Was gibt es noch zu erforschen?

Eigentlich könnte man tagtäglich über die Wissenschaft schreiben. Und damit meine ich nicht ernstzunehmende Versuche, Entdeckungen, Beobachtungen. Ich meine den Wahnsinn sogenannter wissenschaftlicher Arbeiten, die eigentlich niemand braucht. Also, so etwas wie die Untersuchung, ob Ratten rückwärtsgesprochenes Japanisch besser oder schlechter verstehen als rückwärtsgesprochenes Hollländisch.

Ratten verstehen weder Japanisch noch Holländisch rückwärtsgesprochen.

Ratten verstehen weder Japanisch noch Holländisch, wenn es  rückwärtsgesprochen wird, ermittelte eine Studie.

Oder wie Rentiere reagieren, die Menschen in einem Eisbärenkostüm sehen. Oder ob man vorhersagen kann, wann sich eine Kuh hinlegt und wann wieder aufsteht. Oder die Arbeit über die Kräfte in den Haaren, wenn sie zu einem Pferdeschwanz gebunden sind. Oder die Untersuchung, ob die Verletzungen und Schmerzen größer sind, wenn man eine volle oder eine leere Bierflasche über den Kopf geknallt bekommt. Oder, dass Stripperinnen mehr Trinkgeld bekommen, wenn sie ihre Tage haben. Oder….“you get the point“.

Es gibt Studien und „wissenschaftliche“ Papiere zu allem. Die oben genannten Beispiele habe ich nicht erfunden, es gab diese Arbeiten wirklich. Wissenschaftler an Universitäten untersuchten all diese Phänomene, in den USA, den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz, quer rund um den Globus. Finanziert werden solche Projekte meist durch Steuergelder. Eine Art der hochbrisanten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Nun haben Forscher der New Yorker Cornell University in einer neuen und sagenhf wissenschaftlichen Arbeit „herausgefunden“, dass es zu viele wissenschaftliche Arbeiten gibt. Ermittelt wurde anhand einer Datenauswertung, dass die Ergebnisse von Studien kaum noch registriert werden, da es einfach zu viele Veröffentlichungen gibt. Ich glaube, für das Geld dieser wissenschaftlichen Arbeit wäre ich zum gleichen Ergebnis gekommen.

 

„It takes a village…“

„…to raise a child“. Dieser Satz der einstigen First Lady Hillary Clinton erlebt eine ganz neue Bedeutung im Kongo. Hier muß man zusammen halten und zusammen arbeiten, um auch nur kleine Fortschritte zu erzielen.

Die lutherische Grundschule im kleinen Ort Kilungutwe. Am Rande des Dorfes gelegen findet man zwei Klassenzimmer aus Backsteinen (Bild links), selbstgezimmerte, wackelige Schulbänke, die Fenster offen, Lehmboden. Einen kleinen Hügel hinauf liegen zwei weitere Klassenzimmer für die älteren Kinder. Ein Lehmbau mit Strohdach, der mehr an einen Stall als an eine Bildungseinrichtung erinnert.

Und auch in Bukavu, immerhin eine Großstadt, ist das Bild nicht besser. In der Gemeinde Bizimana stehen zwar größtenteils aus Backsteinen gefertigte Klassenzimmer, doch der Gesamteindruck ist mehr als ärmlich. Über 400 Kinder werden hier unterrichtet. Der Boden ist unbefestigt, draußen ist es schlammig. Gleich neben dem Klassenzimmer der 1A (Bild) liegen die Außentoiletten. Im Raum riecht man die Fäkalien. Bis zu fünf Kinder teilen sich eine Schulbank. Ein paar Schüler schreiben auf Schiefertafeln, einige haben Hefte, der Großteil jedoch kann gar nicht mitschreiben. Die Unterrichtsmaterialien fehlen hier überall.

