„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“

Peinlich, peinlich. Echo für… Foto: Reuters.

Man muss kein Moralapostel, nicht auf dem politisch-korrekten Kreuzer unterwegs sein, nicht Kultur in gut und böse aufteilen, um zu erkennen, dass die Rapper Kollegah und Farid Bang mit ihrem Song „0815“ mehr als eine rote Linie  überschritten haben. Rap und Hip-Hop waren und sind die Sprache einer Jugend, die aufbegehrt, die anders denkt, die Probleme und Ereignisse aus ihrem direkten Umfeld anspricht.

Erst vor wenigen Tagen berichtete ich für Deutschlandfunk Kultur über den Einfluss, die Geschichte und die Bedeutung des Hip-Hop in Oakland und der East Bay. Oakland zählt zu einer der bedeutenden Geburtsstätten der Musik und der Hip-Hop Kultur. Wenn man durch die neue Ausstellung „Respect“ im „Oakland Museum of California“ läuft, dann kann man die Größe und die Tragweite des Hip-Hop erkennen.

Die Texte von Kollegah und Farid Bang, gerade in diesem Song „0815“, haben damit allerdings nichts mehr zu tun. Provokation, Protest, Einmischen, Umschreibung des Zustands ist wichtig, doch wer rassistische, antisemitische, sexistische und schlichtweg dümmliche Worte und Zeilen aneinander reiht und auch noch glaubt, damit eine „Message“ zu senden, verfehlt den geschichtlichen Kontext des Hip-Hop. Aber ja, es gibt die Kunst- und Kulturfreiheit, die wird hier auch nicht von mir angezweifelt oder hinterfragt. Vielmehr wundere ich mich, wie diese Echo-Jury das Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ in den Kategorien „HipHop/Urban National“ und „Album des Jahres“ für den Echo 2018 nominieren kann und dann auch noch einen Echo dafür vergibt. Damit hat der Echo wohl endgültig seine Legitimation als bedeutender deutscher Musikpreis verloren. Es ist nicht nur verwunderlich und peinlich, es ist beschämend und schlichtweg unsäglich. Die Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ ist da nur die Spitze eines bescheuerten Liedtextes, geschrieben von Schwachmaten, die nichts, aber auch gar nichts an geschichtlichem Verständnis und sozialem Gewissen haben. Hier der gesamte Text zum Nachlesen:

 

Kollegah & Farid Bang

„0815“

Diese Syrer vergewaltigen dein Mädel, Bitch
Sie sagt, „Lass mich in Ruhe!“, doch er versteht sie nicht
Zerlege dich, gab mir Testo
Mach‘ dein Bahnhofsghetto zu Charlie Hebdo
Deutschen Rap höre ich zum Einschlafen
Denn er hat mehr Windowshopper als ein Eiswagen, ah
Und wegen mir sind sie beim Auftritt bewaffnet
Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen
Ich tick‘ Rauschgift in Massen, ficke Bauchtaschenrapper
Wenn ich will, macht Genetikk ein Auslandssemester, ah
Wenn Farid bei dir einläuft mit Pumpgun
Suchst du Anis im Wald, als wärst du Heilkräutersammler
Dann kommt ein deutscher Gammler und bumst dich im Wald schnell
Und nimmt dich von hinten wie Bullen die Handschell’n (ah)
JBG 3, die Muskelpakete
Doch keiner von uns kann Ali Huckepack heben

Dieses Album kommt, weil ihr wieder Ansagen braucht
Fuck mich ab und ich ficke deine schwangere Frau (ah)
Danach fick‘ ich deine Ma, die Flüchtlingsschlampe
JBG 3, keine 08/15-Bande
Dieses Album kommt, weil ihr wieder Ansagen braucht
Fuck mich ab und ich stopfe dir ’ne Pumpgun ins Maul
Dreißig Kilo auf dem Rücksitz, Schlampe
JBG 3, keine 08/15-Bande

