Nach der Wahl ist vor der Wahl

„Run ,Sarah Run.“…  In der republikanischen Partei ist nach der Wahlpleite der offene Richtungsstreit ausgebrochen. Wohin der Weg geht, ist noch unklar, aber auf alle Fälle will die christlich-konservative Basis wieder stärker mitreden. Sie fühlt sich durch den Wahlausgang bestärkt. Denn abgesehen von der Niederlage McCains, den man sowieso nur halbherzig unterstützte, gab es am Wahlabend deutliche und richtungsweisende Siege zu verbuchen.

In Arizona, Florida und Kalifornien sprachen sich die Wähler für Zusätze in der Verfassung aus, dass Ehen nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich sind. Gerade in Kalifornien, mit San Francisco als Zentrum der Gay-Bewegung, kam dieses Votum einem Erdbeben gleich. Die Basis verweist auf diese Erfolge, auf die Stimmung bei den Wählern zurück zu kommen zu den traditionellen „Family Values“, den Grundwerten der GOP. Amerika und Kalifornien hat sich zwar deutlich für Barack Obama als Präsidenten ausgesprochen, doch das bedeutet keineswegs einen progressiven Wandel bei politischen Grundfragen.jitcrunch.aspx.jpeg

Für die christliche Basis steht fest, Sarah Palin ist die Frau, auf die man in der Zukunft bauen kann und sollte. Sie ist nun bekannt, steht für diese Werte und kann die Menschen begeistern.

Doch Sarah Palin wurde nach der Wahl von anderen in der republikanischen Partei hart angegangen. Informationen  aus  dem Wahlkampf wurden der Presse zugespielt, die Palin als uninformierte Politikerin, als Diva und im Nachhinein als falsche Wahl darstellen. Die Gouverneurin von Alaska wehrt sich jedoch dagegen, findet die Angriffe unfair und verlogen.

YouTube Preview Image

Das Drama beginnt

Es ist eine sehr erhitzte Stimmung in den USA. Die beiden Kandidaten hoffen auf einen guten Ausgang, aber ihre und die Anwälte der Parteien stehen bereit, um alles anzufechten, was nur den Hauch von Unklarheit hat oder was einen Nachteil für sie haben könnte.

FOX News zeigt in diesem Video ganz gut, wie die Situation ist, gerade in einem Bundesstaat wie Pennsylvania, wo die Entscheidung der Wähler noch offen ist:

YouTube Preview Image

McCain, Obama und McCain-Obama

mccain3.jpgKurz vor Torschluss herrscht nochmal so richtig Panik. Schafft es Obama oder kann McCain noch auf der Zielgeraden aufholen? Mehrere Umfragen belegen beides, genau das, was man hören will.

Am Sonntag jetteten die Kandidaten noch einmal hin und her, hier John McCain mit Arnold Schwarzenegger. Dort Barack Obama mit Bruce Springsteen.

us_elections_obama.jpgDoch Tatsache ist, Barack Obama hat so viele junge und neue Wähler hinter sich gebracht, wie vor ihm noch niemand. Und John McCain ist nicht der Wunschkandidat der Republikaner. Alles spricht also für einen Wahlerfolg des Demokraten…nur noch wenige Stunden, dann wissen wir mehr.

Hier noch ein aktueller Audio-Beitrag:

      Kurz vor der Wahl

Die dürren Beine von Obama

capt.cps.obs45.011108001309.photo00.photo.default_512x459.jpgEs ist wirklich an der Zeit, dass dieser Wahlkampf endlich ein Ende hat. Ich sitze jeden Tag nur noch da und schüttele den Kopf, wie tief kann das Niveau noch sinken. Nun hat Kaliforniens Gouverneur, Arnold Schwarzenegger, bei einem Wahlkampfauftritt von John McCain in Ohio, den Vogel abgeschossen.

Schwarzenegger erklärte dort, er werde Senator Obama im kommenden Jahr zu seiner Bodybuilding Veranstaltung „Arnold Classiscs“ einladen, damit dieser etwas gegen seine „dürren Beine“ und „dünnen Arme“ mache. Ich bin wirklich froh, wenn die Wahl am Dienstag vorbei ist, denn was würde als nächstes kommen? Das möchte ich mir gar nicht ausmalen.

YouTube Preview Image

Ich bin Wahlkampfmüde

john_mccain_narrowweb__300x373_0.jpgAm nächsten Dienstag geht der längste und teuerste Wahlkampf in der Geschichte Amerikas zu Ende. Seit fast 23 Monaten hauen und stechen und kloppen die Kandidaten aufeinander ein, verprassen Hunderte von Millionen Dollar, damit am Ende (endlich) George W. Bush abgelöst wird. Der Amtsinhaber ist nur noch ein „lame duck“, eine lahme Ente, die so gut wie nichts mehr zu sagen hat und dem niemand mehr richtig zuhört, schon gar nicht mehr ernst nimmt.

