Mehr Schießereien als Tage im Jahr

Grundschulen, High Schools, Universitäten, Kirchen, Synagogen, Bars, Clubs, Konzerte, Supermärkte, Hotels, Arbeitsplätze, Zuhause. Man kann sagen, als Amerikaner ist man in diesem Land an keinem Ort mehr sicher, denn passieren kann es überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Was sich nun erneut im südkalifornischen Thousand Oaks ereignete war ein kein Einzelfall. Allein in diesem Jahr gab es bereits 376 Massenschiessereien. Und die Definition einer Massenschiesserei bedeutet drei und mehr Opfer.

Der Leichnam von Sergeant Ron Helus wird in einer Prozession auf dem 101 Freeway in Ventura County abtransportiert. Foto: Reuters.

In diesen 376 Massenschiessereien (Stand 8. November 2018) starben 455 Menschen und 1408 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Aufschrei nach den tödlichen Schüssen von Thousand Oaks mit 13 Toten war zunächt groß, doch ebbte schnell ab. Wichtigere Themen des Tages wurden in den Nachrichtensendungen behandelt. Der Rauswurf von Justizminister Jeff Sessions und die neue politische Lage in Washignton. Donald Trump tweetete ein „God bless all of the victims and families of the victims“ und damit war auch wieder gut.

Amerika lebt mit der Gefahr vor tödlichen Schüssen. Jeden Tag. Und wenn es passiert, zeigt man sich überrascht. Auch in Thousand Oaks hieß es danach, damit habe niemand in dieser ruhigen Community außerhalb von Los Angeles gerechnet. Woanders, ja, da kann so etwas schon passieren, aber bei uns doch nicht!

Wer noch immer glaubt, Amerika werde irgendwann aufwachen und handeln, der glaubt sicherlich auch an den Mann im Mond, die flache Erdenscheibe, das Loch Ness Monster und Hui Buh das Schlossgespenst. In den USA wird sich nichts ändern, das zeigte zuletzt erneut der Wahlkampf, in dem auf jeder Trump-Veranstaltung der Präsident betonte, die Demokraten wollten den gesetzestreuen Bürgerinnen und Bürgern ihre Schusswaffen wegnehmen. Trumps Kandidaten ständen für das „2nd Amendment“ machte er immer und immer wieder deutlich.

Die Diskussion über den Waffenbesitz in den USA ist unsäglich und zynisch zugleich. Mit dem Argument des vermeintlichen Grundrechtes auf Waffenbesitz eines jeden Amerikaners wird quasi gesagt, dass die Amerikaner sich aus diesem blutigen und tödlichen Problem herausschießen werden. Irgendwie wird da schon gehen, denn die Waffenfetischisten, Waffenlobbyisten und Waffenidioten in diesem Land sind fest davon überzeugt, dass „the only thing that can stop a bad guy with a gun is a good guy with a gun“. Was soll man da noch sagen, außer auf die Knie zu sinken, nach oben zu blicken und laut zu schreien: Herrgott, wirf Grips vom Himmel!

Fischhaut für den Bären

Ein Braunbär nach seiner Behandlung. Fotos: California Department of Fish and Wildlife.

Das „Thomas Fire“ in Ventura und Santa Barbara County war das größte Feuer in der Geschichte Kaliforniens. Gleich mehrere Städte waren in Gefahr und dazu brannten riesige Waldflächen im „Los Padres National Forest“, einem Naturschutzgebiet von nahezu 8000 Quadratkilometern. Als ich vor kurzem durch das abgebrannte Land fuhr erinnerte mich das, was ich da zu sehen bekam, an eine Mondlandschaft. Kein Baum, kein Strauch, kein Grün war mehr zu sehen. Kilometerweit, links und rechts des Highway 33, nur ausgebrannte, graue Erde. Ein Bild des Horrors.

Und gerade hier in dieser wilden Region leben unzählige von Tieren. Neben Rehen und Koyoten, Berglöwen, Braunbären, Klapperschlagen, viele Vogelarten, darunter Adler, Falken, Kondore. Sie alle habe ich schon im Laufe der Jahre in dieser beeindruckenden Berglandschaft zu sehen bekommen. Die Tiere waren in den letzten Jahren stark von der Dürre betroffen. Fehlender Niederschlag, ausgetrocknete Bäche führten dazu, dass immer mehr der Vierbeiner in die bewohnten Täler kamen. Es war nicht selten, dass ausgehungerte Braunbären für ein paar Tage in den Avocadobäumen im Ojai-Valley lebten.