Staiger befriedigt seine Frau nicht, ich meine schon
Und er meint, er wär‘ kein Hurensohn, ich meine schon
Sieh, wie der Bosscock deine Tochter zur Frau macht
In Clips, die sie in zwei Jahren erst offiziell schau’n darf
JBG bedeutet, scheiß auf komplexe Songtexte
JBG heißt, es wird stumpf und hart wie Betonklötze
Komplette Zerfickung für Anis Ferchichi
Denn der Hund hat mehr Herrchen als der Bart von Sinan-G
Ich leb‘ die Pate-Trilogie und trag‘ die Rolex-Day-Date-Watch
MOK ist nur’n Running Gag wie die Slomo in Baywatch
Und Jennifer Rostock schwingt nach ’ner Schelle den Kochtopf
Bringt dann die Säcke zum Kompost und blowt den prächtigen Bosscock
Sidos Schwestern geb‘ ich hardcore
Sie wollen den Cumshot nicht teil’n, also spritz ich straight in den Deckenventilator
Schnips‘ Zigarren in Sierras Face aus meinem Lamborghini
Ehe seine Ma rufen kann, „Halt, der Kleine hat Bronchitis!“

Dieses Album kommt, weil ihr wieder Ansagen braucht
Fuck mich ab und ich ficke deine schwangere Frau (ah)
Danach fick‘ ich deine Ma, die Flüchtlingsschlampe
JBG 3, keine 08/15-Bande
Dieses Album kommt, weil ihr wieder Ansagen braucht
Fuck mich ab und ich stopfe dir ’ne Pumpgun ins Maul
Dreißig Kilo auf dem Rücksitz, Schlampe
JBG 3, keine 08/15-Bande

Sie verlassen das sinkende Schiff

Der Ozeanriese GOP mit seinem Kapitän Donald Trump gerät immer mehr ins Schlingern. Der überraschende Rückzug von Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Republikaner in Washington tief gespalten sind und so gar nicht auf Trump-Linie marschieren. Ryan ist nur einer von mittlerweile schon 46 Republikanern, die angekündigt haben, nicht mehr zu kandidieren. Doch mit dem Sprecher geht einer, der früh vor Trump gewarnt hat, dann sich arrangieren wollte, immer wieder den Präsidenten kritisierte und schließlich erkennen musste, dass Donald Trump die einst ehrwürdige „Grand Old Party“ direkt auf den Eisberg manövriert.

Genug ist dann wohl doch genug, Paul Ryan verlässt das republikanische Boot in Washington. Foto: Reuters.

Paul Ryan sagt Ade, er will sich damit in Sicherheit bringen, nicht für das anstehende Wahldesaster im November verantwortlich sein. Denn alles sieht danach aus, dass die Republikaner eine gehörige Klatsche bei den „midterm elections“ bekommen werden. Ryan erklärte am Mittwoch, er wolle sich mehr um seine Familie kümmern, doch das kann nur ein vorgeschobenes Argument sein, denn noch 2012, als seine Kinder jünger waren, kandidierte er an der Seite von Mitt Romney als Vize-Kandidat ums Weiße Haus. Die Aussicht war, danach als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

Mit Paul Ryan geht ein gemäßigter Konservativer, der für, wie es Michael Steel, ein früherer Spitzenberater von Ryans Vorgänger John Boehner umschreibt, „pro-growth, pro-free market“ steht, also für Wachstum und eine freie Marktwirtschaft. Damit kam er jedoch im Weißen Haus unter Donald Trump nicht an. Und damit konnte er auch die eigenen Reihen im Kongress nicht mehr zusammen halten. Ryan dankte zwar in seiner zweiminütigen Ankündigung gleich viermal Donald Trump und betonte, dass man die große Steuerreform verabschiedet habe, aber klar ist, Ryan und Trump waren sich nie grün. Der Abschied des Sprechers des Abgeordnetenhauses gleicht damit wohl eher einem gezielten über Bord springen und abtauchen. Nur weg aus dem Trumpschen Fahrwasser, denn der wird nach der kommenden Pleite im November nicht die Schuld bei sich suchen, sondern wie immer bei anderen. Und Paul Ryan wäre da genau der richtige Sündenbock gewesen.

Gaskammern für die USA

Die Gaskammer im kalifornischen San Quentin. Mehrere US Bundesstaaten überlegen derzeit erneut die Vergasung von Todeskandidaten einzuführen. Foto: Reuters.

