In Texas studiert man bewaffnet

In Texas weiß man, wie man am besten Schießereien verhindert. Der texanische Gouverneur Greg Abbott hat ein Gesetz unterschrieben, dass Studenten und Professoren erlaubt, auf dem Campus eine Knarre zu tragen. Damit, so die Logik des Scharfschützen Abbott, sollen Amokläufer abgeschreckt werden. Denn wenn einer wisse, dass er auf dem Campus auf eine Gruppe bewaffneter Kommilitoninnen und Kommilitonen treffe, würde er sich die Wahnsinnstat zweimal überlegen, so die Denke des NRA-Mitglieds Greg Abbott.

Doch diesem Gedankengang wollen zahlreiche Studenten nicht folgen. Sie wehren sich gegen die Waffenflut in ihrem Umfeld und fordern zum Protest auf. In einer facebook Gruppe wird bereits eine Aktion angekündigt. Das Gesetz soll ab dem 1. August 2016 gelten, dann werden die Studierenden mit ihrem Protest beginnen. Sie wollen einen schwingenden Dildo an ihre Rucksäcke hängen, denn das öffentliche Zeigen eines Sex-Spielzeugs ist nicht erlaubt auf texanischen Universitätsgeländen. Waffen tragen ist ok, Dildo zeigen nicht. „You’re carrying a gun to class? Yeah well I’m carrying a HUGE DILDO“, so das Motto der Protestierenden.

Die Waffenlobby ist natürlich entsetzt und beschimpft die Studierenden als „unmoralisch“, „weltfremd“ und „verkommen“. Eine Mutter kommentierte sogar auf der facebook Seite, sie habe kein Problem damit, dass ihr Kind eine Waffe trage, aber einen Dildo öffentlich zur Schau stellen sei ihr nicht recht. Wenn das Gesetz so in Texas umgesetzt wird, was anzunehmen ist, werden die Waffenträger ungestört im Hörsaal sitzen, die Dildoträger hingegen mit einem Bußgeld rechnen müssen. Und, falls sie den Phallus nicht vom Rucksack nehmen sollten, wird ihnen der Zugang zur Lehranstalt verweigert. Ein etwas seltsamer Protest gegen die Waffengewalt in den USA, aber noch seltsamer ist die Bewaffnung von Studierenden, um so Amokläufer abzuschrecken. Man muß Amerika nicht verstehen.