John McCain oder Barack Obama, alles läuft auf den Demokraten aus Illinois hinaus. In den Umfragen liegt er weit vor McCain, und das auch in den „Battleground States“, die sich mal so und mal so entscheiden. Der Republikaner gibt aber noch nicht auf und fährt eine Angstkampagne ohne gleichen. Obama sei ein Sozialist, ohne Erfahrung, ein Freund von ehemaligen Terroristen, könne das Land nicht wirklich beschützen und sein Mittelname „Hussein“ sage doch alles aus. Gut ist nur, dass ein kleiner Teil der Amerikaner diese Schmutzkampagne aus dem McCain Lager annimmt. Der Grossteil der US-Wähler hat die Nase gestrichen voll von dem Negativ-Wahlkampf des Republikaners. Amerika ist bereit für seinen ersten schwarzen Präsidenten, für Barack Obama im Weissen Haus. barack_obama_is_not_superman.jpg

Da kann sich die christlich-konservative Basis noch so abmühen, es wird am Ende nichts helfen. Lange standen sie dem Kandidaten McCain sehr skeptisch gegenüber, denn dieser hatte in der Vergangenheit führende religiöse Führungspersonen als „Agents of Intolerance“ beschrieben. James Dobson, der sich nun für John McCain ausspricht, war lange Zeit gegen ihn und erklärte immer wieder, lieber gehe er nicht zur Wahl, als für den Senator aus Arizona zu stimmen. Dobson überlegte sogar, als eigenständiger Kandidat anzutreten, was er – Gott sei Dank – dann doch sein liess.

Doch das hat sich nun alles geändert. Mit der Wahl von Sarah Palin hat John McCain die christlich-konservative Basis für sich gewinnen können. Doch zu spät. Auch die letzte Mobilmachung wird nichts daran ändern, dass John McCain nicht der Wunschkandidat vieler in der GOP ist und von daher nicht die breite Unterstützung erhält, wie sie 2000 und 2004 George W. Bush bekam.

Teil 1 des James Dobson Interviews mit Sarah Palin

YouTube Preview Image

Teil 2 des James Dobson Interviews mit Sarah Palin

YouTube Preview Image

Teil 3 des James Dobson Interviews mit Sarah Palin

YouTube Preview Image

Stolpersteine für McCain und Obama?

story.jpgSie heissen Bob Barr, Ralph Nader, Alan Keyes, Cynthia McKinney oder Gene Amondson. Rund 15 amerikanische Präsidentschaftskandidaten in der zweiten und dritten Reihe werben neben dem bekannten Republikaner und Demokraten auch um Wählerstimmen. Das ganze läuft fast vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab, denn die nationalen und internationalen Medien konzentrieren sich auf John McCain und Sarah Palin, auf Barack Obama und Joe Biden. Zu den Fernsehdebatten wurden sie nicht eingeladen, nur wenige, wie Barr oder Nader, werden überhaupt interviewt. Nader815.jpg

Doch es gibt sie und sie könnten durchaus auch wahlentscheidend sein. Man denke nur an den Erfolg von Ross Perot oder jüngst Ralph Nader, der im Jahr 2000 durch seinen Wahlkampf wichtige demokratische Stimmen auf sich vereinen konnte, die am Ende Al Gore zum Wahlsieg fehlten. In einigen Bundesstaaten ist deshalb in den letzten Tagen vor dem 4. November der offene Kampf um jede Wählerstimme ausgebrochen.

Hier ein Audio-Bericht über die Drittparteien Kandidaten:

      Drittparteien

Biden gegen Palin – ein lockerer Fight

2008_10_02t212254_380x450_us_usa_politics1.jpgEs war die wohl wichtigste Debatte zweier Vize-Präsidentschaftskandidaten überhaupt. Der erfahrene Senator Biden gegen die Gouverneurin Palin. Zwei Extreme, die aufeinander prallten und sich dabei ganz locker durch den Ring schupsten.

Hier ein Audio Bericht:

      Vize-Debatte

Von VP und Luftgitarren und Schrillsein in der Wüste

Obama hat seinen VP gewählt und geht mit Senator Joe Biden an seiner Seite ins Rennen um das Weisse Haus. Biden ist ein angesehener Politiker, der seit Jahrzehnten im US-Senat sitzt, wichtige internationale Erfahrungen hat und durchaus auch mal seine Meinung deutlich ausspricht. Und genau das verlangte Obama, der immer wieder betonte, er wolle keinen Vize-Präsidenten, der nur alles von ihm abnickt. Er möchte vielmehr jemanden, der mit ihm arbeitet, ihn berät und auch für seine eigene Meinung
eintritt. Und das hat er mit Joe Biden bekommen.ba_us_elections__0498871279.jpg

Der Spiegel erklärt in seinem Artikel über die VP-Wahl, Obama wäre mit dem etablierten und angesehen Biden lieber auf Nummer sicher gegangen, anstatt einen „neuen“ Mann nach Washington zu holen. Aber so darf man das nicht nur sehen. Obama ist die neue treibende Kraft im amerikanischen Polit-Zirkus. Er muss aber auch deutlich machen, dass er und seine Politik kein Wagnis sind. Die Amerikaner sollen ihm vertrauen und die USA wieder auf Vordermann bringen, innenpolitisch wie auch auf der Weltbühne. Mit Biden an seiner Seite schafft er den Spagat zwischen dem etablierten Washington und dem Drang nach „Change“, nach Wandel.