Heute ging die Nachricht durch alle Medien. Amnesty International berichtet, dass die Zahl der Hinrichtungen weltweit zurück gegangen sei, auch die Anzahl der Todesurteile habe sich verringert. Doch diese Angaben wurden gemacht, obwohl es keine vollständigen Daten gibt. In China und auch anderen Ländern werden die Zahlen von durchgeführten Exekutionen nicht veröffentlicht.

In den USA allerdings wird derzeit in vielen Bundesstaaten ganz offen überlegt, wie man die Todesmaschine wieder anlaufen lassen kann. Dale Baich ist Rechtsanwalt, der sich seit 1988 als Pflichtverteidiger für Todeskandidaten einsetzt. Baich, der in Arizona lebt, vertritt auch mehrere “Death Row” Häftlinge in Oklahoma, einem Bundesstaat, der nun für Hinrichtungen wieder die Vergasung einführen will. Ich konnte ihn telefonisch erreichen.

– Oklahoma will zukünftig die Hinrichtungen mit Stickstoff durchführen, warum?

Baich: Das zuständige Ministerium für den Strafvollzug erklärte, dass es nicht in der Lage ist, die Substanzen zu bekommen, die für eine tödliche Injektion vorgeschrieben sind.

– Was weiß man über das Hinrichten mit Stickstoff?

Baich: Keiner weiß, ob Stickstoffgas funktionieren wird. Es wurde so bestimmt, weil das Ministerium für den Strafvollzug diese Schwierigkeiten hatte, die chemischen Substanzen für die Injektion zu beschaffen. 2015 schon erlaubte das Parlament in Oklahoma, dass Hinrichtungen mit Stickstoff als eine Möglichkeit gesehen werden kann.

– Wurde denn in Oklahoma das Stickstoffgas getestet oder liegen andere Forschungsergebnisse diesbezüglich vor?

Baich: Wie ich das verstehe, haben sich Abgeordnete mehrere Videos auf youtube angesehen, in denen Leute Helium inhalieren und sie haben zwei Professoren der Kriminalistik an der “Eastern Oklahoma University” angehört, die allerdings keine medizinischen Experten sind. Darüberhinaus wurden Berichte von Piloten mit Hypoxie herangezogen. Und aufgrund dieser youtube Videos und den Berichten von Piloten, die einen Sauerstoffmangel erlebten, wurde entschieden, dass die Verabreichung von Stickstoffgas funktionieren wird.

– Wie kann ich mir das vorstellen, soll das Gas in einer Gaskammer oder über eine Maske verabreicht werden?

Baich: Wie das ganze durchgeführt werden soll ist noch nicht festgelegt. Offizielle in Oklahoma arbeiten noch an dem genauen Durchführungsprotokoll. Bei einer Pressekonferenz vor ein paar Tagen meinte der Direktor der zuständigen Behörde allerdings, dass sie darüber nachdenken, das Gas über eine Gesichtsmaske zu verabreichen.

– Gibt es neben Oklahoma noch andere US Bundesstaaten, die über die Nutzung von Stickstoff nachdenken?

Baich: Louisiana ist daran interessiert mit Stickstoff hinzurichten, auch Alabama denkt darüber nach. Aber Oklahoma war der erste. Aus historischer Sicht ist das interessant, denn Oklahoma war der Bundesstaat, der die tödliche Injektion für Hinrichtungen eingeführt hat. Oklahoma scheint also Vorkämpfer darin zu sein, wie man Menschen hinrichten kann.

– Wie wollen Sie gegen diese Vergasungspläne in Oklahoma angehen?

Baich: So lange wir nicht genau wissen, was in dem Ablaufplan steht, ist es schwer rechtliche Schritte darzulegen. Aber wir werden das genauestens lesen und uns mit medizinischen Experten kurzschließen, um die richtigen Schritte zu unternehmen.

– Von welchem Zeitrahmen sprechen wir hier, kann sich das über Jahre hinauszögern oder kann es ganz schnell gehen?