Dann kam das Feuer, das sich mit rasender Geschwindigkeit durch die verdorrte Landschaft frass. Innerhalb von wenigen Sekunden wurden ganze Fussballfeld große Flächen vernichtet. Die Tiere flohen panisch aus den Bergen. Anwohner stellten Wannen mit Wasser nach draussen, um den flüchtenden Vierbeinern zu helfen. Viele verbrannten, etliche wurden mit starken Brandwunden gefunden und anschließend zu Tierärzten gebracht, die halfen wo sie helfen konnten. Die schlimmsten Fälle wurden in die Veterinärklinik der Universität in Davis gebracht, zu Spezialisten der Tierheilkunde.

So auch dieser Bär, dessen Pfoten ganz verbrannt waren. In Davis versuchte man neue Behandlungsmethoden an den Tieren aus. Fischhäute wurden auf die verbrannten Tatzen genäht, das ganze mit Reispapier umwickelt. Man nannte das „Sushi Rolls“. Da die betroffenen Bären und Berglöwen für die Wundbehandlung und regelmäßige Erneuerung der Verbände betäubt werden mussten, nutzte man die Zeit auch noch für Akkupunktur, Chiropraktik und „cold-laser“ Behandlungen. Mit Erfolg, die behandelten Tiere erholten sich und konnten bereits zurück in die Freiheit des „Los Padres National Forest“ entlassen werden.

Die Knastbrigade im Einsatz

Das „Thomas Fire“ in Ventura und Santa Barbara County ist zum größten in der Geschichte Kaliforniens geworden. Mehrere Tausend Feuerwehrleute hatten wochenlang die Flammen bekämpft, oftmals waren sie auf verlorenem Posten und konnten sich nur noch selbst in Sicherheit bringen. Die starken Santa Ana Winde trieben die Brände vor sich her. Innerhalb weniger Sekunden wurde da oftmals die Länge eine Fußballfeldes überwunden.

Einsatzkräfte des „California Department of Corrections“ an vorderster Front. Foto: Reuters.

Zum Einsatz kamen auch Häftlinge, die Teil einer etwas ungewöhnlichen Brigade sind. 3800 Gefangene in Kalifornien sind in 43 sogenannten “Conservation” oder “Fire Camps” im ganzen Bundesstaat untergebracht. Es ist eine relativ preisgünstige Möglichkeit, präventive Brandschutzmaßnahmen durchzuführen und gleichzeitig im Falle eines Grossfeuers mit einer geschulten Extracrew die Flammen zu bekämpfen. Die Häftlingseinheiten sind jederzeit abrufbar und einsetzbar.

Für den Dienst melden sich die Strafgefangenen freiwillig, danach werden sie von der Feuerwehr geschult, schlafen dann in kleinen Einheiten in der Wildnis, halten Feuerwege frei, schneiden Unterholz und sind im Brandfall sofort einsatzbereit. Bei den großen Feuern in Sonoma County und dem „Thomas Fire“ waren etwa 1700 Häftlinge an der vordersten Brandlinie im Einsatz, der Rest arbeitete zu. Die Gefangenen erhalten für ihren Einsatz pro Tag einen Dollar und je Stunde Einsatz einen weiteren Dollar. Das ist deutlich mehr, als sie im Gefängnis selbst verdienen können. Darüberhinaus werden sie in Teamfähigkeit und Führungsqualitäten geschult und bekommen auch deutlich besseres Essen in den Camps als hinter Gittern.