0_1020_1279956_00.jpgIn other News….“Hot Lixx Hulahan“ hat es geschafft. Der Mann aus Alameda, der die USA bei der Luftgitarrenweltmeisterschaft in Finnland vertrat (siehe unten im Blog), ist World Champion. Seine Spielweise hat die Kampfrichter in Helsinki überzeugt. Craig Billmaier, wie er bürgerlich heisst, ist durchaus verdient zum König der „Air Guitarists“ gekrönt worden.

Boah, nächste Woche ist viel los. Neben ein paar Interviews geht es am Mittwoch zu „Burning Man„, einem Festival in der Wüste Nevadas, rund acht Autostunden nordöstlich von San Francisco. Dabei geht es um Gemeinschaft, Kunst und Selbstdarstellung. Ich wurde von Freunden eingeladen, die dem Sonoma Arts Council vorstehen und eine offizielle Kunst-Partnerschaft mit „Burning Man“ haben. 40.000 Menschen werden dieses Jahr erwartet, die inmitten der Wüste für eine Woche eine bunte, schrille und schräge, doch vor allem kreative Gemeinde aufbauen. Und danach alles wieder so verlassen, wie sie es vorgefunden haben. Ich bin schon sehr gespannt und werde darüber an verschiedenen Stellen berichten. YouTube Preview Image

Jetzt liegt erstmal noch ein längeres und anstrengendes Wochenende vor mir. Ich muss meine Lufthansa Country Sendung produzieren, morgen sende ich ein Zweistundenspezial über Fury in the Slaughterhouse, muss dann noch ein paar Interviews vorbereiten…puh, irgendwie kommt immer alles auf einmal…ich brauche Urlaub, na, vielleicht finde ich in der Wüste von Nevada ein paar ruhige Augenblicke….

Beten für den Wahlsieg

Am Wochenende suchten die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain den Schulterschluss mit den christlichen Wählern (siehe letzten Blogeintrag). Werte, Abtreibung, Menschenrechte, so einiges kam dabei zur Rede.

Was noch vor ein paar Jahren undenkbar war ist nun möglich geworden. Ein demokratischer Kandidat sucht die Nähe zur christlichen Basis in den USA, um wichtige Wählerstimmen zu gewinnen. Und das hat durchaus seine Gründe, wie ich in dem folgenden SWR-Feature darlege:

      Politische Missionare

Präsident Bush wurde 2000 und 2004 durch das massive Eingreifen der christlichen Fundamentalisten in den Wahlkampf gewählt. Vor allem 2004 schafften es seine Berater, die weit verbreiteten christlichen Medien für sich zu gewinnen, in dem sie Themen wie „Schutz der Familie“ und „Homosexuelle Ehe“ in die tägliche Diskussion brachten. Nur einer könne Amerika vor dem tiefen Fall beraten – George W. Bush. Die Rechnung ging auf. Einige christliche Fundamentalisten gingen sogar so weit und erklärten, Bush sei ein Gesandter von Gott, der Amerika vor der kommunistischen und anti-christlichen Zerstörung rette. John Kerry hatte da keine Chance mehr, denn er wurde als Verfechter von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und dem Untergang des Abendlandes angesehen.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Die christliche Basis wurde enttäuscht von Präsident Bush, der schon eine Woche nach dem Wahlsieg 2004, seine Unterstützer nicht mehr kannte, wie es mir „American Family Radio“ Gründer Don Wildmon erklärte.

Und auch der diesjährige republikanische Kandidat, John McCain, ist umstritten im christlichen Wählerblock der USA. McCain gilt nicht als Mann der Familienwerte verteidigt und schon gar nicht als bibelfest. Die Abneigung gegen den Republikaner geht sogar so weit, dass einer der führenden Evangelisten Amerikas, James Dobson, öffentlich erklärte, er würde lieber nicht zur Wahl gehen, als für John McCain zu stimmen. YouTube Preview Image

Von daher kann man durchaus verstehen, dass Barack Obama die Einladung annahm und sich im Saddleback Civil Forum den Fragen von Pastor Rick Warren stellte. Denn seine Botschaft eines Wandels und Neuanfangs kommt durchaus bei den christlichen Wählern in den USA an.