Baich: Das Ministerium für den Strafvollzug hat angedeutet, dass es etwa 120 Tage dauern wird, bis der genaue Ablaufplan feststeht. Dann wird das veröffentlicht. Der Staat Oklahoma kann ab diesem Zeitpunkt für 150 Tage keine Hinrichtungstermine festsetzen. Wir sprechen also von Ende 2018, Anfang 2019, bevor der Staat diese neue Methode der Hinrichtung ausprobieren könnte.

– Ist das ein Einzelkampf oder sehen Sie Ihre Bemühungen gegen den Einsatz von Stickstoff als Teil der Anti-Todesstrafen Bewegung in den USA?

Baich: Einige werden es sicherlich so sehen, dass es ein Teil der größeren „Anti-Death Penalty“ Kampagne ist, aber von unserer Perspektive als Anwälte betrachtet, vertreten wir nur unsere Klienten. Und wir vertreten sie bei den Herausforderungen der Anschuldigungen und Urteile. Wir schauen uns die Methode der Hinrichtung an, die der Staat wählt und wenn wir da ein verfassungsmäßiges Problem sehen, dann werden wir das anfechten.

– Gibt es einen “humanen” Weg der Hinrichtung?

Baich: Die Exekution durch Gas ist eine barbarische Praxis und es gibt keinen Grund für Oklahoma darauf zurück zu greifen und zu glauben, diese wäre sicherer und humaner. Das Verfassungsgericht hat entschieden, dass die Nutzung eines Barbiturats bei einer Hinrichtung nicht gegen die Verfassung verstösst. Ob das human ist, wissen wir nicht, denn es gibt keine Experimente an Menschen, um herauszufinden, wie man einen Menschen human tötet.

– Ist diese Debatte in einigen Bundesstaaten, wie man human hinrichtet, ein Zeichen dafür, dass das gesamte Todesstrafensystem in den USA gescheitert ist?

Baich: Viele Bundesstaaten schauen auf die Todesstrafe und erkennen, dass es eine gescheiterte Methode ist. Und die Frage, die gestellt werden muss ist, soll der Staat weiterhin Menschen hinrichten dürfen oder sollten wir das als eine Methode der Vergangenheit sehen und nach vorne blicken. Es gibt die Möglichkeit für die Bundesstaaten vorsätzlichen Morgen mit lebenslanger Haftstrafe ohne Aussicht auf Begnadigung zu ahnden.

– Worüber ich mich in all den Jahren in den USA immer wieder wundere ist, es gibt strikte Regeln und Vorgaben, wie ein Tier eingeschläfert werden muss. Warum gibt es keine genaue Vorgabe beim Hinrichtungsprozess?

Baich: Wenn wir Tiere einschläfern, dann tun wir das, um ihr Leiden zu beenden. Mediziner haben das herausgefunden, was am besten für die Haustiere ist. Es gibt aber diese Art der Forschung nicht für Hinrichtungen. Und Mediziner wollen daran auch gar nicht teilhaben, ihnen ist es sogar verboten Hinweise zu geben, wie man eine Hinrichtung durchführen sollte. Also bleibt uns die Behörde für den Strafvollzug und andere Amateure, die dann vorschlagen, was sie für den besten Weg halten, einen Menschen zu töten.

– Für mich als Deutscher ist es verstörend, dass in den USA über die erneute Einführung der legalen Vergasung gesprochen wird.

Baich: Es ist in der Tat mehr als verstörend, zuzusehen, wie in Oklahoma ein Schritt zurück gegangen wird. Aber der Großteil der Welt und viele Bundesstaaten in den USA blicken in die Zukunft und haben erkannt, dass die Todesstrafe eine verfehlte Politik ist.

– Wie sehen Sie die Zukunft der Todesstrafe in den USA?

Baich: Ich glaube, wir sind auf einem langen Weg hin zur Abschaffung. Wir sehen auch schon, dass das Verfassungsgericht bestimmte Gruppen von Menschen nicht länger hinrichten lassen will, wie Menschen mit geistigen Behinderungen oder Jugendliche. Aber ich glaube, die Entscheidungen müssen auf Bundesstaatsebene in den Parlamenten getroffen werden. Dort muss eine offene und ehrliche Diskussion geführt werden, darüber, ob sie die Todesstrafe beibehalten wollen oder sie als verfehlte Methode erkennen und andere Möglichkeiten der Bestrafung finden.