Melden können sich nur solche Gefangene, die nicht wegen Gewalttaten verurteilt wurden und auch keine Gangmitglieder waren oder sind. Sie werden in den Camps überwacht, aber nicht streng bewacht. Nur wenige Strafvollzugsbeamte sind Teil der „Fire Camps“. Den Häftlingen wird in diesen Camps eine sinnvolle Tätigkeit geboten und gleichzeitig der Gesellschaft gezeigt, dass Gefangene durchaus hilfreiche und verantwortungsbewusste Mitglieder der Allgemeinheit sein können. Dieses “Feuerwehr-Programm” für Gefangene gibt es bereits seit 1943 und hat sich über die Jahrzehnte bewährt. Gerade bei Großbränden, wie nun dem “Thomas Fire” nördlich von Los Angeles, waren die Häftlings-Crews wichtige Helfer für die hauptamtlichen Feuerwehren.

Für die Gefangenen sind die „Fire Camps“ durchaus attraktiv. Sie bekommen mehr Geld, sie sind im Freien und nicht hinter Mauern, es sind Teams, die sich verstehen müssen, auch mit den Strafvollzugsbeamten. Dazu lernen sie Fähigkeiten, die ihnen im Gefängnis nicht beigebracht werden können. Und ganz wichtig für viele, die sich diesem Feuerschutzprogramm anschliessen ist, dass sie dem oftmals brutalen Gefängnisalltag entfliehen können, in dem Gangs die Abläufe kontrollieren und bestimmen. Das alles fällt draussen in den Camps weg. Draussen arbeiten bedeutet auch einen ersten Schritt zurück in die Freiheit und die Gesellschaft zu tun.

Dieses Resozialisierungsprogramm, das den Gefangenen sicherlich viel abverlangt, aber der Gesellschaft viel bringt und Steuergelder einspart, kommt in der Bevölkerung gut an. Seit 75 Jahren gibt es dieses Gefangenen Brigaden schon, bislang kam es zu keinen großen Problemen oder Ausbruchsversuchen. Nach dem verheerenden Brandjahr in Kalifornien, wird sogar darüber nachgedacht, die Budgets der Feuerwehren aufzustocken. Darunter würde dann auch das Feuerwehr Programm für Strafgefangene fallen.

Es brennt weiter

Weit über 100.000 Hektar Land und 1000 Gebäude sind bereits verbrannt. Die Flammen in Ventura und Santa Barbara County sind gerade mal zu 55 Prozent unter Kontrolle. Zwei Menschen starben, darunter ein Feuerwehrmann. Das „Thomas Fire“ brennt seit dem 4. Dezember. Es war in der Nähe des “Thomas Aquinas College” (Thomas Fire) bei Santa Paula im Osten ausgebrochen.

Das Feuer ist zum zweitgrößten in der Geschichte des Bundesstaates angewachsen und könnte noch zum größten werden. Nach wie vor kämpfen Tausende von Feuerwehrleuten gegen die Flammen. Am heutigen Donnerstag werden erneut starke Santa Ana Winde von bis zu 90 Stundenkilometern erwartet, die die Brände wie ein Fön anfachen, sich drehen und die Flammen damit vor sich her treiben.

Weite Teile der Region sind total abgebrannt. Im „Los Padres National Forrest“ sieht man nur noch schwarze Erde. Die Kleinstadt Ojai wurde von den Rettungseinheiten als „Doughnut“ bezeichnet, sie überlebte, aber alles drum herum brannte ab. Der Tourismus und die lokale Wirtschaft sind total eingebrochen. Gerade viele Arbeitnehmer in der Serviceindustrie und der Landwirtschaft haben ihre Jobs verloren. Wie es weitergehen soll, weiss derzeit noch niemand.

Kalifornien wurde in diesem Jahr massiv von Feuern getroffen. Erst im Oktober wütete eine Feuerwalze in Sonoma und Napa County, bewegte sich durch die Kleinstadt Santa Rosa. Das „Tubbs Fire“ traf die berühmte Weingegend des Bundesstaates mit voller Härte. Und nun seit mehr als 17 Tagen brennt Südkalifornien. Normalweise sind die Santa Ana Winde ein paar Tage lang ein Problem, doch in diesem Jahr sind sie besonders heftig und andauernd. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown erklärte, die immer größer und intensiver werdenden Brände werden zu einer Realität für Kalifornien. Sie seien ein deutliches Zeichen für den Klimawandel, wer dies, wie der Präsident der Vereinigten Staaten, nicht wahrhaben wolle, begehe einen gewaltigen Fehler und versündige sich an zukünftigen Generationen.

