihrer „bande ihre grenzflutung erreicht„. Und die Caritasschelte darf natürlich auch nicht fehlen, immerhin ist der katholische Wohlfahrtsverband für das am Anfang stehende Zitat verantwortlich: „caritas & co verdienen sich dumm und dämlich dran. auf kosten des steuerzahlers.“

Mir wurde vorgeworfen, ich sei „naiv„, ich verbreite „ein sehr oberflächlich populistisches Bild„. Eigentlich waren es doch nur diese wenigen Worte: Wir haben nicht Terror wegen der vielen Flüchtlinge, sondern wir haben so viele Flüchtlinge wegen Terror. Und dann so eine heftige Reaktion, die mich nachdenklich und auch betroffen macht über die Art und Weise des Umgangs miteinander, der Diskussionsebene, der Problembewältigung. Klar, ich könnte einige dieser „Facebook Freunde“ sperren oder einfach alles unkommentiert lassen. Aber das ändert ja nichts daran, dass es in diesen „sozialen Medien“ viele gibt, die sich ihr eigenes Bild der Welt und seiner Abläufe gebastelt haben. Nach dem Wahlausgang in den USA, der auf Lügen, Verschwörungstheorien und Hasstiraden aufgebaut war, schaue ich mehr als besorgt auf das, was da im kommenden Jahr in Deutschland passieren könnte. Die Zeichen lassen sich nicht mehr übersehen.

Trump gegen Twitter

Was ist denn das? Donald Trump trifft in seinem Trump Tower die Größen der High Tech Industrie, nur die Chefs von Twitter fehlen. „Weil sie nicht groß genug sind“, meinte Trump auf Nachfrage, doch das wäre eigentlich ein Schuß ins eigene Bein. Trump der Twitter-König hat über 17,3 Millionen „Followers“, er verbreitet rund um die Uhr seine politischen Entscheidungen, seine Hasstiraden, seine Presseerklärungen in 140 Zeichen. Twitter ist Trumps Kommunikationsweg. Da verwundert es schon sehr, dass niemand des Kurznachrichtendienstes zum Treffen im Trump-Turm eingeladen wurde.

Der Grund scheint wohl nicht der genannte zu sein, Twitter sei nicht „groß genug“. Vielmehr sieht es so aus, als ob der Donald nachtragend ist, denn Twitter CEO Jack Dorsey höchstpersönlich verweigerte dem Trump-Team im Wahlkampf ein bestimmtes Emoji. Und das für viel Geld. Geplant war, wenn vom Kandidaten und anderen der Hashtag #CrookedHillary genutzt werden würde, dies mit einem Bildchen zu untermalen.

Doch die Twitter Oberen stellten sich quer, allen voran Jack Dorsey. Und das kam nicht gut an. Ergebnis: Keine Einladung. Auch ist der Trump Berater, Peter Thiel, Mitglied im Aufsichtsrat von facebook kein Fan von Twitter. „Es ist ein furchtbar schlecht geführtes Unternehmen – wahrscheinlich wird dort zu viel Pot geraucht“.

 

 

Twitter sollte pleitegehen, dann hat dieser Wahnsinn ein Ende

140 Zeichen. So regiert Donald Trump. Er machte so Wahlkampf und nun geht es damit weiter. Jüngstes Beispiel, die Androhung, die Staatsbürgerschaft jenen zu entziehen, die die amerikanische Flagge verbrennen. Das ist von heute Morgen.

Trump hält keine Pressekonferenzen, erklärt sich nicht, vielmehr kommuniziert er mit den Medien und seinen Anhängern über twitter. Und das ist alles andere als präsidial, wie dieser Tweet zeigt, ein erneuter Angriff auf die Medien. Trump kritisiert jeden, der nicht in sein Populismushorn bläst.

Wer glaubte, der gewählte Donald Trump würde endlich mal ein paar Gänge runterfahren und nicht mehr so sehr auf der „Ich-Welle“ reiten, der liegt schief. Trump beweihräuchert sich weiter als Retter der Nation, als Sieger, Gewinner, Alleskönner. Auch das zeigt er in seinen Tweets, wie diesem hier, in dem er erklärt, er habe nicht nur mehr Wahlmänner erhalten sondern auch die meisten Stimmen, wenn man jene illegalen Wahlstimmen von  Hillary Clinton abziehe. Donald Trump behauptet damit ernsthaft, ohne Beweise vorzulegen, dass in dieser Präsidentenwahl mehr als zwei Millionen Stimmen von Personen abgegeben wurden, die eigentlich nicht wählen dürften. Das ist der gewählte Präsident der USA, ein beeindruckender Verfechter der amerikanischen Demokratie.