Aber Präsident Donald Trump hat jüngst sogar die Todesstrafe für Drogenhändler gefordert…

Baich: (Seufzt) Ich hatte gehofft, bald in Rente gehen zu können, ohne Arbeit dazustehen. Daraus wird wohl so bald nichts werden.

Das verrückte Wahlsystem in Kalifornien

Man kann sich nur über die Wahlsysteme in den USA wundern. Denken wir an die Präsidentschaftswahl 2000 zwischen Al Gore und George W. Bush, an „Straw Polls“ in Iowa, wo eine kleine Minderheit mit Heu abstimmt und somit gehörigen Einfluss auf die nationale und Weltpolitik nimmt. Und da ist die Wahl von Donald Trump, die nur noch Kopfschütteln hervorgerufen hat

Kalifornien, die demokratische Bastion im Westen der USA, ist da nicht viel besser. In diesem Jahr wird ein Nachfolger von Jerry Brown bestimmt, der nach zwei direkt aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Nun hat Kalifornien ein ganz besonderes Wahlgesetz, eingeführt 2010. Der Vorwahlkampf findet gemeinsam statt, heisst, alle Kandidaten sind auf einer Liste aufgeführt. Demokraten, Republikaner, Grüne, Sozialisten, Unabhängige. Am 5. Juni sind Wählerinnen und Wähler zur Stimmabgabe aufgefordert. Die Top 2 nach dieser Vorwahl treten dann im Herbst gegeneinander an. Das kann dazu führen, dass zwei Demokraten in der Hauptwahl aufeinander treffen könnten. Die anderen Parteien blieben außen vor.

John Cox ist die Hoffnung der Republikaner in Kalifornien. Foto: Reuters.

Allerdings, und das ist die Hoffnung der Republikaner nicht nur in Kalifornien, es könnte sich auch ganz unerwartet ein Republikaner für den Kampf um den Regierungssitz in Sacramento durchsetzen. Der Geschäftsmann John Cox will im Juni auf Platz zwei hinter dem Demokraten Gavin Newsom landen, um so eine Chance im November zu haben. Die ist nicht gross, doch sie ist da. Die Republikaner in Washington glauben zwar nicht, dass am Ende einer von ihnen die Politik in Kalifornien bestimmen wird, aber ein republikanischer Gouverneurskandidat auf dem Wahlzettel im November würde zumindest die konservativen Wählerinnen und Wähler dazu bringen, überhaupt zur Wahl zu gehen. Denn im November wird auch das gesamte Abgeordnetenhaus im US Kongress neu bestimmt. Kalifornien hat dort 53 Sitze, 14 davon sind von Republikanern besetzt. Bei einer geringen republikanischen Wahlbeteiligung könnten mehrere dieser 14 Sitze verloren gehen, damit würde die konservative Mehrheit in Washington ins Wanken geraten. Keine guten Aussichten für Donald Trump und die GOP. Man kann also gespannt sein, ob Kalifornien in diesem Jahr zum „Battlefield“ für die Republikaner werden wird. Ein ungewohntes Bild, denn in den letzten Jahren machten deren Vertreter immer große Bögen um „California“.

Wie bescheuert muss man sein?

Eine unbekannte Vertreterin der „Condom Snorting“ Generation.

Sind das nun Nachrichten, die die Welt nicht braucht oder muss man darüber berichten, wie bekloppt manche sind? Es geht um das Inhalieren von Kondomen. Ja, richtig gelesen: DAS INHALIEREN VON KONDOMEN. Jugendliche, die anscheinend alles ausprobieren und nicht nur das, sondern sich auch noch dabei filmen und die Videos online stellen. Das ganze wird dann noch als „Challenge“, als Herausforderung bezeichnet, um andere zum Nachmachen zu animieren. Vor kurzem war es noch das Reinbeissen in Waschpulver Tabletten, nun also „up your nose“. Wobei dieses „Condom Snorting“ nichts neues ist, allerdings taucht es derzeit wieder mehr und mehr in den sozialen Medien auf.