Die Schule ist eine halbstaatliche, was bedeutet, die lutherische Kirche ist der Träger, die Lehrer müßten aber eigentlich vom Staat finanziert werden. Müßten….denn  seit längerem, teilweise schon seit Jahren, haben sie kein Gehalt mehr bekommen. 40 Dollar im Monat erhält ein Lehrer normalerweise, nun leben sie von den kleinen Schulbeiträgen der Schüler. Und die kommen auch eher sporadisch und meist nur teilweise. Und dann hat der Staat am Anfang des Schuljahres verkündet, dass alle Schulen für die ersten drei Klassen kostenlos sind, was zur Folge hat, dass die Eltern nun kein Schulgeld mehr zahlen müssen. Und das, obwohl der Staat auch weiterhin nicht die Lehrer bezahlt. Eine fatale Situation.

Vor kurzem wurde einigen Lehrern ein Teilmonatsgehalt ausgezahlt. 20.000 kongolesische Franc, also rund 20 Dollar. Allerdings erhielten die Lehrer nur 17.000. Denn derjenige, der die Kasse verwaltete mußte auch was bekommen und der mußte ebenfalls etwas an seinen Vorgesetzten abdrücken.

Die Situation ist nicht anders bei den Schülern, die nach dem Abschluß den Sprung auf die Universität schaffen. Auch hier müßten die Professoren eigentlich vom Staat finanziert werden, doch Gehälter werden schon lange nicht mehr bezahlt. Deshalb treiben die Professoren das Geld bei den Studenten ein. In jeder Vorlesung, vor jeder Prüfung, wenn man die korrigierte Arbeit zurück haben will und dann auch noch das Zeugnis bekommen möchte. Natürlich zahlt man extra für die Prüfungsunterlagen, die der Prof. selbst zusammen gestellt hat.

Die Regierung in Kinshasa und der gesamte Staatsapparat leben auf dem Rücken der Bevölkerung. Für alles und nichts muß gelöhnt werden. Vor allem bei staatlichen Einrichtungen wird von den Beamten kräftig zugelangt, denn die kleinen Zugelder sind ihr Einkommen. Wenn man sich die Zustände in den Schulen ansieht weiß man, dass der Kongo in absehbarer Zeit nicht voran kommen wird. Und das, obwohl dieses Land, aufgrund seiner Bodenschätze zu einem der reichsten der Welt zählen könnte.

Aus die Maus

So schnell kann es gehen. Howard war on-air auf KUSF, San Francisco, und um Punkt 10 Uhr gab es nur noch ein Rauschen im Senderwald. Von einer Minute auf die andere und ohne Vorankündigung kappte die University of San Francisco die Verbindung. KUSF, einer der bedeutendsten Collegesender in den USA, ist nicht mehr. Nach 34 Jahren kam das plötzliche Aus. Hebel umgelegt und Ruhe ist.

Das zumindest dachten sich die Verantwortlichen der katholischen Universität, die die Sendelizenz für die UKW Frequenz 90,3 an das „Classical Public Radio Network“ verkauften, für schlappe 3,75 Millionen Dollar.

KUSFKUSF war immer mehr als nur ein Collegesender. Die Station verfolgte von Anfang an das Ziel auch für die „Community“ da zu sein. Viele Fremdsprachenprogramme, von polnischen bis armenischen Sendungen, konnte man hier hören. Daneben Theater- und Filmprogramme, Shows für Senioren und schwule Christen, für Tierliebhaber und Tech-Freaks. Ganz zu schweigen von der musikalischen Bandbreite, die hier ausgeschöpft wurde. Nicht umsonst nannte man sich „Freeform Radio“, also ein Sender voller Freiheiten, die sich die DJs auch nahmen. Von Rock bis Industrial, von Country bis Electronica, von Hip Hop bis Avantgarde…auf KUSF war alles möglich und alles machbar innerhalb von einer Stunde. Und die Bilderwand der KUSF Gäste dokumentierte das auf schöne Weise. Da waren von Kurt Cobain bis Tom Waits und Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten alle versammelt.