Der sehr selektive Präsident

Es ist schon erstaunlich, wann und weshalb sich Präsident Donald Trump zu Wort meldet. Nach den Hurricanes in Texas, Florida und Puerto Rico konnte Trump sich gar nicht oft genug per Twitter zu Wort melden, um seinen Einsatz und seine Administration zu loben. Ein Dauerschulterklopfen ohnegleichen. Alles laufe von seiner Seite aus “smooth”, so Trump, und das, obwohl viele Gemeinden und Städte schlichtweg vergessen wurden.

Trauer um einen verstorbenen Feuerwehrmann. Foto: Reuters.

Die katastrophalen Brände in Kalifornien scheinen den “Commander in Chief” aber so gar nicht zu interessieren. Schon während und nach dem gewaltigen Feuer in Sonoma und Napa County, bei dem eine Feuerwalze Teile der Kleinstadt Santa Rosa vernichtete, war Trump auffallend still. Und nun, mit den Bränden in Südkalifornien, den größten in der Geschichte des Bundesstaates, hört man nichts vom Twitter-König.
1000 Gebäude wurden zerstört, darunter 750 Privathäuser, 18.000 weitere sind nach wie vor von den Flammen gefährdet, Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden, zahlreiche Gemeinden und Städte waren und sind noch immer gefährdet. Eine 70jährige Frau starb auf der Flucht in den Flammen. Ein 32jähriger Feuerwehrmann verbrannte im Einsatz. Die Trauerprozession ging am Sonntag durch vier südkalifornische Bezirke in seine Heimatstadt San Diego. Auf dem Weg salutierten Passanten, Polizei- und Feuerwehreinheiten dem Verstorbenen von den Autobahnbrücken Richtung Süden. Kalifornien zeigt eine Einheit, kein Wort vom Präsidenten.

Man muss sich fragen warum. Die Antwort ist allerdings einfach, wenn man sich nur die Gesetze und Entscheidungen von Trump ansieht. Der “greatest president ever” (Trump über Trump) regiert nur für seine Minderheit an Wählern. Die angepeilte Steuerreform zeigt das ganz deutlich, sie wird auf Kosten der Menschen in demokratischen Hochburgen wie New York, Connecticut und eben auch Kalifornien gehen. Kein Wunder also, dass “Mister President” die desaströsen Brände im fernen Kalifornien kaum wahrnimmt oder wahrnehmen will. Sie interessieren ihn nicht, weil er daraus keinen Nutzen ziehen kann, kein PR-Auftritt würde etwas bringen, bei dem er mal wieder, wie in Puerto Rico, Papierthandtuchrollen in die Menge schmeißen könnte. Trump ist Trump ist Trump, eine bittere Realität für viel zu viele Menschen in den USA.

Kalifornisches Schmierentheater

Ein mit Öl verklebter Pelikan wird am Strand von Goleta von einem Helfer eingesammelt.

Ein ölverklebter Pelikan wird von einem Helfer eingesammelt.

Fast 400.000 Liter Öl flossen am Dienstag aus einer Pipeline in Santa Barbara County. Einer der schönsten Strände in Kalifornien ist schwarz, klebrig, stinkend. Tote Fische und Vögel werden angeschwemmt, Helfer sammeln mit Öl verklebte Seevögel ein, um sie aufwendig zu reinigen. Von den Delfinen und Walen, die hier im Meer zu finden sind, redet kaum jemand. Die Channel Islands vor der Küste sind ein einzigartiges Naturschutzgebiet, auch das ist nun gefährdet. Bis Donnerstagabend wurden gerade mal 30.000 Liter Öl gebunden. Der Gesamtschaden ist noch gar nicht abzusehen. Das texanische Pipeline Unternehmen hüllt sich derzeit in Schweigen, klar ist, es gab in den letzten Jahren mehrere Unfälle und Zwischenfälle an den Rohren und Pumpstationen der Firma. Ein Schmierentheater der besonderen Art. Gouverneur Jerry Brown hat den Notstand für den County ausgerufen, um so mehr Hilfsgelder zur Verfügung stellen zu können. Mehrere Behörden arbeiten nun rund um die Uhr, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, wenn das überhaupt möglich ist.