Die unheimlich coolen jungen Frauen und Männer, Teil der Generation WTF, entrollen dabei ein Kondom, schieben es sich in die Nase, halten sich das andere Nasenloch zu und atmen dann tief ein, ziehen so das Kondom immer weiter in die Nase. Immer wieder einatmen. Das Ziel ist, das entrollte Kondom mit zwei Fingern im Rachen fassen zu können und durch den Mund wieder herauszuziehen. Noch Fragen?

Kleiner Zusatz, der eigentlich überflüssig erscheint, aber wohl in diesen Tagen erwähnt werden muss, das ganze ist nicht ungefährlich und sollte nicht gemacht werden. Zumindest konnte ich so diesem Blogbeitrag noch eine Warnung hinzufügen, damit habe ich wenigstens etwas Sinn in diesen Text gebracht.

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Donald Trump, der größte Präsident aller Zeiten

Keiner ist besser als Donald Trump. Foto: Reuters.

Ich kann mich eigentlich glücklich schätzen, dass ich in „God’s Country“ lebe, „the best place on earth“, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wer kann das schon von sich sagen. Und nun haben wir auch einen Präsidenten, der historisch, einmalig, gnadenlos gut ist. Trump macht keine Fehler, er gibt sie auch nicht zu, vielmehr dreht er Kritik an ihm und seinem Verhalten ins Gegenteil um. Aber glauben Sie mir nicht, liebe Leserinnen und Leser, ich lasse Donald Trump einfach mit seinen eigenen Worten sprechen. Hier sind ein paar gesammelte Zitate des 45. Präsidenten. Von Donald Trump über Donald Trump. Und es wird schnell klar, dass niemand besser, erfolgreicher, klüger, engagierter, wichtiger war, ist und sein wird, als „unser“ Präsident. Nach dem Lesen der folgenden Zeilen werden Sie mir zustimmen, Präsident Donald Trump ist einmalig!

  • “I am the least anti-Semitic person that you’ve ever seen in your entire life.”
  • „Nobody has been tougher on Russia than I have.”
  • “I am the least racist person you have ever interviewed.”
  • “Nobody knows more about trade than me.”
  • “Nobody respects women more than I do.”
  • “Nobody loves the Bible more than I do.”
  • “Nobody’s better to people with disabilities than me.”
  • “I have one of the great temperaments.”
  • “There’s nobody that’s done so much for equality as I have.”
  • “With the exception of the late, great Abraham Lincoln, I can be more presidential than any president that’s ever held this office.”
  • “My I.Q. is one of the highest.”
  • “I am a stable genius.”
  • “I have one of the great memories of all time.”
  • “I was always the best athlete.”
  • “I  know more about the Islamic State than the generals.”
  • “I know more about taxes than anyone in the history of the world.”
  • “I am the most militaristic person ever.”
  • Die Russland Affäre ist “the single greatest witch hunt of a politician in American history.”
  • Und, “no politician in history . . . has been treated worse or more unfairly,” als Donald Trump.
  • Nach seiner Asienreise schwärmte er: “I received a red carpet like I think probably nobody has ever received.“
  • Nach seiner Rede in Polen: “It was the greatest speech ever made on foreign soil by a president.”
  • Trump über Trumps Minister: “by far the highest IQ of any Cabinet ever.”
  • Trump versteht die Gesetzgebung besser “than any president that’s ever been in office.”

„Cowboys of Peace“ im Wohnzimmer

Die Mata Hari Bar in der Nürnberger Weißgerbergasse kannte ich bislang nicht. Selbst wenn man die Straße entlang läuft, kann es durchaus sein, dass man diese Kneipe übersieht. Gerade mal 30 Leute passen in den kleinen Schankraum und dann ist die Bude richtig kuschelig voll. Und hier fand das jüngste – ausverkaufte – Konzert der Nürnberger Indie-Heroen Shiny Gnomes statt. Als „Wohnzimmerkonzert“ wurde es angekündigt und das traf es ganz gut.

Mit den Shiny Gnomes auf Tuchfühlung in der Mata Hari Bar. Schlagzeugerin Miss Dooright verschwand etwas hinter dem Pfosten und der Lavalampe.