Nun also soll damit Schluß sein, doch noch wollen die Ehrenamtlichen, Hörer und Unterstützer dieses einzigartigen Senders in San Francisco nicht aufgeben. Für morgen ist eine Demo und ein Campusbesuch geplant. Und wer will kann sich auch aus Deutschland mit einer Protestnote an den Präsidenten der University of San Francisco wenden: Rev. Stephen A. Privett – president@usfca.edu . Wer sich jetzt wundert, warum man sich in Nürnberg um einen Sender in San Francisco kümmern sollte, dem sei gesagt, dass über KUSF viele lokale und regionale Bands im Programm „Radio Goethe“ liefen: Fiddler’s Green, J.B.O., Merlons, Robocop Krauss, Missouri, Shiny Gnomes, Klaus Brandl & Chris Schmitt, Dan Reeder, und und und…. Über die 90,3 fm wurde in der nordkalifornischen Metropole seit rund 14 Jahren für die Frankenmetropole geworben. Eine kleine Mail ist das doch wert!

Ich hatte am Sonntag die letzte Spotlight Sendung mit einem deutschen Thema. Kann man hier hören.

Und hier die Facebook Seite zur KUSF-Rettung

San Francisco vor 50 Jahren

13. Mai 1960Der 13. Mai ist ein besonderer Tag in San Francisco und auch für Amerika. An diesem Tag 1960, dem „Black Friday“, begann die sogenannte „Free Speech Movement“ in den USA.. Der „Unter-Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten“ des Kongresses versuchte an diesem Freitag erneut eine Sitzung im Rathaus abzuhalten. Am Tag zuvor wurde sie von Protesten unterbrochen. Mit diesen Anhörungen im ganzen Land wollte man mögliche Verbindungen von Gewerkschaften, Professoren und Filmschaffenden mit der kommunistischen Partei offenlegen.

Vor dem Gebäude hatten sich erneut Demonstranten eingefunden, die dann auch in das Gebäude gelangten und die gewaltige Treppe nach oben drängten. Gemeinsam sangen sie „We Shall Not Be Moved“, ein Lied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Friedlich und laut, aber keineswegs aggressiv. Doch dann eskalierite die Situation. Die Polizei drehte Feuerwehrschläuche auf die zumeist teilnehmenden Studenten, um anschliessend Schlagstöcke einzusetzen. Dutzende von Demonstranten wurden verhaftet. Die Bilder des Protests waren am kommende Tag auf den Titelseiten aller Zeitungen. FBI Direktor J. Edgar Hoover erklärte, die Studenten seien von der kommunistischen Partei zu dieser Aktion angestiftet worden. Mit den Filmaufnahmen, die während des Protests gedreht wurden, wurde sogar ein Propagandafilm der Regierung zusammengestellt, der anschliessend in Schulen, Universitäten und in Kasernen aufgeführt wurde. Doch der Film ging nach hinten los und zeigte vielmehr, dass die Demonstranten brutal von der Polizei angegangen wurden.

„Black Friday“1960 ist ein geschichtsträchtiger Tag. Er zog einen Schlussstrich unter die 50er Jahre, war der Auftakt für eine massive Studentenbewegung und die „Free Speech Movement“, die sich von San Francisco und Berkeley im ganzen Land ausbreitete. Und die Bilder dieses Tages manifestierten im Bewußtsein der Amerikaner die Idee der „Left Coast“. Damit wird immer wieder beschrieben, dass die Menschen an der Westküste, der linken Küste Amerikas, politisch anders denken, als im Rest des Landes.

Gegen Mittag am heutigen 13. Mai werden sich eine Handvoll grauhaariger Männer und Frauen genau dort treffen, wo vor 50 Jahren Geschichte geschrieben wurde.

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Deutsch im Nordwesten

Ich bin gerade in Seattle. In den letzten Tagen ging es an verschiedenen Universitäten in der Region und an den Deutschprogrammen dort um die deutsche Musikszene. Habe ausgeholt und den Bogen von den Anfängen in den 60er Jahren bis heute gespannt.

Das Interesse war und ist da. Was mich vor allem freute, der Grossteil der Professoren und Studenten kennt sich gut aus und kam auch mit gezielten Fragen. Ich bin begeistert, denn mit Musik lassen sich kulturelle Brücken schlagen.

Immer wieder wurde nach Peter Fox gefragt, der zwar in den USA nicht veröffentlicht ist, aber seine Songs sind dennoch bekannt.
Und natürlich Rammstein, hier warten schon einige auf die anstehende US und Kanada Tournee im Herbst.
Heute geht es noch an eine Uni in Tacoma, am späten Nachmittag fliege ich dann zurück nach Oakland.