Ich kenne die Gegend sehr gut, bin dort oft genug mit dem Kayak im Wasser, laufe am Strand entlang, beobachte die in Reihenformation knapp über die Wellen gleitenden Pelikane, die hin und her ziehenden Delfine. Die Bilder des Ölteppichs auf dem Wasser und am Strand vor Goleta sind erschreckend. Und alles treibt Richtung Süden auf Ventura zu und raus aufs Meer in eines der wichtigen Rückzugsgebiete für migrierende Wale. Es ist nicht oft, dass ich sprachlos bin, aber bei diesen Eindrücken fehlen mir die Worte.

Kaliforniens Spaltung

Wenn es nach Supervisor Jeff Stone aus Riverside County geht, dann wird es schon bald zwei Kalifornien geben. Einen Nordteil und einen Südteil. Stone meint, die Counties (Bezirke) Riverside, Imperial, San Diego, Orange, San Bernardino, Kings, Kern, Fresno, Tulare, Inyo, Madera, Mariposa und Mono sollten sich zu einem Bundesstaat zusammen schließen und sich unabhängig erklären (Siehe Karte). Nicht einbezogen wären Los Angeles County und nördlich davon Ventura und Santa Barbara.

Der Supervisor kritisiert schon seit längerem, dass gerade diese südöstlichen Bezirke im Bundesstaat nicht richtig repräsentiert werden. Sie sind eher ländlich, konservativer und würden in der liberalen Politik Kaliforniens untergehen und nur selten beachtet werden. Jeff Stone ist überzeugt davon, dass eine Spaltung politisch Sinn machen würde. Doch selbst wenn jeder Wähler in den einbezogenen Bezirken dafür stimmen würde, müßte auch noch das kalifornische Abgeordnetenhaus einwilligen, was derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Die letzte Teilung eines amerikanischen Bundesstaates ist auch schon eine Weile her. Während des Bürgerkrieges spaltete sich 1863 West-Virginia von Virginia ab. Gefragt, was Gouverneur Jerry Brown von dieser Initiative halte, antwortete dessen Sprecher Gil Duran: „Eine Abspaltungsbewegung? Was ist das hier, 1860?“

Aussichtslos scheint der Kampf jedoch nicht zu sein. Schon seit langem wird immer wieder darüber nachgedacht, ob sich Kalifornien ganz von den USA lösen oder ob sich der Staat spalten sollte. 1941 war man sogar fast erfolgreich. Damals versuchten einige Bezirke im Norden Kaliforniens und im Süden Oregons einen neuen, den damals 49. Bundesstaat Jefferson zu gründen (Hawaii und Alaska waren noch keine Bundesstaaten). Die Bürger waren dafür, alles sah nach einem Sieg für Jefferson aus. Doch als es zur Abstimmung kommen sollte, griffen die Japaner Pearl Harbor an und alle Pläne einer Neugründung wurden auf Eis gelegt.

du-du, du-Du, Du-Du…

Great White beim Wellenreiten…so ging doch in etwa die bekannte Melodie aus dem „Weissen Hai“. Es ist mal wieder so weit, die weissen Haie sind auf Partnersuche und treiben sich vor der Küste Kaliforniens rum. Der „National Park Service“ hat erneut die jährliche Warnung rausgegeben.  Das Rumgebalze im Salzwasser macht hungrig und die Jagd auf Seelöwen hat damit auch begonnen. Nur zu dumm, dass Haie immer mal wieder Surfbretter für leckerschmecker Seehunde halten.

Jedes Jahr werden Surfer und auch Schwimmer an bestimmten Stränden angegriffen. Gerade die Santa Barbara/Ventura  und die Point Reyes/Stinson Beach Gegenden sind beliebte Jagdreviere für die weissen Haie. Jeden Sommer kommt es in den Gegenden zur Schliessung ganzer Strände, wenn mal wieder ein Hai jemanden angegriffen oder angeknabbert hat. Das liegt an den vorliegenden Inselgruppen. Im Süden die Channel Islands, im Norden die Farallon Islands. Dort tummeln sich die „Great Whites“ vor allem rum. Und manchmal zieht es sie eben auch für einen Imbiss in die seichteren Gewässer Richtung Strand.