Die paar Dutzend Freunde und Fans mussten zuerst in die Kneipe, dann kam die Band, schloss die Tür und los ging es. Bassist und Schlagzeugerin, Andreas Rösel und Miss Dooright, blockierten den Ein- und Ausgang, Gitarrist Limo stand daneben und Keyboarder Gazi legte sein unterarmlanges Tasteninstrument auf der Bar ab. Es war alles sehr familiär an diesem Abend. „Falls Ihr Getränke wollt, könnt ihr die auch bei mir bestellen“, meinte Limo.

Der eigenwillige Shiny Gnomes Sound zwischen 60er Beat Music, Country und Independent Rock wurde an diesem Abend gefeiert. Die aktuelle Platte „Searchin‘ for Capitola“ stand im Mittelpunkt, eine brillante, teils psychedelische Neuausrichtung der Band. Doch die vier wandelten auch gekonnt durch die Jahrzehnte der Bandgeschichte und endeten mit „Wild Spells“ von der ersten, 1986 veröffentlichten LP.

Dieses „Wohnzimmerkonzert“ der Shiny Gnomes zeigte, warum sie die wohl wichtigste Band aus dem Nürnberger Raum sind. Die Offenheit der Einflüsse, die internationale Weitsicht, die spielerische Freude machen die Shiny Gnomes auch nach 33 Jahren Bandbestehen zu einem Hörgenuss. Noch immer setzen sie neue Akzente, wie man das auch auf der jüngsten Platte hören kann. Die Gnome haben noch immer nichts von ihrem Glanz verloren. Für mich sowieso nicht, erst vorletzte Woche habe ich die Shiny Gnomes in meiner ersten Live-Sendung auf KKUP im Großraum San Jose gespielt. Sie gehören fest zum Klangbild meiner nun auch schon fast 22jährigen Radio Goethe Geschichte dazu.

Die „Fake News“ Macher

Der „Fake News“ König Donald Trump ist in diesen Tagen mehr als aktiv auf Twitter. Am Ostersonntag, als viele seiner christlich-fundamentalistischen Unterstützer in die Gottesdienste strömten, um die Auferstehung von Jesus zu feiern, tweetete Trump gegen Einwanderer und für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Aus dem „Bible Belt“ kamen dazu keine Widerworte. Trump weiß, mit solchen Äußerungen macht er sich nur beliebt bei seiner Basis.

Der Präsident ließ es allerdings nicht nur bei seinen durchaus rassistischen und ausländerfeindlichen Tweets, er griff auch mal wieder die Medien in den USA an. CNN, NBC, ABC, CBS wurden von ihm als „Faker“ bezeichnet, als Lügner. Das im Zusammenhang mit einem Trumpschen Lob für die Sinclair Broadcast Group, einer konservativen Fernsehgruppe, die 173 lokale TV-Stationen in 81 Fernsehmärkten besitzt. Viele von ihnen sind mit anderen Networks verbunden, übernehmen deren Mantelprogramm, sind aber im Besitz von Sinclair. Sinclair ist als Unterstützer von Donald Trump bekannt, im Wahlkampf wurde oftmals positiv über ihn berichtet oder bestimmte skandalöse Äußerungen von Trump relativiert. Auch hatte Sinclair ein Abkommen mit dem Trump Lager, in dem man Zugang zum Präsidentschaftskandidaten erhielt, mit der Zusage, Interviews und Berichte nicht zu kommentieren.

Nun hat sich Sinclair allerdings sehr weit für Trump aus dem Fenster gelegt. Eigentlich lieben und vertrauen die Amerikaner ihren lokalen Medien. 85 Prozent gaben dies in jüngsten Umfragen an. Vielmehr als den nationalen Networks. Sinclair weiß das und hat nun von ganz oben bestimmt, dass alle lokalen Nachrichtenredaktionen einen vorgefertigten, einminütigen Text lesen sollten. Unkommentiert und ganz im Trump Sinne, ein Angriff gegen die „Mainstream Medien“. Doch das ging kräftig nach hinten los. Ein Twitter Nutzer hat Dutzende von lokalen News Sendungen aus dem ganzen Land zusammen geschnitten, in denen der Text als Statement der lokalen Nachrichtenredaktion vorgetragen wird. Es ist ein Affront gegen jeglichen journalistischen Grundsatz, ein Frontalangriff auf die Demokratie, ein Stiefellecken für einen Präsidenten, der dieses Verhalten auch noch bejubelt und keinerlei Probleme damit sieht. Die Gleichschaltung der Medien scheint als „normal“ angesehen zu werden, zumindest ganz oben im Land.

