Trumps Schulterschluss mit Ronald McDonald

Freundlich winkt der Clown.

Man könnte gemein sein und davon sprechen, wie ein Clown den anderen umarmt. Der eine mit rotem Haar, geschminktem Gesicht, gelber Uniform und zu großen Schuhen. Der andere steht dem politischen Zirkus in Washington DC vor und unterhält die Menschen tagtäglich auf seine ganz eigene Art. Aber das wäre wohl nicht ok, wenn man Ronald McDonald und Donald Trump in einem Satz erwähnt. Oder doch?

Trump zumindest hilft derzeit dabei, dass die Mitarbeiter in den Fast Food Restaurants weiter benachteiligt und schlecht bezahlt werden. 2012 begannen Angestellte der Burger-Kette in New York zu streiken. Sie verlangten einen Mindeststundenlohn von 15 Dollar und das Recht sich zu organisieren. Die Proteste weiteten sich auch auf andere Bundesstaaten aus. 2014 wurde vom „National Labor Relations Board“ offiziell Anklage gegen das Unternehmen erhoben, das weltweit der zweitgrößte private Arbeitgeber ist. Die Frage, die vor Gericht geklärt werden sollte ist, ob das Mutterunternehmen für die Arbeitnehmer in den „unabhängigen“ Einzelrestaurants zuständig ist oder, ob jedes einzelne McDonald’s Restaurant verantwortlich sei. Einiges spricht dafür, dass der Konzern den Ton bestimmt, sowohl bei der Einstellung, wie auch beim Arbeitsablauf. Und von dieser Frage hängt viel ab, darunter ob Mitarbeiter solcher „Franchises“ streiken und sich unter einer Gewerkschaft organisieren dürfen, was zu einer der größten Arbeitnehmervertretungen im Land führen könnte. Denn derzeit sind rund 8 Millionen Amerikaner in solchen „unabhängigen“ Konzernfilialen angestellt, Tendenz steigend.

Nach 150 Tagen war man kurz vor einem Richterspruch angelangt. Alles sah nach einem Erfolg der McDonald’s Mitarbeiter aus, doch dann kam die neue Administration und Donald Trump suchte die Nähe zum Burger Clown. Die Anwälte des „National Labor Relations Boards“ erklärten, man wolle nun den Fall außergerichtlich lösen. Und das wäre ein Schlag ins Gesicht nicht nur für die direkt betroffenen McDonald’s Mitarbeiter, sondern eben auch für die Mitarbeiter anderer Restaurants und Konzernfilialen, die darauf hofften, endlich eine Arbeitnehmervertretung organisieren zu können. Trump und seine Administration versuchen mit diesem Schritt eine Gewerkschaftsgründung und eine Stärkung der Mitarbeiterrechte zu verhindern. Gerade jener Arbeitnehmer, die für einen Hungerlohn malochen und von der vielgepriesenen Trumpschen Steuerreform nicht betroffen sind.

Amerika und der 1. Mai

Schon komisch, überall feiert man den 1. Mai als „Tag der Arbeit“, nur in den USA nicht. Und das, obwohl er eigentlich von hier kommt. Erinnert wird an das „Haymarket Massaker“ vom 4. Mai 1886. Vorausgegangen waren Demonstrationen und Proteste, zu denen Gewerkschafter, Anarchisten und Sozialisten aufgerufen hatten. Seit Ende April kamen Zehntausende von Menschen in Chicago zusammen und forderten lautstark den Achtstunden Arbeitstag. Am 1. Mai streikten dann 35.000 Arbeiter in Chicago. Auf einer weiteren Protestveranstaltung wurden Demonstranten von der Polizei erschossen. Die Situation schaukelte sich hoch. Für den 4. Mai wurde deshalb zu einer weiteren, noch größeren Zusammenkunft auf den Haymarket in Chicago gerufen.

Doch dann zündete jemand eine Bombe an diesem denkwürdigen Tag, mehrere Polizisten und Demonstranten starben, sofort wurden mehrere Anarchisten für die Tat verhaftet und ohne großes Gerichtsverfahren umgehend gehängt. Ein späterer Gouverneur von Illinois nannte diese Maßnahme eine der schlimmsten Rechtsvergehen in der Geschichte Amerikas.

Schon kurz darauf wurden die Rufe in den USA und in Europa immer lauter, den 1. Mai als internatinalen Tag der Arbeit festzulegen. Beim Gründungstreffen der Zweiten Internationale 1889 in Paris rief Raymond Lavigne für das Folgejahr zu internationalen Demonstrationen am Jahrestag der Proteste von Chicago auf. 1891 wurde der 1. Mai ganz offiziell von der Zweiten Internationale als Festtag bestimmt.

Nur in den USA gingen die Uhren anders. Präsident Grover Cleveland fürchtete, dass mit dem Feiertag am 1. Mai die Erinnerung an das Massaker von Chicago erhalten werde. Das wollte er verhindern und willigte deshalb ein, einen Feiertag für Arbeiter im September einzurichten. Noch heute gibt es den Labor Day, der alljährlich am ersten Montag im September begangen wird. Mit der Revolution in Russland, der Gründung der Sowjetunion und der Kommunistenjagd in den USA war der 1. Mai im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sowieso als „Kommunistentag“ verschrien. Da half auch nichts, dass sogar die katholische Kirche 1955 den 1. Mai zum Festtag erklärte. An diesem Tag wird an „Josef den Arbeiter“ gedacht, der Schutzpatron der Arbeiter, vor allem der Handwerker.