Donald Trumps Regierungsstil wird sich nicht von dem unterscheiden, was er als Wahlkämpfer gemacht hat. Er meint, nur „my way or the highway“. Hatten bislang gewählte Präsidenten still und leise ihr Kabinett zusammen gestellt, macht Trump auch das anders. Er spricht über Treffen, verheimlicht nicht, wen er für welchen Posten in Erwägung zieht und lässt es sogar zu, dass seine engsten Berater Kandidaten beleidigen, wie jüngst Kellyanne Conway Mitt Romney. Trump hat die Zügel in der Hand und lässt die Dinge geschehen. Seine Auswahl seines Kabinetts erinnert mehr an eine Folge von „The Apprentice“ als eine ernstzunehmende Kandidatensuche. Es fehlt nur noch, dass jene Männer und Frauen, die auf der Trumpschen Liste stehen, Aufgaben erledigen müssen, um ihre Qualitäten und ihre Loyalität unter Beweis zu stellen.

In den Kommentaren der „Talking Heads“ auf den 24 Stunden Nachrichtenkanälen hört man immer, Donald Trump mache es einfach anders. Das sei eben seine Art. Eine Entschuldigung, eine Erklärung, dass unter Trump nun alles anders wird. Ein Präsident, der über twitter hetzt, tobt, lügt. Ist das das Amerika in dem ich nun lebe? Ich kann nur hoffen, dass twitter wirklich pleite geht, vielleicht ist dann endlich Schicht im Schacht mit diesem 140 Zeichen Blödsinn von Donald Trump.

„Ich habe den Krieg mit der Schweiz abgewendet“

Auf uns kommen wirklich harte Zeiten zu. Das was hier in den YOU-ESSSS-AAAA passiert, erinnert mehr und mehr an den Hollywood Spielfilm „Wag the dog“. Am Donnerstagabend twitterte der gewählte US Präsident, Donald Trump, dass er gerade vom Präsidenten des Autoherstellers Bill Ford einen Anruf erhalten habe. Das Lincoln-Modell, produziert in Kentucky, wird auch weiterhin dort gebaut werden. Die Fabrik wird nicht nach Mexiko verlagert:

Wenige Minuten später kam noch ein Tweet des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Darin erklärt er, er – Donald Trump – habe hart mit Bill Ford daran gearbeitet, die Produktionsstätte in Kentucky zu halten. „Ich war das dem großartigen Staat Kentucky schuldig, die überragend an mich glauben“. Trump hatte bei der Wahl 62,5 Prozent der Wählerstimmen in Kentucky erhalten:

Einziges Problem bei dieser Geschichte ist, die Fabrikhallen in Kentucky waren nie gefährdet. Ford hatte überhaupt keinen Plan, die Produktion nach Mexiko zu verlagern und Arbeitsplätze in Kentucky abzubauen. Trump präsentiert sich dennoch als Macher. Man kann gespannt sein, welche Wohl- und Wundertaten Donald Trump erst schaffen wird, wenn er denn im Oval Office sitzt. Wahrscheinlich verhindert er den drohenden Krieg mit der Schweiz, den Literaturnobelpreis für seine Tweets lehnt er dankend ab, die Mauer müsse nicht gebaut werden, weil Mexiko zugestimmt habe keine Vergewaltiger mehr zu schicken, der Klimawandel sei mit seiner Amtsübernahme in guten Händen, da er einen neuen Vertrag mit Mutter Natur über die steigenden Ozeane aushandeln wird.

Donald Trump war und ist ein Schüler Münchhausens. Seine Lügengeschichten könnten eigentlich mehr als unterhaltsam sein, wenn es nicht die bittere Realität wäre, in der ich hier drüben lebe. Man kann gespannt sein auf Präsident Trump, ab 2017 grüßt sein Bild dann auch auf jedem internationalen Flughafen die ankommenden Besucher: „Welcome to Trump-Country“.