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Winnie Mandela in San Quentin

In San Quentin werden heute einige Strafvollzugsbeamte und Gefangene an den Oktober 1999 denken, denn damals besuchte die einstige First Lady von Südafrika, Winnie Mandela, das älteste kalifornischen Staatsgefängnis. Mandela war eine von vielen Prominenten, die sich für die Lebensgeschichte des Crips-Ganggründers interessierten und bis zuletzt seine Begnadigung verlangten.

Winnie Mandela und Stanley „Tookie“ Williams im Besucherraum von San Quentin.

Winnie Mandela war auf den früheren Gangsterboss aufmerksam geworden, als dessen im Todestrakt von San Quentin geschriebene Kinderbücher in Südafrika veröffentlicht und dort von vielen Schülern in den Schwarzensiedlungen gelesen wurden. „Tookie“ hatte gemeinsam mit seiner Vertrauten Barbara Becnel mehrere Bücher geschrieben, die Kinder und Jugendliche vor dem Gangsterleben warnten. Während einer mehrtägigen Reise im Herbst 1999 traf Winnie Mandela Stanley „Tookie“ Williams für ein paar Stunden im Besucherraum des „East Block“. Damals war es noch möglich in dem Raum umher zu laufen, der an eine Greyhound Bus Station erinnerte. Heute wird man dort als Besucher in einem kleinen Stahlkäfig mit dem Gefangenen eingesperrt. Das Foto von Mandela und Williams wurde vor einem etwas kitschigen Wandbild aufgenommen, das einer der Häftlinge dort als „Art Project“ hinmalen durfte.

Winnie Mandela nannte den Besuch einen der Höhepunkte ihrer Kalifornienreise. Die beiden blieben über die nächsten Jahre in Kontakt. Noch wenige Tage vor der angesetzten Hinrichtung am 13. Dezember 2005 wandte sich Mandela an den damaligen kalifornischen Gouverneur, Arnold Schwarzenegger, und bat um eine Begnadigung von „Tookie“. In der Nacht der Exekution wurde eine Botschaft von Winnie Mandela vor dem Tor von San Quentin verlesen. Der letzte Wunsch von Stanley „Tookie“ Williams war, dass seine Asche nach seinem Tod von seiner langjährigen Vertrauten, Barbara Becnel, nach Soweto, Südafrika, gebracht werden soll. Nach der Hinrichtung von Williams und einer größeren Trauerfeier in Los Angeles wurde die Asche von „Tookie“ in einem Park von Soweto in Anwesenheit von Winnie Mandela verstreut.

Das weiße Amerika des Donald Trump

Das offizielle Foto des Weißen Hauses mit den neuen Praktikantinnen und Praktikanten. Die Reaktionen kamen umgehend, nachdem die heutigen USA 40 Prozent „nicht weiß“ sind. Einer der Kommentatoren meinte, das Bild ähnele dem Bilderbuch „Wo ist Walter?“, der Betrachter suche verzweifelt nach einer dunkelhäutigen Frau oder Mann. Auf den letzten beiden Praktikantenfotos waren insgesamt 206 Männer und Frauen abgebildet. Darunter 3 afro-amerikanische Männer und keine farbige Frau. Andere meinten, dieses Bild drücke die Unterstützung der nicht-weißen Bevölkerung für den 45. Präsidenten. Auch wenn Donald Trump nicht müde wird zu betonen, dass Latinos und „Blacks“ ihn liebten, in Umfragen unterstützen gerade einmal zwischen 3-5 Prozent der Afro-Amerkaner den Präsidenten. Dieses Bild belegt diese Zahl, denn anscheinend bewerben sich auch weniger Angehörige von Minderheiten für ein offizielles Praktikum im Weißen Haus. Foto: White House.